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Knüppel

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Knüppel

Bd. 2, Sp. 1443
Knüppel 1. De Knüppel ligt bi'n Hund. (Oldenburg.) – Firmenich, I, 233, 51; Schütze, II, 309; Eichwald, 849; Kern, 668; hochdeutsch bei Simrock, 5017; Körte, 3455; Lohrengel, I, 129; Braun, I, 1909; Frischbier2, 2085. Man kann nicht, wie man wol möchte. 2. Man muss nicht nach jedem Knüppel greifen, der einem nachgeworfen wird. Holl.: Men moet niet alle knuppels oprapen, die ons nagesmeten worden. (Harrebomée, I, 421b.) 3. Me mott keine twei Knüppels noa Einem Rüien smeyten. (Büren.) 4. Upp ennen growwen Knüppel gehört en growwen Kîl. (S. Ast 1 und Klotz 1.) (Waldeck.) – Firmenich, I, 326, 49; Curtze, 346, 404. 5. Wam'me de Knüppel unger de Hunde schmît, dann mellet sick, wei gedroppen weerd. (Waldeck.) – Curtze, 356, 522. 6. Wenn ein Knüppel zum Schlagen kommt, so schlägt er hart. Wenn Leute aus niederm Stande zur Herrschaft gelangen, so pflegt sie oft hart und drückend ausgeübt zu werden. Böhm.: Tĕžké kladivo z mrzáka pán, z kostelníka pleban. (Čelakovsky, 100.) Poln.: Ciężki z kaleki pan, z klechyj pleban. (Čelakovsky, 100.) 7. De Knüppel geit um. Wenn in einem mecklenburger Dorfe eine Gemeindeversammlung stattfinden sollte, so schickte noch vor wenigen Jahren der Schulze einen geschälten Weidenast durch den Nachtwächter oder Kuhhirten im Dorfe umher, und jeder Bauer bescheinigte die Ansage dadurch, dass er seine Hausmarke in den Zweig schnitt. Jetzt sind Ast und Marke meist ausser Gebrauch gesetzt, aber die Redensart hat sich erhalten. (Vgl. den Artikel Mecklenburg im Morgenblatt, 1860, Nr. 41 u. 42.) 8. De Knüppel twusken de Hünn smit'n.Eichwald, 849. 9. De Knüpp'l is bi'n Hund bunn. (Altmark.) – Danneil, 277. Wenn jemand aus Mangel an Mitteln seine Wünsche nicht befriedigen kann. 10. Den Knüppel bym Hunde leggen. – Richey, 132. 11. Der Knüppel ist an den Hund gebunden. – Körte, 3455c. Ich wollte dies und das thun, bezahlen u.s.w., aber ich kann nicht, das Unvermögen dazu liegt vor. Im Grubenhagenschen: De Knüppel is an den Hund ebunnen. 12. Der wirft nicht zwei Knüppel nach Einem Hunde. 13. Einem Knüppel vor die Schienen werfen. 14. Einen Knüppel unter die Hunde werfen. – Frischbier2, 2086. 15. En Knüppel ant Bên hebben. – Schütze, I, 80; II, 309. Nennt scherzhaft der Mann seine Ehefrau. Ik wull wol, aver ik hef en Knüppel an't Bên, d.h. ich darf der Frau wegen nicht. 16. Er spielt Knüppel aus dem Sack. Holl.: Hij speelt knuppel uit den zak. (Harrebomée, I, 421b.) 17. Hi smat a Knappel mad a Hüünjer. (Amrum.) – Haupt, VIII, 351, 18; Johansen, 144. Er schmeisst die Knüppel unter die Hunde. 18. Ick schmêt mit'n Knüppel mank dei Hänn'n deit mi lêd, wenn 'k di' drâpen heff. (Mecklenburg.) – Schiller, III, 4b. 19. Knüppel aus dem (in den) Sack. – Eiselein, 386. 20. Mit dem Knüppel unter die Hunde (Sperlinge) werfen. – Körte, 3455d; Braun, I, 1910. »Die beste Art, die Hunde auseinanderzubringen, aber der verkehrteste Weg, die Sperlinge zu fangen.« (Körte.) 21. Wiär di met en kuotten Knüppel. (Recklinghausen.) – Firmenich, III, 170, 12. Wehr' dich mit einem kurzen Knüppel, d.h. es ist nichts zu befürchten. 22. Wä keinen Knüppel hät, mött met Broatwörschte üm sich schmîten. – Schlingmann, 855. 23. Da soll der Knüppel Trumpf sein. Holl.: De knuppel zal troef zijn. (Harrebomée, I, 421b.)
3294 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    knüppel

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    knüppel s. knüpfel.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    knüppelm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    knüppel (knupel , knopel) , m. , Knüppel, Knittel, Prügel als Schlagwaffe, mit k.en slân. S. auch klüppel. knüppelarmbor…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knüppel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Knüppel , des -s, plur. ut nom. sing. ein im gemeinen Leben für das anständigere Knüttel übliches Wort, ein länglich…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Knüppel

    Goethe-Wörterbuch

    Knüppel grobes, naturbelassenes Rundholz; iVbdg mit ‘falscher’ als die Begehbarkeit erschwerendes Bauelement einer primi…

  5. modern
    Dialekt
    Knüppel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Knüppel [‘ X nîpl Fisl. ; Knépl Hi. ; Knipl Zinsw. Lohr Wh. ] m. 1. knorriges, rundes Stück Holz; Syn. Hebel. 2. [ə K. T…

  6. Sprichwörter
    Knüppel

    Wander (Sprichwörter)

    Knüppel 1. De Knüppel ligt bi'n Hund. ( Oldenburg. ) – Firmenich, I, 233, 51; Schütze, II, 309; Eichwald, 849; Kern, 668…

  7. Spezial
    Knüppel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Knüp|pel m. (-s,-) 1 (Schlagwaffe) conitl (-i) m. , bastun (-s) m. 2 (starker Knüppel aus einem dürren Ast) drembl (-i) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knueppel

108 Bildungen · 97 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

knueppel‑ als Erstglied (30 von 97)

knüppelbank

DWB

knueppel·bank

knüppelbank , m. rohe bank aus knüppeln gebildet, auf dem lande: ich size gern im kühlen auf meiner knüppelbank. Voss 4, 254 ( der zufrieden…

Knüppelbarg

MeckWB

knueppel·barg

Knüppelbarg m. im Volksreim Achtern Backaben: Dor kamen twei Mätens von 'n Knüppelbarg her Wo. V. 2, 1699.

