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Schein

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Schein

Bd. 7, Sp. 900
Schein Kleinschr GWB18,468. - von gut 600 Belegen etwa die Hälfte in den literarischen u ästhetischen Schriften sowie ein weiteres Viertel im naturwiss Werk (insbes im Zshg der Farbenlehre). Gebrauchsschwerpunkte in A1a, B2a und b. - Eine Vielzahl von Belegen zeugt von Goethes präziser, auch naturwiss interessierter u geschulter Wahrnehmung von Lichtphänomenen (A). Nur selten, aber auf signifikante Weise faßt Goethe den Schein als Ausdruck des Wahren, Essentiellen: bes mit dem Oxymoron ‘wahrer S.’ (GWB3,88 Vs 7), in seiner Charakterisierung des ‘S-s’ als ‘Bild..von der Idee’ (GWBHe2,424) u in der für die klassische Ästhetik bedeutsamen Bestimmung von der ‘Kunstwahrheit als schönem S.’ (GWB47,195,5). Auf je spezifische Weise artikuliert sich darin der - im Gegensatz zu großen Bereichen der Geistesgeschichte vertretene - Grundgedanke Goethes von der Einheit, der Untrennbarkeit des Wesens u der Erscheinung. A von einem selbstleuchtenden od Strahlung reflektierenden Objekt verbreitete Helligkeit 1 Bereich, Feld intensiven od gedämpften Lichtes 2 iSv Hof, Halo 3 iSv Heiligenschein, Nimbus 4 iSv (farbliche) Leuchtkraft, -intensität B Aussehen, äußeres Ansehen von etw/jdm 1 Erscheinung(sbild) 2 Anschein, auch: Eindruck 3 Äußerlichkeit, Äußerliches 4 iSv Pracht, Prunk C bildhaft: Anflug, Hauch, Spur D (knappe) schriftliche Bescheinigung E im Zahlungsverkehr: Banknote A von einem selbstleuchtenden od Strahlung reflektierenden Objekt verbreitete Helligkeit 1 Bereich, Feld intensiven od gedämpften Lichtes, auch iSv Glanz, Schimmer a als von einem Himmelskörper, einem Beleuchtungsobjekt, einem Feuer od von einem anderen Gegenstand, Phänomen vermittelte Helle; auch attribuiert mit ‘hell’, ‘glühend’, ‘blendend’, ‘mild’, ‘still’, ‘matt’, ‘trüb’, ‘(morgen)rötlich’, ‘bläulich’, ‘purpurn’, ‘gelb’, ferner ‘schön’, ‘herrlich’; einmal ‘des Morgens S.’ iSv Morgendämmerung; auch ‘göttlicher S.’ mBez auf von dem Jesuskind ausgehendes Licht (in künstlerischer Darstellung) [Epimenides:] Uralten Waldes majestätische Kronen,|Schroffglatter Felsenwände Spiegelflächen|Im S. der Abendsonne zu betrachten -|Erreget Geist und Herz zu der Natur|Erhabnen Gipfeln GWB16,337 Epimen 51 [Faust:] Wie seltsam glimmert durch die Gründe|Ein morgenröthlich trüber S.!|Und selbst bis in die tiefen Schlünde|Des Abgrunds wittert er hinein GWB14,198 Faust I 3917 [Neapel] ging ich..auf den Molo spazieren. Dort sah ich mit Einem Blick, den Mond, den S. des Monds auf den Wolckensäumen, den S. des Monds im Meere, und auf dem Saum der nächsten Wellen GWBB8,229,24u25 ChStein 8./9.6.87 Wenn ein ander Licht neben ihr [der Lampe] war, wirkte sie nur einen schönen hellen S., und alles Lebendige ward immer durch sie erquickt GWB18,236,13 Märchen [Frankfurt] weckt mich der Trommelschlag..und Feuerrufen, ich spring ans fenster, und sehe den S. starck aber weit GWBB2,61,11 Kestner [28.1.73] GWBN1,156,15 FlD 372 GWB19,239,26 BrSchweiz II GWB53,36 DivNachtr Jesus auch er 8 GWB20,272,4 Wv II 6 GWB151,73 Faust II 6285 häufig im Zshg der Farbenlehre; gelegentl konkretisiert mit ‘atmosphärisch’, ‘elektrisch’, ‘gemischt’; auch ‘abgeleiteter S.’ iUz ‘unmittelbarer Widerschein’1) Eine..Kerze erleuchte die Wand lebhaft in unmittelbarer Nähe. Je weiter der S. sich verbreitet, desto schwächer wird er; allein er ist doch immer die Wirkung der Flamme, die Fortsetzung ihrer Energie, die ausgedehnte Wirkung ihres Bildes GWBN1,160,6 FlD 382 die Eigenschaft des atmosphärischen S-s wird durch den klaren Spiegel vollkommen überliefert GWBN51,273,4 EntoptFarb 20 Wir haben den unmittelbaren Widerschein von den verschiedenen Himmelsgegenden her als den..ursprünglichen angenommen, aber auch abgeleiteter S. und Widerschein bringt dieselben Phänomene hervor..der Kubus aber zwischen die Doppelspiegel gelegt gibt sowohl das weiße als schwarze Kreuz, denn der helle S. der Batistfläche wird durch die beiden Spiegel gemäßigt GWBN51,273,21 u 274,1 EntoptFarb 21 haben die Astrologen, deren Lehre auf gläubige unermüdete Beschauung des Himmels begründet war, unsere Lehre von S., Rück-, Wider- und Nebenschein vorempfunden, nur irrten sie darin, daß sie das Gegenüber für ein Widerwärtiges erklärten, da doch der directe Rück- und Widerschein für eine freundliche Erwiderung des ersten S-s zu achten. Der Vollmond steht der Sonne nicht feindlich entgegen, sondern sendet ihr gefällig das Licht zurück GWBN51,300,17u21 EntoptFarb 32 p. 31. ..Bestätigung der Hypothese. Macht sich der Verf. einen unnöthigen Einwurf wegen des achten Versuchs der ersten Reihe. Hat er doch selbst eingestanden daß der gemischte S. grünlich ausfalle GWBN52,338,16 Fl Plp [nach Wünsch] GWBN1,4,18 FlD 11 GWBB23,312,9 Seebeck 13.4.13 K GWBN1,63,13 FlD 152 GWBN1,41,3 FlD 87 mBez auf das Phänomen eines sich um jds Kopf befindlichen bzw darum wahrgenommenen Lichtkreises; wiederholt im Zshg naturwiss Beobachtung; auch ‘heiliger S.’ iSv Nimbus, Aureole (vgl A3) Die Gelehrten, welche auf den Cordilleras ihre Beobachtungen anstellten, sahen um den Schatten ihrer Köpfe, der auf Wolken fiel, einen hellen S. ..Auch mir ist ein Ähnliches begegnet. Indem ich..auf dem Felde sitzend mit einem Manne sprach, der, in einiger Entfernung vor mir stehend, einen grauen Himmel zum Hintergrund hatte, so erschien mir, nachdem ich ihn lange scharf..angesehen, als ich den Blick ein wenig gewendet, sein Kopf von einem blendenden S. umgeben GWBN1,11,9u24 FlD 30 das Phänomen, daß Personen, die bei Aufgang der Sonne an feuchten Wiesen hergehen, einen S. um ihr Haupt erblicken, der zugleich farbig sein mag, weil sich