Anschauung etwa 270 Belege; nicht in Vers u Übs; mehrf idWdgn ‘zur A. bringen, kommen’ uä 1 sinnl Wahrnehmung, empir Beobachtung, subjektive Erfahrung; selten als reines nomen actionis (zu anschauen 2 a), meist komplex (Blickrichtung u Eindruck des Objekts umgreifend), zu anschauen 2 b Diomed hält .. Achill einen blanken Schild [als Spiegel] vor .. den jungen Helden .. in die A. seiner selbst .. zu versenken GWB48,38,8 Kunstausstellg 1801 da mir die sinnliche A. durchaus unentbehrlich ist, so werden mir vorzügliche Menschen durch ihre Handschrift auf eine magische Weise vergegenwärtigt GWBB23,6,8 Jacobi 10.5.12 angenehm dieses wunderliche Original [Lord Bristol] .. mit Augen gesehen zu haben, denn ohne unmittelbare A. des Individuums kann man sich von der seltsamen Zusammensetzung keinen Begriff machen GWBB12,153,21 Carl Aug 12.6.97 forderte ich zu poetischer Darstellung eine unmittelbare A. des Gegenstandes, der Begebenheit GWB27,109,17 DuW 7 Der Mahler, wenn er aus dem .. Manierirten sich durch eigene A. der Wirklichkeit retten will GWB341,175,16 KuARheinMain alles dieses, so .. bestimmt wir auch zu sprechen gesucht, bleiben doch nur leere Worte ohne die A. der Bilder selbst GWB341,186,20 ebd die wichtige Frage wegen des Regenbogens .. Hier ist mit Worten nichts ausgerichtet, nichts mit Linien und Buchstaben; unmittelbare A. ist Noth und eigenes Thun und Denken GWBB49,198,18 Boisserée 11.1.32 kann man in dieser Gegend [Pyrmont] nicht verweilen, ohne auf jene Urgeschichten hingewiesen zu werden .. man identificirt das Vergangene mit der Gegenwart .. fühlt sich .. in dem behaglichsten Zustande, weil man .. wähnt, man habe sich das Unfaßlichste zur unmittelbaren A. gebracht GWB35,104,22 TuJ uö ‘seiner eignen A. nicht glauben’ GWBB13,60,27 Schiller 10.2.98 in Gegenüberstellung zum intellektuellen, imaginativen u gefühlsmäßigen Erfassen Die Entdeckung der drey vollkommenen Wirbel, zwischen den drey Fußpaaren des Heupferdchens .. bringt zur sinnlichen A., was die innere längst zugesteht, daß nämlich das vollkommenste Gebilde durch alle Gestaltungen potentia durchgeht GWBB33,89,3 Carus 1.7.20 das Ganze [eines Bildmotivs], das für die sinnliche A. zu keiner Einheit gelangte, für den Verstand, für die Empfindung .. zu verbinden GWB48,101,1 Polygnot [niedersächs Maler] auf dem sentimental-theatralen Wege. Wie kann es aber anders sein, wenn man Empfindung statt der A. geben will und eine fremde Kunst zum Muster derjenigen macht, in welcher man arbeitet GWB48,22,22 Preise 1800 uö objektiviert: das Angeschaute, der Anschauungsgegenstand (erkenntnistheoret); auch konkretisiert iSv Anschauungsmaterial daß .. mein Denkvermögen gegenständlich thätig sei, womit er [Heinroth] aussprechen will: daß mein Denken sich von den Gegenständen nicht sondere; daß die Elemente der Gegenstände, die A-en in dasselbe eingehen und von ihm auf das innigste durchdrungen werden GWBN11,58,10 BedeutFördernis [Schema nach Schellings ‘System des transzendentalen Idealismus’] Wie scheiden sich die Begriffe von den Objeckten. Urtheil. Begriffe werden auf Anschauungen bezogen GWBN13,452,6 Plp GWBN13,453,23u25 u 454,1 Plp GWBN13,463,3 Plp [Kant] Hirts Werk über die Baukunst .. Zu Geschichte und trümmerhafter A. mußte die Einbildungskraft sich gesellen GWB36,51,12 TuJ daß das .. Präparaten-Kabinett .. fortgesetzt würde, weil dadurch