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gicks

nhd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gicks

Bd. 7, Sp. 7319
gicks, gickes, lautmalend für einen hellen, schrillen schrei, s. auch gick, kicks, nur in der schreibung weichen ab giggs, giks, gix. 11) als interjektion bei den verschiedensten anlässen, kinderspielen, als neckruf u. s. w., ausführliche belege s. bei Staub-Tobler 2, 569, Jos. Müller rhein. 2, 1231; als ausruf der schadenfreude, vgl. Tobler appenzell. 221: gicks, herr boader, dasz ihr mer nicht ne sât Wander sprichw. 1, 1685; redensartlich gix sagen mutire: er darf nit gix sagen canis mutus Staub-Tobler 2, 569, vgl. den entsprechenden gebrauch von gicken, gickern und gicksen. anders: wer einmal gix sagt, der muesz nacher gax auch sagn J. J. Schwabe tintenfäszl (1745) 31; wer gix gesagt hat, kann auch gax sagen Rother schles. sprichw. 173b; hausväter, welchen die weiber nicht gix nachsagen wollen, wenn sie gax vorgesagt Gotthelf ges. schr. (1856) 3, 210; ein andres gicks und gacks sagen sieh unten 4 b. substantiviert für einen schrei, einen schrillen, scharfen ton, s. Staub-Tobler 2, 569, Seiler Basler 137, Hertel Thür. 106: am herde ... fühlte es (Vreneli) plötzlich was kaltes in der hand, erschrocken und mit einem kleinen gix drehte es sich um Gotthelf Uli d. pächter (1850) 336. vereinzelt für die gans: schickt man eine gigs über den Rhein, so kommt sie als gigag wieder heim bei Fischer schwäb. 3, 657, vgl. dasselbe sprichwort unter gickgack 2. 22) gicks als 'schriller, miszlungener ton' in der musik, beim geigenspiel Unger-Khull 292a; als feststehender terminus beim billardspiel für einen 'fehlstosz' nach dem hellen ton des abglitschens der queue vom billardball, vgl. Adelung (1775) 2, 1569 u. kicks teil 5, 662; mundartlich weit verbreitet, z. b. Schmeller-Fr. 1, 884; Autenrieth pfälz. 54; Müller-Fraureuth 1, 419; Jos. Müller rhein. 2, 1219; auch als 'fehlschusz': verdorbne jägergixe bei Henrici ernst-scherzh. ged. 3 (1732) 357. übertragen als 'verstosz, fehltritt, fehler', vgl. Staub-Tobler 2, 569: wie die erde ihre finstern mittelalter hatte, so haben oft kinder finstere mitteltage voll lauter kapuzinaden und gikse Jean Paul s. w. 15, 65 Hempel. 33) in den maa. ist gicks, auch in formvarianten wie gickes, gigges u. a. noch in einer fülle von sonstigen bedeutungen verbreitet, bei denen z. t. mannigfache contaminationen vorliegen mögen; das lautmalende element tritt häufig zurück gegenüber begriffen wie 'dünkel, stolz, einbildung', vgl. auch gickel, z. b. gickes Christa Trier 97b, gicks Jos. Müller rhein. 2, 1219, gück(e)s stolz Fischer schwäb. 3, 899; häufig auch auf personen bezogen 'eitles weib' Jos. Müller rhein. 2, 1218; zu gicken 2 stellt sich gikes einer, der über eine sache fortwährend lachen kann ebda 2, 1230, vgl. gicks tölpel Loritza id. vien. 51; gigs kleiner mensch Schön Saarbrücken (1928) 82; dazu giggesli schwächliches kind, schmächtige person Staub-Tobler 2, 176. 44) älter bezeugt und besonders verbreitet ist gickes, gicks im ablautspiel mit gackes, gacks, auch in composition als gickesgackes, gicksgacks ähnlich wie gickgack (s. d. sp. 7318); vgl. auch gickelgackel. seit dem frühnhd. nachweisbar, vor allem alem. und sonst obd.; als gickes gackes, auch gickes geckes in älterer zeit, seit beginn des 17. jh. in den kurzformen gicks gacks, gix gax, die vom 18. jh. an schriftsprachlich vorherrschen, während gickes gackes der volkssprache verbleibt; vgl. auch kicks 2 sowie kickskacks (teil 5, 663); gelegentlich mit langem vokal, z. b. giegesgages Nestroy ges. w. (1890) 2, 231. 