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sommern

mnd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sommern verb.

Bd. 16, Sp. 1548
sommern, sömmern, verb. zu sommer, mhd. im sinne von 1 sumeren, sumern. Lexer mhd. handwb. 2, 1298, mundartlich noch summern und mit umlaut sümmern, simmern. das umgelautete verb erscheint besonders in transitiver anwendung und deutet auf eine andre (-ja)bildung als das umlautlose. vgl. Weigand4 2, 735. 11) intransitiv. 1@aa) sommern, sommerlich werden oder sein, vom wetter, mhd. frühnhd. sumeren, sumern (vgl. oben), summern, summer werden, estivare. Dief. 211a, sommern, de appropinquante aestatis initio dicitur. Schottel 1417, sömmern, aestivare, modico tepore calere, de appropinquantis aestatis initio, quando mundus incalescit sole aestivo. Stieler 2060, sommern, verb. mez. poet. aestivare, far un tempo d'està. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 836b, sommer werden, aestatis signa dare. Frisch 2, 286a. Adelung ('im gemeinen leben'). Weigand4 2, 734, mundartlich sümbern, sommerlich sein. Lexer kärnt. wb. 234, ebenso mnd. someren, sommeren, sommern, estivare. Dief. 211a. nov. gl. 157a. Schiller-Lübben 4, 290a, nnd. sommern Strodtmann 340. Schütze 4, 157, sömmern ten Doornkaat Koolman 3, 257a (vgl.sömmer für sommer ebenda): swanne eʒ sumeretnâch des winters zîten. Kudrun 260, 3; es sommert drauszen, annus calefit, et refovetur caldore. Stieler 2060; es sommert heur bald, es sommert schon fein drauszen. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 836b; es sommert dies jahr bald. Frisch 2, 286a; es sommert heuer früh. Adelung; 't fangt an to sömmern. ten Doornkaat Koolman 3, 257a; übertragen sömmern, schimmern, aufdämmern, erinnerlich werden. Frischbier 2, 344b; ja, nu sömmert et mi. ebenda. schweiz. sömmerlen, sümmerlen, sommerlich werden. Stalder 2, 377, sömmerla, sümmerla. Tobler 426a. nd. so auch tosommern: et sommert to, es beginnt sommer zu werden. Schütze 4, 157; idt will so nog nig to sommern pflegt man in den ersten guten frühlingstagen zu sagen, d. h. es fällt noch wol einmal kalte, schlechte witterung ein, ehe der sommer kommt, uneigentlich: he meent, dat scholl so to sommern, er meint, damit wäre alles vergessen, der sturm wäre vorüber. brem. wb. 4, 918. 919. anders zusommern, de aestivi temporis fine appropinquante. Schottel 1417. Stieler 2060. im anschlusz an solchen gebrauch dichterisch von der sommerlichen sonne: wann sommernde sonne die blüten gewelkt und des grases halme gedorrt. Rückert ges. ged. 6, 304. ähnlich: der nun sommernden heitre beginn. Voss Arat 53 bei Sanders. 1@bb) sömmern, von bäumen, treiben, eine anwendung, die wol auf die bedeutung 'sommerlich werden' zurückzuführen ist: es ist zwar an dem, dasz ein holtz, welches erst 10 bis 12 jahre gestanden, vielmehr sömmert oder holtz aufsetzet und treibet, als in den jungen und erstern jahren. Döbel jägerpract. 3, 37b. auf 'sommerlich sein' geht sömmern wol zurück, wenn es von groszen, weitästigen, ihre wurzeln weit ausbreitenden bäumen gesagt wird, die, so weit ihre wurzeln und äste gehen, kein getreide, gras, kraut oder andres gewächs unter sich aufkommen lassen. öcon. lex. (1744) 2730. Nemnich, sommern (forstwesen). Jacobsson 4, 186b. Adelung stellt sömmern, schatten geben, das er als nur in der landwirtschaft üblich bezeichnet, zu scheme, schatten, nd. schummer, dämmerung: die linde sömmert am stärksten. ebenda. 1@cc) summeren, sich zuo summerzeyt an eim ort enthalten. Maaler 396a. vgl.: da sommert sich's nicht, das ist kein sommeraufenthalt. Kürnberger novellen 1, 165. sommern, sömmern vom vieh, den sommer über weiden, grasen (vgl. 2, a): um die ganze reihe der bündnerischen schafweiden längs der rhätischen alpenkette ... abzuweiden oder, wie es heiszt, ihre thiere da 'sömmern' zu lassen. Kohl alpenreisen 2, 129. übersommern, aestivare: auf den bergen übersommern, in montibus aestivare. Steinbach 2, 603; die schafe in eine fruchtbare gegend treiben, dasz sie übersommern, greges ovium in regionem fœcundam aestivatum abigere. ebenda. 22) transitiv, reflexiv. 2@aa) sommern, sömmern, den sommer durch erhalten, durch den sommer bringen, von gewächsen und thieren, auch aussömmern, übersömmern. Adelung ('im gemeinen leben'), sömmern, den sommer hindurch erhalten. Weigand4 2, 734, schweiz. sümmere, per aestatem nutrire, alere. Schmidt idiot. Bernense in Frommanns zeitschr. 4, 17a, sömmern, sümmern, rindvieh auf einer weide den sommer über gehen lassen. Stalder 2, 377, sümmara, den sommer durch füttern, weiden. Bühler Davos 1, 156, a kûa sümmera, wintara, eine kuh den sommer, winter über halten (Vorarlberg). Frommanns zeitschr. 5, 484, tirol. summern, sümmern, über den sommer behalten, (vieh) mästen u. s. w. Schöpf 729: was ein ieder nachbaur in den drei gemeinden in berg und thal erwintern mag, dasz soll er auch mögen sömmern, als namlichen die kuohe in den kühalpen, die jungen rosz und das galtvieh (das keine milch giebt) in den galtjealpen. weisth. 