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grimm

ae. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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20 in 13 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

grimm

grimm

Grimm m. ‘Wut, heftiger Zorn’, auch (seit Ende 18. Jh.) ‘unterdrückter Zorn’, mhd. grim, mnd. grim(me) ‘Wut, Grimm, Wildheit’; vgl. ahd. zano gigrim ‘Zähneknirschen’ (um 800) sowie das zunächst vorherrschende, im Frühnhd. abkommende ahd. grimmī(n) ‘Grausamkeit, Wut, Wildheit, Strenge’ (8. Jh.), mhd. grimme ‘Wut, Wildheit’, feminines Abstraktum zum Adjektiv ahd. grim(mi) (s. unten), aus dem wohl ebenfalls, vielleicht über Fügungen wie mhd. der grimme muot, das jüngere Maskulinum durch Substantivierung hervorgeht (möglich wäre auch Entstehung aus flektierten Formen des Femininums, z. B. ahd. mit grimme). – grimm Adj. ‘wütend, wild, schrecklich’, in der Dichtung bis ins 18./19. Jh. noch lebendig, ahd. grim, grimmi (Adv. grimmo) ‘grausam, wild, streng’ (8. Jh.), mhd. grim(me) ‘zornig, unfreundlich, wild, schmerzlich’, asächs. grim ‘feindlich, böse, schmerzlich, schlimm’, mnd. grim(me) ‘zähneknirschend, wütend, zornig’, mnl. aengl. engl. grim, anord. grimmr ‘grimmig, wild, grausam, schrecklich’, dän. grim ‘häßlich, übel’. Hiervon abgeleitet ist die im gegenwärtigen Nhd. allein übliche Suffixbildung grimmig Adj. ‘von Grimm erfüllt, heftig, stark’, ahd. grimmīg ‘grausam, grimmig’ (11. Jh.), mhd. grimmec, grimmic ‘zornig, schrecklich, wild, schmerzlich’, asächs. grimmag, nl. grimmig ‘grimmig, wütend’. Diese Adjektive stehen zu den bei gram (s. d.) genannten Wortformen im Ablautverhältnis und stimmen überein mit dem Präsensstamm des nur noch im älteren Nhd. gebräuchlichen Grimmen Vb. ‘mit den Zähnen knirschen, brüllen, murren’ (im 18./19. Jh. gelegentlich es grimmt jmdn. ‘es versetzt jmdn. in Zorn’, wohl durch Vermischung mit grimmen ‘Schmerzen verursachen, kneipen’, s. Grimmen), ahd. (8. Jh.), asächs. grimman ‘wüten, toben’, mhd. grimmen ‘wüten, brüllen, zürnen’, mnd. grimmen ‘knirschen, brüllen, murren, zürnen’, aengl. grimman ‘rasen, wüten’. Das ursprünglich starke Verb grimmen tritt vom 14. Jh. an in die schwache Flexion über; diese findet sich auch bei dem im Nhd. geläufigeren ergrimmen Vb. ‘zornig werden’ (unpersönlich mit Akkusativ ‘jmdn. zornig machen’), mhd. ergrimmen (13. Jh.). Die Gruppe, zu der auch die verhältnismäßig spät in der Literatursprache nachzuweisenden, aber vermutlich älteren Nominalbildungen Ingrimm m. ‘mühsam unterdrückter Zorn, Groll, Erbitterung’ (18. Jh.) und ingrimmig Adj. ‘erbittert, zornig’ (Ende 18. Jh., vorher ingrimmisch, 17. Jh.), beide zusammengesetzt mit in (s. d.), gehören, schließt sich wie awest. granta- ‘ergrimmt’, griech. chrómē, chrómos (χρόμη, χρόμος) ‘krachender Laut, Gewieher’, aslaw. grьměti ‘donnern’, russ. gremét’ (греметь) ‘donnern, klirren, dröhnen’, aslaw. gromъ, russ. grom (гром) ‘Donner’ (s. Pogrom), lit. gramė́ti ‘mit Gepolter fallen’, grumė́ti ‘dumpf dröhnen’ an ie. *ghrem- ‘laut und dumpf tönen, donnern, grollen, zornig sein’ an.