4@aa) dummes, stumpfsinniges geschwätz: das weiszt man in den schuolen wol ... des rappens gschrey ist man do voll, und lerend dannacht nüt dest mer gickes geckes ist unser ler Seb. Brant narrenschiff 29 Zarncke; auch weist niemandts, seinds experiment oder canones oder gickis oder geckis Paracelsus op. (1590) 7, 421; darüber er inwendig im geschmier oder lappenbrief ... ein besonders gickes geckes und auszdeutung hergaiffert Sartorius schneider widerlegung (um 1610) 8; beliebt als spottende einleitung: gickes geckes, pfuch an galgen mit den hohen schulen Paracelsus op. (1616) 1, 148 Huser; wa bleibt daz warhafftig wort gottes, das es euch alles zuofellt? ja gickes gackes, man blent die leut nit so mit augenscheinlichen lugen J. Nas nasenesel (1571) 52b; ja gickes gacks, was hast viel meusz, hörts wol, dasz ich solchs thu mit fleisz? Mauritius comoedia v. Haman (1607) b 3. häufig in scherzhaft steigernder zusammenstellung wie gickes gackes ofenloch und andere: ja gickes geckes ofenloch, die gänsz gehn barfuosz Joh. Nas antipap. eins u. hundert (1567) 2, 199b; sieben lächerliche geschnältz oder gickesgackes ofenloch titel eines fliegenden blattes um 1620; gickes gackes ofenloch, wo bleibt so lang der kellner doch tafelconfect (Augsburg 1746) 1, 6; gickes gackes eiermusz, gänse laufen barfusz Simrock dtsch. kinderbuch (1848) 159; gickes gackes bloderzung rede dannoch einmal bescheid. sag, sterben müssen alt und jung, sterben müssen alle leut Abr. a s. Clara mercks Wien (1670) 13; als obscöne umschreibung: hie vergagens (verjagen) ein ander die floe, dort gickes geckes awe gnoe ein ander schlahens auf der trumpen fastnachtsp. 1, 383 Keller; mundartlich obd. und z. t. auch md. geläufig: ds is las nix, ds is lauta gigasggas Castelli Österr. 139; giggesgagges albernes geschwätz Albrecht Leipz. 123, die welt gaht gickes gäckes bald so, bald anders Fischer schwäb. 3, 12; in verbaler verbindung gickes gackes machen viele worte machen und nichts vernünftiges damit sagen 651; vereinzelt giegesgages für wirrwarr von tönen: erhabne melodien habn gar ein schönen klang, ... drum darf bei diesen stellen kein giegesgages sein Joh. Nestroy ges. w. (1890) 2, 321. 4@bb) alt in der redensart weder gickes noch gackes sagen, wissen als verstärkte negation, vgl. weder gick noch gack wissen oben sp. 7314, kicks noch kacks sagen, wissen teil 5, 663: es ist mit ihnen gleich als mit der nonnen psallieren, dieselbigen nonnen brauchen des psalters weis (melodie) und treiben gesang und wissen weiter weder gykes noch gagkes Paracelsus op. (1589) 2, 80; dann in der kurzform: der complementen und desz auffschneidens ist so viel, dasz keiner mehr weisz, ob es gix oder gax teutscher sprachverderber (1643) 6; sechshundert tausend eitelkeiten, die weder gicks noch gacks bedeuten Chr. Weise grün. jugend 124 ndr.; du weyst weder gigs noch gags darvon hanc rem non capis, non intellegis Stieler (1691) 594; er kan weder gigs noch gags davon Kramer teutsch-ital. 1 (1700) 446b; ich, wie ihr wiszt, weisz weder giks noch gaks davon, das weisz ich nur, ich hatt es von den feen. Wieland s. w. (1796) 18, 150; schulmeister ... in einer stadt und in etwas, von dem man im dorf weder gigs noch gags versteht Pestalozzi s. schr. 3, 121; er (in verlegenheit) sagt net gicks und net gax W. Weigand die ewige scholle (1927) 176; mundartlich weit verbreitet: der macht nit gicks noch gacks 'tut keinen zug', jetzt weisz ich weder gicks noch gacks Fischer schwäb. 3, 12; s. ferner Seiler Basler 137, Jos. Müller rhein. 2, 1219, Spiesz henneberg. 79, Anton Oberlausitz 18, 12, Frischbier preusz. 1, 232; vgl. auch gix sagen und gax sagen oben 1. 4@cc) gicksgacks eigentlich gänsegeschrei, vgl. gickgack, vereinzelt für hühnergegacker: wie haben wir müssen laufen, ... um zu lernen die kabbala, gicks gacks und kikriki, die grosze alektryomantie, bis wir endlich den spruch auf dem grabstein in der burg gockels verstehen konnten Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 62. — gicksgacks für die gans selbst wie das einfache gicks (s. oben): gicksgacks übers meer, gicksgacks wieder her (Oberaargau) Wander sprichw. 1, 1686. giggesgagges für den wiedehopf (Inntal) Schöpf tir. 190.
7729 Zeichen · 151 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gicks