von den Phänomenen der Refraction etwas einmischt GWBN1,12,1 FlD 30 legte er [Cellini] den heiligen S. [ 〉Limbus GWB44,358,11] , der bei aufgehender Sonne einem Wanderer um den Schatten seines Haupts auf feuchten Wiesen sichtbar wird..als ein gnädiges Denkmal der glänzenden Gegenwart jener göttlichen Personen aus, die er von Angesicht zu Angesicht..glaubte geschaut zu haben GWB44,426 CellAnh XII Var [Zigeunermutter:] Wer vom Kaiser einen Auftrag hat, den sieht es [ihr Kind] mit einem S. um den Kopf. [Hauptmann:] Ich einen S. um den Kopf?..Ist's wahr, mein Kind? Siehst du einen S. um mein graues Haupt? [Knabe, sich in einer Art von Tanz drehend:] Einen lichten S., einen milden S., er strahlet hell der güldne S. - Er färbt sich roth der wilde S. (Schreit und läuft fort.) GWB131,273,14u15u18u20f Götz3 III 11 GWBN1,22,23 FlD 52 [für: splendore] GWB44,8,6u9u15 Cell III 1 uö(selten) im bildhaft-vergleichenden Zshg od im Bild, einmal in sentenzhaftem Ausdruck; auch ‘einen geistigen S. über etw werfen’ iSv etw auf bestimmte Weise erscheinen lassen Sonne kann nicht ohne S.|Mensch nicht ohne liebe seyn GWB38,5 Concerto dramat 50 [Herzog:] wie in dunklen Grüften,|Das Mährchen sagt's, Karfunkelsteine leuchten,|Mit herrlich mildem S., der öden Nacht|Geheimnißvolle Schauer hold beleben,|So ward auch mir ein Wundergut beschert [die Tochter Eugenie] GWB10,249 NatT 66 [Leonore, über die Prinzessin:] ihre Neigung zu dem werthen Manne [Tasso] |Ist ihren andern Leidenschaften gleich.|Sie leuchten, wie der stille S. des Monds|Dem Wandrer spärlich auf dem Pfad zu Nacht;|Sie wärmen nicht, und gießen keine Lust|Noch Lebensfreud' umher GWB10,184 Tasso 1956 [Orest:] Durch Rauch und Qualm seh' ich den matten S. [ Den gelben matten S. GWB39,365,7 Iph1 III 1] |Des Todtenflusses mir zur Hölle leuchten GWB10,49 Iph2 1142 [Mephisto zum Herrn:] Der kleine Gott der Welt [der Mensch] ..|Ein wenig besser würd' er leben,|Hätt'st du ihm nicht den S. des Himmelslichts gegeben;|Er nennt's Vernunft und braucht's allein,|Nur thierischer als jedes Thier zu sein GWB14,20 Faust I 284 GWBB11,122,13 Schiller 9.7.96 GWB10,353 NatT 2315 GWB16,342 Epimen 166 GWBB4,47,9 CThDalbg 21.7.79 mit der Konnotation des Ethischen2) Gedichte sind gemahlte Fensterscheiben!|..Kommt..nur einmal herein [in die Kirche] !|Begrüßt die heilige Capelle;|Da ist's..farbig helle,|Geschicht' und Zierrath glänzt in Schnelle,|Bedeutend wirkt ein edler S. GWB3,171 Parabol 1 Vs 11 mit dem Nebensinn Anschein (des Wahren, Realen); auch im Zshg mit den Attribuierungen ‘falsch’ u ‘leer’; in Berührung mit Bed B2 Der Sonnenblick betrüget|Mit mildem falschem S.,|Die Schwalbe selber lüget,|..Warum? Sie kommt allein! GWB3,33 März 7 Was kommt..der Regenbogen|An grauer Wand herangezogen?|Der mag wohl zu entbehren sein|Der bunte Trug! der leere S.! GWB3,191 Palinodien 3 Vs 14 [Chor, über Euphorion:] Seht hinauf wie hoch gestiegen!|Und er scheint uns doch nicht klein,|Wie im Harnisch, wie zum Siegen,|Wie von Erz und Stahl der S. GWB151,235 Faust II 9854 GWB151,60 Faust II 6015 uö(selten) b metonym für einen (mit fremdem Licht) leuchtenden Himmelskörper [Astrolog, dem Mephisto einflüstert:] Die Sonne selbst sie ist ein lautres Gold,|..Frau Venus hat's euch allen angethan,|So früh als spat blickt sie euch lieblich an;|..Und Jupiter bleibt doch der schönste S. GWB151,17 Faust II 4961 2 iSv Hof, Halo Die Nacht..war abwechselnd hell und bedeckt, der Mond behielt immer einen S. um sich GWB30,52,27 ItR Die Höfe erscheinen am lebhaftesten, wenn das Auge ausgeruht..ist. Nicht weniger vor einem dunklen Hintergrund. Beides ist die Ursache, daß wir sie so stark sehen, wenn wir Nachts aufwachen und uns ein Licht entgegengebracht wird. Diese Bedingungen fanden sich auch zusammen, als Descartes im Schiff sitzend geschlafen hatte und so lebhafte farbige S-e um das Licht bemerkte GWBN1,43,6 FlD 92 uö(selten) 3 iSv Heiligenschein, Nimbus [Leonore zu Antonio:] Du mißgönnst|Dem Bild des Märtyrers den goldnen S.|Um's kahle Haupt wohl schwerlich GWB10,187 Tasso 2036 4 iSv (farbliche) Leuchtkraft, -intensität Fraschino..überreichte mir einen Ring mit einem Diamanten der viel S. [gran mostra] hatte GWB44,29,7 Cell III 3 Die Macht der Farbe war ihm [Jan van Eyck] ..bekannt, und so brachte er es dahin, daß er, um nur von Gewändern und Teppichen zu reden, den S. der [Bild-] Tafel weit über alle Erscheinung der Wirklichkeit erhob GWB341,181,28 KuARheinMain uö(selten) wohl zugl in Hinsicht auf Ausdehnung, Größe Die Schlange fuhr schnell darnach sie [die von den Irrlichtern verbreiteten Goldstücke] zu verschlingen..Sichtlich fing ihr S. an zu wachsen GWB18,230,7 Märchen B Aussehen, äußeres Ansehen von jdm/etw, auch mBez auf nicht gegenständliche Phänomene 1 Erscheinung(sbild); auch ‘epidermischer/oberflächlicher S.’ für die Körperhaut [Odoardo:] Den Dachdecker rufen wir eiligst herbei; im Innern [des Baus] bedürfen wir des Tischers, Glasers, Schlossers, und wenn ich den Tüncher zuletzt nenne, so geschieht es weil er mit seiner Arbeit zur verschiedensten Zeit eintreten kann, um zuletzt dem Ganzen in- und auswendig einen gefälligen S. zu geben GWB251,221,17 Wj III 12 GWBB33,349 Carus 1.7.20 K uö(selten) 2 Anschein, auch: Eindruck a als stimmige od zweifelhafte, falsche Manifestation des Wesentlichen, Wirklichen α mit Hervorhebung des Adäquaten im Verhältnis zum Eigentlichen, Essentiellen; bes im philos Zshg; einmal im Oxymoron ‘wahrer S.’ (in Analogie zur Formel vom ‘ernsten Spiel’); auch in metasprachl Charakterisierung Müsset im Naturbetrachten|Immer eins wie alles achten;|Nichts ist drinnen, nichts ist draußen:|Denn was innen das ist außen.|So ergreifet ohne Säumniß|Heilig öffentlich Geheimniß.