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Kauz

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
17 in 16 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Kauz m.

Kauz m.

Kauz m., frühnhd. Kutz(e), Kautz(e) (vereinzelt auch f.), mnd. kūtz. Der nur im Dt. vorkommende und hier seit dem 15. Jh. nachgewiesene, aber wahrscheinlich ältere (vgl. Kuiz, Kūze als Beiname einer Person, Anfang 14. Jh. in Hessen) Vogelname ist für kleinere, keine Federohren aufweisende Eulen unterschiedlicher Gattungen gebräuchlich, namentlich für den nach abergläubischen Vorstellungen als Todesverkünder geltenden Steinkautz (frühnhd. steinkutz, -kutze, -keutz, 15. Jh.), der auch einfach Käuzlein, Käuzchen (frühnhd. kützlin, keutzlin, 15. Jh., mnd. kǖtzken) genannt wird, und für den Waldkauz (16. Jh.). Benennungsmotiv ist wohl (wie bei Eule, Uhu, s. d.) der im Dunkeln allein wahrzunehmende Schrei, daher scheint Vergleich mit mhd. verkiuten ‘eine Absage erteilen’, kiuten n. ‘Geplauder’ (s. auch Köter), isl. kýta ‘streiten, sich zanken’, aengl. cȳta ‘Milan, Rohrdommel’ möglich; wie diese germ. Bildungen (ebenfalls mit dentalem Formans) stellt sich Kauz dann zu der unter kaum (s. d.) angeführten Wortgruppe der schallnachahmenden Wurzel ie. *gō̌u-, *gū- ‘rufen, schreien’. Im 16. Jh. wird die (schon für den oben erwähnten Beinamen vorauszusetzende?) metaphorische Verwendung von Kauz im Sinne von ‘wunderlicher Mensch, Sonderling’ üblich, die an die zurückgezogene Lebensweise und das bei Tage unbeholfene Gebaren des Vogels anknüpft; hierzu jetzt kauzig Adj. ‘wunderlich, schrullig’, zuvor auf das Obd. beschränkt ‘verdrießlich, unwillig’ (schweiz. chützig bereits 18. Jh.) und ‘mit struppigen Haaren’ (19. Jh.). Diese letzte Bedeutung ist vielleicht mit dem in verschiedenen Gegenden anzutreffenden Kauz ‘Haarknoten, aufgesteckter Zopf’, vermutlich einer weiteren Übertragung des Vogelnamens, zu verbinden.
1724 Zeichen · 44 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Kauz

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    2. Der Kauz , des -es, plur. die -e, oder des -en, plur. die -en, Diminut. das Käuzchen, Oberd. Käuzlein, die kleinste A…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kauz

    Goethe-Wörterbuch

    Kauz selten -tz; pl auch ‘Kauze’ 4,123 1 (kleine) Nachteule, nur in mythol Zshg a als Unglücks- od Totenvogel (in der Wa…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kauz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Kauz , s. Eule .

  4. modern
    Dialekt
    Kauz

    Schweizerisches Idiotikon · +6 Parallelbelege

    Kauz Band 3, Spalte 595 Kauz 3,595

  5. Sprichwörter
    Kauz

    Wander (Sprichwörter)

    Kauz 1. Das ist ein närrischer Kauz, der nüchtern auf Einem Bein hüpft. Lat. : Nemo saltat sobrius, nisi forte insanit. …

  6. Spezial
    Kauz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kauz (Strix aluco) m. (-es, Käuze) 1 ‹ornit› (Waldkauz) ciuita (-tes) f. 2 ‹fig› (Sonderling) porsona originala f. , ele…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kauz

37 Bildungen · 35 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

kauz‑ als Erstglied (30 von 35)

Kauzähne

PfWB

kau·zaehne

Kau-zähne Pl. : ' Backenzähne '. 's Fille (Fohlen) hot schun seiⁿ Kauzähⁿ [ LU-Alsh BZ-Dernb ].

Kauzahn

Campe

kauz·ahn

Der Kauzahn , des — es, Mz. die — zähne , ein Zahn, welcher zum Kauen dient.

kauzech

LothWB

kauz·ech

kauzech adj. Si. mürrisch, launenhaft. s. Kauz 2. — els. 1, 487 kutzig; vgl. lux. 216 Kauzechkät Launenhaftigkeit.

