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schippe

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
15 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schippe f.

Bd. 15, Sp. 206
schippe, f. spaten, schaufel (s.schüppe). es ist eine md. und nd. form (hochd. schipfe Neidhart 8, 30 var., für Salzungen bezeugt Hertel Salzunger wb. 40 die aussprache schepfe), doch auch auf hochd. gebiete weit verbreitet. mnd. schuppe Schiller-Lübben 4, 152a, schuppe brem. wb. 4, 715, schüppe Schambach 187b. ten Doornkaat Koolman 3, 161b, schippe Vilmar 350, schüppe Weinhold 88a, schippe Bernd 254. die schippen Schm. 2, 438. schüppe, et schippe, die, pala, rutrum Stieler 1780. schippe (die, pro schaufel, spatel) pala Steinbach 2, 419, schippe, schuppe Frisch 2, 184b: nimm schippe und spaten auf deine schulter. Musäus volksm. 2, 88 Hempel; den nähme ich noch nicht auf die schippe, ausdruck der äuszersten verachtung. Vilmar 315. jemandem die schippe geben, ihn ablaufen lassen, ihm den abschied geben, ihn fortjagen: so will ich kommen und die bauern aufhetzen, dasz sie ihm (dem schulmeister) knall und fall die schippe geben. Lessing 3, 409; die schüppe bekommen, repulsam pati, rejici, repudiari. Stieler 1780. diese redensarten scheinen sich auf eine alte vorrichtung, mit der verbrecher gewisser art, besonders wenn sie aus dem ort verwiesen werden sollten, geschnellt wurden, eine wippe, zu beziehen. in Wien war die bäckerschupfe ein noch 1773 angewandtes instrument, mit dem betrügerische bäcker ins wasser getaucht wurden. Weinhold schles. wb. 88a, vergl. Grimm rechtsalterth. 726. mnd. schuppestôl Schiller-Lübben 4, 152b (hier ist aus dem Straszburger stadtrecht angeführt: quicunque etiam vina injuste mensuraverit, de scupha cadet in merdam, deutsch: den sol man schupfen). up'n schüppe staule sitten, von unsicherer lage, aus der man leicht herausgeworfen werden kann. Schambach 187b: wer auf der schüppe steht, stürzt leichtlich kopf und hals. Lohenstein Ibrah. Bassa 1, 478. er steht auf der schippe, in praecipiti est, stat in extremo Steinbach 2, 419. schippe ist auch der hirtenstecken mit schaufelförmigem ende. Schm. 2, 437. Birlinger 395b. schippe verzogenes maul (nach der gestalt der vorgeschobenen unterlippe). Liesenberg 194. Albrecht 200b. pique im franz. kartenspiel wird seiner gestalt nach als schippe (gewöhnlich schippen, plur. bezeichnet) Frisch 2, 184b. Schambach 187b; ik spl in schüppen. ten Doornkaat Koolman 3, 162a. schuppenbuur (pique - bube) zur bezeichnung eines ungesitteten groben menschen. brem. wb. 4, 716.
2416 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schippesw. M., sw. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    schippe , sw. M., sw. F. Vw.: s. schipfe

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schippe

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Die Schippe , plur. die -n, ein eigentlich Niederdeutsches Wort, welches mit dem Hochdeutschen Schaufel gleichbedeutend …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schippe

    Goethe-Wörterbuch

    Schippe Schaufel, Spaten Komm her, meine liebe Rippe,|Sey tausendmal willkomm!—|Adam, nimm du die S.|Und grab die Erde u…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schippe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schippe , s. Schaufel .

  5. modern
    Dialekt
    Schippe

    Pfälzisches Wb.

    Schippe (u. Zs.) s. Schüppe .

  6. Sprichwörter
    Schippe

    Wander (Sprichwörter)

    Schippe 1. A hôt's of d'r Scheppe. – Peter, 449. Es geht zu Ende mit ihm oder seinem Geschäft. (S. Kleien 22.) 2. Die Sc…

  7. Spezial
    Schippe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schip|pe f. (-,-n) 1 badí (badis) m. 2 para (pares) f. , parota (-tes) f. ▬ jdn. auf die Schippe nehmen ‹fig› tó valgügn…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schippe

65 Bildungen · 65 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

schippe‑ als Erstglied (30 von 65)

Schippekapp

LothWB

schippe·kapp

Schippe-kapp f. Mütze mit Schirm. Falk. — 4. Schulterstück vom Schwein od. Rind Lix. — 5. Mundverzerrung, zum Weinen verzogenes Gesicht: d’ …

Schippekinich

LothWB

Schippekinich a) Schippenkönig im Kartenspiel; b) mürrischer Mensch mit herunterhängenden Lippen: er macht e Gesicht wie e Sch.-k. Ri. Ha. —…

schippeln

DWB

schipp·eln

schippeln , verb. , iterativbildung zum folgenden, bohnen im spiel in ein loch werfen, so schlesisch, ferner in Nordböhmen ( Frommann 2, 237…

schippeln I

RhWB

schippeln I = rollen lassen s. schibbeln.

schippeln II

RhWB

schippeln II -ip- RRip in MülhRh-BGladb schw.: etwas sch. u. zersch., in kleine Stücke schneiden, z. B. Bohnen.

schippen1

MeckWB

schippen 1 , auch in hd. Lautform -ffschiffen: schippen Mi 76 a ; mit goden Wind schippen Wo. Sa. ; auch bildl. von schnellem Gehen: Hey. Pu…

schippen2

MeckWB

schippen 2 a. Spr. s. scheppen .

Schippenbeil

Meyers

schippen·beil

Schippenbeil , Stadt im preuß. Regbez. Königsberg, Kreis Friedland, an der Mündung der Guber in die Alle, hat eine evang. Kirche, ein Amtsge…

Schippenhauer

DRW

schippen·hauer

Schippenhauer, m. Hersteller von Schaufeln die schuͤppenhower, rademacher, sieber vnd alle ander ... sollen [wenn sie Waldbrand verursachen]…

schippen I

RhWB

schippen I -i-, –e- = schaufeln, Rasen abschälen, den Klicker schnellen s. schüppen bei Schüppe.

schippen II

RhWB

schippen II -ib- Siegld schw.: formen.

schippen III

RhWB

schippen III -ip-, im Ablaut zu schuppen RRip in Bo-Beuel schw.: Klicker von oben herab in eine Kaule werfen, stucken (s. d.).

schippen IV

RhWB

schippen IV -øp- vereinzelt WMosfrk in Trier-Mehring schw.: wenn einem Vogel das Nest zerstört oder ausgeplündert wird, dass er kein anderes…

schippen V

RhWB

schippen V (ob Uml. zu schuppen?) vereinzelt Rhfrk in Wend-OKirchen schw.: Hafer sch., mähen mit dem Reff; etwas in die Höhe heben u. dann a…

Schipperball

MeckWB

schipper·ball

Schipperball m. Tanzfest der Schiffer während ihres Heimataufenthalts im Winter ( Ro AHag ; Warn) Wo. Seem. 2, 77. Me. 4, 363.