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goder

mhd. bis nhd. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

goder m.

Bd. 8, Sp. 668
goder, m. , doppelkinn, wamme; kehlkopf, gurgel, schlund; obd. (bair.-österr.) nebenform zu koder, s. teil 5, 1569; Schmeller-Fr. 1, 1226; goder, gurgel jugulum, fauces, gurgulio Henisch (1616) 1673, 14; goder, gurgel Harsdörffer poet. trichter (1647) 2, 145; mundartlich auch als gauder, so bei Hintner der Defregger dialekt 66; Lexer kärnt. wb. 118. in dieser form vereinzelt auch für die östl. Schweiz (Graubünden-Chur, Prättigau) bezeugt, vgl. Staub-Tobler 2, 122. zur wurzelform *gt-, dentalerweiterung der grundwurzel *geu- 'biegen, krümmen, wölben'; verwandt sind u. a. ags. codd 'sack, hülse, scrotum', engl. cod dasselbe und 'kissen', an. koddi 'kissen', norw. kodd 'hode', kodde 'kissen', aschw. kodde 'hode', schwed. kudde 'kissen', n. kodde 'hode', ahd. kiot 'bursa' (ahd. gl. 1, 712, 8; doch nach Steinmeyer verderbnis von kiulla), keutel 'fischsack, herabhängende wamme oder unterkinn' teil 5, 655; auszergerm. lat. guttur 'gurgel, kehle'; weiteres s. bei Walde-Pokorny 1, 560 und Walde-Hofmann lat.-etym. wb. 1, 629. der anlaut ist also sicher germ. k; obd. g ist unerklärt, es tritt für k sonst in lehnwörtern oder unter analogem einflusz von wörtern mit g (wie schweiz. gitzi 'kitze' nach geisz) auf, s. Sütterlin nhd. gr. 226 f. 11) unterkinn, doppelkinn; 'fettwulst zwischen kinn und hals' Jakob Wien 71. mundartlich noch bei Hügel Wiener dial. 69; Schöpf tirol. 198; Höfer etym. wb. von Oberdeutschland 1, 304; Schmeller-Fr. 1, 873 (mit belegen aus mundartnahem schrifttum); Lexer kärnt. wb. 117. von der faltig herabhängenden haut am halse des rindviehs, vgl. Schmeller-Fr. 1, 873 (nach einem handschr. vokabular von 1832); Unger-Khull steir. wortschatz 298. vereinzelt von dem hautsack der wasservögel: die meergansz, so ein groszer vogel, wie sunst ein gansz, der hat under dem schnabel ein groszen goder herab hangen J. B. Fickler v. Weil Olai magni historien (1567) 46a. wohl zugleich die bedeutung 2 umfassend: (die im flusz stehenden wasservögel) teten die goder auf und lieszen die offen sten, das in nichts chund entgen (von fischen) bei Schmeller-Fr. 1, 873. 22) kehle, gurgel, schlund, vgl. Schmeller-Fr. 1, 873; Schöpf tirol. idiot. 199: der zwelft von sauffen wirt so vol, das er es oben greiffet in des goders hol und geit den zol dem wirt an alles aischen Oswald v. Wolkenstein 122, 44 Schatz; hett ich nun jetz ein trünckly win, dasz ich den goder möchti spülen bei Bächtold schweiz. schausp. 1, 209; feste verbindung ist den goder waschen: das sey ... so nym hin dy flaschen, ja, ich muesz noch pas mein goder waschen bei Wackernell altdtsche passionssp. 480; lasz mir auch etwas in der flaschen, das ich den meinen goder hab zu waschen bei Pichler drama d. mittelalters in Tirol (1850) 166; Hans Sachs liebt diese wendung: so wol sie ziehen mag im maul aus der stützen, kandel und flaschen, darmit iren goder zu waschen sämtl. fabeln u. schwänke 4, 269 ndr.; wo sie kumbt uber die weinflaschen, thut sie den alten geder waschen s. w. 5, 263 lit. ver.; vgl. ferner 5, 274; 17, 280; 21, 105; 21, 189. —
3110 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    goderstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    goder stm. gurgel, schlund. des goders hol Wolk. 23. 4,10. — vgl. Schm. Fr. 1,873. Kwb. 117. Schöpf 198. Dwb. 5,1569 ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    goderm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    goder , m. , doppelkinn, wamme; kehlkopf, gurgel, schlund; obd. ( bair.-österr. ) nebenform zu koder, s. teil 5, 1569; S…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit goder

12 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

goder‑ als Erstglied (11 von 11)

Gōderdesberch

MNWB

° Gōderdesberch , sünte G., n. pr., St. Gotthard (Schweiz).

godere(n)

Idiotikon

godere(n) Band 2, Spalte 122 godere(n) 2,122

goderfleisch

DWB

goder·fleisch

goderfleisch , n. : der baader schneidete ihr unter dem kinn den schaden auf und nahm das darinnen verfaulte goderfleisch ... heraus bei Ung…

gôderhande

MNWB

goder·hande

gôderhande , guͦderhande lü̑de, manne, vrouwen, ên g. man Adlige, von edler Abstammung .

Goderich

Meyers

gode·rich

Goderich (spr. gódd'ritsch), Hafenstadt in der kanadischen Provinz Ontario, an der Mündung des Maitland in den Huronensee, mit Salinen, Fisc…

goderlîn

Lexer

goder·lin

goderlîn stn. goderlein vorn am hals, epiglottum Voc. 1482.

²gōderlinc

MNWB

goder·linc

2 gōderlinc (ȫ?) „ gōderlink ys eyn appel ” ; „ g. est pomum punicum”, „goderdingum”. S. gōdeharde, gōdehardyke?

goderlīn

KöblerMhd

goder·līn

goderlīn , st. N. nhd. „Goderlein“, kleines Kinn ÜG.: mlat. epiglottum Voc Q.: Voc (1482) E.: s. goder, *līn? (2) W.: nhd. (ält.) Goderlein,…

Ableitungen von goder (1 von 1)

godere

GWB

godere ital: das Leben genießen, sich vergnügen; im lakon Tagebuchstil Morgens R. Seccatore [ dh lästiger Mensch ]. dann godo. Zu &sonne; es…