|Freuet euch des wahren S-s,|Euch des ernsten Spieles:|Kein Lebendiges ist ein Eins,|Immer ist's ein Vieles GWB3,88 Epirrhema 7 Der S. ist mit der Idee nahe verwandt. Er ist gleichsam das Bild, das Gemälde von der Idee. Ja, er ist die Idee selbst mit dem Minimo von Realität verkörpert oder daran offenbart GWBGespr(He2,424) Riemer 20.2.09 GWB24,35,24 Wj I 2 ― mBez auf die Musik für die Variation eines Grundmotivs innerhalb eines kompositorischen Werkes [mBez auf BAWebers Musik zu Kotzebues ‘Deodata’] Nichts setzt eine stärkere Phantasie und Dichtungskraft voraus, als den S. eines dem Stoff entsprechenden Totaltones über ein ganzes Werk zu verbreiten GWBGespr(He31,190) Lobe Juli 20 β mit Akzentuierung des Fragwürdigen, (Beschönigend-)Inadäquaten im Verhältnis zum Eigentlichen, Essentiellen; auch iUz ‘Sein’, ‘Wesen’, gelegentl ‘dem S-e nach’ Glaubet nie den S. der Sachen,|Sucht euch ja gewiß zu machen,|Eh' ihr glaubt geliebt zu seyn GWB37,20 Annette Lyde 58 [Faust:] Wie nennst du dich? [Mephisto:] Die Frage scheint mir klein|Für einen der das Wort so sehr verachtet,|Der, weit entfernt von allem S.,|Nur in der Wesen Tiefe trachtet GWB14,66 Faust I 1329 GWB24,268,18 Wj II 3 Mann v50Jahren GWB10,296 NatT 1066 GWB7,203,15 DivNot GWB151,275 Faust II 10715 [Zit B2b] (wortspielerisch) im iron Zshg Etwas ist er, muß auch was scheinen,|Denn immer etwas ist der S.,|Nun aber in der Allgemeinen|Wird er doch immer mehr gemein [wohl mBez auf die nach Goethes Auffassung verzerrende Rezension AMüllners zu den ‘Wanderjahren’] GWB51,202 Etwas ist er 2 in Vbdgn, (redensartl) Wdgn wie ‘den S. von etw vorspiegeln’, ‘dem S. trauen’, ‘nach dem S. urteilen’, ‘der S. ist wider jdn’, ‘der S. trügt/blendet (jdn)’; auch ‘etw einen S. verleihen/geben’ iSv etw ein glaubhaftes, günstiges Ansehen geben, ‘nichts auf den S. tun iSv nichts um des bloßen äußeren Eindrucks willen tun [Bernardo:] Ist's nicht schlimm für eine [Frau] ..wenn sie da, wo ein junger Herr achttägigen Zeitvertreib bei ihr suchte, eine daurende Verbindung hofft, dem lügenhaften S. traut, und sich einbildet, eine Aussicht von ganzem Glück ihres Lebens vor sich zu haben? GWB38,95,20 ErwElm1 [die nächtliche Geliebte:] Der S. ist wider mich, sonst war ich blöde,|Stets gegen Männer setzt' ich mich zur Wehre.|Mich nennt die Stadt, mich nennt die Gegend spröde;|Nun aber weiß ich, wie das Herz sich kehre GWB52,347 Das Tagebuch 75 [Apotheker, im Hinblick auf Dorotheas angenehme Erscheinung:] Trüget doch öfter der S.! Ich mag dem Äußern nicht trauen;|Denn ich habe das Sprichwort so oft erprobet gefunden GWB50,237 HermDor VI 161 [mBez auf den Ludwigsritter, Goethes Straßburger Tischgenossen] Man glaubte vor einem rednerischen Sophisten zu stehen, der, zu Scherz und Übung, den seltsamsten Dingen einen S. zu verleihen weiß GWB27,264,2 DuW 9 GWBDjG35,201,18 RAnw [14.1.75] GWB11,98,1 Clav IV [Zit s v scheinen 2a] 10,109 Tasso 89 8,141,28 Götz2 V~39,153 Götz1 20,282,21 Wv II 7 als Grundkategorie des Lebens; in Berührung mit Bed A1a erschien das Licht der aufgehenden Sonne..der Alte..rief mit lauter Stimme: Drei sind die da herrschen auf Erden: die Weisheit, der S. und die Gewalt. Bei dem ersten Worte stand der goldne König auf, bei dem zweiten der silberne und bei dem dritten hatte sich der eherne langsam empor gehoben GWB18,266,5 Märchen im Übergang zu Bed B2b [Brief des Gehilfen] Da ich..weiß, wie wenig die gute Ottilie das zu äußern im Stande ist, was in ihr liegt..so war mir vor der öffentlichen Prüfung einigermaßen bange, um so mehr als überhaupt dabei keine Vorbereitung möglich ist, und auch, wenn es nach der gewöhnlichen Weise sein könnte, Ottilie auf den S. nicht vorzubereiten wäre GWB20,59,14 Wv I 5 GWB14,14 Faust I 181 GWB151,318 Faust II 11635 GWB1,283 Euphrosyne 68 GWB23,257,1 Lj VIII 8 ‘dämonischer S.’, mit Akzentuierung einer bestimmten Überhöhung [betr Goethes endgültigen Weggang von Frankfurt nach Weimar] mein kleines Leben..dem..seltsame Ereignisse, wenigstens mit einem dämonischen S. bekleidet, bevorstanden GWB29,177,21 DuW 20 b iSv Illusion, Täuschung; wiederholt ‘zum S.’; in der Mummenschanz des ‘Faust II’ zugl die Bed A1a assoziierend [Reineke:] ich kenne..die Bekappten [die Mönche] ; sie plärren und plappern|Immer zum S-e so fort, und suchen immer die Reichen;|Wissen den Leuten zu schmeicheln und gehn am liebsten zu Gaste GWB50,111 ReinF VIII 223 [Mephisto, auf die Anordnung des Heeres blickend:] Die Stellung, seh' ich, gut ist sie genommen;|Wir treten zu, dann ist der Sieg vollkommen. [Faust:] Was kann da zu erwarten sein?|Trug! Zauberblendwerk! Hohler S. GWB151,255 Faust II 10300 [Kaiser, mBez auf den Feuerzauber am Ende der ‘Mummenschanz’; vgl Vs 5920-6002] Selbstständig fühlt' ich meine Brust besiegelt,|Als ich mich dort im Feuerreich bespiegelt,|Das Element drang gräßlich auf mich los,|Es war nur S., allein der S. war groß GWB151,262 Faust II 10420 GWB4,114 Vs 83 Chin-dt Jahres- uTagesz X GWB10,336 NatT 1934 GWB47,196,5 Samml 8 Imaginanten [Zit s v Scheinmann] iSv Trug-, Phantasiebild; auch im Hendiadyoin ‘Lug und S.’, ‘Bild und S.’ od ‘Schatten und S-e’ [Dichter zu den Anekdotenjägern, über das Liebchen (Maria Ludovica)] Ihr erschrecket, wenn sie dasteht!|Ist sie fort, ihr kos't dem S-e GWB6,63 Div Geheimstes 12 [Mephisto zu den Raben:] Nun, schwarze Vettern..|Zum großen Bergsee! grüßt mir die Undinen|Und bittet sie um ihrer Fluthen S.