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Katen

mnd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Katen m., n., Präp.

Bd. 4, Sp. 152
Wossidia Katen a. Spr. -o- m., zuweilen n., daneben vielfach Kat, a. Spr. Kote f., auch dies zuweilen n. Katen, Kate 1. Sachliches: ursprünglich Kleinbauernhaus und -stelle, deren Inhaber Kœter, Kotz oder Kossat heißt, in neuerer Zeit meist die Wohnung des ländlichen Tagelöhners, des Dorfhirten, -schäfers, -nachtwächters, der Dorfarmen sowie des Altenteilers, in seiner Bauart zunächst dem alten Bauernhaus gleichend, nur wesentlich kleiner; Abb. eines Pfarrkatens in MaMalchin@LevinLev s. Meckl. 27, 13; später als Landarbeiterwohnung ein Häuschen mit Seitengiebeln, mit einer etwa zwei Meter breiten Diele, neben der die Wohnstube und eine daranstoßende Kammer liegen, beide einfenstrig; vom rückwärtigen Ende der Diele führt seitlich eine Tür in die hinter der Wohnstube liegende Küche, an die auf der einen Seite die Speisekammer stößt, während auf der anderen sich die Krippenklappen der Viehställe nach ihr hin öffnen lassen; solche Katen sind oft zu zweien, auch zu vieren und mehr aneinandergebaut und heißen dann twei-, vier- usw. -hieschig; s. Leng. Landw. 1, 120 mit Tab. IV; stellenweise wurden diese Katen, um Baustoffe und -kosten zu sparen, als Rundhäuser gebaut, sowohl zwei- wie vierhieschig, bes. für Altenteiler; s. Leng. Reise 106 mit Abb. (SchwSchwerin@WendelstorfWend) und Meckl. 25, 58 mit Abb. (RoRostock@BandelstorfBandelstorf; HSchwarfs); vgl. ferner Jb. 2, 118; 'die Kathenleute geben keine baare Miethe, sondern auf den Höfen leistet die Frau für die Benutzung der Wohnung 90 bis 100 Frohntage jährlich, und in den Dörfern muß der Kathenmann mit seiner Frau in der Ernte seinem Bauern helfen' 119; zur Übernahme eines Katens (üm 'n Katen antaunähmen) bedurfte man um die Mitte des 19. Jahrh. reichlich zweihundert Taler, eine Summe, die sich ein Knecht und eine Magd bei einigem Fleiß gemeinsam bis zum Alter von 25 und 20 Jahren ersparen konnten und wovon als lebendes Inventar eine Kuh, ein Schwein, Schafe, Gänse und Hühner anzuschaffen waren und, als totes Arbeitszeug, Haus- und Küchengerät, Betten und Leinen Arch. Landesk. 15, 264; von einer guten Dienststelle hieß es: dor hett mennigein 'n Katen mitnahmen, also so viel verdient, daß er einen Katen übernehmen konnte (1887) Wa; das Heiraten und die Hausstandsgründung der Knechte und Mägde untereinander hieß geradezu in 'n Katen trecken (1885) RoRostock@MüritzMür; so auch in dem parodistischen Reim auf 'In allen meinen Taten': Tau Harwst treck ick in 'n Katen ebda; vgl. ferner: ick heff mi dor keinen Katen annahmen mich dort nicht als Tagelöhner vermietet WaWaren@TorgelowTorg; hei räd't so oltklauk, as wenn hei all sœben Katens dalwahnt hett MaMalchin@GnoienGnoi. 2. weiterer sprachlicher Niederschlag: 'quinque domuncule, que coten dicuntur ... in extrema domuncula, que cote dicitur ... quicumque habet coten' (Ro@Freienholz 1296) UB. 3, 611; 'cum domo eciam chote theutonice dicta' (1306) 5, 269; 'tres casas, que vulgo kathen dicuntur' (1348) 10, 210; 'den eghendum over hoven unde koten' (1363) 15, 365; 'uth eyneme kathen' (1369) 16, 406; 'in deme enen koten wonet Kersten' (1369) 416; 'vor enen koten' (1456) Tessin Boiz. 7b; 'vor 1 caten' (1458) 9a; Dim.: 'ein klein kotteken' (1590) 169a; 'kottken' 169b; 'so balde einen Buren ... de Dvelsche lust anquam, hefft he den Katen an de wyde gebunden (den Katen aufgegeben), sick up unde darvan gemaket' Gry. Paw. K 2b; 'daß ... der Adel von seinen Gütern und die Einwohner in den Städten so wie die Bauern auf den Dörfern gar verlaufen, und ihre Höfe, Häuser und Kathens leer dahinden lassen' (Gü@ 1628) Spald. Land. 2, 177; 'süh ook wol toor Kaat' (hüte das Haus gut; Ro 1715) Kohf. Hg. 16,2; von Hus un Katen kamen allen Besitz verlieren HaHagenow@BelschBelsch; Kathen 'Wohnung der Tagelöhner auf dem Lande' Mi 39b; Jac. 1, 110; 'ne Kaot Hey. Kam. 95; de Kath H. Schröd. Buerh. 3, 51; in 'n Kathen ... krupen 57; dat oll Katen MaMalchin@GielowGiel; 'n olles Kat LuLudwigslust@ConowCon; 'ne lütt Kath Camm. Tüg 97; Dor kümmt Schepermudder ut ehr Kat Seem. Hä. 76; rümgahn von Hus tau Kat Lu Ludwigslust@EldenaEld; dat Hus för 'n Katen utschimpen stark schimpfen Schö; meist mit der Präp. von: sin Hus von 'n Katen schimpen ihn ausschimpfen Ro; RoRostock@KlockenhagenKlock; HaHagenow@BelschBelsch; Hus van 'n Katen schellen heftig schelten Nd. Kbl. 9, 75a; ein oll Fru wahnt in den Katen soll man neunmal in einem Atem sprechen, um den Schlucken zu vertreiben GüGüstrow@SchwaanSchwaan; sprw.: As de Olen singt in de Kat, Singen de Kinner uppe Strat RoRostock@DoberanDob; der sorgsame Weidmann warnt, auf den Hasen zu schießen, wenn dieser in seinem Lager sitzt: stick den Hasen den Katen nich an Schill. Kr. 3, 1b; ein Kartenspiel heißt ut 'n Katen jagen Horn Selmsd. 2, 86; übertr. Sarg: denn' (dem Todkranken) möt dei Discher 'n Katen maken RoRostock@RibnitzRibn; scherzweise auch die Ätel- oder Buttkip GüGüstrow@Groß LantowGLant; LuLudwigslust@NeustadtNeust; Ro Rostock@LangsdorfLangsd; von den Zss. bezeichnet Gnatzkaten ebenfalls einen Korb; nach den Bewohnern sind benannt Armen-, Daglöhner-, Häuds-, Heir-, Ollendeilskaten; nach den Besitzern Bäudner-, Haw-, Kœter-, Paster-, Preister-, Schulten-, Dörpskaten; nach den Baustoffen Holt-, Leihmkaten; nach Besonderheiten verschiedener Art Buten-, Prœm-, Röker-, Rok-, Schaul-, Sült-, Twääschen-, Wunnerkaten; Spottnamen sind Katten-, Kiwitts-, Lus'-, Smöl-, Ulenkaten. FN.: Achter 'n Katen; In de Kat; Katenbargschlag, Katenb löcke, -born, -brauk, -breid', -dik, -goorden, -hoff, -koppel, -kul, -redder, -soll, -städen, -stell, -stücken, -weg, -wisch; dat ierst, dat tweit Katenstück; Bi 'n Ascherkaten; Bom-, Zägenkaten. — Mnd. kote, -a- m., f.; kot n. — Br. Wb. 2, 750; Dä. 220b; Kü. 2, 88; Me. 3, 4; Schu. 21.
5476 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kāten