allein eine bleibende sinnliche A. an die Stelle einer oft abstrusen Terminologie gesetzt werden kann GWBB24,262,20 Voigt 10.5.14 GWBB23,310,12 Bertuch 8.4.13 GWB47,43,17 PropylAnz realer Bezugspunkt einer theoret Formulierung, Abhandlung, einer einzelnen sprachl od mathemat Bezeichnung die Philosophie zerstört bey mir die Poesie .. weil sie mich ins Object treibt. Indem ich mich nie rein speculativ [v]erhalten kann, sondern gleich zu jedem Satze eine A. suchen muß und deßhalb gleich in die Natur hinaus fliehe GWBB16,43,6 Schiller 19.2.02 Die Geognosie des Herrn D’Aubuisson de Voisins .. hier ist die Geognosie, welche doch eigentlich auf der lebendigen Ansicht der Weltoberfläche ruhen sollte, aller A. beraubt, und nicht einmal in Begriffe verwandelt, sondern auf Nomenklatur zurückgeführt GWBN11,107,17 MuR(1274) Das Geeinte zu entzweien, das Entzweite zu einigen, ist das Leben der Natur .. was wir hier als Zahl, als Eins und Zwei aussprechen .. die Erscheinung eines Dritten, Vierten sich ferner entwickelnden immer in einem höhern Sinne zu nehmen, besonders aber allen diesen Ausdrücken eine echte A. unterzulegen ist GWBN1,296,19 FlD 740 Indem wir von innern Verhältnissen der Natur sprechen wollen, bedürfen wir gar mancherlei Bezeichnungsweisen. Ich erwähne hier viere derselben: Symbole, 1. die mit dem Gegenstand physisch-real-identisch sind .. [zB] die magnetischen Erscheinungen .. 4. Die von der Mathematik hergenommen sind, und weil ihnen gleichfalls A-en zum Grunde liegen, im höchsten Sinne identisch mit den Erscheinungen werden können GWBN11,168,15 Symbolik uö 2 zu anschauen 3: im natwiss Bereich Naturphilosophen, die von oben herunter .. Naturforschern, die von unten hinauf leiten wollen. Ich .. finde mein Heil nur in der A., die in der Mitte steht GWBB13,198,17 Schiller 30.6.98 Empfehlung den deutschen Physikern, welche jetzt den alten ächten Weg betreten, die A. vor alles und über alles setzen GWB422,450,2 Zu:Knebel,Lukrez-Übs Mangel an Methode, an diesem aber ist Schuld Mangel der A., Mangel der Anerkennung des eigentlichen Werths der A. GWBB44,53,20u22 Nees 2.4.28 [zwei wiss Methoden] aus dem Centrum zu der Peripherie .. von der Peripherie nach dem Centrum. Jenes mußte meine Tendenz seyn .. die reine Empirie sucht unbewußt das Centrum, treue A. überall wird von der Einheit angezogen, als ihrem Schwerpunct GWBB39,46,27 Nees 16.12.24 Welche Reihe von A. und Nachdenken verfolgt’ ich nicht, bis die Idee der Pflanzenmetamorphose in mir aufging GWBN11,62,7 Bedeut Fördernis daß wir keine Art der Manifestation des labyrinthischen Organismus außer Acht lassen dürfen, wenn wir durch A. des Äußeren zur Einsicht in das Innerste gelangen wollen GWBN7,206,12 PrincPhilZool II [das morph iUz analyt Verfahren] die lebendigen Bildungen als solche zu erkennen, ihre äußern .. Theile im Zusammenhange zu erfassen, sie als Andeutungen des Innern aufzunehmen und so das Ganze in der A. gewissermaßen zu beherrschen GWBN6,9,3 Morph Einl ist .. in der Geognosie dem menschlichen Geist eine .. Pflegerin fortbildender A. eröffnet, die sich bei manchen wahrhaft berufenen Beobachtern oft zu einer wundersamen Höhe steigert und sie in dem naturgemäßesten Sinne fernsehend macht .. in der idealen Darstellung der Fortgangslinien, nach welchen der Geognost im Geiste seinen Gegenstand von dem Puncte der Beobachtung aus