Knüppelbeere

PfWB

knueppel·beere

Knüppel-beere f. : 'Gartenerdbeere (Fragaria vesca u. hortens)', Pl. Knippelbeere [NW-Königsb ( Wilde 53)]. —

Knüppelbohne

RhWB

knueppel·bohne

Knüppel-bohne (s. S.) Neuw , Sieg , Eusk , Bo , Erk , Kref , Geld , Mörs , Rees f.: niedrig bleibende Stangenbohne, an Knüppeln gezogen.

knüppelborte

DWB

knueppel·borte

knüppelborte , f. geklöppelte borte, spitzenbesatz: darunter hatte sie ein zart und reinstes hembd, mit knüppelborten auch durchsichtig wol …

knüppelbrücke

DWB

knueppel·bruecke

knüppelbrücke , f. gleich knüppeldamm. Campe 1, 628 b ( vgl. pontes in diesem sinne Tac. ann. 1, 61. 63). im folg. aber von einer wirklichen…

Knüppelbrügg'

MeckWB

knueppel·bruegg

Knüppelbrügg' f. in der scherzhaften Antwort auf die Frage wo hest du stahn? (als Soldat) Heff stahn unner de Knüppelbrügg' to Mannhagen bin…

Knüppelbuck

MeckWB

knueppel·buck

Knüppelbuck m. in der Rda. Knüppelbuck spälen dreschen mit dem Flegel Ha HHeide .

Knüppelchensjunge

RhWB

Knüppelchens-junge (s. S.) Allg. m.: Trommler (bei der Infanterie).

Knüppelchenskasten

RhWB

Knüppelchens-kasten Siegld m.: K. neben dem Ofen, in dem das zerkleinerte Kn.holz aufbewahrt wird.

Knüppelchenskraut

PfWB

Knüppelchens-kraut n. : eine Kohlsorte, wohl 'Rosenkohl', Knippelcheskraut [ KB-Kriegsf ]. Südhess. III 1559 .

Knüppelchenssuppe

RhWB

Knüppelchens-suppe -tsup Bo f.: S. mit zu Würfeln gebrochenen grünen Stangenbohnen u. Kartoffeln.

Knüppelchenstag

RhWB

Knüppelchens-tag Goar-Bacharach m.: Ziehtag des Gesindes.

Knüppeldam

WWB

knueppel·dam

Knüppel-dam m. [verstr.] aus Knüppeln gebauter Damm, Weg (über sumpfige Stellen).

knüppeldamm

DWB

knueppel·damm

knüppeldamm , m. knüppelbrücke die durch einen morast führt, aus quer nebeneinander gelegten knüppeln, baumästen, stämmen, vgl. knütteldamm …

Knüppeldellerich

PfWB

Knüppel-dellerich m. : ' männlicher Geschlechtsteil ', Knippeldellerich [Kaislt]. — Das Grundw. zu dellern , hier im Sinne 'ungestüm schlage…

knüppeldick

DWB

knueppel·dick

knüppeldick , starkes ' dick ', volksmäszig, nd. toll und voll betrunken ('dicke') Fromm. 3, 283. 5, 68 . in Leipzig sagt man auch z. b. ich…

knüppeldikke

WWB

knüppel-dikke Adj. [verstr.] 1. sehr betrunken. — 2. In adv. Gebrauch: übermäßig, sehr schlimm. Hä krǟich et knüppeldick ( Dor Wl ). — Spric…

Knüppeldrell

MeckWB

knueppel·drell

Knüppeldrell m. übermäßig dicker Spinnfaden: dee spinnt luter Knüppeldrell Wa. Sachlich s. Kü. 2, 168.

knüppeldun

MeckWB

knueppel·dun

knüppeldun 'steif betrunken' Mi 44 b ; Hey. Kam. 8; 19; Derb. 2, 48 u. öft.

knueppel als Zweitglied (10 von 10)

Booßelknüppel

MeckWBN

Wossidia Booßelknüppel m. Stock beim Kulsœg'- spiel Schö.

Driwknüppel

MeckWBN

Wossidia Driwknüppel m. wie Driwstock Schö Schönberg@Harkensee Hark .

pōrtenknüppel

MNWB

porten·knueppel

*° pōrtenknüppel , m. ( Pl. -s ) : Stange als Bauteil des Hoftores (Jellinghaus Bauernkom. 214: Tew. Hocht.).

(swîne)knüppel

MNWB

swine·knueppel

° (swîne)knüppel ( -knupel ), swîn-, m. ( Pl. -e ): Knüppel der vom Hirten zum Treiben der Schweine benutzt wird, um des willen sô hebben no…

Ableitungen von knueppel (1 von 1)

beknüppelen

WWB

be-knüppelen V. [verstr. südl.] (+ sik ) sich betrinken.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „knueppel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/knueppel/wander
MLA
Cotta, Marcel. „knueppel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/knueppel/wander. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „knueppel". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/knueppel/wander.
BibTeX
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