5, 211, § 2 (Graubünden); wie vil ainer aufm hof [oder] zueguet vich sümern und halten mag. tir. weisth. 4, 634, 1; erstlichen ist beschlossen, dasz ein ieder in der gmein das vich, so er mit dem hüter, so auf seine güeteren, es sein aigen, lehen oder bstantsgüeteren, winteret, summeren und auf die waid treiben. 3, 29, 27 (v. 1538); vich gesumeret und gewaydent im landt. quelle v. 1603 bei Schöpf 729; vich symern, mössten und pessern. dieselbe quelle ebenda; was man ausz der gmain von altem sanct Veits tag (15. juni) unzt neuien heiligen creiztag (14. sept.) weiter zu simeren hinthuet, das soll kostfrei sein. tir. weisth. 3, 178, 41 (v. 1617); denen, so mehr vichs halten und wintern, solle ... umb ain zimblich graszgelt alben, pürg und ander waiden gelassen und angezaigt werden', darmit si dasselbig ihr ibrig vich auch erhalten und summern mügen. 2, 97, 20 (v. 1664); niemant sol weder zu herbst- noch längeszeit das ganze jar durchausz weder zu winteren, noch zu simberen ohne vorwissen und zuegeben der dorfmaister und gemain kain vich einnemben. 3, 44, 38 (v. 1716); ob zwar auch vorhin auf denen wisen der Seiser alpen von der gerichtsherrschaft auf Castlruth einige ochsen, wie auch von denen gemainsleuten daselbsten dero rosz gesömert und gewaidet worden. 4, 341, 43 (v. 1742); dasjenige rindviech, es seien rosse, ochsen, küee, stier oder anderes, so ein ganze gemeinde zu sommeren und zu älpen aufnemben will. 3, 146, 31 (v. 1781); wer demnach für die zukunft seine schaafe ... noch ferners in Urg zu sommern gedenket. 2, 234, 12 (v. 1801); da doch die gemeind einen groszen weidgang besitzt, auf dem sie kühe und geisze sömmern könnten, so viel sie nur wollten. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. 3 (1819), 135; dem reichen bergbesitzer, der nur einige kühe weniger sömmern .. kann. Gotthelf 4, 80. mit unpersönlichem subject: die alp kann zehn stücke sümmern, ernähren. Stalder 2, 377. reflexiv: so bald sich das schaf sömmern kann, seine sommerernährung suchen. Adelung; schi (sich) sümmara, vom vieh, grob auch vom menschen, guat, schlächt, mit physischer zu- oder abnahme das sommerfutter verzehren. Bühler Davos 1, 156. 2@bb) sömmern, beim feldbau, den acker, der den feldarten nach brach liegen sollte, mit sommerfrucht bestellen. öcon. lex. (1744) 2730, einen brachacker mit sommerfrucht bestellen, anstatt ihn ganz müszig liegen zu lassen. Adelung, sommern Jacobsson 4, 187a, mit sommerfrucht bestellen, sömmern. Campe. Weigand4 2, 734: die brache sömmern. Adelung; ein gesömmertes feld. ebenda. auch: als sommerfrucht bestellen: in der brache soll nichts gesömmert werden als flachs, rüben und rübesamen. statuten v. Rastenberg § 43. vgl. aarg. summere, die sommerfrüchte bestellen. Hunziker 266 (intrans. oder trans.?) und besömmern oben theil 1, 1630. 2@cc) schweiz. sommern, die sommerfrüchte einsammeln, ernten. Stalder 2, 377. vgl. einsömmern, messem facere oben theil 3, 300, das auch Stalder a. a. o. als einsömmern, einsümmern in diesem sinne anführt, ebenso Hunziker 266 als îsümmere, Schöpf 729 als insummern, einernten, einheimsen, vom heu u. s. w. 2@dd) sömmern, der sommersonne aussetzen, sonnen. Adelung (als landschaftlich, besonders meisznisch bezeichnet). Weigand4 2, 734, sommern, solis calori exponere, als die feder-bette. Frisch 2, 286a: die betten sömmern, an schönen sommertagen an die sonne legen und klopfen. öcon. lex. (1744) 2730. Adelung. Jacobsson 4, 187a, simmern Albrecht 212b. vgl. weiter unten e. reflexiv: die hühner sömmern sich, wenn sie sich in die sonne legen. Adelung; als sich auf einmal alles durch erscheinung eines groszen wallfisches aufklärte, welcher an der oberfläche des wassers, sich sömmernd eingeschlafen war. Münchhausen 68; zuweilen 'blühen' die schätze (eines versunkenen schlosses) noch dort und 'simmern' sich. Bavaria 2, 243 (oberpfälz. sage). auch im sächs. Erzgebirge simrn, refl., sich sonnen, in die wärme setzen, legen. Göpfert 42. 2@ee) von d aus erklären sich die folgenden besonderen gebrauchsarten. 2@e@aα) die bäume sömmern, die äste ausschneiden, damit die sonnenstrahlen durchfallen können, bei den gärtnern. Adelung, sümmern, sömmern, abscissis ramalibus solem in arbores immittere. Maaler bei Frisch 2, 286a. so oder ähnlich, ohne object: wann ainer somert in den wälden, das soll er auflöszen (auflesen, aufnehmen) im jahr; dät er des nicht, und käm ainer das ander jahr und schlegt auch holz ungefärlich, und wo ain gipfl den andern weckreist, der mag das wol auflösen als sein guet. tir. weisth. 1, 171, 18 (v. 1621); wo ainer holz im walt schlagt oder summert. 180, 35 (v. 1711); wann ainer summert in den wälden, der soll das ästen und auflösen im jahr. 39. 2@e@bβ) henneb. simern, versetzen, z. b. salat. Reinwald 2, 161.
9669 Zeichen · 224 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sommernN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    sommern , N. Vw.: s. summeren (1) L.: Lü 363a (sommern)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sommern

