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schliff

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schliff m.

Bd. 15, Sp. 711
schliff, m. das schleifen, geschliffener zustand, politur. mhd. slif ausgleiten, abgeschliffenheit Lexer handwb. 2, 976. daneben slipf das ausgleiten, der fall 982. eine ableitung zu schleifen, vgl. daselbst. auch in neueren mundarten, s. Hunziker 223. Schm. 2, 510. Schöpf 620. Hügel 139a. Kehrein 1, 352. Albrecht 202b. dem nd. ist das wort fremd. 11) das schleifen, handlung des schleifens. 1@aa) intransitiv, so mhd., das ausgleiten: vonme sliffe er nider kam. Reinhart Fuchs 809 in der ursprünglichen fassung (die umarbeitung: von dem slipfe). 1@bb) transitiv, das schleifen eines messers u. s. w., auch der einzelne ansatz beim schleifen: einen schliff thun Campe, schliff, der, exacutio, ipse nimirum acuendi actus. der erste schliff, exacutio rudis et aspera. der andere, sive zweyte schliff, exacutio posterior vel politio, qua prolixatur acies ferramenti Stieler 1809; es wird der edelstein veredelt unter'm schliffe. Rückert (1882) 1, 47. mhd. auch vom abschleifen der kleidung, abnutzung durch den gebrauch: linde was er (der scharlach) an dem griffe und gar von dem sliffe sîn varwe gescheiden. Heinr. v. Türlin crone 6840. 22) das geschliffensein, geschliffener zustand. 2@aa) eigentlich von messern, klingen, edelsteinen, glas u. s. w.: das messer, die schnalle hat einen schönen schliff. Campe; granit vom feinsten schliffe u. ähnl.; wohl weisz ich, dasz man steine pflegt zu schleifen .. doch hin und wieder mag auch einer reifen, der, um zu glänzen, kann des schliffs entbehren. Rückert (1882) 3, 156; ich gab deiner (des schwertes) klingen den blanken schliff. Lenau neue ged. 269; ein schwert, ein langes, breites, ein schwert von scharfem schliff, ein schwert, wie nie ein zweites durch zitternde lüfte pfiff. Strachwitz ged. 105 Hendel; so auch der schliff des bergkrystalles für 'ein glas aus geschliffenem bergkrystall': im hellen schliff des bergkristalles wie lieblich blinkt der goldne wein. Rückert (1882) 6, 316. 2@bb) jetzt meist übertragen von feiner bildung, namentlich feinen umgangsformen: der N. braucht no' an tüchdig'n schliff, ihm fehlt die moderne weltbildung. Hügel 139a; sie trug noch den ungebrochenen aberglauben vergangener zeiten an sich ohne verfeinerung und schliff. Keller 1, 62. 33) was geschliffen ist. 3@aa) schliff, locus lubricus, in quo quis facile labi potest, ein veraltetes wort. Frisch 2, 199b. Scherz-Oberlin 1417 (vgl. schlipfe), beide aus folgender stelle: wir faren uff unfalles schlyff, die wAellen schlagent bers schyff. Brant narrenschiff 108, 118. 3@bb) bair. eine scharf geschliffene spitze, schneide, im feuerbuch von 1591, s. Schm. 2, 510. ferner facette (geschliffene kante oder seitenfläche) von gläsern und juwelen, sowie der an der geschliffenen schneide beim schleifen entstandene faden. ebenda. 44) abfall beim schleifen; was sich beim gebrauch vom schleifstein abwetzt. Schm. 2, 510; die ganz kleinen, durch den schleifstein abgestoszenen metalltheilchen. Karmarsch-Heeren3 7, 700; der sandige satz, der sich beim schleifen von messern in dem unter dem schleifsteine angebrachten wasserkasten sammelt. Hügel 139a; lapsile sliff Dief. gloss. 318c. nov. gloss. 228b; lapsila vel lapsidium ebenda. so auch slif, schuuarz Wiesbad. gloss. 128, s. zeitschr. für d. alterth. 6, 323, vgl. s. 328, 128: nimb dann ein schüssel voll schliffs, wie man bey den schleiffsteinen findt. Seuter roszarzn. 5. daher auch schliff zur bezeichnung von etwas geringem (?): der schlimmeste cuion talenta poscit annua, weicht nit ein schliff darvon. Mezler odaeum 242. 55, 5@aa) schliff etiam dicitur radius massae incoctae, die streife am telken brot, alias die wasserstreife, quasi dicas: vibex aquosa Stieler 1809; nicht ausgebackene, speckige stelle im brode oder kuchen. Albrecht 202b. Jecht 95b; vgl. schlief, schliefig: im hausbacken lauffen auch manche verbotene stücklein vor 1. muthwillig das gut desz nechsten mit zu heiszen backofen verschieben und einsetzen, schliff, verbrandt etc. verderben u. s. w. Ahasver Fritsch opifex peccans (Nürnb. 1685) 78; wird der nasse teig in den ofen geschoben, ehe die gährung ihn genug gelockert hat, so preszt die last des brodes einen teil der krume so stark gegen die untere krume, dasz daselbst sich keine luftblasen entwickeln, sondern mit hülfe des herabgesickerten wassers eine grünlich-graue feste schicht 'der schliff' entsteht. Reclam buch d. vernünftigen lebensweise (1863) 98. vgl. auch schliffer, schliffig. 5@bb) daher sprichwörtlich schliff backen, unglück, miszerfolg haben, bei einem unternehmen scheitern, wie auch engl. my cake is dough, s. Albrecht. Jecht a. a. o. Borchardt sprichwörtl. redensarten 1041. 5@cc) hennebergisch auch als adj., nicht ausgebacken, vom brode; eine sache geht schliff, fällt schlecht aus Spiesz 216. 66) mundartlich auch für 'list, kniff', wie sonst schlich, so tirolisch Schöpf 620, nassauisch Kehrein 1, 352. 77) tirolisch für die eule, auch schlf, also wol zu schlafen Schöpf 622.
5004 Zeichen · 115 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchliffDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Der Schliff , — es, Mz . u. 1) Das Schleifen, oder bestimmter, ein einzelner Ansatz beim Schleifen. Einen Schliff thun…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schliff

