Schauspieler über 500 Belege (professioneller) Darsteller, Mime, Komödiant, der (auf der Bühne) eine bestimmte Rolle verkörpert; je einmal übertr auf den Papst sowie pl für Figuren im Puppentheater Das Glück der Bühne beruhte [in der zweiten Hälfe des 18.Jhs] mehr auf der Persönlichkeit der S. als auf dem Werthe der Stücke.. GWB28,192,7 DuW 13 [Wilhelm:] Es ist ein unerhörtes Vorurtheil..daß die Menschen einen Stand schänden, den sie um so vieler Ursachen zu ehren hätten. Wenn der Prediger, der die Worte Gottes verkündiget, darum billig der Hochwürdigste im Staat ist, so kann man den S. gewiß ehrwürdig preisen, der uns die Stimme der Natur an's Herz legt, der mit Fröhlichkeit, Ernst und Schmerz wechselnde Anfälle auf die harte Brust der Menschen wagt, um..den göttlichen Klang der Verwandtschaft und Liebe unter einander hervorzulocken GWB51,50,20 ThS I 15 Seine Bestimmung zum Theater war ihm [Wilhelm] nunmehr klar..und in selbstgefälliger Bescheidenheit erblickte er in sich den trefflichen S., den Schöpfer eines künftigen National-Theaters, nach dem er so vielfältig hatte seufzen hören GWB21,46,27 Lj I 9~GWB51,69,26 ThS I 18 [aus Rom] Vom Theater und den kirchlichen Cerimonien bin ich gleich übel erbaut, die S. geben sich viel Mühe um Freude, die Pfaffen um Andacht zu erregen..beyde Künste sind in ein seelenloses Gepränge ausgeartet. Auf alle Fälle ist der Papst der beste S. der hier seine Person producirt GWBB8,170,25 u 171,2 CarlAug 3.2.87 Daß das geschriebne Exemplar eines Stücks nur ein todter Buchstabe sey, welchen der S. mit Lust und Liebe bey der Aufführung beleben soll, weiß ich recht wohl..Indessen ist das Extemporiren bey allen regelmäßigen Theatern höchst verboten und verpönt, weil freylich nicht von jedem S. ..jederzeit die Gränze empfunden wird, wie weit man auf diesem Wege gehen könne GWBB51,213 Voigt dJ 17.3.[07] K GWBB23,199,18 Zelter 12.12.12 GWB36,80,3u7 TuJ 1813 GWBB48,110,18 Zelter 3.2.31 GWB21,87,22u28 Lj I 15 [ Komödianten GWB51,60,4 ThS I 16] 21,27,8 Lj I 6 [ Acteurs GWB51,24,11 ThS I 8] uö(sehr häufig) mit Akzentuierung bestimmter professioneller Anforderungen, Fähigkeiten, charakteristischer Verhaltensweisen u dgl; auch in krit Bewertung [Wilhelm zur Theatergesellschaft:] Es ist nicht genug..daß der S. ein Stück nur so obenhin ansehe, dasselbe nach dem ersten Eindruck beurtheile..Der S. ..soll von dem Stücke und von den Ursachen seines Lobes und Tadels Rechenschaft geben können: und wie will er das, wenn er nicht in den Sinn seines Autors..in die Absichten desselben einzudringen versteht? GWB22,25,6u12 Lj IV 3 Er [Theaterdirektor Serlo] liebte die Musik sehr, und behauptete, daß ein S. ohne diese Liebe niemals zu einem deutlichen Begriff und Gefühl seiner eigenen Kunst gelangen könne..der S. [müsse] sich auch seine prosaische Rolle gleichsam im Sinne componiren, daß er sie..in gehöriger Abwechselung nach Tact und Maß behandle GWB22,77,6u11 Lj IV 14 Nun sind S. so gut wie Dichter und Leser in dem Falle, nach Shakespeare hinzublicken und durch ein Bemühen nach dem Unerreichbaren ihre eignen..Fähigkeiten aufzuschließen GWB40,180,1 Üb:Tieck,DramaturgBll Das französische Theater wird in seinen komischen, heiteren, socialen Productionen immer unerreicht bleiben, sowohl was die Anlage, als die Ausführung betrifft..indessen man sich bey uns vergebens abmüdet. Unsere S. wissen nichts mehr von Kunst, vom Handwerk haben sie gar keinen Begriff; alles beruht noch auf dieser und jener Individualität GWBB48,228,1 Zelter 9.6.31 [aus Leipzig; Goethe beklagt die Disziplinlosigkeit der Schauspieler] Eine Wiener Dame sagte sehr treffend: die S. thäten auch nicht im geringsten als wenn Zuschauer gegenwärtig wären. Bey der Recitation und Declamation der meisten bemerkt man nicht die geringste Absicht verstanden zu werden. Des Rückenwendens, nach dem Grunde Sprechens ist kein Ende..bis sie bey bedeutenden Stellen gleich in die übertriebenste Manier fallen GWBB15,62,25 Schiller 4.