|Durch Weiberkünste, schwer zu kennen,|Verstehen sie vom Sein den Schein zu trennen,|Und jeder schwört das sei das Sein GWB151,275 Faust II 10713 Die Urpflanze wird das wunderlichste Geschöpf von der Welt..Mit diesem Modell..kann man alsdann noch Pflanzen in's Unendliche erfinden..die..existiren könnten und nicht etwa mahlerische oder dichterische Schatten und S-e sind, sondern eine innerliche Wahrheit..haben GWB31,240,14 ItR~GWBB8,233,4 ChStein 9.6.87 GWB14,113 Faust I 2333 GWB50,334 Pand 811 in der Fügung ‘unter dem S. von etw’ iSv Vorwand, Deckmantel; auch mit dem Nebensinn Schutz Unter dem S. eines allgemeinen Festes lockt man [die Israeliten] Gold- und Silbergeschirre den Nachbarn [den Ägyptern] ab, und in dem Augenblick da der Ägypter den Israeliten mit harmlosen Gastmahlen beschäftigt glaubt, wird eine umgekehrte sicilianische Vesper unternommen GWB7,163,4 DivNot Israel iWüste GWB18,36,18 Aufgeregten II 2 GWB7,248,2 DivNot uö(selten)mBez auf die physiol Farben, für eine durch das menschliche Auge erzeugte schemenhafte farbliche Struktur; in Berührung mit Bed A1a wenn wir ihnen [den Farben] im Leben von einer Seite eben soviel Wirklichkeit zugestehen, als allem andern, das wir durch die Sinne gewahr werden; so bemerken wir sie doch gar oft als einen wesenlosen flüchtigen S., so daß wir sie unter die Zahl der Zufälligkeiten zu rechnen nicht abgeneigt sind GWBN52,11,5 Fl Plp ― im Exzerpt zu Gliederung, Struktur von Kants ‘Kritik der reinen Vernunft’: für den dem Subjektiven eigenen Anschein des Objektiven; einmal ‘transzendentaler S.’ Allgemeine Anmerkungen zur tr. Ästhetik. § 8..3) Anschauung, S., Erscheinung GWBN11,378 Plp [Kant] GWBN11,380 Plp [Kant] c mit der Qualität des (Künstlerisch-)Ästhetischen; in allg Betrachtung; insbes mit Akzentuierung der auf die Erschließung von Wesenszusammenhängen gerichteten, dabei auch ein bestimmtes Moment von Täuschung einschließenden Kunstsphäre; einmal in Auseinandersetzung mit der (aufklärerischen) Forderung der Wahrscheinlichkeit (literarisch-)künstlerischer Darstellungen, ihrer Wirkung als naturhaft-wahr3); auch in (pseudo)etymol Zshg; einmal prägnant ‘S. des Wahren’; vgl s v scheinbar’ 2e u scheinen 2a Der Nachahmer verdoppelt nur das Nachgeahmte ohne etwas hinzu zu thun..recht behaglich kann uns das Werk nicht machen, denn es fehlt ihm die Kunstwahrheit als schöner S. GWB47,195,5 Samml 8 Die höchste Aufgabe einer jeden Kunst ist, durch den S. die Täuschung einer höheren Wirklichkeit zu geben. Ein falsches Bestreben aber ist, den S. so lange zu verwirklichen, bis endlich nur ein gemeines Wirkliche übrig bleibt GWB28,65,11u12 DuW 11 [Anwalt des Künstlers:] Nicht wahr, wenn Sie in's Theater gehen, so erwarten Sie nicht, daß alles, was Sie drinnen sehen werden, wahr und wirklich sein soll? [Zuschauer:] Nein! ich verlange aber, daß mir wenigstens alles wahr und wirklich scheinen solle..[Anwalt:] ich..behaupte: Sie verlangen das keinesweges..Was werden Sie sagen, wenn ich Ihnen einwende, daß Ihnen alle theatralischen Darstellungen keinesweges wahr scheinen, daß sie vielmehr nur einen S. des Wahren haben?.. GWB47,258,24 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerke (Spricht Mephistopheles.)..Von Können kommt die Kunst, die Schönheit kommt vom S.|So wird erst nach und nach die Sprache festgerammelt GWB51,47 Etymologie 11 GWB47,339,8 Samml 8 Schema [Schiller/G] bei konkretem Bezug auf ein od mehrere bildkünstlerische Werke [unter RStädels Frankfurt-Bild geschrieben4)] An die Stelle des Genusses|Trete Bildchen holden [ milden Var] S-s,|Zu Erinnerung des Flusses,|Der Terrasse, dieses Hains GWB4,67 An die Stelle des Genusses 2 [Darstellung lebender Bilder] man wählte zuerst den Belisar nach van Dyk..Die Gestalten waren so passend, die Farben so glücklich ausgetheilt, die Beleuchtung so kunstreich, daß man fürwahr in einer andern Welt zu sein glaubte; nur daß die Gegenwart des Wirklichen statt des S-s eine Art von ängstlicher Empfindung hervorbrachte GWB20,253,26 Wv II 5 uö(selten) 3 Äußerlichkeit, Äußerliches; als Ausdruck des Gesellschaftlich-Konventionellen; auch ‘zu(m) S.’ iSv zur Wahrung der äußeren Form, zur äußeren Legitimation [Hermann, über seinen Vater:] dieser liebet den S. auch.|..Einige Zierde verlangt der gute Vater im Leben,|Wünschet äußere Zeichen der Liebe, so wie der Verehrung,|Und er würde vielleicht vom schlechteren Diener befriedigt,|Der dieß wüßte zu nutzen, und würde dem besseren gram sein GWB50,253 HermDor VIII 27 [Arkas, zu der von Iphigenie geplanten Weihehandlung:] Solch seltnen Fall soll auch der König wissen. [Iphigenie:] Sein Rath wie sein Befehl verändert nichts. [Arkas:] Oft wird der Mächtige zum S. gefragt GWB10,62 Iph2 1447 GWB341,161,15 KuARheinMain uö(selten) pejor: iSv Zurschaustellung, Renommisterei Herder..gewahrte bei'm ersten Besuch meine schöne [Bücher-] Sammlung, aber auch bald, daß ich mich derselben gar nicht bediente; deßwegen er, als der größte Feind alles S-s und aller Ostentation, bei Gelegenheit mich damit aufzuziehen pflegte GWB27,311,26 DuW 10 (insbes in der Kunst) iSv Oberflächlichkeit, auch: Effekthascherei, Unnatürlichkeit, Künstlichkeit; einmal ‘französischer S.’ Die große Oper war in Italien zu einer Zeit erfunden worden, als Perspectiv-Mahlerei und Maschinerie sich in einem hohen Grade ausgebildet hatten, die Musik aber noch weit zurückstand..Was aus dem Prunk entstanden ist, kann nicht zur Kunst zurückkehren, was sich vom S-e herschreibt, kann keine höhern Forderungen befriedigen GWB45,177,16 RamNeffeAnm GWB46,64,26 Winckelm iSv Bedeutungslosigkeit, Nichtigkeit Indessen schritt sein [Schillers] Geist gewaltig fort|In's Ewige des Wahren, Guten, Schönen,|Und hinter ihm, in wesenlosem S-e,|Lag, was uns alle bändigt, das Gemeine GWB16,166 EpilSchillersGlocke 3 4 iSv Pracht, Prunk, auch iSv Schönheit Die holde Braut [Marie-Louise vÖsterreich, Napoleons Braut] in lebensreichem S-e GWB16,328 DerKaiserin vFrkr 23 Mir will nicht die Welt gefallen,|Nicht der S., der Duft der Rose,|Nicht der Sang der Nachtigallen GWB6,213 Vs 7 DivSchenk [Faust, an die ‘Mütter’ gewandt:] Euer Haupt umschweben|Des Lebens Bilder, regsam, ohne Leben.