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knüppel

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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16 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knüppel m.

Bd. 11, Sp. 1522
knüppel, m. wie knüpfel, s. d., und gleich diesem schwankend zwischen zwei ursprüngen. 11) knuppel oder knuttel, antrillus, instrumentum lapicidarum. voc. th. 1482 r 1a; knüppel, hölzerner schlägel mit stiel, bei steinmetzen, bildhauern, tischlern. Adelung, wie klippel 3, klipfel 2, klöpfel 1, klüpfel 1, es musz aus klüppel (1) geworden sein (s.knäuel) wie knüpfel aus klüpfel, vom klopfen benannt, vgl. unter 2, a und c. 22) knüppel, knüttel. 2@aa) heimisch ist es im östlichen md. (und nd., s. u. d, schon thür. vielmehr knöpfel), dort freilich knippel gesprochen: ich werde ihm den knüppel auf dem rücken tanzen lassen; er brach sich den ersten besten knüppel vom baume; einem einen knüppel zwischen die beine werfen, ein hindernis in den weg werfen; sprichwort mit knüppeln (knüppel werfen) fängt man keine vögel. seltener bei schriftstellern: einen schlag mit einem knüppel über den kopf. Immermann Münchh. 4, 32; dasz gott der herr unterweilen seine heilige ursachen habe, warumb er einem frommen weib einen bösen mann .. gebe. gott henge gemeiniglich den knüppel bei dem (so) hund. Schuppius 147, nach dem sprichwort der knüppel liegt beim hunde, die drohende strafe hält den unzuverlässigen im zaume. in der schrift wird knüttel vorgezogen, wie auch von den gebildeten in md. landen (eben weil das volk jenes braucht). doch als kraftwort nimmt mans auch, z. b. spazierknüppel für spazierstock Lichtenberg (1800) 5, 277; 'musz denn der junge auch schon einen knüppel tragen?' 2@bb) aber auch amtlich im forstwesen, z. b. eichene knüppel, die aus den ästen gehauen werden, rundholz im gegensatz zum gespaltnen scheitholz (auch nd. Schambach 107b): die korb- und siebmacher bezahlen eine klafter armstarker knüppel (der sahlweide) mit 20 bis 25 reichsthaler. J. M. Bechstein forstbotanik (1815) 722. auch knippel nach md. aussprache: die scheite allein, desgleichen die knippel und die zacken. Döbel jägerpr. 3, 39a. vgl. knüppelholz, auch knüppelbrücke, knüppeldamm, knüppelweg, knüppelbank. ähnlich nd. portenknüppel thorriegel Richey 132. 2@cc) eigen ist sein auftreten in den wbb., vor Adelung und M. Kramer 1787 (noch nicht 1768) hat es eig. keins, auch nicht Frisch, Steinbach, Stieler, geschweige Denzler, Maaler, Dasypodius, sie haben nur knüpfel (klüpfel) oder knüttel. und doch steht es schon im Nürnberger voc. theut. 1482 r 1a: 'knuppel holz (für holzs) fustum'; so sehr hängt die schriftliche bezeugung eines wortes vom zufall ab; s. auch unter 1, das md. wort muszte also schon damals in Franken bekannt sein. 2@dd) auch nd. schon im 15. jh. bezeugt. knuppel holtes, fustum Dief. 254b, auch im Rein. vos 746, und so ohne umlaut noch im brem. wb., wie nl. knuppel; aber knüppel bei Richey, Dähnert, Schambach. eigen auchn. und schwed. knippel, wie entlehnt nach der md. aussprache, während in schwed. mundarten knyppel der nd. aussprache entspricht Rietz 337a, ebenda auch knepel (wie mnd., älter hd. kneppel) und merkwürdig kniffel. 2@ee) auch dieses knüppel musz auf klüppel (hd. klüpfel) zurückgehn, benannt als werkzeug zum klopfen, schlagen (wie bengel); noch jetzt gehn z. b. im amtlichen gebrauch in Sachsen klippel (für klüppel) und knüppel nebeneinander. übrigens s. auch knüpfel, knöpfel (vgl. unter a) und knöppel, kneppel, und alle auch mit kl- (s.klöpfel a. e.). das pp erscheint übrigens auch als hd., z. b. bei Frank unter kneppeln, klüppel 3, ist daran nur der druckort Frankfurt schuld? 33) nd. knuppel heiszt auch der klöppel zum spitzenklöppeln, daher knuppeln, knüppeln klöppeln (n. kniple, schw. knöpla), knuppels n. spitzenwerk brem. wb. 2, 831, knüppels Frisch 1, 529c, Lauremberg 37. 54. 94, oft auch in nordd. hd. schriften seit dem 16. jh., z. b.: wie dann auch das weisze linnenknüppels oder spitzen bei strafe 2 thaler verboten bleiben. polizeiordn. von Minden v. j. 1674, P. Wigand denkw. beitr. f. gesch. u. s. w. 236. vgl. knüppelborte. 44) von menschen, knüppel ein grober plumper kerl Bernd Posen 137, auch niederlaus.; wie hd. knüpfel (s. d. 4) und schon an knopf (13) streifend, noch deutlicher in der körperlichen bedeutung 'kleiner dicker mensch' bei Campe. schwäb. knüppel, knuppel, knoppel in beiden bed. Schmid 320 (über das pp s.knopf I, e). 55) knoten, knorren, in diesem sinne rein hd. und zu knopf gehörig (s.knüpfel 5), und doch nicht ohne einen wenigstens gedachten zusammenhang mit den vorigen, da der knoten auch knüttel heiszt: appenz. chnoppel, pl. chnöppel (o für u) knötchen, erhôhung, auch knospe an sträuchen, kräutern (s.knopf 5). Tobler 111a. krankhafter auswuchs, knoten, auch knippel wie knipfel (s.knopf 1): darnach das gesund fleisch verbinde allein mit stichpflastern, und was nit soll, lasz fallen, es sei geäder, bein, nerven, knüppel u. s. w. Paracelsus chir. schr. 53a; kropfstrenge, kehlsucht, knippel. dieser gemeinen pferdskrankheit ... Pinter pferdschatz 386, Böckler kriegsschule (1668) 911; von der kopfstrenge und knippel als gemeinen pferdskrankheiten bleiben wenig pferde befreiet. Hohberg 3, 2, 202a, auf s. 202b braucht er knöppel dafür, was wieder die anlehnung an knöppel knüttel bezeugt: gestoszen cardobenedictkraut ... an die knöppel geschmieret. noch am Mittelrhein knüppel und knuppel m. hautknoten. 66) auch gleich knopf, geschlungner knoten, so fränk. knüppel, in Koburg Frommann 2, 320. s. dazu knöpel und knüppeln 3. 77) wie knüpfel 6 (s. d.) auch bündel heiszt, schwäbisch auch knuppel, knoppel m. Schmid 320, so hat Dasypodius ein knupple (knuppele), als fem.: uva, ein haufen imen (bienen) in einer knupplen bei einander Ji 1d (359b), bei Frisius an einem trüppel 1420b, bei Denzler 1, 895a immenzopf.
5715 Zeichen · 156 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    knüppel