[5.]00 GWB22,175,10 Lj V 6 GWB22,180,23 u 181,22 Lj V 7 GWB40,70,26 DramatPreisaufg [G/Schiller] GWBGespr(FfA II 12,592,29u35) Eckermann 1.4.27 GWB28,369,14 DuW Schema uö vielfach in unmittelbarem Zshg mit Goethes eigener Tätigkeit als Leiter des Weimarer Hoftheaters, namentlich in den zur systematischen Anleitung u Ausbildung konzipierten ‘Regeln für Schauspieler’ sowie rückblickend in den Gesprächen mit Eckermann Unter den Grundsätzen, welche man bei dem hiesigen Theater immer vor Augen gehabt, ist einer der vornehmsten: der S. müsse seine Persönlichkeit verläugnen und dergestalt umbilden lernen, daß es von ihm abhange, in gewissen Rollen seine Individualität unkenntlich zu machen..[Unter dem Einfluß Ifflands] haben mehrere unserer S. ..glückliche Versuche gemacht, sich eine Vielseitigkeit zu geben, welche einem dramatischen Künstler immer zur Ehre gereicht GWB40,74,6u20 WeimHoftheat Die Kunst des S-s besteht in Sprache und Körperbewegung..das Erste und Nothwendigste für den sich bildenden S. [ist] , daß er sich von allen Fehlern des Dialekts befreie und eine vollständige reine Aussprache zu erlangen suche. Kein Provincialismus taugt auf die Bühne!.. GWB40,139,3u14 Regeln fSchausp [G/Eckerm] Zunächst bedenke der S., daß er nicht allein die Natur nachahmen, sondern sie auch idealisch vorstellen solle, und er also in seiner Darstellung das Wahre mit dem Schönen zu vereinigen habe GWB40,153,19 Regeln fSchausp [G/Eckerm] [über die Zeit als Theaterleiter] Ich sah..auf gute Stücke..Alles Krankhafte, Schwache, Weinerliche und Sentimentale..war ein- für allemal ausgeschlossen; ich hätte gefürchtet, S. und Publikum damit zu verderben. Durch die guten Stücke aber hob ich die S. ..Auch war ich mit den S-n in beständiger persönlicher Berührung. Ich leitete die Leseproben und machte Jedem seine Rolle deutlich..Dadurch brachte ich sie in ihrer Kunst weiter. - Aber ich suchte auch den ganzen Stand..zu heben, indem ich die Besten und Hoffnungsvollsten in meine Kreise zog..Hierdurch geschah..daß S. und Schauspielerinnen in die besten Zirkel bald einen ehrenvollen Zutritt gewannen GWBGespr (FfA II 12,545,15u16u20u33) Eckermann 22.3.25 [Goethe beklagt das verhaltene Interesse an seinen eigenen Stücken in Weimar] Das Publikum findet sie langweilig. Sehr begreiflich! Die S. sind nicht geübt, die Stücke zu spielen, und das Publikum ist nicht geübt, sie zu hören. Würden die S. durch öftere Wiederholung sich in ihre Rollen so hineinspielen, daß die Darstellung ein Leben gewönne..so würde das Publikum sicher auch nicht..ohne Empfindung bleiben GWBGespr(FfA II 12,553,8u10) Eckermann 27.3.25 GWB35,148,27 TuJ 1803 GWB40,426,16u23u30 u 427,1u13 u 428,3u9 Regeln fSchausp GWBGespr(He2,985) Leonhard [Okt 14] GWBGespr(He2,464) SSchultze nach Falk [20.?]7.09 uö(häufig, bes in Briefen u amtl Schriften) gelegentl mit näherer Spezifikation: ‘singender S.’ für Opernsänger bzw allgemeiner für einen Darsteller, der auch Gesangspartien übernehmen kann; ‘rezitierender S.’ bezogen auf den Einsatz im Sprechtheater; ‘komischer S.’ für den Darsteller komischer Rollen Ich habe wieder ein Singspiel angefangen, das aber leider auch nicht für München ist. Mache mir doch einmal eine Beschreibung der singenden S. und ihrer Fähigkeiten GWBB7,155,3 Knebel 30.12.[85] Mimische Talente werden immer geboren, und zu unserer Zeit haben sie eine viel leichtere..Entwickelung: die Musik hält ihre Schüler zusammen, sie dürfen aus Ton und Maaß nicht weichen. Der recitirende S. dagegen muß durch Übung..zu einer gewissen Einheit seiner selbst gelangen und sich ohne Wissen und eigentliches Wollen..hervorbilden GWBB43,50,1 Zelter 6.9.27 bei..extemporirten Stücken..wo alles auf den Humor und das Talent der komischen S. ankam GWB28,192,10 DuW 13 GWB35,20,15 TuJ 1792 GWB36,58,4 TuJ 1810 uö(selten) → GWBHof- GWBMit- Syn GWBAkteur GWBDarsteller GWBDramatist GWBKomödiant GWBMime GWBMimiker Nikolaus LohseN.L.