|Was einmal war, in allem Glanz und S.,|Es regt sich dort; denn es will ewig sein GWB151,81 Faust II 6431 GWB151,249 Faust II 10145 GWBN8,22,12 VglAnatomie 4 mit pejor Einschlag (hinsichtlich des blendenden, trügerischen Charakters); wiederholt mBez auf das (barocke) höfische Leben; einmal im Ausruf; auch neben ‘Prunk’ „Sage mir was das für Pracht ist?|Äußre Größe, leerer S.! -”|O! zum Henker! Wo die Macht ist,|Ist doch auch das Recht zu sein GWB51,153 ZXenNachl IX 952 GWB10,325 NatT 1709 GWB27,82,17 DuW 7 C bildhaft: Anflug, Hauch, Spur; einmal ‘kaum den S. finden iSv so gut wie nichts finden [Wilhelm:] endlich kam mir ein S. von Hoffnung; mein Weniges [Geld] vermehrte sich zusehends GWB9,124,7 Geschw [der Schauspieler PAWolff bei einer Theateraufführung] wie war er sicher! wie war er fest! - Es war mir unmöglich, ihm nur den S. eines Verstoßes gegen die Regeln abzulisten, die ich ihm eingepflanzt hatte GWBGespr(FfA II 12,290,12) Eckermann 11.10.28 Sein Handwerk versteht er [der neue Großherzogliche Leibarzt CVogel] , und so wird alles gut gehn. Er hat keinen S. von Affectirtem, Anmaßlichem, Zurückhaltendem und so wird er bey uns bald zu Hause seyn GWBB41,75,2 Zelter 27.6.26 so war ihr [Ottilies] Sitzen, Aufstehen, Gehen, Kommen, Holen, Bringen, Wiederniedersitzen, ohne einen S. von Unruhe, ein ewiger Wechsel, die ewige angenehme Bewegung GWB20,69,11 Wv I 6 GWB10,224 Tasso 2930 GWB39,356,18 Iph1 II 2 GWBN4,360,25 FlH Taf 7 D (knappe) schriftliche Bescheinigung 1 (allg) für: Erlaubnis-, Legitimationsschein [briefliche Mitteilung Hersilies] kommt ein junger Tabuletkrämer mit Körbchen und Kästchen auf mich zu, er legitimirt sich bescheiden durch einen S. des Beamten, daß ihm erlaubt sei auf den Gütern zu hausiren GWB251,34,1 Wj II 10 GWBB41,150,12u20 JMJäger 12.9.26 K uö(selten) 2 für: Postschein Die..Radirungen sind auf die fahrende Post gegeben, und ich habe einen S. dagegen genommen, damit sie dießmal sicher zu Ihnen gelangen GWBB37,67,14 FStein 11.6.23 K 3 für: Ausleihschein für die Bibliothek, Bibliotheksschein; auch mBez auf eine entspr formlose Notiz; einmal ‘gedruckte S-e’ [betr die akademische Bibliothek in Jena] hat man Pappenfutterale fertigen laßen, worinn die S-e, nach dem Alphabet, zu beßerer Ordnung..eingesteckt werden GWBA(FfA I 27,810,26) Bericht Beilage 15.1.18 Fortsetzungen der englischen Journale, welche die akademische Bibliothek erhalten..sind solche wie andere Bücher gegen S-e zu verleihen..Man wünscht gedruckte S-e GWBA(FfA I 27,851,6u8) Protokoll 3.12.20 GWBB51,467 JMFärber 1.3.20 GWBA(Bojanowski 11) Ausleihvorschr Bibl Weim 26.2.98 GWBB34,69,14 Weller 6.1.21 4 für: Schuldschein [Fabrice zu Wilhelm:] Da liegen deine dreihundert Thaler!..Meinen S. gibst du mir gelegentlich wieder GWB9,122,20 Geschw [Carl August hatte Lavater ein Darlehen gewährt] Der S. ist gut. Von dieser Obliegenheit wird dich der Herzog nächstens auf eine..freundliche Art befreyen. Das Geld wirst du nun haben GWBB4,329,4 Lavater 3.11.80 GWBB3,21,5 Merck 22.1.76 uö(selten)‘S. vertagter Schuld’ GWB1,177 Ritter Kurts Brautfahrt 32 E im Zahlungsverkehr: Banknote (sd) Ich wünschte noch einige dergleichen [Glasbecher] zu besitzen, und lege daher vierzig Gulden S. bey GWBB34,157,21 Mattoni 9.3.21 K Zu schnellern Übersicht melde daß: 3 f [Gulden] S. gleich sind 21 gr. 3 [Pfennig] GWBB32,8,15 August 6.9.19 GWBAntizipations- GWBArchiv- GWBAugen- GWBAuslösungs- GWBBibliothekserlaubnis- GWBBibliotheks- GWBBrand- GWBDämmer- GWBDeklarations- GWBDoppel- GWBDurch- GWBEinlösungs- GWBEmpfang- GWBErlaubnis- GWBEr- GWBFackel- GWBFarben- GWBFeuer- GWBFlammen- GWBFrüh- GWBGedritt- GWBGegen- GWBGeleit- GWBGesechst- GWBGeviert- GWBGewähr- GWBGlüh- GWBGold- GWBHeiligen- GWBHimmels- GWBInsinuations- GWBInterims- GWBKasse- GWBKautions- GWBKerzen- GWBKur- GWBLampen- GWBLehn- GWBLicht- GWBLiefer- GWBMond- GWBMorgen- GWBMortifizierungs- GWBMut- GWBNebel- GWBNeben- GWBNord- GWBOriginal- GWBPfand- Polar- GWBPost- GWBPränumerations- GWBPurpur- GWBRück- GWBSchuld- GWBSeiten- GWBSicher- GWBSonnen- GWBSternen- GWBStrahlen- GWBTag- GWBTauf- GWBToten- GWBTrau- GWBVersicherungs- GWBVor- GWBWechsel- GWBWetterer- GWBWetter- GWBWider- GWBWieder- GWBWunder- GWBZauber- GWBZitter- GWBZwischen- Großmut-Sanftmut-S. Syn zu A1a GWBBlick GWBGeleuchte GWBGlanz GWBGlast GWBleuchten(das L.) GWBLichtschein GWBLichtschimmer GWBSchimmer zu A2 GWBHof zu A3 GWBAureole GWBGlorie GWBHeiligenschein GWBNimbus zu B1 u B2a GWBAnschein GWBAnsehen zu B1 GWBAnblick GWBAnsicht GWBAussehen GWBäußere(das Ä.) GWBErschein GWBErscheinung GWBGestalt zu B2a GWBEindruck GWBFärbung GWBGestalt zu B2b GWBBetrug GWBChimäre GWBIllusion GWBLüge GWBPhantom GWBTäuschung GWBTrug zu B4 GWBGepränge GWBPomp GWBPracht GWBPrunk zu C GWBSpur zu E GWBBanknote GWBBankpolizza GWBBankzettel GWBZettel 1) zum Zshg s LA II 5 B/2,1514ff 2) zu der Verbindung des sinnlichen Lichteindrucks mit einer ethischen Komponente in dem Gedicht s WKeller, Goethes dichterische Bildlichkeit (1972),265ff 3) s hierzu DEhrmann, Kunstwerk - „Naturwerk” - Anschauung. In: Methoden der Aufklärung. Hg SFörschler ua (2013),163-175 4) s die Abb in MA11.1.1,169 Michael SchilarM.S.
27416 Zeichen · 313 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    scheinadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    schein prät. s. schînen; adj. s. schœne.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    scheinsw. V., st. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    schein , sw. V., st. V. Vw.: s. schēn L.: Lü 323a (schein)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schein