weiter verfolgt, eine Stütze der A. zu erhalten GWBN9,196,20 u 197,17 Basaltsteinbr GWBN11,56,7 BedenkenErgebg GWBN12,37,26 Wolkengest uö im kunsttheoret Bereich Auf zweierlei Weise kann der Geist höchlich erfreut werden, durch A. und Begriff. Aber jenes erfordert einen würdigen Gegenstand, der nicht immer bereit, und eine verhältnismäßige Bildung, zu der man nicht gerade gelangt ist. Der Begriff hingegen will nur Empfänglichkeit .. welche Wirkung Lessings Laokoon auf uns ausübte, indem dieses Werk uns aus der Region eines kümmerlichen Anschauens in die freien Gefilde des Gedankens hinriß .. .. Wie sich aber Begriff und A. wechselsweise fordern, so konnte ich diese .. Gedanken nicht .. verarbeiten, ohne .. Verlangen .. Kunstwerke in größerer Masse zu erblicken GWB27,164,4 u 166,4 DuW 8 uö mit charakterisierendem Attr auch übergehend zur Bed von Anschauungsart die A. könne eine physiologische und eine pathologische seyn. Erstere macht den Naturforscher, letztere den Arzt GWBB34,136,12 Knebel 21.2.21 Die Uranfänge der sinnlich erscheinenden Dinge vierfach einzutheilen .. ist einer sinnlich-tüchtigen, gewissermaßen poetischen A. keineswegs zu verargen GWBN51,387,21 Fl Nachtr Geschichtl Das lebhafte poetische Anschauen eines beschränkten Zustandes erhebt ein Einzelnes zum .. unumschränkten All .. Der Drang einer tiefen A. fordert Lakonismus GWB40,356,20 Rez:Wunderhorn uö 3 zu anschauen 4 a Einsicht, Erkenntnis übergreifender Zusammenhänge u Gesetze (vorw im natwiss Bereich); wesenhafter Eindruck, bildhafte Vorstellung von etw, mehrf iVbdg mit ‘Gefühl’, ‘Empfindung’ (vorw im Bereich persönl Erlebens u sprachl Gestaltung) daß bis jetzt keine leitende Idee in mir aufgegangen ist, die mich durch dieses Labyrinth [Bildung der Erde nach der vulkanist Theorie] hindurch zu führen und ein der höheren A. correspondirendes Wahre mir zu entwickeln vermocht hätte GWBB37,80,21 Nees 13.6.23 Da auf dem reinen Begriff vom Trüben die ganze Farbenlehre beruht, indem wir durch ihn zur A. des Urphänomens gelangen GWB36,206,21 TuJ Die Erfüllung aber, die ihm [dem frühen Aufs ‘Die Natur’] fehlt, ist die A. der zwei großen Triebräder aller Natur: der Begriff von Polarität und von Steigerung GWBN11,11,3 ErläutergNatur 1828 Die fünf Finger sind bei dem Pferde in einen Huf geschlossen, wir sehen dieß in geistiger A., wenn uns nicht auch einmal, durch irgend eine Monstrosität, die Theilbarkeit des Hufes in Finger davon überzeugte GWBN7,201,28 PrincPhilZool II Dank für deine Theaterandeutungen; da ich auf diesen Sinne[n]genuß Verzicht thue, so ist es mir .. wohlthätig, wenn man mir dergleichen vor den Verstand, zur innern A. bringt GWBB43,17,2 Zelter 14.8.27 Mir ward bei diesem Umgang [durch Rom] das Gefühl der Begriff, die A. dessen, was man im höchsten Sinne die Gegenwart des classischen Bodens nennen dürfte. Ich nenne dieß die sinnlich geistige Überzeugung, daß hier das Große war, ist und sein wird GWB32,176,7 ItR Ein Gefühl .. das bei mir gewaltig überhand nahm .. war die Empfindung der Vergangenheit und Gegenwart in Eins: eine A., die etwas Gespenstermäßiges in die Gegenwart brachte. Sie ist in vielen meiner .. Arbeiten ausgedrückt GWB28,284,17 DuW 14 Der Eindruck des Erhabenen, des Schönen .. beunruhigt uns, wir wünschen unsre Gefühle, unsre A. in Worte zu fassen: dazu müßten wir aber erst erkennen, einsehen, begreifen