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    knüppel s. knüpfel.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    knüppelm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    knüppel (knupel , knopel) , m. , Knüppel, Knittel, Prügel als Schlagwaffe, mit k.en slân. S. auch klüppel. knüppelarmbor…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knüppel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Knüppel , des -s, plur. ut nom. sing. ein im gemeinen Leben für das anständigere Knüttel übliches Wort, ein länglich…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Knüppel

    Goethe-Wörterbuch

    Knüppel grobes, naturbelassenes Rundholz; iVbdg mit ‘falscher’ als die Begehbarkeit erschwerendes Bauelement einer primi…

  5. modern
    Dialekt
    Knüppel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Knüppel [‘ X nîpl Fisl. ; Knépl Hi. ; Knipl Zinsw. Lohr Wh. ] m. 1. knorriges, rundes Stück Holz; Syn. Hebel. 2. [ə K. T…

  6. Sprichwörter
    Knüppel

    Wander (Sprichwörter)

    Knüppel 1. De Knüppel ligt bi'n Hund. ( Oldenburg. ) – Firmenich, I, 233, 51; Schütze, II, 309; Eichwald, 849; Kern, 668…

  7. Spezial
    Knüppel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Knüp|pel m. (-s,-) 1 (Schlagwaffe) conitl (-i) m. , bastun (-s) m. 2 (starker Knüppel aus einem dürren Ast) drembl (-i) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knueppel

108 Bildungen · 97 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

knueppel‑ als Erstglied (30 von 97)

knüppelbank

DWB

knueppel·bank

knüppelbank , m. rohe bank aus knüppeln gebildet, auf dem lande: ich size gern im kühlen auf meiner knüppelbank. Voss 4, 254 ( der zufrieden…

Knüppelbarg

MeckWB

knueppel·barg

Knüppelbarg m. im Volksreim Achtern Backaben: Dor kamen twei Mätens von 'n Knüppelbarg her Wo. V. 2, 1699.