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gicks , gickes , lautmalend für einen hellen, schrillen schrei, s. auch gick , kicks , nur in der schreibung weichen ab …

  2. modern
    Dialekt
    gicks

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    gicks : in der Verb. net gicks un net gacks 'kein Laut, nichts' [ Schandein Sprachsch. 73]; nit gicks un nit gacks mache…

  3. Sprichwörter
    Gicks

    Wander (Sprichwörter)

    Gicks 1. Gicks, Herr Boader, dass ihr mer nicht ne sât. – Gomolcke, 466; Frommann, III, 243, 62. 2. Man weiss nicht, ist…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gicks

18 Bildungen · 18 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

gicks‑ als Erstglied (18 von 18)

Gickshusten

SHW

Gicks-husten Band 2, Spalte 1353-1354

Gickschen

RhWB

gicks·chen

Gicks-chen giksχər Goar-Carb ; ki- Goar-NGondershsn Pl. t. n.: Bohnensorte.

gicksen

DWB

gick·sen

gicksen , vb. , mit den hier vereinigten verwandten gickezen, gickzen, gixen, gigsen und der langvokalischen variante giegsen, gieksen. laut…

gicksen II

SHW

gicksen II Band 2, Spalte 1353-1354

gicksen II

RhWB

gicksen II = stechen, lugen s. giksen.

gicksen III

RhWB

gicksen III -i- Saarbr-Feching ; -ī- Merz-Becking ; -i- Köln-Brauw schw.: schrill schreien Allg.; die jungen Vögel g. Köln-Brauw ; die Schuh…

gicksen IV

RhWB

gicksen IV -i- Sieg-Rheidt schw.: den Hund, am H. g., necken. zargen; auch einen Menschen, bis er böse wird. S. gissen, hissen, kissen. — Di…

gickser

DWB

gick·ser

gickser , m. , schriller ton, deverbativ zu gicksen: ' schrei ' Hertel Thür. 106 , gixer Staub-Tobler 2, 570 ; zu gicksen 5 gigerzr, gixer d…

gickserlein

DWB

gickser·lein

gickserlein , n. , turdus minor, ilias und tylos ... krametsvogel ... zuo Cöln heiszt er ein bitter, zuo Basel ein gixerle Heuszlin Gesners …

Gicksgackes

Pfeifer_etym

gicks·gackes

gicksen, kicksen Vb. ‘fein, hell und stoßweise tönen, schreien, lachen, sich mit der Stimme überschlagen’, ahd. irgickazzen ‘schnattern, mur…

Gicksgacks

Pfeifer_etym

gicks·gacks

gicksen, kicksen Vb. ‘fein, hell und stoßweise tönen, schreien, lachen, sich mit der Stimme überschlagen’, ahd. irgickazzen ‘schnattern, mur…

Gicks II

RhWB

Gicks II Goar-Trechtinghsn Sg. t.: in der Wend.: Er wess nit G. noch Gacks weiss gar nichts; er will nicht mit der Wahrheit heraus.

Gicks III

RhWB

Gicks III -i- Sg. t. m.: 1. Pips, die Hühnerkrankheit Simm-Belth . — 2. Einbildung; die hot en G. Simm-Laub . S. Gickes bei Gickel III.

Gicks IV

RhWB

Gicks IV gigs, Pl. -gsə Ottw w. der Theel m.: kleiner Mensch; Scholergicks.

gickstern

RhWB

gicks·tern

gickstern ji- Wippf-Dohrgaul , Siegld schw.: kichern, gickeln (s. d.). — Dieselbe Abl.