2828 Zeichen · 92 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    grimmAdj.

    Köbler Ae. Wörterbuch

    grimm , Adj. nhd. grimmig, wild, schrecklich, grausam ÜG.: lat. acerbus, asper Gl, dirus Gl, saevus Vw.: s. heoru-, wæl-…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    grimm

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    grimmidaAWB f. ō-St., nur in Gl. 2,50,62 (frühes 9. Jh.): ‚Gewaltherrschaft; tyrannis‘ (mhd. grimmede; aisl. grimd). Dea…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grimm

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    † Grimm , adj. et adv. welches im Hochdeutschen veraltet ist, im Oberdeutschen aber noch für grimmig, wüthend, grausam g…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grimm

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    grimm von 13 Belegen 12 im literar Werk 1 grimmig, schrecklich a zornig, wütend, böse, in Reminiszenz an die alte Bed de…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grimm

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Grimm , Wilh. Karl, des Vorigen Bruder, geb. 1786, studierte ebenfalls die Rechte, theilte dessen Schicksal in Göttingen…

  6. modern
    Dialekt
    grimm

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    grimm Band 2, Spalte 733 grimm 2,733

  7. Sprichwörter
    Grimm

    Wander (Sprichwörter)

    Grimm 1. Grimm vnd eilenberg machen nichts guts. – Henisch, 835, 11. 2. Grosser grimm bringet schaden. – Henisch, 1745, …

  8. Spezial
    Grimm

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Grimm m. (-[e]s) sënn m. , moca f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grimm

203 Bildungen · 191 Erstglied · 5 Zweitglied · 7 Ableitungen

grimm‑ als Erstglied (30 von 191)

grimm* 6

KöblerAfries

grimm* 6 , Adj. nhd. grimm, grimmig, schlimm ne. grim (Adj.) Vw.: s. -lik Hw.: vgl. an. grimmr, ae. grimm, as. grim, ahd. grim (1) Q.: E, R,…

grimmeln

SHW

grimm-eln Band 2, Spalte 1465-1466

grimman

AWB

grim·man

grimman st. v. , mhd. nhd. grimmen; as. grimman, mnd. mnl. grimmen; ae. grimman. — Graff IV,608 s. v. krimman. crimmit ( Pa K ), chrimmit ( …

grimmast

KöblerAn

grim·mast

grimmast , sw. V. nhd. zornig werden Hw.: s. grimmr, gramr, grimd E.: germ. *gremmjan, sw. V., rasen, wüten, toben; s. idg. *gʰrem- (2), V.,…

grimmbärtig

DWB

grimm·baertig

grimmbärtig , adj. : doch fuhr er seinem neffen nicht grimmbärtig in das angesicht Immermann 13, 95 Hempel; auf den ecksteinen lauern, zusam…

grimmbart

DWB

grimm·bart

grimmbart , m. , alter grimmiger oder mürrischer kerl: von Venus reuterdienst kan grimmbart nit mehr wissen Rachel satyr. ged. 79 neudr.; sc…

grimmbebend

DWB

grimmbebend , adj. : so freveltrotzige, so grimbewende, so zornblinde eiserne wort Harsdörfer frauenz. gesprechsp. 3, 320 ; solche zusammenr…

grimmbrummen

DWB

grimm·brummen

grimmbrummen , vb. : sie murmeln allzumal, grimmbrummen, sind erhitzt Andr. Scultetus bei Lessing 11, 195 M. —

grimmchen

DWB

grimm·chen

grimmchen , n. , demin. zu 2 grimm: die stecknadelnatur des weiblichen zornes stach überall hervor, und das dünne spitze grimmchen war gar z…

grimmdarm

DWB

grimm·darm

grimmdarm , m. , colon, theil des dickdarms; so benannt als vermeintlicher sitz des grimmens; schon bei Dief. 133 b grimmendarm colon; grimm…

