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gefilde

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gefilde n.

Bd. 4, Sp. 2139
gefilde, n. collectivum zu feld, ahd. gifildi campi, campestria Graff 3, 517, mhd. gevilde, ags. gefilde Grein 1, 399. 11) zur form ist zu bemerken 1@aa) im westl. md. auch gefelde: sie wâren kumen zu gelde an walde und an gevelde. Herb. 1864; von weme oder woher ir wasser und weide, wald und gefeld zu lehen habt. weisth. 6, 622, aus Pellenz, 14. jh.; nrh. geveltz (s. 1, c a. e.). noch im 17. jh., bei einem Meiszner: der halb erfrorne nord weht durch das schwache thal, macht das gefelde blosz. Fleming 124 (Lapp. 38). 1@bb) im pl. auch mit -er, schon ahd. kefilder N. 95, 13, und nhd.: wie wenn zu sommers zeit die dünstigen gefilder der grimme hundsstern brennt, der auen schöne bilder, die blumen werden welk. Fleming 17; und dasz der Linus auch die thebischen gefilder, das ungezahmte land, gemachet hat viel milder. 57; den verödeten gefildern mangelt itzt ihr pflug und mann. gärt' und felder die verwildern .. 307; die nacht umschatteter gefilder führt den sinn auf schreckenvolle bilder. Wieland 31, 53. 1@cc) oberd. auch gfil (eigentlich gfill) aus gfild: ich sih den herren von Abensperg wol über das gfil herreiten. Uhland volksl. 434; so noch bair., auch gefül, gefiel geschrieben, s. Schm. 1, 526 fg. auch hd. mit ie: ein weites gefielde. Lessing 4, 239. 22) im eigentlichen sinne, mit mehrfach besonderer färbung. 2@aa) im genauen sinne freies feld, flaches land im unterschied von berg und thal, auch von waldlandschaft (vgl. blachgefilde): daz schif zuo dem stade stieʒ in eine grôʒe wilde. dâ was dehein gevilde, niwan berge unde tal. Wigal. 152, 5 (5869). dan schiet ich und reit vil vruo ze walde von gevilde. Iw. 397, wo freilich bei walt eben ein gebirge vorgestellt sein wird; vgl. wald und gefeld unter 1, a; perg, holz, gevild in manchem land, das ich viel hab erriten. Wolkenst. 108, 2, 7. daher als eigenname von gegenden, z. b. öfter in Baiern, wo das freisein von gebirge und wald ausgedrückt scheint, s. bei Schm. 1, 526 fg., im 15. jahrh. z. b. zwen hof in Dachauer gericht auf dem Gevild; daher gefildner, bewohner z. b. der Mosachgegend. ähnlich bei Luther: das gefilde Moab 4 Mos. 22, 1, der Moabiter 33, 48. flachland: das sind die wort, die Mose redet zum ganzen Israel jenseid dem Jordan in der wüsten auf dem gefilde. 5 Mos. 1, 1. 2@bb) auch, wie feld, für schlachtfeld, zu dem ja flachland meistens dient (s. schon unter 1, c aus dem 15. jahrh.); (einerlei) swaʒ er vüeret amme schilde, ist ot er vrum ûfme gevilde. Thom. w. gast 10448; und das auf dem gefilde werd gerochen meine not. heldenb. 283, 14 K.; zum wilden eisernen würfelspiel streckt sich unabsehlich das gefilde. Schillers ged. die schlacht. s. auch kampfgefilde, schlachtgefilde, blutgefilde. 2@cc) mit bezug auf den feldbau, der auch unter 1, a bei walt und gevelde gemeint ist; im j. 1481 wird in der Meiszner gegend ein dorf vergeben mit gefilden, wesen, holzen u. s. w. cod. dipl. II, 3, 263, mit den feldfluren, im gegensatz zu wiese und wald. Schmeller 1, 527 gibt aus Obersachsen gefild als mehr erhobene gegend im gegensatz von niederungen, d. h. die wesentlich nur zu wiesen taugen; so im gegensatz zu wiesen: wanderten allgemach durch die gefilde und wiesen. Opitz 2, 286, felder. im gegensatz zum garten, von feldblumen: des gartens blumen, blumen des gefildes. Göthe 4, 87. daher von einem ganzen lande als fruchtbar, wolangebaut: und man wird gehen im ganzen lande umb wie auf einem gefilde. Zach. 14, 10; im plur.: der herr .. machet ire (Zions) wüsten wie lustgarten, und ire gefilde wie einen garten des herrn. Jes. 51, 3. mhd. auch ungevilde, wüstes land. vgl. korngefilde, fruchtgefilde. nrh. geveltz früchte auf dem felde Cöln. chron. 2, 169, 27. 