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kauz

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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17 in 16 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Kauz

Bd. 2, Sp. 1232
Kauz 1. Das ist ein närrischer Kauz, der nüchtern auf Einem Bein hüpft. Lat.: Nemo saltat sobrius, nisi forte insanit. (Cicero.) (Philippi, II, 16.) 2. Wer nit kauzen (Habicht) hat, der muss mit eulen beyssen. – Franck, II, 103b, 114a u. 124b; Eyering, III, 408; Petri, II, 741; Gruter, I, 74 u. 81; Henisch, 832, 5; Eiselein, 365; Simrock, 5345. Frz.: Il faut faire la manche selon le bras. It.: Se non puoi portar la seta, porta la lana. Lat.: Mola salsa litant, qui thura non habent. – Ut quimus, ajunt, quando ut volumus non licet. (Terenz.) (Seybold, 660.) 3. Da sitzt der Kauz. »Da sitzt der Kautz zu Rom mit seinem Gaukelsack und locket alle Welt zu sich.« (Luther's Werke, VIII, 339.) 4. Den Kautzen streichen. – Franck, II, 11b; Sutor, 925. Fuchsschwänzen, schmeicheln. (S. Eiter 2 und Hengst 26.) Eine im 15. bis 17. Jahrhundert sehr gebrauchte, aber schwer zu erklärende Redensart. Die niederdeutsche Uebersetzung des Narrenschiff versteht unter Kauzen bestimmt den Vogel: »De de Kutzken afte ulen (Eulen) striken kan.« Auch Murner denkt an den Vogel selbst, dem man die Federn viel mehr gegen den Strich streicht. Es ist also eigentlich entweder vom Streicheln des Kauzes gesagt, den sich ein Gönner zum Vogelfang hielt und den ein Schmarotzer liebkost, um sich bei jenem einzuschmeicheln, oder gleich vom Vogler selbst, der seinen Kauz streichelt, liebkosend, begütigend. So versteht man auch die gleichbedeutende Redensart: Den falben Hengst streichen, wol am besten ursprünglich vom Reiter; die Blume streichen, d.i. die Stirn des Rosses mit weissem Fleck (s. Blume 53), den Falken streichen, vom Falkner. (Vgl. Grimm, V, 369.) »Mancher durch liegen wirt ein Herr, wenn er den Kautzen streichen kann vnd mit dem falben Hengst vmbgahn.« (Brandt, Narrenschiff, in Kloster, I, 751.) 5. Einem reichen Kauz den Stein schneiden. Bei ihm diebischerweise einbrechen und ihm sein Haus bestehlen; so sagt Grimmelshausen (Vogelnest, II): »Dass sie die morgige Nacht einem reichen Kautz einfahren und den Stein schneiden.« 6. Er ist ein Kauz und Brummel, so fein versteht er den Rummel. 7. Es ist ein guter (gelehrter, närrischer, rechter) Kauz. 8. Es ist ihm nicht gut den Kauzen streichen. – Eiselein, 365. Lat.: Cui male si palpere, recalcitrat undique tutus. (Eiselein, 365.) 9. Es muss auch solche Käuze geben. – Faust; Büchmann, 49; Reinsberg IV, 720. 10. Es wird ein gelehrter Kautz werden, wenn er under die Stossvögel kompt. – Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 269; Simrock, 5546a; Körte, 3334. 11. Käuze nach Athen tragen. – Goethe, 44, 212.
2587 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Kauz

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    1. Der Kauz , des -es, plur. die -e, ein nur in den niedrigen Sprecharten übliches Wort, wo man einen reichen Mann, eine…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kauz

    Goethe-Wörterbuch

    Kauz selten -tz; pl auch ‘Kauze’ GWB 4,123 1 (kleine) Nachteule, nur in mythol Zshg a als Unglücks- od Totenvogel (in de…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kauz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Kauz , s. Herder Eule .