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Der Schein , des -es, plur. inus. von dem Zeitworte scheinen. 1. Der Zustand des Scheinens, doch nur zuweilen in engerer…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schein

    Goethe-Wörterbuch

    Schein Kleinschr 18,468 . - Von gut 600 Belegen etwa die Hälfte in den literarischen u ästhetischen Schriften sowie ein …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schein , der Lichtglanz; das äußerliche Aussehen einer Sache; daher auch Täuschung. — S., kurzes schriftliches Zeugniß (…

  6. modern
    Dialekt
    Scheinm.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schein m. : 1. a. 'Lichtausstrahlung', Scheiⁿ , Schoi (n) , Schein [verbr. (zur Verbr. s. Wein ), Christmann Kaulb 16 Ma…

  7. Sprichwörter
    Schein

    Wander (Sprichwörter)

    Schein 1. Der Schein betrügt, der Spiegel lügt. – Simrock, 8912; Körte, 5272; Braun, I, 3818; Parömiakon, 2049. Lat. : F…

  8. Spezial
    Schein, äußererm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Schein , m , äußerer вид , м , внешний

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schein

494 Bildungen · 384 Erstglied · 90 Zweitglied · 20 Ableitungen

Ableitung von schein 2 Analysen

sche + -in

schein leitet sich vom Lemma sche ab mit Suffix -in.

