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köter

mnd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

köter m.

Bd. 11, Sp. 1887
köter, m. hund in gewissem sinne, auch köther, köder. 11) jetzt gilt es für einen schlechten, besonders einen groszen hund, dann auch verächtlich oder derb für hund überhaupt (z. b. studentisch): der köther knirscht in jeden stein. Bürger 32b, der hund aus der pfennigsch., in den ged. 1778 s. 207 köter; laszt wählen die köther nach eigenem sinn. 82a, lied von treue; still, ohne pracht, doch sicher, dasz mans merke, so schreiten prinz und dogg' einher in ihrer stärke. in seid' und schellen prunkt und bellt und flucht mit zeter der junker und sein köter. Voss (1825) 4, 176; mein hund allein, mein treuer köter. Kotzebue 1, 19; ich hätte den infamen köter längst todt gemacht. Arnim 1, 34; sahst du wol eines bauern hund einen bettler anbellen? .. und der wicht lief vor dem köter. Shaksp. Lear 4, 4; komm her, du köter, und sieh mich nicht an, nur noch ein fusztritt, so ists gethan. Chamisso ged. (1852) 255. 22) etwas anders aber in älteren zeugnissen. Frisch 1, 540c kennt köter, ködder nur als bauernhund, vgl. bei Henisch bawrkoter (s. 1, 1179), s. auch bauernköter. und so lauten noch die nd. angaben, z. b. bei Richey 136 köter bauerhund von gemeiner art, bei Dähnert 247b bauer- und schäferhund. die meklenb. schäfer haben einen drîveköter und einen hahlumköter (zum treiben und zum 'herumholen' der schafe), s. K. Schiller zum mekl. thier- u. kräuterb. 3, 2b, s. auch fixköter hof- und schäferhund. 33) aber auch von jagdhunden früher. Frisch bringt es aus einer hessischen jagdordn. von 1624, als kleinen untüchtigen hund (dort steht wol ködder?), und so hessisch schon im 16. jahrh., bei Vilmar hess. id. 221 (nach dem es doch nicht mehr hessisch ist) aus einer urfede der landgräflichen hundsjungen von 1566: das wir angegeben worden, als solten wir irer fürstl. gn. einen kotter oder kleinen hund zu tot gehezt haben. auch bei einem Hessen des 16. jh. kötterlein: kan ein kleines kötterlein den wolf also erschrecken, was werden die groszen molossi und schafröden thun, wenn die hinder in kommen? Nigrinus beschlag B 3a. auch die kleinen jagdköter sind vielleicht geringschätzig eben als bauernhunde bezeichnet. 44) in dem geringschätzigen wird auch der anlasz des namens liegen. Vilmar erklärt ihn, dem brem. wb. 2, 859 folgend, als hofhund, bewacher der kote (sp. 1883); aber das ergäbe nur hofhund eines köters, und köter für den hund und den besitzer der kote zugleich ist doch innerhalb der kote unmöglich. nannten etwa die eigentlichen bauern die hofhunde der kotsassen oder köter geringschätzig selbst köter? und durften diese eben nur kleinere hunde halten? dasz das standesverhältnis zwischen bauern und kotsassen sich wirklich auch auf die hofthiere erstreckte, zeigt eine osnabr. redensart bei Strodtmann 113 he strüvet sik as een kötterhahn ('hahn der einem kötter gehört') von geringen leuten die grosz thun wollen. beide worte, kote und köter, sind nd. und md. (gerade auch hess.), auch die form kotter stimmt zu kotte kote. im brem. wb. steht freilich köter hund mit anderm ö als köter kotsasse, doch könnten beide erst nachträglich unterschieden worden sein, Danneil 114a, Schambach 110b geben beide gleich als köter. ein nd. sprichw. aber bringt noch beide begriffe in einen: köter sünd nich verwandt mit grâten hunnen (groszen hunden), deutlich aus stolzem bauernmunde. 55) als erste bed. setzt übrigens Danneil männlicher hund, ebenso K. Schiller a. a. o., auch Dähnert 247b nennt sie als von einigen gebraucht. ist das alt? 66) als schimpfwort, z. b. du bist 'n ganzen köt'r, du bist mir der rechte! Danneil, du bist een schönen k., an dir findet man nicht viel gutes Dähnert, Richey. meklenb. von unzüchtigen frauenzimmern Schiller a. a. o. 3, 4a. auch dänisch, wo köter hund entlehnt besteht, schimpfend du köter! s. auch kötern. 77) meklenb. auch ein rechen zum nachsammeln der liegen gebliebenen ähren bei der ernde, eine s. g. hungerharke, aber nur die kleine die von menschen gezogen wird im unterschied der von pferden gezogenen (K. Schiller 3, 4a); darin steckt wieder der standesunterschied zwischen bauern und kotsassen.
4120 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹kȫter

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    1 kȫter , kötter (vorw. westfäl.);

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    KöterDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Der Köter , des — s , d. Mz . w. d. Ez. eine Benennung des gemeinen Bauerhundes.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Köter

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Köter ( Kötner ), soviel wie Kotsasse, s. Kate .

