feld,
n. ager, campus (
pl. felder,
selten felde),
ahd. fëld (
pl. fëld
und fëldir),
mhd. vëlt, vëldes,
alts. feld,
nnl. veld,
fries. fäld, field,
ags. fëld,
m. pl. feldas,
engl. field,
langob. feld (in campis patentibus, qui sermone barbarico feld appellantur.
P. Diac. 1, 20).
goth. filþ?
in den bruchstücken steht kein πέδον oder πεδίον (
nur Luc. 6, 17
ἐπὶ τόπου πεδινοῦ, in stada ibnamma), vaggs
bezeichnet den paradiesgarten, wie ahd. wanc
in viel ortsnamen erscheint. altn. gilt für campus vângr,
hingegen fiall,
das aus fialþ,
goth. filþ,
wie gull
aus gulþ
hervorgegangen sein musz, bedeutet mons, rupes, schw. fjäll,
dän. field
gleichfalls rupes, denn schw. fält,
dän. felt
campus wurden erst später aus dem nhd. entlehnt. die abstehende bedeutung mons und campus kann den einklang der formen nicht aufheben und wird höhere einigung zulassen: als gegensatz zum gewässer ist auch das gebirge ein gefilde.
zunächst liegt, für die geschichte unsrer sprache bedeutsam, das finn. pelto
gen. pellon,
ager, estn. pöld
gen. pöllo,
lapp. päldo, bäldo,
ungr. föld,
mit der in dieser sprache üblichen fortschiebung des consonants und der bedeutung terra, umsomehr an alts. folda,
ags. altn. föld
f. terra stoszend, da die begriffe land, erde, boden, feld in einander rinnen. allen sl. sprachen eigen ist das offenbar verwandte n. pole (
serb. illyr. polje)
feld, ohne lingualauslaut. so weit sich dies wort erstreckt, liegt seine abkunft im dunkel. darf man gr. πέδον und πεδίον anschlagen, die gerade wie pole
und polje
neben einander stehn? d
und l
tauschen oft, doch 2, 209
glich πέδον unserm boden
und gehörte zu πούς,
vgl. skr. pada,
pes, gressus und regio, so dasz πέδον das betretene land wäre. im latein müste man den anlaut von planus
und planities
herbeiziehen, oder hilft pello pepuli
die wurzel von feld
erschlieszen? feld
hiesze das land auf das, über das getrieben wird, die trift, ganz wie ager
zu agere
gehört, und expellere
ist austreiben, aus dem land jagen. an pellere
wurde sp. 1278
bei fallen
erinnert, weder fallen
noch fällen
leiten über auf feld,
doch will es Frisch
aus dem fällen der bäume erklären. dem sl. pole
unmittelbar nah findet sich poł, puol
dimidius, finn. puoli,
ungr. fel,
aus der vorstellung halb entspringt die von pars, latus, regio; wie ahd. halba
regio ausdrückt, könnte auch pole
aus pol
hervorgegangen sein. berührung mit fels,
rupes, dessen sinn ganz in den des nord. fiall
reicht, scheint nicht abzulehnen. alle diese ableitungen bleiben noch höchst zweifelhaft. halten wir uns an die bedeutungen. 11) erde
und land
sind allgemeine namen, die berg und thal, wald und mark, heide und feld umfassen. heide
und feld
sind uns die sich ausdehnende ebene im gegensatz zu gebirge und wald: ze vëlde und niht ze walde. Walther 35, 22;
obgleich im walde
selbst auch wieder ein feld
gelegen sein kann: zeinem vëlde in dem walde.
Parz. 124, 24.
unter heide
wird die wilde, unangebaute ebene, unter feld
die bebaute verstanden (
mehr unter heide). feld
und acker
scheinen fast gleichviel, sie liegen um die wohnungen der menschen, um dörfer und städte herum, als betriebener, beweideter, bebauter boden. das feld
kann angebaut (
gepflügt und gegraben)
werden oder ungebaut als wiese gemäht und geweidet, auf die heide
fährt kein pflug und wird kein rind getrieben. pflugfeld,
arvum, ist ein engerer begrif. aber auch land
nimmt zuweilen die vorstellung des feldes
und ackers
an, feldbau, ackerbau, landbau
werden gleichbedeutig, bauer
ist nicht blosz landeinwohner sondern auch landbauer, feldbauer, ackerbauer.