    Mittelniederdeutsches Wb. · +2 Parallelbelege

    kāten- s. kōten-.

  2. modern
    Dialekt
    Katenm., n., Präp.

    Mecklenburgisches Wb.

    Katen a. Spr. -o- m. , zuweilen n. , daneben vielfach Kat, a. Spr. Kote f., auch dies zuweilen n. Katen, Kate 1. Sachlic…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit katen

41 Bildungen · 32 Erstglied · 8 Zweitglied · 1 Ableitungen

katen‑ als Erstglied (30 von 32)

Katenacker

MeckWBN

katen·acker

Wossidia Katenacker m. a. Spr. zu einem Katen gehöriges Ackerland: 'ein halve hove dartzu katen und katenacker' (1562) C. Cordsh. Neust. 139…

Katenativverb

FiloSlov

Katenativverb , n глагол , м , катенативный → FiloSlov Verb, katenatives, n → FiloSlov Verb, verkettendes, n

Katenblaum

MeckWB

katen·blaum

Katenblaum -blom f. gleich Granebom, pelargonium zonale E. Krüg. Zimmerfl. 31.

Katendeinst

MeckWBN

Wossidia Katendeinst m. a. Spr. mit einem Katen verbundene Dienstpflicht: 'geitt aber den kleinen kattendienst mit' (1568) C. Cordsh. Neust.…

Katendiern

MeckWBN

Wossidia Katendiern f. aus einem Katen stammendes Mädchen: ne arm Katendiern S. Neum. Märchenfrau 150.