  4. modern
    Dialekt
    Kœterm.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kœter m. eig. Kätner, Inhaber einer Kote oder Kate ( s. Katen ) mit zugehörigem Ackerland, in späterer Behördensprache m…

  5. Sprichwörter
    Köter

    Wander (Sprichwörter)

    Köter Wult herut, Köter, hest int Paradies pupt (gewindet). ( Holst. ) Von einem, der etwas schlimm gemacht, wird dies S…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit koeter

38 Bildungen · 33 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von koeter

koet + -er

koeter leitet sich vom Lemma koet ab mit Suffix -er.

Zerlegung von koeter 2 Komponenten

koe+ter

koeter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

koeter‑ als Erstglied (30 von 33)

Köterberg

Meyers

koeter·berg

Köterberg , höchster Berg im Fürstentum Lippe, auf der Grenze gegen den braunschw. Kreis Holzminden und den preuß. Kreis Höxter, 9 km nordwe…

Köterblaff

MeckWB

koeter·blaff

Köterblaff m. Kurzer Anschlag eines Hundes: In wide Fiern Man een Köterblaff Bri. 1, 72; Hundegebell: Mit Aontgepak un Köterblaff Hey. Punsc…

köterei

DWB

koete·rei

köterei , f. köterbesitzung, kossatengut ( engl. cottage): sie wären herren meiner kötterei. Möser phant. 1, 121 u. ö.; vgl. kötnerei, kotho…

kȫterer

MNWB

koet·erer

kȫterer (SL); kȫtenêr(e), kȫtener, kātener , m. , Kätner , Häusler, Besitzer einer Kätnerstelle, von einem Bauernhof abhängiger Kleinbauer ,…

Kœterfru

MeckWB

Kœterfru f. Kätnerfrau Ro AltHag .

Kœterhoff

MeckWB

koeter·hoff

Kœterhoff m. Kleinbauernhof eines Kœters Horn Selmsd. 2, 121; Syn. Katenhoff.

Köterhund

MeckWB

koeter·hund

Köterhund m. Köter; Schelte für den Kuckuck im Volksreim: All' Lüd' laten sick stœkern von den ollen Köterhund Wo. V. 2, 1785. — Mnd. köterh…

Köter II

RhWB

Köter II -- = Schlamm s. bei Käute.

Köter III

RhWB

Köter III -t- Sg. u. Pl. nach der Umgangsspr. gebraucht m.: verächtl. Hund.

Köter IV

RhWB

Köter IV -t- Heinsb-Kirchhv f.: Rinne, in der man einen runden Gegenstand rollen lässt.

kö̑terjacht

MNWB

koeter·jacht

° kö̑terjacht (kotter-) , f. , Hetzjagd (Chr. d. d. St. 16, 210, vgl. auch ebd. 190 und 35, 60 [Braunschweig]).

Köterjagd

MeckWB

koeter·jagd

Köterjagd f. Köterjagd, im Rätsel von der Flachshechel Wo. V. 1, 231 b; c.

Köterjung'

MeckWB

koeter·jung

Köterjung' m. der Junge, der den Köter (die hölzerne Kornharke) zu ziehen hat Wi.

Kœterland

MeckWB

koeter·land

Kœterland n. a. Spr. zu einer Kleinbauernstelle, also einem Kœter gehörendes Land: 'supra cotherelant' (1272) UB. 2, 423; 'dat koterland, da…

Kötermeß

MeckWBN

koeter·mess

Wossidia Kötermeß m. Kot eines männlichen Hundes, s. Zulenmeß.

Köternoors

MeckWB

Köternoors m. Schelte für aus- und einlaufendes Kind Ha Belsch .

kȫtersche; kȫtenêrsche

MNWB

kȫtersche; kȫtenêrsche, f. , Frau des Kätners. kȫterdênst, ~hof, ~lant, ~sassen, ~schat (?).

kötersfrau

DWB

koeter·s·frau

kötersfrau , f. die frau eines köters: eine geringe köttersfrau. Möser phant. (1775) 1, 118 .

Kötersnam

MeckWB

koeter·s·nam

Kötersnam m. Köter-, Hundename; im Schäfergruß reimend auf Dilljahn: Dat is dei wohre Kötersnam Ma Giel .

Kœterstäd'

MeckWBN

Wossidia Kœterstäd' f. wie Kœteri: 'ne lütt tweipierdsch Käterstär Camm. Bil. 61.

Kötertrecker

MeckWB

koeter·trecker

Kötertrecker m. Person, die bei der Getreideernte den Köter, d. i. die hölzerne Korn- (Hunger-) harke zieht Wi.

koeter als Zweitglied (5 von 5)

bauernköter

DWB

bauern·koeter

bauernköter , m. was bauerköter, canis domesticus: auch ist zu wissen, dasz wo ein hündin von einem hund, es sei gleich leithund, jag, hetzh…

Deinstkœter

MeckWBN

Wossidia Deinstkœter m. a. Spr. Kossat, welcher der Grundherrschaft dienen muß: 'die schultzen gebrauchen zwey hoven, die bawleutte 15 hoven…

Fischerkœter

MeckWBN

fischer·koeter

Wossidia Fischerkœter m. a. Spr. Kätner, Kossate, der zugleich Fischer ist: 'in disem dorfe wonen 10 fischerkoeter' (1568) C. Cordsh. Neust.…

Gälköter

MeckWBN

gael·koeter

Wossidia Gälköter m. Gänsesäger, mergus merganser (1984) Ro Rostock@Warnemünde Warn .