im engsten sinn bezeichnet ackerer, ackermann
den pflüger. was uns über feld sein, über feld gehn, über land gehn,
böhm. přes pole gjti,
hiesz lat. peregre esse, ire, abire, peregrinari,
in die weite welt, niemand fühlt, dasz in pilgrim
das wort ager
steckt, ager romanus
war das römische gebiet in aller ausdehnung. unser über feld (
hernach unter 5)
ist fast weniger als über heide (
Nib. 864, 3)
oder über land. über feld weben
bedeutet schweizerisch an einem andern (
nahen)
orte weben, als man wohnt, zur webstätte über feld gehen müssen. Tobler 179
b.
doch heiszt es auch: wer liegen (
lügen) will, der liege fern her und über feld. Dryanders
vorr. zu H. Staden
s. 93,
weil ihm dann niemand nachgehn und die wahrheit erkunden kann. 22)
dem berg
steht eigentlich das thal
entgegen, nicht das feld
an sich, sondern die in der niederung fortlaufende ebene;
einzelne felder
können auch am gebirg in die höhe reichen und der bergmann heiszt gleichfalls ein feldbauer.
der anschauung des alten nordens, dessen alpen von riesen bewohnt waren, muste aber das gefilde
zum gebirge,
das feld
zum berge
werden. feld
und fiall
sind nothwendig dasselbe wort, uns geht die bedeutung mons, dem norden die von ager ab, wiewol Lappen und Finnen letztere festhalten, die mithin als älter der nordischen zum grunde liegt. was wir feldbauer,
agricola nennen, entspricht wörtlich dem altn. ausdruck fiallbûi,
dän. fieldbo,
rupicola, monticola. unser gegensatz von feld und berg klingt dem Scandinaven den worten nach, welche beide ihm gleichviel bedeuten, unverständlich. man vgl. fels. 33)
insofern feld
und acker
dem haus
und heim
gegenüber stehen, nehmen sie wiederum jene vorstellung der heide an und bezeichnen das wilde, grobe, bäurische, wie wir an ἄγριος und agrestis
sehn. in pflanzennamen wie ackerröschen, feldröschen, heideröschen
drückt sich das wildwachsende im gegensatz zur gepflegten gartenblume aus. τὰ κρίνα τοῦ ἀγροῦ,
τὸν χόρτον τοῦ ἀγροῦ Matth. 6, 28. 30
verdeutscht Ulfilas blômans haiþjôs, þata havi haiþjôs,
der ahd. übersetzer thës accares lilia, thaʒ gras thës accares,
der ags. äceres lilian, äceres veod,
der northumbrische þa vyrt londes, londes gers, Luther die lilien auf dem felde, das gras auf dem felde,
so dasz in diesen stellen heide, acker, land, feld
ganz überein stimmen. das ahd. und ags. folgten der vulgata, Ulfilas
und Luther
dem gr. original; um noch einige bibeln zu vergleichen, das polnische liliom polnym, trawę poln,
das serbische na liljane u polju, travu po polju
gründen sich auf Luthers
deutschen text, denn die vulg. hätte den Polen eher auf role
als auf pole
geleitet. unleugbar verwenden wir heute feld
viel häufiger als es die ältere sprache that. 44) feld, ackerfeld,
ager cultus: mich dauchte, wir bunden garben auf dem felde.
1 Mos. 37, 7; was fur speise auf dem felde einer iglichen stad umbher wuchs, das thaten sie hinein. 41, 48; sihe da habt ir samen und beseet das feld. 47, 23; das du sechs jar dein feld beseest.
3 Mos. 25, 3; sie gieng hin, kam und las den schnittern nach auf dem felde.
Ruth 2, 3; und las sie auf dem felde bis zu abend. 2, 17; darumb wird Zion wie ein feld zupflüget.