GWB32,321,15 ItR N1,XI,22 Fl Vorw GWB28,109,16 DuW 12 uö sprachl gestaltete od durch sprachl Gestaltung evozierte Vorstellung Ihre beyden neuen Räthsel [für ‘Turandot’: ‘Der Blitz’ u ‘Der Regenbogen’] haben den schönen Fehler der ersten, besonders des Auges, daß sie entzückte A-en des Gegenstandes enthalten, worauf man fast eine neue Dichtungsart gründen könnte GWBB16,29,11 Schiller 2.2.02 Ich werde .. einen kleinen Aufsatz [üb den Kölner Karneval] zusammen stellen .. wünschte ich .. daß ein geistreicher Theilnehmer .. obige Puncte .. beantwortete .. das genaue Detail, wodurch die A. erst glänzend erscheint GWBB38,318,11 Nees 22.3.24 K Beilage Walter Scott .. sein .. Talent, Historisches in lebendige A. zu verwandeln GWB36,192,24 TuJ GWBB22,370,2 Meyer 29.4.12 uö iSv Anschauungsvermögen, als menschl Anlage schlechthin u als bes Fähigkeit da jenes Schema [Farbenkreis] .. Urverhältnisse andeutet, die sowohl der menschlichen A. als der Natur angehören GWBN1,358,8 FlD 918 GWB412,137,17 SerbLieder [mBez auf Niebuhr] von einer inneren, durch solche Studien höchst gebildeten A. GWBB48,310,2 Zelter 29.1.31 K GWB45,216,6 Ram NeffeAnm idVbdg ‘An- und Durchschauung’ ob ihm die Natur hiezu die geistigen und sittlichen Eigenschaften verliehen hat. Die geistigen: das Vermögen der An- und Durchschauung GWBN11,139,5 MuR(610) b für die ‘Gesichte’ Makariens sind .. Makarien die Verhältnisse unsres Sonnensystems .. eingeboren .. war er .. zweifelhaft, ob diese A. nicht etwa angelernt sei .. berichtete sie aber .. wie sie .. die innern Erscheinungen mit dem äußern Gewahrwerden zusammengehalten .. aber niemals hierin eine Übereinstimmung finden können .. diese geheimen A-en, die entzückenden Gesichte .. bei den Ihrigen als Krankheit gelten GWB24,192,13 u 193,11 Wj I 10 GWB251,282,1 Wj III 15 c als subjektive Ansicht, (Lehr-)Meinung, selten man kann [durch Erfahrung u Experimente] seine A-en zur Gewißheit und Vollständigkeit erheben .. beweisen läßt sich nichts dadurch .. Alles, was Meinungen über die Dinge sind, gehört dem Individuum an .. daß die Überzeugung nicht von der Einsicht, sondern von dem Willen abhängt GWBN2,18,2 FlP 30 der Mensch ist sich in seinen A-en und Urtheilen nicht immer selbst gleich GWB47,10,20 Propyl Einl [Bekenntnis zum ‘Neptunismus’] Nach diesem Lebens- und Untersuchungsgange, wo nur Beständiges zu meinem Anschauen gekommen .. kann ich .. meine Sinnesweise nicht ändern, zu Lieb’ einer Lehre, die von einer entgegengesetzten A. [< vom umgekehrten Anschauen] ausgeht, wo von gar nichts Festem .. mehr die Rede ist .. Nach meinem Anschauen baute sich die Erde aus sich selbst aus .. daß wenn ich .. aus Auvergne oder wohl gar von den Anden meine A. hätte gewinnen .. können, ich wohl auch in .. Einklang mit der jetzt gangbaren Lehre mich befunden hätte GWBN9,264,24 u 265,9 Versch Bekenntn uö d im transzendentalen Sinne, nach Schelling intellectuale A. | Das Ich setzt sich, es wird sich Objeckt. (Sinnliche Anschauung wo ich das Objeckt nicht producire) .. In der intellectuellen A. wird das sehende das Gesehene GWBN13,456,28 u 457,15 Plp GWBN13,451,8u10f Plp → GWBKunstanschauung GWBNatur- GWBSelbst- GWBTheater- GWBWelt- vgl GWBAnblick GWBAnsicht GWBBeobachtung GWBBetrachtung GWBEinbildungskraft GWBEinsicht GWBErkenntnis GWBImagination Schau Vergegenwärtigung VorstellungRose UnterbergerR. U.