Katengeld

MeckWB

katen·geld

Katengeld n. a. Spr. Geldabgabe eines Kœters an den Grundherrn: 'myd kotenghelde' ( Gü Laage 1362) UB. 15, 171.

Katenhauw

MeckWB

Katenhauw f. zu einer Kate gehörende Hufe Landes: '2 Katenhoven' (1525) Horn Selmsd. 2, 121.

Katenheir

MeckWB

Katenheir m. der Hirt der Tagelöhnerkühe Ro Dierh .

Katenhoff

MeckWB

katen·hoff

Katenhoff m. Kleinbauernhof eines Kœters Horn Selmsd. 2,121; Syn. Kœterhoff.

Katenkatt

MeckWB

katen·katt

Katenkatt f. Katze aus einem Tagelöhnerkaten: dei (das geile Mädchen) roßt as ne Katenkatt Ro Kühl .

Katenketüffel

MeckWB

katen·ketueffel

Katenketüffel -tüffel Pl. f. meist wie Suppketüffel Kartoffelsuppe, Kartoffeln, mit Speck in Wasser gekocht Ro Klock ; Kröp; Wa; Wa Somm ; S…

Katenlüd'

MeckWB

katen·lued

Katenlüd' Pl. m. Katenleute, die Bewohner eines Tagelöhnerkatens Jb. 2, 107; Wo. Ernt. 20.

Katenmann

MeckWB

katen·mann

Katenmann m. Tagelöhner als Bewohner eines Katens Ma Gnoi ; H. Schröd. Buerh. 2, 61; Katmann Ro Siev .

Katenmannsketüffel

MeckWB

katenmann·s·ketueffel

Katenmannsketüffel -tüffel Pl. f. Salzkartoffeln mit ausgebratenem Speck und Zwiebeln: Katenmannstüffel Ro Licht ; Wi Biend ; vgl. Katenketü…

Katenpacht

MeckWB

katen·pacht

Katenpacht f. a. Spr. die von einem Kœter an den Grundherrn zu zahlende Pacht: 'beyde ute hovenpacht unde kotenpacht, dat sy honrepacht edde…

Katenpenning

MeckWB

katen·penning

Katenpenning m. a. Spr. die von einem Kœter an den Grundherrn in bar zu zahlende Pacht: 'myd kothenpennynghen' (Pa 1354) UB. 13, 413; 'myd .…

Katenschilling

MeckWB

katen·schilling

Katenschilling m. Abgabe in Höhe von einem Schilling für einen Katen: 'sindt kotter, geven ider 1 kattenschillinck ane den hoff' (1584) Tess…

Katensnäd'

MeckWB

Katensnäd' f. eine der Länge nach abgeschnittene Brotschnitte Ro Kühl .

Katensœg'

MeckWB

Katensœg' f. Katensau: driest as ne Katensœg' Pa Dobb ; Wa Jab ; übertr. schmutziges Weibsbild.

Katenstäd'

MeckWB

Katenstäd' f. Katenstelle, Wirtschaft eines Kœters oder Kossaten: 'vor eine Katenstede' (1554) Tessin Boiz. 79. Kü. 2, 89.

Katensupp

MeckWB

katen·supp

Katensupp f. Kartoffelsuppe Ro Ribn ; vgl. Katenketüffel .

Katenswin

MeckWB

katen·swin

Katenswin n. Schwein des Tagelöhners: hei lacht sick as 'n Katenswin Ha Red .

katen als Zweitglied (8 von 8)

Dukaten

Pfeifer_etym

duk·aten

Dukaten m. ‘Goldmünze’, von 1559 bis 1857 deutsche Reichsmünze, spätmhd. ducāte (Ende 14. Jh.), entlehnt aus ital. ducato ‘Münze aus Gold od…

Hieschkaten

MeckWBN

hiesch·katen

Wossidia MeckWB Hieschkaten m. Tagelöhnerwohnhaus; auch Hießkaten: Murer N., dei den Hießkaten anstickt hett Schw Schwerin@Banzkow Banzk .

Schifflerdukaten

DRW

schiffler·dukaten

Schifflerdukaten, m., verkürzt auch Schiffler, m. eine Goldmünze dez geltz halben ist gerüefft ... 1 schiffler-ducatten umb 82 [kreuzer] 151…

vorkâten

MNWB

vor·katen

°vorkâten (Livl. Ub. II 1, 538, Glossar: sicherstellen) l. vorlâten ?

Ableitungen von katen (1 von 1)

bekaten

KöblerMhd

bekaten , sw. V. Vw.: s. begaten