Micha 3, 12; denn es war das siebend jar, darin man die felder muste feiren lassen. 1
Macc. 6, 49; das feld schneiden,
engl. reap the field; auf dem felde ist schon alles geerntet; wie schön steht die frucht auf dem felde; das getreide steht noch auf dem felde,
ist noch nicht geschnitten; eine lerche flog aus dem felde empor; alle felder besorg ich, der vater waltet im hause. Göthe 40, 308. feld
ist auch die ganze flur, der inbegrif aller äcker: sonntag nachmittag besieht der pächter sein feld.
man sagt ein fettes
oder mageres feld, ein leimiges, sandiges, ein fruchtbares, ergibiges, reiches, edles feld,
oft auch figürlich: ein fruchtbares, unfruchtbares feld bearbeiten, bestellen. mist aufs feld führen. feld
dient, gleich acker,
zum masz: einis âbindis gienc hër einin ganc nâ sînime rosse einis vëldis lanc.
Anno 795.
wozu man unten feldweges
halte. 55) feld,
campus, ohne bezug auf acker,
oft auch den wald begreifend, gegensatz von haus und heim, er ist über feld,
ist nicht zu hause, ist fort (
s. vorhin unter 1), der bote lauft, geht, steigt über feld (2, 272);
mhd. unz sí in zuo in sâhen dort über vëlt gâhen.
Iw. 7732; über vëlt gein eime graben riten si sô nâhen.
Parz. 601, 22; daʒ al daʒ vëlt erdôʒ.
Nib. 185, 1; beide lant unde vëlt. 1318, 4;
nhd. sölchs musz er holen über feld. Schwarzenberg 120, 2; gieng im entgegen der könig von Sodom in das feld, das königstal heiszt.
1 Mos. 14, 17; gehe aufs feld (
vulg. egredere foras) und fahe mir ein wildbret. 27, 3; sihe der geruch meins sons ist wie ein geruch des feldes (odor agri pleni). 27, 27; das es hagele uber menschen, uber vieh und uber alles kraut in dem felde (super omnem herbam agri).
2 Mos. 9, 22; wenn man einen erschlagenen findet im lande, und ligt im felde und man nicht weisz wer in geschlagen hat. 5
Mos. 21, 1; Asahel aber war von leichten füszen wie ein rehe auf dem felde (quasi unus de capreis, qui morantur in silvis).
2 Sam. 2, 18; er tichtet oder hat zu schaffen, oder ist uber feld (est in itinere).
1 kön. 18, 27; aber das wild auf dem felde im Libanon (bestiae saltus) lief uber den dornstrauch. 2
kön. 14, 9; dein bund wird sein mit den steinen auf dem felde.
Hiob 5, 23; denn dein taw ist ein taw des grünen feldes (ros lucis ros tuus).
Es. 26, 19; alle thier im felde (bestiae saltuum) hatten junge unter seinen zweigen.
Ez. 31, 6; die da wonen, beide im lande alleine und auf dem felde (habitantes in saltu).
Micha 7, 14; feldein, feldaus,
per campum, vgl. querfeldein. das feld hat augen, der wald hat ohren. von der moralischen zur sinnlichen überzeugung ist es nur über feld (
ein kurzer weg). Hippel 9, 291. 66)
in feld
haftet anderemal die vorstellung des freien, weiten, raumes: durch feld und wald zu schweifen. Göthe 1, 25; wie feld und au so blinkend im thau! 1, 88; du wandelst jetzt wol still und mild durch feld und liebes thal. 1, 110; die knaben spielen im felde; der gefangne ist ins freie feld entronnen; das pferd lauft ins feld hinein; und lasse den lebendigen vogel ins frei feld fliegen (
vulg. et dimittet passerem vivum ut in agrum avolet).
3 Mos. 14, 7; auf freiem felde ein schöner ölbaum.
Sir. 24, 19; auf dem freiem feld athmet der hirte, der landmann reine luft; ins freie feld auf einen degen zu gast laden,
herausfordern. Simpl. K. 380.
hieraus entspringen häufig abstracte redensarten: das feld ist frei, offen,
steht frei, ungehemmt, das feld ist rein,
nichts dazwischen, kein horcher da, wir können dreist, unbesorgt reden: lasz meine neider, meine feinde nur gewähren! frei und offen ist das feld. Göthe 9, 197; zur unbedingten freiheit liesz man ihr, zu jedem kühnen wagnis ofnes feld. 9, 132; so ist das feld hier rein! Lessing 2, 275; das feld ist rein. Klinger 11, 226; nun aber (
nach Philinens abreise) da sie (
Mignon) wieder freies feld gewann, trat sie mit aufmerksamkeit und liebe hervor. Göthe 19, 62; blosz Liane gab ihrer (
Rabettens) seele und zunge freies feld. J. P.