    Goethe-Wörterbuch

    Schliff kunstvolle Bearbeitung der Oberfläche eines Steins durch Schleifen hat er [ Mineraliensammler EdeDrée ] alles wa…

  3. modern
    Dialekt
    Schliff

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Schliff Band 9, Spalte 157 Schliff (I) 9,157

  4. Spezial
    Schliff

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schliff m. (-[e]s,-e) 1 (Schärfen) aguzada (-des) f. 2 (Schärfe) tai m. 3 (Glätten) limada (-des) f. 4 (Schlifffläche) s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schliff

42 Bildungen · 36 Erstglied · 3 Zweitglied · 3 Ableitungen

schliff‑ als Erstglied (30 von 36)

Schliff II

Idiotikon

Schliff II Band 9, Spalte 621 Schliff II 9,621

schliffern

SHW

schliff-ern Band 5, Spalte 439-440

schliffbalken

DWB

schliff·balken

schliffbalken , m.? : man soll ihm den rechten daumen abschlagen, und was in seinem haus war, unter dem schliffbalken, soll des forstmeister…

schliffel

DWB

schliffel , m. , s. schlüffel .

schliffen

DWB

schliffen , verb. , nebenform zu schlipfen, vgl. das.: labi .. hinschlupffen, var. -schliffen Dief. gl. 314 a ; geschliffet, präs. ich schli…

schliffer

DWB

schliffer , m. 1) schlesische nebenform zu schlîefer, vgl. daselbst; schliffer (der), dachsschliffer (ein dachshund), canis brevioribus pedi…

Schliffer1

PfWB

Schliffer 1 m. : ' altes, zusammengebasteltes Fahrrad ', Schliffeʳ [ Braun Lääsebuuch 197]. Rhein. VII 1341 and. Bed.