Knüppelbeere

PfWB

knueppel·beere

Knüppel-beere f. : 'Gartenerdbeere (Fragaria vesca u. hortens)', Pl. Knippelbeere [NW-Königsb ( Wilde 53)]. —

Knüppelbohne

RhWB

knueppel·bohne

Knüppel-bohne (s. S.) Neuw , Sieg , Eusk , Bo , Erk , Kref , Geld , Mörs , Rees f.: niedrig bleibende Stangenbohne, an Knüppeln gezogen.

knüppelborte

DWB

knueppel·borte

knüppelborte , f. geklöppelte borte, spitzenbesatz: darunter hatte sie ein zart und reinstes hembd, mit knüppelborten auch durchsichtig wol …

knüppelbrücke

DWB

knueppel·bruecke

knüppelbrücke , f. gleich knüppeldamm. Campe 1, 628 b ( vgl. pontes in diesem sinne Tac. ann. 1, 61. 63). im folg. aber von einer wirklichen…

Knüppelbrügg'

MeckWB

knueppel·bruegg

Knüppelbrügg' f. in der scherzhaften Antwort auf die Frage wo hest du stahn? (als Soldat) Heff stahn unner de Knüppelbrügg' to Mannhagen bin…

Knüppelbuck

MeckWB

knueppel·buck

Knüppelbuck m. in der Rda. Knüppelbuck spälen dreschen mit dem Flegel Ha HHeide .

Knüppelchensjunge

RhWB

Knüppelchens-junge (s. S.) Allg. m.: Trommler (bei der Infanterie).

Knüppelchenskasten

RhWB

Knüppelchens-kasten Siegld m.: K. neben dem Ofen, in dem das zerkleinerte Kn.holz aufbewahrt wird.

Knüppelchenskraut

PfWB

Knüppelchens-kraut n. : eine Kohlsorte, wohl 'Rosenkohl', Knippelcheskraut [ KB-Kriegsf ]. Südhess. III 1559 .

Knüppelchenssuppe

RhWB

Knüppelchens-suppe -tsup Bo f.: S. mit zu Würfeln gebrochenen grünen Stangenbohnen u. Kartoffeln.

Knüppelchenstag

RhWB

Knüppelchens-tag Goar-Bacharach m.: Ziehtag des Gesindes.

Knüppeldam

WWB

knueppel·dam

Knüppel-dam m. [verstr.] aus Knüppeln gebauter Damm, Weg (über sumpfige Stellen).

knüppeldamm

DWB

knueppel·damm

knüppeldamm , m. knüppelbrücke die durch einen morast führt, aus quer nebeneinander gelegten knüppeln, baumästen, stämmen, vgl. knütteldamm …

Knüppeldellerich

PfWB

Knüppel-dellerich m. : ' männlicher Geschlechtsteil ', Knippeldellerich [Kaislt]. — Das Grundw. zu dellern , hier im Sinne 'ungestüm schlage…

knüppeldick

DWB

knueppel·dick

knüppeldick , starkes ' dick ', volksmäszig, nd. toll und voll betrunken ('dicke') Fromm. 3, 283. 5, 68 . in Leipzig sagt man auch z. b. ich…

knüppeldikke

WWB

knüppel-dikke Adj. [verstr.] 1. sehr betrunken. — 2. In adv. Gebrauch: übermäßig, sehr schlimm. Hä krǟich et knüppeldick ( Dor Wl ). — Spric…

Knüppeldrell

MeckWB

knueppel·drell

Knüppeldrell m. übermäßig dicker Spinnfaden: dee spinnt luter Knüppeldrell Wa. Sachlich s. Kü. 2, 168.

knüppeldun

MeckWB

knueppel·dun

knüppeldun 'steif betrunken' Mi 44 b ; Hey. Kam. 8; 19; Derb. 2, 48 u. öft.

knueppel als Zweitglied (10 von 10)

Booßelknüppel

MeckWBN

Wossidia Booßelknüppel m. Stock beim Kulsœg'- spiel Schö.

Driwknüppel

MeckWBN

Wossidia Driwknüppel m. wie Driwstock Schö Schönberg@Harkensee Hark .

pōrtenknüppel

MNWB

porten·knueppel

*° pōrtenknüppel , m. ( Pl. -s ) : Stange als Bauteil des Hoftores (Jellinghaus Bauernkom. 214: Tew. Hocht.).

(swîne)knüppel

MNWB

swine·knueppel

° (swîne)knüppel ( -knupel ), swîn-, m. ( Pl. -e ): Knüppel der vom Hirten zum Treiben der Schweine benutzt wird, um des willen sô hebben no…

Ableitungen von knueppel (1 von 1)

beknüppelen

WWB

be-knüppelen V. [verstr. südl.] (+ sik ) sich betrinken.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „knueppel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/knueppel/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „knueppel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/knueppel/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „knueppel". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/knueppel/dwb.
BibTeX
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