Tit. 2, 181. feld bekommen,
raum, luft bekommen: denn so bekam der roche feld, und sie war hin. Lessing 2, 257. das feld ist weit, die sache steht weit im feld, im weiten feld: schuldwesen, welches zuvor viel jahre in der irre gegangen und weit im feld gestanden. Schweinichen 3, 13; ja, es ist noch im weiten feld. Gryphius 1, 726; manigmal spielet die ungerechte welt eine klare sache, welche die Türken in einer stunde schlichten würden, ins lange feld. Scriver
seelensch. 2, 355; ins lange feld spielen. 1, 854; drei jahr ist eine kurze zeit, und gott, das feld ist gar zu weit. Göthe 12, 99. blind hinein ins feld leben, glauben, schreiben,
unvorsichtig, ohne die augen recht aufzuthun und ohne zu wissen wohin, blind zu: ich aber gleichwol das feld hinein alles gleubete. Luther 8, 35
a; in den geneschigen meulern und bierflegeln, die nur inn tag on alle sorge blind feld hinein leben. Mathesius 25
b; es nemen die schreiber geld und schreiben blind feld hinein, bis sie land und leut in einander hetzen. 119
b; blind ins feld hinein gehen,
wie ins feuer. 77) feld
bedeutet auch zuweilen boden, zu feld
gleich dem gr. πέδονδε,
zu boden, niederwärts: einen zu feld strecken,
zu boden, niederwerfen; er liegt auf dem felde erschlagen; ëʒ frumt wol siben ûfeʒ vëlt.
Parz. 362, 30; das feld ist von regen nasz und durchweicht, mit schnee bedeckt;
böhm. pole gsau všecka sněhem za padlá, die felder sind ganz überschneit; der schnee sich legt zu felde. Scherfers
grobian 90,
was doch nach 8
heiszen könnte, kommt mit heeres macht gezogen; der weg führt über das trockne, harte feld. 'das haar zu felde schlagen',
lösen, fallen, niederhängen, fliegen lassen, pandere crines: es stehet den weibern sehr wol an, wenn sie die haare zu felde geschlagen haben ... giengen die jungfrauen in haren und hatten sie zu felde geschlagen, wenn man triumphierete oder trawrete. Luther
tischr. 1571, 48
b; hingegen ward Catta eine alirunie, hatte ihre kinder mit einem erztenen gürtel aufgeschürzet, zu felde geschlagene haare, blosze arme und füsze. Lohenstein
Arm. 2, 1644.
sagt man nicht auch die augen zu felde,
zu boden schlagen,
niederschlagen? 88)
sehr häufig bezieht sich feld,
gleich dem sl. pole,
auf kampf und krieg und ist nicht nur das schlachtfeld,
campus certaminis, proelii, sondern überhaupt das feld, in das ein heer zieht, in dem es lagert. das lat. campus
drückt noch nicht castra aus, wol aber das it. sp. campo
beides feld und lager, die fr. sprache unterscheidet sogar zwischen champ
feld und camp
lager: champ
und champagne (
name der landschaft)
sind natürlich nach der sprache fortgeschobne wörter, in camp
und campagne
haftet die alte tenuis. ob und wie schon unser ahd. champfio, chemphio, chempho,
ags. cempa,
altn. kappi
mit it. campione,
fr. champion
eins sei zu untersuchen fällt nicht hierher. 8@aa) feld
des kampfes und sieges, mhd. dâ gelobeten si den champf zu dem braiten vëlde.
Rol. 304, 2; wand si heten ûf daʒ vëlt beide brâht ir übergëlt.
Iw. 7168; sîn hërze was ze vëlde ein burc.
Parz. 339, 5;
eine menge von schlachten sind nach dem feld
benannt, z. b. die campi catalaunici,
die schlacht ze Râben ûf der heide, ûf der breiten heide,
das serbische kosovo polje, Amselfeld. das feld halten, behalten, behaupten, aus dem feld schlagen
gilt von dem sieger, das feld verspielen, verlieren, räumen
vom besiegten: daʒ vëlt gein überkraft behaben.