Schliffer2

PfWB

Schliffer 2 'Splitter' s. Schliefer u. die Zs. Scherenschliffer .

schlifferen

ElsWB

schliff·eren

schliffere n [lifərə Steinbr. Felleri. NBreis. Bf. ; liwərə Altw. ] 1. Schlittschuh laufen Felleri. 2. auf dem Eis gleiten. s. auch schlim…

schlifferig

DWB

schliffe·rig

schlifferig , adj. schlüpfrig, besonders schweizerisches wort. 1 1) von wegen, schlüpfrig, glatt, besonders von einem lehmigen wege, der vom…

Schliffer II

RhWB

Schliffer II -if-, –e- Sg. u. Pl. u. -ər(ən) Rhfrk, Mosfrk; Rip -īf u. -if-, –e- ; Nfrk -īp-, –i- m.: einer, der wetzt, schleift I, bes. der…

Schliffer III

ElsWB

Schliffer III [ʿSlìfər Rothb. Lobs. ; ʿSlìwər Altw. Wh. ] m. Splitter. s dut nix we h er, a l s wenn e ine m e Schliwwer ünger de n Nauw e l…

schliffern

DWB

schliff·ern

schliffern , adj. glatt, geschmeidig, geläufig?: doch höre ich sie ( die weiber ) schon wiederum schnadern .. das fitschen und fötschen lauf…

Schliffeⁿ

Idiotikon

Schliffeⁿ Band 9, Spalte 622 Schliffeⁿ 9,622

schliffig

DWB

schliffig , adj. 1) glatt, schlüpfrig Schm. 2, 510 ; behende Stalder 2, 329. 2 ) ungar, speckig, mit wasserstreifen, vom brode, so thüringis…

schliffig I

RhWB

schliffig I = glasig, von Kartoffeln, teigig, vom Brot s. schleifig bei schleifen I;

schliffig II

RhWB

schliffig II = schlau s. o. bei Schliffer II.

Schliff II

RhWB

Schliff II Bed. 1 a nur südl. der Benr .-L. -if-, –e- [im Geb. tiefster Senkung des i in Eif, Westerw -a-, –ǫ-, –ę-, –-, –ø- ]; Bed. 1 b NB…

Schliffisele

ElsWB

schliff·isele

Schliffisele [‘Slifísələ Pfetterhsn. Hüss. ] n. Schlittschuhe. — Schweiz. 1, 545.

Schliffmühl

ElsWB

Schliffmü h l f. eig. Schleifmühle. Von einem, der eine scharfe, spitze Zunge hat, sagt man: Er is t ze Schnërsche ( Schnersheim im Landkr. …

schliff als Zweitglied (3 von 3)

Abschliff

Idiotikon

Abschliff Band 9, Spalte 158 Abschliff 9,158

G(e)schliff

Idiotikon

G(e)schliff Band 9, Spalte 158 G(e)schliff 9,158

Stei(n)schliff

Idiotikon

Stei(n)schliff Band 9, Spalte 158 Stei(n)schliff 9,158

Ableitungen von schliff (3 von 3)

geschliff

DWB

geschliff , n. öde bergmasse ohne erzgehalt, schlamm oder koth, so durch das wasser von den wänden zu boden gesenkt wird, gschlüf Schm. 2 2,…

geschliffen

DWB

geschliffen , part. adj. zu schleifen, s. d. und hobeln 3. 1 1) durch das schleifen verziert: ( wein ) in geschliffener flasche. Göthe 40, 2…

Schliff(e

ElsWB

Schliff(e , Schliff ete [ʿSlifi Olti. Roppenzw. ; ʿSlifə Hi. Mü. ; ʿSlif Su. Logelnh. Co. M. Katzent. Dü. Mark. Eckirch ; Nbf. ʿSlifətə Mü. …