Alternativen: sch+-e+-in

Zerlegung von schein 2 Komponenten

sch+ein

schein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schein‑ als Erstglied (30 von 384)

Schein'erteilung

DRW

Schein'erteilung, f. Ausfertigung und Aushändigung einer Bescheinigung [leybding für predicanten weiber:] söliche ... scheinerteillung eintz…

scheinach

DWB

schei·nach

scheinach , n. falsa et simulata tristitia, suspiria fraudulenta, luctus fictus. Stieler 7 .

scheinadel

DWB

schei·nadel

scheinadel , m. ficta nobilitas, falsi imaginum tituli Stieler 20 . auch übertragen: der scheinadel seiner gesinnungen. Campe.

scheinagel

DWB

schei·nagel

scheinagel , m. ein hölzerner nagel, welchen man, wenn ein schiff vom stapfel laufen soll, in das unten beim kiel gebohrte loch schlägt, wod…

Scheinangriff

Meyers

schein·angriff

Scheinangriff , kräftiger, aber nicht Entscheidung suchender Angriff an einer Stelle des Schlachtfeldes, auf die die Aufmerksamkeit des Gegn…

scheinart

DWB

schein·art

scheinart , f. unterart, die nur scheinbar eine eigene art ist, subspecies. Nemnich.

scheinauferstehung

DWB

schein·auferstehung

scheinauferstehung , f. : so dürfte es sich wahrhaftig fast noch eher denken lassen, dasz die ganze auferstehungsgeschichte Jesu von seinen …

scheinausdruck

DWB

schein·ausdruck

scheinausdruck , m. : wie sehr sind mir jetzt alle diese scheinausdrücke, leere gespenster einer scholastischen phantasie, zuwider! Herder z…

scheinbar

DWB

schein·bar

scheinbar , adj. glänzend, klar, offenbar, sichtbar, anscheinend: scheynbar, vast heiter, gwüssz, illustris, perspicuus, manifestus, conspic…

Scheinbarbedeutende

GWB

Scheinbarbedeutende neutr zu ‘scheinbar’ 2b Was die höheren Kunstansichten betrifft; so entspringen sie, wie fast bey allen Künstlern, aus d…

Scheinbare Größe

Meyers

scheinbar·e·groesse

Scheinbare Größe ( scheinbarer Durchmesser ) eines Himmelskörpers, der Winkel, den zwei vom Auge nach den beiden Enden eines Durchmessers de…

scheinbarig

DRW

schein·barig

scheinbarig, adj. offenkundig, handhaft en bezzert er sich ovh so nit von schinbergin schvldin, werde er von deme clostre verworfin 1. Hälft…

scheinbarkeit

DWB

scheinbar·keit

scheinbarkeit , f. splendor, claritas, perspicuitas, speciositas, den verschiedenen bedeutungen von scheinbar entsprechend. ahd. dafür scînb…

scheinbarlich

DWB

scheinbar·lich

scheinbarlich , adj. , dasselbe wie scheinbar, besonders häufig in adverbialer function. ahd. noch nicht bezeugt, mhd. schînbærlich was in d…

Scheinbarlichkeit

DRW

scheinbarlich·keit

Scheinbarlichkeit, f. I Offenkundigkeit, Beweiskraft in welker dinge tuchnisse, vestinge unde vulkommener schyneberlicheit hebben wy unse se…

scheinbart

DWB

schein·bart

scheinbart , m. maske, entstellt aus schembart ( s. das. ): welche waren vermummet je mit scheinpärten und frembdem gwant. H. Sachs 2, 2, 86…

Scheinbartat

DRW

scheinbar·tat

Scheinbartat, f. regressiv assimiliert auch: Schimmertat offen begangene, sichtbare, handhafte Straftat bdv.: Scheintat vgl. Handhaft, Schei…

Scheinbau

GWB

schein·bau

Scheinbau für ein nur in der zeichnerischen Darstellung vollendetes Bauwerk; mBez auf SBoisserées Tafeln zum Kölner Dom Möge der beykommende…

schein als Zweitglied (30 von 90)

Anschein

RDWB1

Anschein m allem ~ nach fest. - по всей видимости, по всем меркам идиом. , по всему, судя по всему, очевидно, явно, наверное устар.

Augenschein

RDWB1

Augenschein m in Augenschein nehmen idiom. - (самостоятельно) изучать, исследовать, внимательно рассматривать

Gewerbeschein

RDWB1

Gewerbeschein m лицензия на исполнение самостоятельной трудовой деятельности в сфере ремёсел или искусства

Gutschein

RDWB1

Gutschein m сертификат (или талон), приобретаемый в магазине, ресторане, театре и т.д., который можно отоварить или реализовать позднее или …

Persilschein

RDWB1

Persilschein m j-m einen Persilschein ausstellen idiom. - дать карт-бланш идиом. ; дать зелёную улицу идиом. ; кому-л. все карты в руки идио…

Vorschein

RDWB1

Vorschein m zum ~ kommen fest. показывать(ся), проявлять(ся), обнаруживать(ся), видно seine Neugier kommt hier deutlich zum ~ - он явственно…

Wohnberechtigungsschein

RDWB1

Wohnberechtigungsschein m справка, удостоверяющая, что предъявитель имеет право на социальное жилье

Abkehrschein

Campe

abkehr·schein

≠ Der Abkehrschein , des — es, Mz. die — e, oder der Abkehrzettel, des — s, d. Mz. w. d. Ez., der Abschied oder Schein, den ein aus der Arbe…