Parz. 383, 21; ergreifet den harnisch gottes, auf das ir, wenn das böse stündlin kompt, widerstand thun und das feld behalten müget.
Ephes. 5, 13; und ist kein ander gott, das feld musz er behalten; das feld behalten. Luther 5, 139
b; also behielt ungerechtigkeit das feld und ward die warheit auf den straszen nidergeschlagen. 6, 323
b; er musz sein ein starker held, der gegen dem tod behält das feld. Henisch 1057, 50; schreit ihr jungen, ruft ihr alten, zweimal hat das feld behalten gott und unser held August. Fleming 293; dein vater, theurer graf, erhielt viel sieg und feld, sein schatten wird verzeihn, du bist ein gröszrer held. Günther 724; mein fusz vergasz die flucht, wenn es zum laufen kam und das verspielte feld in unserm blute schwamm. 988; das vorspiel ward hierauf von neuem vorgestellt, und unsre Neuberin behielt den sieg, das feld. Rost
das vorspiel 89; es fehlt an volk, er kann das feld nicht halten. Schiller 451
a; die mädchen behalten das feld. Göthe 14, 54; das feld räumen,
weichen, loco cedere, vgl. ëʒ rûmen,
es räumen sp. 1118. feld geben,
weichen, platz machen. zu felde blasen, trompeten,
signum tuba dare; eh Mars zu felde blies. Opitz 2, 60; zweimal hat unser feld geschlagen er darnieder, pose due volte il nostro campo in rotta. Werders
Ar. 9, 30; und der die unsern hat erlegt, der eine held, der hett erschlagen auch allein dein ganzes feld, wann er nur vollends wer anher ins lager kommen. 14, 9. 8@bb) feld,
auf welchem man dem feind entgegen zieht, feld
des heerzugs, des lagers; ins feld gehn
oder ziehn
kann zwar heiszen in die schlacht, aber auch blosz den heerzug unternehmen, in den krieg ausziehen, zu felde liegen:
mhd. dô sach ër her daʒ grôʒe, daʒ ûf dëm vëlde lac.
Nib. 180, 1,
das sich auf das feld gelagert hatte; alsô hât dër sëlbe kunec eines tages sîniu her gesamenôt und leget sich ze vëlde wider dëm volke von Israel. Grieshaber 2, 112; dô sluogens ûf ir gezëlt vür die burc an daʒ vëlt. dâ lâgen si durch ir gemach.
Iw. 3068;
nhd. Joab mein herr und meines herrn knechte ligen zu felde (
vulg. super faciem terrae manent,
d. i. schlafen im lager auf dem harten felde).
2 Sam. 11, 11; er hat so vil volks, das sein here zwuo welscher meilen breit felds bedarf.
Fierabras G 4; ist gar kein statt noch dorf darin, sunder das volk summer und winter zuo feld in gezelten liget. Frank
weltb. 95
b; als der sich ins feld rüsten wil wider der patriarchen kinder. Mathesius 9
a; das feld verrücken,
anders lagern; so lieg ich stets mit mir und wider mich zu felde, verkaufe mich mir selbst mit meinem eignen gelde. Fleming 105; ich bin ein mann ins feld, mein kühner muth ist grosz. 111; man fühlt nicht, dasz man stirbt, das feld ist unser bette. 111; auf auf, cameraden, aufs pferd, aufs pferd, ins feld, in die freiheit gezogen! im felde da ist der mann noch was werth, da wird das herz noch gewogen. Schiller 330
a; Eduarden, wie er nun auch mit entbehren und beschwerde auf ungebahnten straszen hinziehe, mit gefahr und noth zu felde liege (
zu kämpfen habe). Göthe 17, 321. das heer liegt schon drei jahre im feld, der soldat hat zehn jahre im feld gedient, taugt nicht mehr im feld (
zum kriege); so wolt ich mit gottes gnade im feld noch irgend so gut sein (
kriegsdienste leisten). Götz von Berl.