  4. modern
    Dialekt
    Kauz

    Schweizerisches Idiotikon · +6 Parallelbelege

    Kauz Band 3, Spalte 595 Kauz 3,595

  5. Sprichwörter
    Kauz

    Wander (Sprichwörter)

    Kauz 1. Das ist ein närrischer Kauz, der nüchtern auf Einem Bein hüpft. Lat. : Nemo saltat sobrius, nisi forte insanit. …

  6. Spezial
    Kauz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kauz (Strix aluco) m. (-es, Käuze) 1 ‹ornit› (Waldkauz) ciuita (-tes) f. 2 ‹fig› (Sonderling) porsona originala f. , ele…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kauz

80 Bildungen · 35 Erstglied · 44 Zweitglied · 1 Ableitungen

kauz‑ als Erstglied (30 von 35)

Kauzähne

PfWB

kau·zaehne

Kau-zähne Pl. : ' Backenzähne '. 's Fille (Fohlen) hot schun seiⁿ Kauzähⁿ [ LU-Alsh BZ-Dernb ].

Kauzahn

Campe

kauz·ahn

Der Kauzahn , des — es, Mz. die — zähne , ein Zahn, welcher zum Kauen dient.

kauzech

LothWB

kauz·ech

kauzech adj. Si. mürrisch, launenhaft. s. Kauz 2. — ElsWB els. 1, 487 kutzig; vgl. lux. 216 Kauzechkät Launenhaftigkeit.

Kauzekopp

LothWB

kauz·e·kopp

Kauze-kopp [-kòp fast allg.; –kàp D. Si. ] m. 1. Kaulquappe ( Froschlarve). — 2. dicker Schuhnagel (wegen der Ähnlichkeit mit einer Kaulquap…

kauzeln

RhWB

kauz·eln

kauzeln -outs- Aden-Engeln Kaltenborn ; -øy- Ahrw-Brohl schw.: sich k., sich purzeln, kugeln, überschlagen; ech gen dir ein op et Uhr, dat d…

kauzen

DWB

kau·zen

kauzen , mit mehrern bedeutungen verschiednen ursprungs. 1 1) kauzen, auch sich kauzen, kauern. Stieler 936 , Adelung, es ist z. b. thür., s…

Kauzenbock

RhWB

kauzen·bock

Kauzen-bock kǫutsdərbok šę·i.wən Saarbg-Beurig m.: Purzelbaum schlagen.

Kauz(en)eule

RhWB

kauzen·eule

Kauz(en)-eule kūtsy·l.kə Erk ; -y·l. Geilk-Honsd ; kut- Heinsb-Millen ; kūts- Neuw-Erpel ; kūətsøyəl Gummb-Harschd f.: Waldkauz.

Kauz(en)kazen

RhWB

Kauz(en)-kazen kūtsəkātsə Rees .: K. duhn Sausp.

Kauzenköpp

LothWB

Kauzenköpp Spottname der Einwohner von Filsdorf ( Kr. Bolchen), weil sich in dem schmutzigen Bach, der durch den Ort fließt, massenhaft Kaul…

Kauz(en)kopf

RhWB

kauzen·kopf

Kauz(en)-kopf kǫutsəkǫp (s. S.) [im Monophtonggeb. von Saarbr kutsə-, gutsə- ; Ottw-Neunk kǫtsə- ; Pl. -kęp ; Bitb-Mettend keitsə- ] Birkf ,…

kauzenspiel

DWB

kauzen·spiel

kauzenspiel , n. falsches spiel, scheinheiliges treiben, bei Fischart : der pfaffen kauzenspiel wo nicht reinlich doch scheinlich. bienenk. …

kauzenstreichen

DWB

kauzen·streichen

kauzenstreichen , n. schmeichelei, lobhudeln: wen du einen menschen wilt loben, so ligt es fast an der meinung, wann es sünd oder nitt sünd …

kauzenstreicher

DWB

kauzen·streicher

kauzenstreicher , m. schmeichler, s. DWB kauz 3: lobnarren oder kutzenstreicher. Keisersb. narrensch. 196 a ; also geschicht allen schmeichl…

Kauzert

RhWB

kauz·ert

Kauzert kautsərt, –ǫu-, –ou-, Pl. -də(n) Kreuzn-Hahnenb , Saarbr-Quierschd Überhf , Ottw-Landsw Schiffw , Trier-Thörnich , Bitb-Rittersd , B…

Kauzeug

RhWB

kau·zeug

Kau-zeug -tȳχ Erk-Elmpt n.: gummiartiges Zuckerzeug.

