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grabstatt

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grabstatt f.

Bd. 8, Sp. 1639
grabstatt, f. , neben jüngerem, aber weit gebräuchlicherem grabstätte (s. d.), grabstelle (s. d.). zur formgeschichte des grundworts und seinem verhältnis zu stätte vgl. s. v. statt I 2—4, teil 10, 2, 1, sp. 953ff. in älterer schreibung stehen grabstat, -stadt (Bütner epitome hist. [1596] 303b), -stad (Kuhlmann geschichtherold [1673] 46) neben heute allein gültigem grabstatt. für den pl. ist, wie beim simplex statt, starke flexion anzusetzen, doch ist sie im 17. u. 18. jh. von dem älteren starken pl. des wortes grabstätte nicht zu trennen. doppeldeutige nachweise dieser art s. unter grabstätte (z. b. 2 e). als grabesstatt gelegentlich im vers (s. u.). als greberstatt vereinzelt (s. u. 1) und wohl an die bedeutung 1 gebunden. ahd. singuläres grabastat (s. u. 1), mnd. grafstede Lasch-Borchling 1, 2, 147; graffstedde (16. jh.) Bauer-Collitz Waldeck 146 (beide nachweise hierher und nicht zu grabstätte, vgl. auch s. v. statt I 2 b; 5 a. a. o.). grabstatt, neben seinem konkurrenzwort grabstätte im 16. jh. völlig, im 17. jh. noch nahezu gleichberechtigt (lexikalisch aber über Henisch und Hulsius hinaus anscheinend nicht mehr verbucht), tritt später hinter grabstätte ganz zurück, vermag sich aber, zumal in poetisch gehobener sprache, bis in die gegenwart zu behaupten. 11) der für eine bestattung vorgesehene platz, wie grabstätte 1 a. hierher wohl der einzige ahd. beleg, der freilich in seiner abweichung von der lat. vorlage nicht ganz eindeutig zu interpretieren ist: (sie) couftun fon then accar leimuurhten in grabasteti elilentero (in sepulturam peregrinorum) Tatian 193, 5 (gabasteti hier wahrscheinlich acc. pl., kaum dat. sg., was den sinn nicht treffen würde; aber auch schwerlich acc. sg., da steti im nom. u. acc. sg. nur unsicher bezeugt ist, s. Schatz ahd. gr. 216); Abraham, Isack vnnd Jacob seind vff jrem aygen acker in ainem höl begrabenn worden, also für vnd für yetlicher, wo er wolt, on weyhung der grabstat Eberlin v. Günzburg s. schr. 2, 18 ndr.; dasz sie (die frauen) seine (Heinrich Frauenlobs) leiche bisz an seine grabstatt getragen Morhof unterr. v. d. dt. spr. (1682) 1, 330; 's gibt eine sage, dasz, wenn plötzlich matt unheimlich schaudern einen übergleite, dasz dann ob seiner künft'gen grabesstatt der todesengel schreite A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 1, 211; und hab ich auf der insel eine grabstatt gesucht für mein dirndl Rosegger laszt uns von liebe reden (1909) 259. 22) die stätte eines grabes, wie grabstätte 1 b: wir werden von ihm (dem bildnis eines verstorbenen) nicht verlangen, dasz es die eigentliche grabstätte bezeichne (auf seinem grab angebracht wird) Göthe I 20, 206 W.; und ist deine grabstatt nach hundert jahren vergessen, redet nicht der acker jahraus, jahrein: mich hat arbeit so fruchtbar und schön gemacht, bauernarbeit? Leppa herzenssachen (1923) 20. 33) in gehobener sprache anstelle des einfachen grab, vgl.grabstätte 2 c: und deine grabstat müsse durchaus geheiligt seyn (schluszzeilen eines trauergedichtes auf einen verstorbenen verwandten) Simon Dach 759 lit. ver.; vgl. 335; und sollt ich auch mit halb erstorbnen kräften, drey worte nur an deine grabstat heften bei Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 6, 263. so auch für ein grabmonument, wie grabstätte 2 b: sehet diesen, der für sich eine grabstatt aufgeführet, welche keinem tempel wich; diesen, welchem man zuvor pyramiden bauen müssen anmuth. gelehrsamk. (1751) 7, 639 Gottsched. 44) nur lexikalisch 'gräberfeld, friedhof', wie grabstätte 3: sepulcretum ein gottsacker, kirchhof, gräberstat Calepinus undec. ling. (1598) 1331a; grabstatt grabacker, kirchhoff, coemiterium, dormitorium, locus sepulturae Henisch (1616) 1722; vgl. noch Hulsius-Ravellus t.-franz.-ital. (1616) 144a. hierher möglicherweise noch der in seiner zuordnung nicht eindeutige Luther-beleg unter grabstätte 3.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grabstattf.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    grabstatt , f. , neben jüngerem, aber weit gebräuchlicherem grabstätte ( s. d. ), grabstelle ( s. d. ). zur formgeschich…

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Cotta, M. (2026). „grabstatt". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grabstatt/dwb
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Cotta, Marcel. „grabstatt". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grabstatt/dwb. Abgerufen 17. May 2026.
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Cotta, Marcel. „grabstatt". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grabstatt/dwb.
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