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Weinen

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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31 in 21 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Weinen v., intrs, ntr, trs, intrs

Bd. 5, Sp. 646b
Weinen, v. I) intrs. Thränen vergießen, fließen lassen, aus körperlichem Schmerz oder aus Betrübniß, innerem Leiden. Vergl. Schluchzen, Heulen, Wimmern und Thränen. Kinder weinen leicht. Sich des Weinens nicht enthalten können. Einen weinen machen. Über etwas weinen, über den Verlust einer Sache, über einen Vorfall  So auch, um etwas weinen. Geweint hat, geweint um mich, Die meine Seele liebt. — Kosegarten. (R). Dichterisch auch ◬ einem weinen, für, um oder auch über ihn weinen. Ach, Wunna weinte mir. Kosegarten. (R) Richt Grames Thräne! Gram entehrt Den Mann, dem Wunna weint. Ders. (R). »Wie wir dem Helden des Schauspiels staunen und weinen.« Benzel=Sternau. Nach etwas weinen, weinend, mit Thränen sich nach etwas sehnen, ehemahls auch für, um, wegen etwas weinen. S. Nach. So laze ich uch vil licht ein teil E — nach mir geweinen. Der arme Heinrich. (R). — — Des ist gar ohne Noth, Daß der nach Schaden weinet, der ihn da hat gethan. Nibelungenl. V. 3975. Vor Rührung, vor Freude, vor Betrübniß weinen, durch Rührung, Freude, Betrübniß zum Weinen gebracht werden. Er klagt und weint in ihre Klagen. Gellert. Warum weinen die Töchter Jerusalem? — Klopstock. II) ntr. mit haben. 1) Von Thränen erfüllt werden, überlaufen. Sein Auge weint. Ir Augen, weint! Ramler. Mit weinenden Augen, mit Augen, aus welchen Thränen fließen, weinend. Uneigentlich vom Weinstocke, Saft, Tropfen fließen lassen; daher diese Tropfen selbst auch Thränen genannt werden. Der Weinstock weint oder thränet, wenn er im Frühlinge beschnitten wird. »Wie im Frühling überfüllte Zweige unverwundet weinen.« I P. Richter. Auch das erste Abträufeln des stärksten Brantweins, wenn er durch das zweite Übergehen aus der Blase von dem Lutter gewonnen wird, wird von den Brantweinbrennern ein Weinen genannt. 2) △ Sich durch Thränen äußern. Bald weint aus euch der Schmerz. Ramler. Und aus Augen, welchen Thränen Nie entrollten, weint der Schmerz. Matthisson. Ehemahls, auch wol noch jetzt, auch mit nach. Nach etwas weinen. Sehnsucht nach etwas durch Thränen verrathen, weinend sich nach etwas sehnen. So sit irz, die er meinet, nach der sin herce weinet. Parcival. (R). Das Kind weint nach der Mutter. 3) ◬ Mit sanfter Bewegung und sanftem Geräusche fließen. Und wie ein fernher weinender Bach, wenn vor dem Gewitter Todesstille den Wald beherrscht, erklangs in den Saiten. Klopstock. III) trs. 1) Thränen vergießen, mit Nennung der Thränen oder dessen, was ihre Stelle vertritt, im vierten Falle. Bittere Thränen weinen. Man möchte Blut, blutige Thränen weinen. 2) ◬ Seine Empfindungen durch Thränen äußern, und sich dadurch erleichtern. Wäret ihr (Thränen) nicht, und könnte der Mensch sein Leiden nicht weinen. Klopstock. So auch mit dem dritten Falle der Person. — Darf ich's dir weinen, Was mir meine Seele zerreißt? — Klopstock, d. h. darf ich es dir weinend klagen? Dann, ◬ mit Thränen, weinend bedauern, beklagen; besonders ein Unglück, einen Verlust, oder vielmehr eine Person, welche Unglück erfährt, Leiden erduldet  Warum weinen die Töchter Jerusalem? Weinet mich nicht. Klopstock. Weinen wir erst Patroklos; denn das ist die Ehre der Todten. Voß. Welche (Kinder) schon bei ihrer Geburt die Sterblichkeit weinen. Klopstock. 3) Durch Weinen bewirken, hervorbringen. Sich die Augen roth, wund, blind weinen. Weinte sie um mich das Auge roth. — Kosegarten. (R). — — Das Mädchen, Das die rosige Wange naß geweint hat. Voß. Die dem Tydiden männlich widerstanden, Weint ein Betrüger in den Untergang, Schiller, d. h. bringt ein Betrüger durch Heuchelthränen ins Verderben. — Für weinen in eigentlicher Bedeutung als intrs. hat man eine Menge landschaftlicher Wörter und Ausdrücke, welche theils die Heftigkeit des Weinens, theils den leisern oder stärkern und gröbern Laut, welcher oft damit verbunden ist, besonders bei Kindern, theils auch das Verziehen des Gesichts dabei mit ausdrucken, z. B. Х weinen, daß der Bock stößt, wenn man dazwischen mit Heftigkeit nach langen Zwischenräumen Athem holt, welches mit einem Laute und mit Emporwerfen des Kopfes geschieht; schluchzen, flennen, greinen, grannen, granzen, zannen, hienen oder heinen (in Ulm), liren, wupen, ninneln, ninnern  — D. Weinen.
4213 Zeichen · 92 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    weinenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    weinen stn. das weinen. daʒ Brünhilde weinen sol im werden leit Nib. 816,3. des wart grôʒ weinen dâ getân Parz. 594,20. …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    weinensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    weinen , sw. V. Vw.: s. wēnen (3) L.: Lü 569a (weinen)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weinen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Weinen , verb. regul. neutr. & act. 1. Eigentlich, Thränen vergießen. Sowohl als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    weinen

