Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
wittern
wittern
wittern Vb. ‘regnen, blitzen und donnern’, in der Jägersprache ‘riechen’, übertragen ‘ahnen, vermuten’, mhd. witeren, wit(t)ern ‘irgendeine Art Wetter sein oder werden, Wetter machen’, jägersprachlich ‘als Geruch in die Nase bekommen’ (vgl. anord. viðra ‘Wetter sein, schnuppern, riechen’) ist von dem unter Wetter (s. d.) dargestellten Substantiv abgeleitet (vgl. aengl. wederian ‘schlechtes oder gutes Wetter sein’). Das i der Stammsilbe erklärt sich wohl aus dem Einfluß von Bildungen wie ahd. giwiteri, mhd. gewitter(e) (s. Gewitter), mhd. unwiter, oder es beruht auf der Wirkung des j-haltigen Suffixes des nach der Art von jan-Verben gebildeten Wortes. Jägersprachlicher Gebrauch ‘mit Hilfe der Witterung, der wehenden Luft riechen’ gilt zunächst von Tieren, dann auch von Menschen ‘mit dem Geruchssinn wahrnehmen’ und übertragen ‘ahnen, vermuten’ (18. Jh.). – Witterung f. ‘das Wetter über einen längeren Zeitraum’ (16. Jh.), in der Jägersprache ‘Wahrnehmungsfähigkeit der Tiere mit dem Geruchssinn’ (16. Jh.).