Ablaßschein

DRW

ablaß·schein

Ablaßschein Entlassungsschein für den abziehenden Bauern Gutzeit,Livl. I 11 [ohne Beleg] Faksimile

Abreitschein

DRW

Abreitschein zu 2abreiten "Das einem austretenden Arbeiter von seinem Dienstherrn ausgestellte Zeugnis über die richtig gepflogene Abrechnun…

Abzugsschein

DRW

abzug·s·schein

Abzugsschein Bescheinigung für einen zu einer anderen Gemeinde übergehenden Bauern 1834 Gutzeit,Livl. I 24 Faksimile

Adjudikationsschein

DRW

adjudikation·s·schein

Adjudikationsschein ew. herzgl. durchl. wollen aus dem ... beiliegenden adjudikationsschein gnädigst ersehen, wie ich das freigut zu Oberros…

Amtsschein

DRW

amts·schein

Amtsschein amtliche Bescheinigung 1613 Regensburg/JbKunsthistKaiserh. 15 (1894) p. 39 1618 Suttinger,Consuet. 13 Faksimile 1801 Gesenius,Mei…

Annehmungschein

DRW

annehmung·schein

Annehmungschein Urkunde über die Anerkennung als Zunft haben ... dieser zunft darüber einen annehmungsschein außgegeben 1665 HammStR. 109 Fa…

anschein

DWB

anschein , m. species, apparentia bei Tertullian, ἐπιφάνεια , franz. apparence, nnl. aanschijn: es ist aller anschein dazu da; es hat vielen…

Aprillschein

Adelung

aprill·schein

Der Aprillschein , des -es, plur. car. in den Kalendern, der Neumond, welcher in den Aprill fällt.

Aufbruchschein

DRW

aufbruch·schein

Aufbruchschein schriftlicher Antrag zur Geldaufnahme bei einer Bank mit amtlichem Verzeichnis der Pfänder, Schuldkopie 1793 SchweizId. VIII …

augenschein

DWB

augen·schein

augenschein , m. conspectus, res praesens, αὐτοψία , nnl. oogenschijn, ein mhd. ougenschîn kaum aufzuweisen; auch Luther braucht das wort ni…

Auskündschein

DRW

Auskündschein Zeugnis über das Aufgebot eines Brautpaares Schmeller² I 1264 Faksimile

Außenschein

Adelung

aussen·schein

Der Außenschein , des -es, plur. inusit. der äußere Schein, doch mehr im gemeinen Leben, als in der edlern Schreibart. Nach dem Außenscheine…

beichtschein

DWB

beicht·schein

beichtschein , m. zeugnis des priesters, dasz man zur beichte und zum abendmal gegangen ist.

Ableitungen von schein (20 von 20)

Beschein

RhWBN

Be-schein -īn ebd. m.: ein Hausweber, der für eine Firma im festen Auftrag arbeitet, aber vorübergehend von ihr keinen Auftrag erhalten kann…

bescheine

BMZ

bescheine swv. lasse sehen, gebe zu erkennen, zeige. 1. ohne bezeichnung der person. a. daʒ bescheinter wol Iw. 201. vgl. Parz. 409, 20. Tri…

bescheinen

DWB

bescheinen , monstrare, sehen lassen, zeigen, bewähren, ahd. pisceinan, pisceinta ( Graff 6, 509 ), mnd. beschênen. Ssp. 2, 42; mhd. beschei…

bescheinlich

DWB

bescheinlich , manifestus: mit bescheinlicher unwarheit. Melanchthon im corp. doctr. chr. vorr. A 4 ; also das klar bescheinlich nichts ande…

bescheinung

DWB

bescheinung , f. probatio, firmatio: mit bescheinung und beweislichem zeugnis. Schweinichen 1, 24 .

entscheinen

DWB

entscheinen , entleuchten, entglänzen: sie stammen auch von eines engels schimmer, ich aber bin dem blicke selbst entschienen ( sagt der ede…

erschein

DWB

erschein , m. visa species, phänomen, erscheinung: wenn von dem stillen wasserspiegelplan ein nebel hebt den flachen teppich an, der mond, d…

erscheine

BMZ

erscheine swv. 1. mache strahlen. ahd. arsceinan hat auch die bedeutung frangere Graff 6,509. H. zeitschr. 10,372, woraus sich ergibt, dass …

erscheinen

DWB

erscheinen , n. was erscheinung, nur mit stärkerer abstraction.

erscheinlich

DWB

erscheinlich oder aussprechenlich, emicate, emicante, i. e. splendide. voc. 1482 h 1 b .

erscheinung

DWB

erscheinung , f. , ein heute viel gebrauchtes wort, 1 1) sichtbarwerdung, mit der idee des lichtes, glanzes im hintergrund, göttliche, geist…

geschein

DWB

geschein , n. wie der schein, am Rhein der am weinstock hervorbrechende ( erscheinende ) traubenkamm mit seinen blütenknospen, meist im plur…

gescheine

Lexer

ge-scheine stf. BMZ anschein, äusseres bild. wollusteg von gescheine Elis. 3159. in aller der gescheine, alse ob 9251.

scheine

Lexer

scheine stf. BMZ Frl. 303,12. verlesen für schëme? vgl. gescheine.

unschein

DWB

unschein , m. , verdunkelung, gs. v. schein 1/2, vermindering van glans, luister, schynzel Kramer-Moerbeek 369 a : was vor ein röpel ... mac…

unscheinlich

DWB

unscheinlich , adj. adv. , gth. v. scheinlich. mnl. onscijnlijc. durch unscheinbar stark zurückgedrängt. gth. v. scheinlich 1: u. zonder gla…

urschein

DWB

urschein , m.; mhd. urschîn, -schîm (ur- C 4 c): kurz, was ist poesie? poesie! des scheinenden u. Baggesen 3, 156 . mit schein 11: ohne sich…

Verschein

RhWB

Ver-schein: Mangel an Sonnenlicht; de Bleəker (Beete) häbbe vüəl V. dor di Böm Kemp .

verscheinen

DWB

verscheinen , verb. aufhören zu scheinen, mhd. verschînen, mnd. vorschînen. das wort zusammengesetzt mit schînen, scheinen. ver hat verneine…

verscheinung

DWB

verscheinung , f. verlauf, beendigung, nur von der zeit gesagt. mhd. verschînunge, mnd. vorschînunge. Schiller-Lübben 5, 435 führt einen bel…