lebensb. 81. ein starkes heer ins feld stellen; die freien städte hatten nach verhältnis wenig leute ins feld zu stellen; die mannschaft erschien erst spät im felde. ein feld machen,
einen kriegerischen auszug unternehmen. Schmid
schwäb. wb. 188. 99)
da die vorstellung der fläche und ebenheit auch von dem stillen, unbewegten meer gilt und selbst aequor
von aequus
gebildet wird, so versteht es sich, dasz wiederum feld
auf das meer anwendung leide: des meeres blawes feld. Opitz 1, 387; wer das grüne krystallene feld pflügt mit des schiffes eilendem kiele. Schiller 497
b, pflügt,
wie lat. aequor arare
gesagt wird und die ähren des ackers gleich den wellen wogen. ein feld
ist auch die fläche des eises, im nördlichen meer sind grosze eisfelder; er schreitet verwegen auf feldern von eis. Schiller 516
b. 1010) feld
ist das vom bergmann gebaute feld, wie schon das mhd. gedicht vom feldbauer
lehrt. das feld
heiszt verfahren, verschroten, verritzt,
wenn es schon mit strecken geöfnet und das erz bereits ausgehauen ist, unerschroten, unverritzt,
wenn noch keine arbeit geschah und kein erz herausgenommen wurde. das feld wird gestreckt,
wenn man sagt, wo die fundgrube hingelegt werden soll, vermessen
oder verschnürt,
wenn bestimmt wird, wie weit sich sein gang zu erstrecken habe. das feld forttragen
heiszt es gleichsam in einen kober fassen, an einen andern ort schaffen und allda kübel und seil einwerfen. wer den gang zuerst erfunden und nicht wieder ins freie hat kommen lassen, der ist der ältere im feld. das feld wird angebaut
und abgebaut, aufgefahren
und gesperrt. in das feld gehen
heiszt ins weite arbeiten, einem andern ins feld kommen,
in ein fremdes gebiet einbauen. feld vor sich haben, in das feld vorrücken. Scheuchenstuel 74. der magnet zeiget, wo ein bergmann im felde ist. Mathesius 144
a. 1111) felder
sind abgetheilte, umschlossene flächen in wänden, thüren, zwischen den seulen und balken, dann auf schild und wappen, zumal auf der schachtafel: ein goldner adler im rothen, ein silberner löwe im blauen felde; ein gevierter schild, in dessen erstem felde eine Fama. Gryphius 1, 827. das feld des gemähldes oder die farbe zwischen den figuren. Winkelmann 3, 252. das spielbret, schachbret hat 64 felder: das feld des königs, der königin; sie schickten sich nach hause schon zu gehn, da muste Tristan innen an der wand von ungefähr ein schachbret hängen sehn, an welchem zierlich felder so wie rand wol eingelegt von glattem holze stehn. A. W. Schlegel 1, 132.
der breite theil eines kammes, über und zwischen den zähnen, heiszt das feld,
desgleichen eine gerade linie der orgelpfeifen, die durch hölzerne unterschiede von andern gesondert ist. bei den böttichern ist feld
der freie raum eines fasses zwischen den bändern oder reifen. man sagt aber auch: das feld des himmels. Kant 8, 255; das grenzenlose feld des weltraums. 8, 316.
s.feldung 2. feld
mit dem gen. wegs
verbunden drückt stadium aus. s. unter feldweg. 1212)
figürlich wird auch das menschliche wissen in felder
getheilt: er ist auf allen feldern,
in allen fächern bewandert; das ist nicht mein feld, schlägt nicht in mein feld ein,
böhm. to nenj mé pole; da ist er ganz auf seinem felde; aber lassen mich nur erst in mein feld kommen; die principien gehören nicht in unser feld der untersuchung. Kant 2, 166; eine disciplin, welche der speculativen vernunft in diesem felde (
der psychologie) grenzen setzt. 2, 322; wie sehr sich auch der bildende künstler bemüht witz zu zeigen, so ist er doch niemals dabei auf seinem feld. Göthe 15, 274; hier ist Lothario in seinem felde. 23, 151,
wie sonst auf seinem platz, auf seiner stelle. 1313)
sprichwort, ein feld voll teufel,
voll gift und zorn: meine frau sahe wie ein feld voll teufel aus.
ehe eines mannes 177.
vgl. feldteufel. 1414)
zahllose ortsnamen sind mit feld
zusammengesetzt (Förstemann 2, 489—92),
deren deutung reiche aufschlüsse gewährt.