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Sommern , verb. imperf. neutr. mit dem Hülfsworte haben, Sommer werden. Es sommert heuer früh.

  3. modern
    Dialekt
    sommernschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    sommern schw. : 1. 'Sommer werden', summere [verbr.]. 's dut s. [ LA-Wollmh ]. Es summeʳt gut [ LU-Limbghf ]. Desjohr su…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sommern

14 Bildungen · 12 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von sommern 2 Komponenten

som+mern

sommern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sommern‑ als Erstglied (12 von 12)

sommernachmittag

DWB

sommer·nachmittag

sommernachmittag , m. nachmittag eines sommertags: einmal gingen sie an einem schwülen sommernachmittag im garten. Miller Siegw. (1777) 788 …

sommernacht

DWB

sommer·nacht

sommernacht , f. nacht im sommer, sommerliche nacht. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702) , 836 a . Campe : meine bekanntschaft mit ihm schri…

sommernachtluft

DWB

sommer·nachtluft

sommernachtluft , f. : die grüne schlange wälzte sich von seiner brust herab, sowie diese statt des harten, kalten, gurgelnden dinges ( wass…

sommernachtstraum

DWB

sommernacht·straum

sommernachtstraum , m. , wol zuerst als übertragung des titels von Shakespeares midsommer nights dreame, so im 1. bande (1775) von Eschenbur…

Sommernachttraum

Campe

sommernacht·traum

Der Sommernachttraum , — es, Mz. — träume , der Traum in einer Sommernacht, ein angenehmer süßer Traum. »Der Sommernachttraum , ein Lustspie…

sommernächtig

DWB

sommern·aechtig

sommernächtig , adj. : wie eine schöne Römerin, die ... im innersten herzen gar viele dunkle geschichten von sommernächtigen küssen und plöt…

sommernächtlich

DWB

sommer·naechtlich

sommernächtlich , adj. : euch, schwestern, mit denen ich ( die komische muse ) oft in sommernächtlichen stunden ... den goldnen gürtel losge…

sommernatter

DWB

sommer·natter

sommernatter , f. eine in Carolina lebende nicht giftige schlange, die grüne schlange, coluber aestivus. Nemnich 1, 1106 .

sommernutzen

DWB

sommer·nutzen

sommernutzen , m. , in älterer sprache sommernutz, nutzen, ertrag des sommers, im sommer: ich weisz, wie man an andern orten mit sennen z'we…

sommernutzung

DWB

sommer·nutzung

sommernutzung , f. im sinne des vorigen: ain merer anzal oder stuck vich, als si von der sommernutzung irer güter den winter füren künden. t…

sommern als Zweitglied (1 von 1)

übersommern

DWB

ueber·sommern

übersommern , v. , untrennb. verbindung, intrans. und trans. a) ich übersommere, verbringe den sommer Steinbach 2, 603 ; hirten ..., die mit…

Ableitungen von sommern (1 von 1)

versommern

DWB

versommern , verb. : versomern, œstivare, aestivo aere corrumpi, corrumpi sive aduri nimio œstu Kilian 2, 727 a (1777) ; versommern, durch d…