2@dd) aber auch für landschaft, gegend überhaupt, wenn auch vorzüglich an bauland gedacht wird, aber wald und berg nicht ausgeschlossen: ob er danne wolde die bluomen gar ûʒ dem gevilde ouch vüeren an dem schilde (als wappenbild.) welsch. gast 10427. ein liebliches gefild mahlt ein entzückend bild in sein geblendtes aug. Wieland 31, 22; wie schweigt um uns das weisze gefild (winterlandschaft). Klopstock od. 1798 1, 218; und der winter um sich her das gefilde sanft schimmernd bedeckt. 303; ausgestorben trauert das gefilde, keine gottheit zeigt sich meinem blick. Schiller götter Griech. v. 12. wieder auch im plur., s. Fleming unter 1, b. 2@ee) und wirklich auch von gebirgslandschaft, so auch für wald, waldgebirge (vgl. unter feld 2), wilt gevilde: durch menge roschen (felsen) wilde und ubir wild gevilde. Mart. 126, 100; die lilien in dem garten ... die blumen in den auwen, die stein (felsen) und die hochgewachsen paum im wilden gefilde. ackerm. aus Böhmen 13, 16. so dann auch vom standort oder revier des wildes: ich sach hinuber gens (gegen das) gefilde zu dem edlen wilde (hirsche). fastn. sp. 1394, das ganze geht im walde vor, s. vorher, besonders s. 1393; ich nim mir ein ebenbild bei manchem tierlein wild, das springt auf grüner heide, got bht im sein gefild. Uhland volksl. 582, wo heide den wald einschlieszen kann (s. dort 3). 2@ff) mhd. auch im bergbau gleich feld (s. dort 10): iʒ ist ein unverschrôten ganc ûf einem ganzen gevilde. Germ. 1, 347a, also auf dem gebirge. vgl. eisgefilde im hochgebirge. 33) übertragen, bildlich. 3@aa) übertragen in himmel und unterwelt u. ä., als wohnort der geister und seelen: (liebe) die mein steigendes herz himlisch erweiterte, nun in süszeren träumen mich in Edens gefilde trägt. Klopstock od. (1798) 1, 101; segnet dem fliehenden geist in die gefilde nach, wo kein tödtender held mehr siegt. 1, 4; ist es nicht gott, der ihn (den verstorbenen) in seine gefilde gesät hat? 1, 237, d. h. als samenkorn in sein feld der ewigkeit (den 'gottesacker'), 'dem tage der garben zu reifen' (1, 167); in die seligen gefilde. Bürger ged. 1778 s. 245; vgl. himmelreine lustgefilde (so zu lesen) Göthe 2, 28 (deutscher Parnass), d. i. gefilde himmelreiner lust, ein Eden; die andre (seele) hebt gewaltsam sich vom duft zu den gefilden hoher ahnen. Göthe 12, 61; aus himmlischen gefilden. Schenkendorf (1815) 181. von der unterwelt: nicht der Erinnyen fackel, das bellen der höllischen hunde schreckt den verbrecher so in der verzweiflung gefild. Göthe 1, 302; jedem selgen aug' verschlossen bleibt das nächtliche gefild'. Schiller ged. 1800 1, 6 (klage der Ceres). 3@bb) auch am sichtbaren himmel: der morgenröht gefild, wo unsre augen weiden. Creuz ged. (1769) 2, 158. vgl.feld des himmels Kant 8, 255, das ewige feld Günther 927, sternenfeld oder gefilde. 3@cc) mhd. auch zu feld 11, fach in eintheilung einer fläche, z. b. gevilde des schildes Germ. 14, 70 v. 26, daʒ schâchgevilde, schachbret. zeitschr. f. d. alt. 17, 377, 26. 3@dd) rein bildlich z. b. kunstgefilde (s. d.), wie gebiet.
6821 Zeichen · 197 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    gefildeN.

    Köbler Ae. Wörterbuch

    gefilde , N. nhd. Gefilde, Ebene Hw.: vgl. ahd. gifildi E.: s. ge-, filde L.: Hh 104

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gefilde

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Gefilde , des -s, plur. ut nom. sing. in der edlen und dichterischen Schreibart der Hochdeutschen, ein ebner, flache…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gefilde

    Goethe-Wörterbuch

    Gefilde Kleinschr 15 2 ,95 Faust II 8869 Var ; auch apokopiert ‘Gefild (Gefild’)’, meist reim- od rhythmusbedingt; öfter…

  4. Spezial
    Gefilde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|fil|de pl. 1 ciamps m.pl. , ciampopré m. 2 (poetisch: Landschaft) contrada (-des) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gefilde

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Ableitung von gefilde

ge- + filde

gefilde leitet sich vom Lemma filde ab mit Präfix ge-.

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