Kauzekopp

LothWB

kauz·e·kopp

Kauze-kopp [-kòp fast allg.; –kàp D. Si. ] m. 1. Kaulquappe ( Froschlarve). — 2. dicker Schuhnagel (wegen der Ähnlichkeit mit einer Kaulquap…

kauzeln

RhWB

kauz·eln

kauzeln -outs- Aden-Engeln Kaltenborn ; -øy- Ahrw-Brohl schw.: sich k., sich purzeln, kugeln, überschlagen; ech gen dir ein op et Uhr, dat d…

kauzen

DWB

kau·zen

kauzen , mit mehrern bedeutungen verschiednen ursprungs. 1 1) kauzen, auch sich kauzen, kauern. Stieler 936 , Adelung, es ist z. b. thür., s…

Kauzenbock

RhWB

kauzen·bock

Kauzen-bock kǫutsdərbok šę·i.wən Saarbg-Beurig m.: Purzelbaum schlagen.

Kauz(en)eule

RhWB

kauzen·eule

Kauz(en)-eule kūtsy·l.kə Erk ; -y·l. Geilk-Honsd ; kut- Heinsb-Millen ; kūts- Neuw-Erpel ; kūətsøyəl Gummb-Harschd f.: Waldkauz.

Kauz(en)kazen

RhWB

Kauz(en)-kazen kūtsəkātsə Rees .: K. duhn Sausp.

Kauzenköpp

LothWB

Kauzenköpp Spottname der Einwohner von Filsdorf ( Kr. Bolchen), weil sich in dem schmutzigen Bach, der durch den Ort fließt, massenhaft Kaul…

Kauz(en)kopf

RhWB

kauzen·kopf

Kauz(en)-kopf kǫutsəkǫp (s. S.) [im Monophtonggeb. von Saarbr kutsə-, gutsə- ; Ottw-Neunk kǫtsə- ; Pl. -kęp ; Bitb-Mettend keitsə- ] Birkf ,…

kauzenspiel

DWB

kauzen·spiel

kauzenspiel , n. falsches spiel, scheinheiliges treiben, bei Fischart : der pfaffen kauzenspiel wo nicht reinlich doch scheinlich. bienenk. …

kauzenstreichen

DWB

kauzen·streichen

kauzenstreichen , n. schmeichelei, lobhudeln: wen du einen menschen wilt loben, so ligt es fast an der meinung, wann es sünd oder nitt sünd …

kauzenstreicher

DWB

kauzen·streicher

kauzenstreicher , m. schmeichler, s. kauz 3: lobnarren oder kutzenstreicher. Keisersb. narrensch. 196 a ; also geschicht allen schmeichlern …

Kauzert

RhWB

kauz·ert

Kauzert kautsərt, –ǫu-, –ou-, Pl. -də(n) Kreuzn-Hahnenb , Saarbr-Quierschd Überhf , Ottw-Landsw Schiffw , Trier-Thörnich , Bitb-Rittersd , B…

Kauzeug

RhWB

kau·zeug

Kau-zeug -tȳχ Erk-Elmpt n.: gummiartiges Zuckerzeug.

Kauzherr

RhWB

kauz·herr

Kauz-herr kūtshEr Gummb-Berghsn m.: Besitzer oder Pächter eines Steinbruches.

kauzhut

DWB

kauz·hut

kauzhut , m. hut von fell, filzhut o. ä.: caliendrum, kutzhuot, est indumentum capitis pilosum, conservans naturalem calorem. voc. 1478 26 a…

kauzig

DWB

kau·zig

kauzig , adj. 1 1) zu kauzen 1, kauzicht gekauert. Stieler 936 . 2 2) schwäb. kauzig, kränklich, verdrieszlich, traurig. Schmid 307 , vgl. k…

Kauz II

RhWB

Kauz II -ts, Pl. -tsə(n) m.: 1. a. Waldkauz, u. zwar kauts, –ǫu-, –ou-, Demin. kaitsχə(n), –ęi-, –ei- Rhfrk, Mosfrk bis zur L. ou/û, dann -ū…

kauz als Zweitglied (1 von 1)

ohrkauz

DWB

ohr·kauz

ohrkauz , m. die ohreule Dief.-Wülcker 789 ( vom j. 1629). Aler 1499 b , ohrenkauz Stalder 2, 250 . Brehm thierl. 3, 615 .

Ableitungen von kauz (1 von 1)

verkauzen

RhWB

ver-kauzen: fərkutst zurückgeblieben im Wachstum Siegld-Afholderb .