    Goethe-Wörterbuch

    weinen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weinen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Weinen , s. Thränen .

  6. modern
    Dialekt
    weinen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    weine n [wainə Orschw. Su. ; wèinə, wæinə Münster ; wǽnə Z. ] Safttropfen hervordringen lassen, von den Reben nach dem B…

  7. Sprichwörter
    Weinen

    Wander (Sprichwörter)

    Weinen 1. Auf Weinen folgt Lachen. – Schlechta, 542. 2. Dem einen ist's zum Weinen, dem andern zum Zähneknirschen. Böhm.…

  8. Spezial
    Weinen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Wei|nen n. (-s) pité m. , bradlé m. ▬ zum Weinen bringen mëte a pité.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weinen

56 Bildungen · 13 Erstglied · 37 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von weinen 2 Komponenten

wei+nen

weinen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weinen‑ als Erstglied (13 von 13)

weinenbrōt

KöblerMhd

weinen·brōt

weinenbrōt , st. N. nhd. Trauerbrot Q.: Cranc (FB weinenbrōt) I.: Lüs. lat. panis lugentium? E.: s. lat. panis lugentium W.: nhd. DW- L.: FB…

weinende

Lexer

wein·ende

weinende , weinde part. adj. BMZ weinend, wehklagend, allgem. ( weinunde chuster in Gen. D. 93,23. wær si im weinunde an gelegen, hätte sie …

weinendig

DWB

wein·endig

weinendig , -lich , adj. das part. präs. von weinen tritt mehrfach vermehrt um die silbe -ig oder -lich auf ( s. Wilmanns d. gramm. 2 2, 491…

weinendlich

KöblerMhd

wein·endlich

weinendlich , Adj. nhd. „weinendlich“, weinend Hw.: vgl. mnl. wēnentlijc, mnd. wēnentlīk* Q.: Seuse (1330-1360) (FB weinendlich) E.: s. wein…

weinendlīche

KöblerMhd

weinendlīche , Adv. nhd. „weinendlich“, weinend Hw.: s. weinenlich Hw.: vgl. mnl. wēnenlijc E.: s. weinen W.: s. nhd. (ält.) weinendlich, Ad…

weinenswert

DWB

weinen·swert

weinenswert , adj. vorwiegend in wbb.: Frisch; Steinbach; Campe, stets als widergabe von lat. flebilis, dafür weinenswürdig Steinbach ; der …

Weinenswerth

Campe

weinen·s·werth

Weinenswerth , — er, — este , adj . u. adv . beweinenswerth, werth, daß man darüber weinet. Frisch.

weinente

DWB

wein·ente

weinente , f. ' bezechter ' wegen des wankenden gangs: Fischart prakt. 21 ndr., s. u. weineule. —

weinenzen

DWB

wein·enzen

-enzen , v. ' nach wein riechen, schmecken ', wie 1 weineln, 1 weinen, s. d. und Feuerstein a. a. o. 135 . im eig. sinn: weinintzender geruc…

weinen als Zweitglied (30 von 37)

jāmerweinen?

KöblerMhd

*jāmerweinen? , V. nhd. „jämmerlich weinen“ E.: s. jāmer, weinen W.: nhd. DW-

minneweinen

KöblerMhd

*minneweinen , V. nhd. „minneweinen“ E.: minne (1), weinene W.: nhd. DW-

vröudenweinen?

KöblerMhd

*vröudenweinen? , V. nhd. „weinen vor Freude“ Hw.: s. vröudenweinen (2) E.: s. vröude, weinen

abweinen

DWB

abweinen , deflere, nnl. afweenen: ein kaiser, den sehnsucht und gebet dem himmel abgeweint. Günther; die augen abweinen, deflere oculos; si…

afwêⁱnen

MNWB

afwêⁱnen , swv. , durch Tränen reinigen, büßen.