Grimmdarmsband

Campe

grimmdarm·s·band

Das Grimmdarmsband , des — es, Mz. die — bänder , in der Zergliederungskunst, eine unpaßliche Benennung der länglichen Fasern der Fleischhau…

Grimmdarmsgekröse

Campe

grimmdarm·s·gekroese

Das Grimmdarmsgekröse , des — s , d. Mz . w. d. Ez. in der Zergliederungskunst, ein Name der Fortsetzung der Bauchhaut (Mesocolon ), welche …

Grimmdarmsklappe

Campe

grimmdarm·s·klappe

Die Grimmdarmsklappe , Mz. die — n , in der Zergliederungskunst, eine Klappe, welche durch den Eintritt des Krummdarmes in den Grimmdarm ent…

Grimmdarmsschlagader

Campe

grimmdarm·s·schlagader

Die Grimmdarmsschlagader , Mz. die — n , in der Zergliederungskunst, die Benennung der Schlagadern für den Grimmdarm. Man unterscheidet die …

Grimmdarmszelle

Campe

grimmdarm·s·zelle

Die Grimmdarmszelle , Mz die — n , in der Zergliederungskunst, die Zellen welche durch die nach innen hervorragenden C förmigen Falten, welc…

grimme

FWB

1. ›Zorn, Wüten, Toben; Grausamkeit‹.; 2. ›schrecklicher, grausamer Griff, Gewalt‹.

grimm als Zweitglied (5 von 5)

heorogrimm

KöblerAe

heorogrimm , Adj. Vw.: s. heorugrimm

heorugrimm

KöblerAe

heorugrimm , Adj. nhd. „schwertgrimmig“, wild, grimmig E.: s. heoru, grimm L.: Hall/Meritt 179b, Lehnert 111a

isegrimm

DWB

ise·grimm

isegrimm , isengrimm , m. der name des wolfes in der thierfabel, als bauernname verwendet, vgl. Eisengrein th. 3, 370; bei Steinbach 1, 643 …

Ráchgrimm

Adelung

rach·grimm

Der Ráchgrimm , des -es, plur. car. eine mit Grimm verbundene Rachgier. Daher rachgrimmig, Rachgrimm empfindend, darin gegründet.

wælgrimm

KöblerAe

wælgrimm , Adj. nhd. wild, gewalttätig, grausam, blutig E.: s. wæl, grimm L.: Hall/Meritt 393a

Ableitungen von grimm (7 von 7)

begrimmen

DWB

begrimmen , atrociter corripere, reprehendere, nnl. begrimmen: mit widerlegen, bedingen, begrimmen, bemüht und brüstet mancher sich. Göthe 4…

entgrimmen

DWB

entgrimmen , incendi ira, vgl. ergrimmen : doch unser geist entgrimmt. Gryphius 1, 13 .

ergrimmen

DWB

ergrimmen , in form und bedeutung schwankend, 1 1) das alte intransitivum rugire, ferocire, fremere, incendi ira, irasci war noch starkformi…

ergrimmung

DWB

ergrimmung , f. iracundia, exacerbatio: niemals nahm dieser in einer ergrimmung vorstellungen an. J. P. Hesp. 3, 147; seine heutige ergrimmu…

grimme

DWB

grimme , f. , die älteste, im ahd. fast allein bezeugte (grimmî, grimmîn Graff 4, 324 f. ) und im mhd. vorherrschende substantivbildung zum …

vergrimmen

DWB

vergrimmen , verb. ergrimmen: da in ( den raben ) aber der hirt also vergrimmet ersach, lief er hinzu, fieng in. Steinhöwel Esop (1569) 75 a…