Kauzherr

RhWB

kauz·herr

Kauz-herr kūtshEr Gummb-Berghsn m.: Besitzer oder Pächter eines Steinbruches.

kauzhut

DWB

kauz·hut

kauzhut , m. hut von fell, filzhut o. ä.: caliendrum, kutzhuot, est indumentum capitis pilosum, conservans naturalem calorem. voc. 1478 26 a…

kauzig

DWB

kau·zig

kauzig , adj. 1 1) zu kauzen 1, kauzicht gekauert. Stieler 936 . 2 2) schwäb. kauzig, kränklich, verdrieszlich, traurig. Schmid 307 , vgl. k…

Kauz II

RhWB

Kauz II -ts, Pl. -tsə(n) m.: 1. a. Waldkauz, u. zwar kauts, –ǫu-, –ou-, Demin. kaitsχə(n), –ęi-, –ei- Rhfrk, Mosfrk bis zur L. ou/û, dann -ū…

kauz als Zweitglied (30 von 44)

Baumkauz

Herder

baum·kauz

Baumkauz , Nachteule, Waldeule (Strix Aluco) , zur Ordnung der Raubvögel gehörend, Abtheilung Nachtraubvögel. Diese Eule ist von ziemlicher …

Dickkauz

RhWB

dick·kauz

Dick-kauz dikūts, Pl. -kȳtsə  Gummb , Wippf , Remschd m.: Kaulquappe.

Dreckkauz

PfWB

dreck·kauz

Dreck-kauz m. : Schimpfw. Kümmer dich um dei Quetsche un loß anner Leit in Ruh, du Dreckgautz! [ Schuler Baurekerb 13]; vgl. PfWB Drecksack …

Eulenkauz

RhWB

eulen·kauz

Eulen-kauz RhWBN ę·i.ləkeitsχə Trier bis Kobl , May n.: 1. Kauz [ yləkūts Mettm-Cronenbg ]. En Gesicht wie en E. — 2. Mädchen mit schwarzem …

geldkauz

DWB

geld·kauz

geldkauz , m. kauz, lockvogel, um geld einzufangen: die lieben heiligen zu geltkutzen auf setzen. Luther an den adel J ij a ; sie ( die mess…

holderkauz

DWB

holder·kauz

holderkauz , m. : in einem flecken, Tornauw genannt, ein meil vom läger, kompt ein hakenschütz mit seiner geselschaft desz morgens ein holde…

kinderkauz

DWB

kinder·kauz

kinderkauz , m. bei J. Paul : von närrischen kinderkäuzen. 38, 61. vgl. kindernarre.

Möhrenkauz

RhWB

moehre·n·kauz

Möhren-kauz -ū- m.: 1. Täuberich (man deutet sein Girren mit M. ) Bergh-Hüchelhv . — 2. Eule Bo-Walberbg .

Mollkauz

RhWB

moll·kauz

Moll-kauz mǫ·l.ts- Trier-Mettnich m.: Gründling, der Fisch .

nachtkauz

DWB

nacht·kauz

nachtkauz , m. : nachtkäuze nennt man alle eulen mit groszem rundem kopfe ohne federohren, aber einer auszergewöhnlich groszen ohröffnung ..…

Nestkauz

RhWB

nest·kauz

Nest-kauz nesdəkuts Siegld-Netphet Wilnsd Wilgersd m.: -katsch.

ohrkauz

DWB

ohr·kauz

ohrkauz , m. die ohreule Dief.-Wülcker 789 ( vom j. 1629). Aler 1499 b , ohrenkauz Stalder 2, 250 . Brehm thierl. 3, 615 .

predigtkauz

DWB

predigt·kauz

predigtkauz , m. : darumb ist sich zu wundern, das licentiat Eisengrein .. ein gantz predigt wider einen predigkauzen hat dörfen lassen ausz…

Raufußkauz

LDWB2

Rau|fuß|kauz (Aegolius funereus) m. (-es, ...käuze) ‹ornit› ciuita dal gran ce f.

schleierkauz

DWB

schleier·kauz

schleierkauz , m. schleiereule, strix flammea. Naumann naturgesch. d. vögel Deutschlands 1, 483 .

schnarchkauz

DWB

schnarch·kauz

schnarchkauz , m. , der schleier-kautz, die schleiereule, strix flammea. Naumann vögel Deutschlands 1, 483 .

Ableitungen von kauz (1 von 1)

verkauzen

RhWB

ver-kauzen: fərkutst zurückgeblieben im Wachstum Siegld-Afholderb .