ane weinen

MWB

ane weinen swV. ‘jmdm. zugewandt weinen’ (mit Akk.d.P.): Marjâ Magdalênâ, / [...] / sich mit ir herzen touwe / von ir sünden reinde, / dô si…

anegeweinen

KöblerMhd

ane·geweinen

anegeweinen , sw. V. nhd. anflehen, beweinen Q.: Berth (um 1275) E.: s. ane, ge, weinen W.: nhd. DW2- L.: Hennig (anweinen), LexerN 3, 22 (a…

anweinen

DWB

anweinen , afflere: thränen nur dich anzuweinen; ach warum klagt allein die arme poesie? sie kömmt, sie fällt und faszt dein väterliches kni…

aufweinen

DWB

auf·weinen

aufweinen , planctus in caelum tollere: was der hocherhabene schrieb, verehr ich im staube, weine gen himmel nicht auf. Klopstock 1, 20 . ne…

ausweinen

DWB

aus·weinen

ausweinen , efflere, nnl. uitweenen, 1 1) desinere flere: wenn du, mein auge, nun lang über meines lebens schicksal, brechend im tode, nun a…

beweinen

DWB

beweinen , deflere, deplorare, ahd. piweinôn, mhd. beweinen: thaʒ sînan friunt biweinô. O. V. 23, 246 ; mit ougen und mit herzen ir herzelie…

durchweinen

DWB

durch·weinen

durchweinen , mit wein erfüllen; vergl. beweinen. jedoch so war ist was wir lesen das wein vor fäule bhüt, so wird des Rabeles nam und wesen…

erweinen

DWB

erweinen , plorare, flere, ahd. irweinôn, mhd. erweinen. 1 1) intr. thränen vergieszen: ahd. thiu wîb thërô lantliutô thiu irweinôtun thô lû…

firsweinen

KöblerAhd

fir·sweinen

firsweinen , sw. V. (1a) nhd. schwächen ne. weaken ÜG.: lat. attenuare N Q.: N (1000) I.: lat. beeinflusst? E.: s. fir, sweinen W.: mhd. ver…

geweinen

DWB

gewe·inen

geweinen , verb. , verstärktes weinen, s. d.; die zusammengesetzte form ist wesentlich auf die mittelhochd. periode beschränkt, vgl. mhd. wb…

hërzeweinen

Lexer

herze·weinen

hërze-weinen swv. sehr weinen. daʒ dû vil dicke sæhe dînen vater unde mich herzeweinen umbe dich Alexius 115,10.

hërzenweinen

MWB

hërzenweinen swV. ‘bitterlich weinen’ daz dû [...] doch vil dicke sæhe / dinen vater unde mich / herzeweinen umbe dich AlexiusE 810; subst.…

hi(n)schweinen

Idiotikon

hi(n)schweinen Band 9, Spalte 1884 hi(n)schweinen 9,1884

irweinen

KöblerMhd

irweinen , sw. V. Vw.: s. erweinen

jâmerweinen

MWB

jâmerweinen swV. ‘von Leid erfüllt weinen’ (subst.): sine jamer weinen wart so groz / daz er die brust zu tal begoz Vät 29543; sine jamerec …

jāmerweinen

KöblerMhd

jāmer·weinen

jāmerweinen , st. N. nhd. „jämmerliches Weinen“, schmerzliches Weinen Q.: Vät (1275-1300) (FB jāmerweinen) E.: s. jāmer, weinen W.: nhd. DW-…

minnenweinen

KöblerMhd

minnen·weinen

minnenweinen , st. N. nhd. „Minneweinen“ Q.: AdelhLangm (Ende 14. Jh.) E.: s. minne (1), weinen W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 317 (minnenweinen…

mitweinen

DWB

mit·weinen

mitweinen , verb. vereint weinen: mitweinen, conflere. voc. inc. theut. o 1 b ; ich weine mit, collacrymo. Steinbach 2, 967 ; ich halt es mi…

reweinen

KöblerMhd

reweinen , sw. V. Vw.: s. erweinen

Ableitungen von weinen (6 von 6)

beweinen

DWB

beweinen , deflere, deplorare, ahd. piweinôn, mhd. beweinen: thaʒ sînan friunt biweinô. O. V. 23, 246 ; mit ougen und mit herzen ir herzelie…

erweinen

DWB

erweinen , plorare, flere, ahd. irweinôn, mhd. erweinen. 1 1) intr. thränen vergieszen: ahd. thiu wîb thërô lantliutô thiu irweinôtun thô lû…

geweinen

DWB

geweinen , verb. , verstärktes weinen, s. d.; die zusammengesetzte form ist wesentlich auf die mittelhochd. periode beschränkt, vgl. mhd. wb…

verweinen

DWB

verweinen , v. zu wein: in dein verweinten und versoffnen kopff Guarinonius greuel d. verwüstg. 667 . als technischer ausdruck in der brannt…

zerweinen

DWB

zerweinen , verb. , refl., sich in thränen ergieszen: Stieler 2479 ; stärker als sich aus-; gewöhnlich sich die augen z., wo jetzt sich die …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „weinen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/weinen/campe
MLA
Cotta, Marcel. „weinen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/weinen/campe. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „weinen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/weinen/campe.
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