Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
kumil
stümmelt ..tigi, 10. Jh., alem.) und NBo:
‚Zu-. Deadj. Abstraktum. S. kumf-
kunft; futura‘
tîg. – kûmidaAWB f. ō-St., T, OT:
‚Krankheit,. Abstraktum
Leiden; aegrotatio, infirmitas‘
mit dem Fortsetzer des Suffixes urgerm.
*-iþō- zu einem ahd. nicht belegten Adj.
*kūmi (vgl. mhd. kûme
‚dünn, schwach,). S. kûmîg, -ida. – kûmîgAWB adj.,
gebrechlich‘
in Gl. des 10. und 11. Jh.s, T, O und Nps:
‚schwach, kraftlos, ermattet, gebeugt, krank;, kûmîg
aeger, fractus, (languens), tortuosus‘
werdan / wesan
‚kraftlos werden, krank, swâro kûmîg
werden; deficiens, infirmari‘
(wesan)
‚in infirmitate (esse)‘(nhd. mdartl.
schweiz. chūmig
‚kränklich, unbehaglich‘
[Schweiz. Id. 3, 288], märk. kümig
‚matt,[Bretschneider, Bran-
hinfällig, wählerisch‘
denb.-berlin. Wb. 2, 1253], mittelelb. kǖmig
‚kraftlos, schwach, alt, wählerisch‘[Kett-
mann, Mittelelb. Wb. 2, 773], rhein. käumig
‚gerne seufzend, stöhnend, kurzatmig‘[Mül-
ler, Rhein. Wb. 4, 338]; vgl. mhd. kûm[e]
867 unkumftîg – kumftigîS868
‚dünn, schwach, gebrechlich‘, nhd. md.-
artl. schweiz. chūm
‚kränklich, unbehaglich‘
[Schweiz. Id. 3, 288], märk. küm[e]
‚matt,[Bretschneider, a. a. O.
hinfällig, wählerisch‘
2, 1252 f.], mittelelb. kǖme
‚kraftlos, alt,[Kettmann, a. a. O. 2,
schwach, wählerisch‘
770 f.], ndd. kǖme
‚matt, leidend, kränklich,[Schambach, Wb. d. ndd. Mda.
schwach‘
116], lüneb. kǖm
‚schwach, matt, flau, hin-[Kück, Lüneb. Wb. 2, 243], schlesw.-
fällig‘
holst. küm
‚schwach, matt, kränklich, zimper-[Men-
lich, prüde, wählerisch, schnippisch‘
sing, Schleswig-holst. Wb. 3, 384], meckl.
küm
‚schwächlich, krank, gebrechlich, ap-[Wossidlo-Teuchert, Meckl. Wb. 4,
petitlos‘
753 f.], thür. käume
‚kränklich, schwächlich,[Spangenberg, Thür.
minderwertig, bösartig‘
Wb. 3, 396]; mndd. kǖme
‚schwach, matt,, mit kǖmer not
hinfällig, ohnmächtig‘
‚mit; in and. Bed. ae. cȳme
Mühe und Not‘
‚lieb-). Deadj. Bil-
lich, fein, herrlich, glänzend‘
dung zum erst mhd. belegten Adj. kûme. S.
-îg. – kûmigênAWB sw.v. III, Gl. 2,272,48 (3.
Viertel des 11. Jh.s, bair.). 49 (in 2 Hss.,
10./11. Jh. und 3. Viertel des 11. Jh.s, bei-
de bair.), nur im Part.Präs.:
‚ermattet; las-. Deadj. Ableitung mit inchoativer
sescens‘
Bed. S. kûmîg. – kûmigîAWB? f. īn-St., Gl.
2,617,51 (11. Jh., bair.):
‚Geschwächtsein,. Deadj. Abstraktum.
Kraftlosigkeit; saucia‘
S. kûmîg. – kumihAWB m. a-St., in Gl. seit dem
12. Jh.:
‚Wiesen-Kümmel; ciminum, cumi-(Carum carvi L.),
num, cyminum‘
‚Echter(Nigella sativa L.)
Schwarzkümmel; git‘
(mhd. kumich, kümich, ält. nhd. kümich,
nhd. mdartl. schweiz. chömmich, chümmich
[Schweiz. Id. 3, 294 f.], els. kümmich [Mar-
tin-Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. 1, 422], bad.
kümiχ, kimiχ, kemiχ [Ochs, Bad. Wb. 3, 323
s. v. Kümmel], schwäb. kümmich [Fischer,
Schwäb. Wb. 4, 834 f.], vorarlb. kümmig
[Jutz, Vorarlberg. Wb. 2, 187 f.], bair. kü-
mich [Schmeller, Bayer. Wb.2 1, 1249 ohne
bair. Beleg], tirol. kümich, kîmach, kîmich
[Schöpf, Tirol. Id. 352; Schatz, Wb. d. tirol.
Mdaa. 1, 361]). Das Wort ist wohl über rom.
Vermittlung aus lat. cumīnum, spätlat. ci-
minum, cominum n.
‚Kümmel‘entlehnt. Un-
ter dem Einfluss von Wörtern wie ratih
(s. d.) ist Suffixersatz durch hd. -ih erfolgt
(vgl. Marzell [1943–58] 2000: 1, 856. 858)
S. kumîn. – kumilAWB m. a-St., in Gl. seit dem
S869kumîn – kumistadal, kumistuodal 870
11. Jh.:
‚Wiesen-Kümmel; careum, ciminum,(Carum carvi L.) (mhd. kumel,
cyminum‘
kümel, nhd. Kümmel; mndd. kȫmel). Nach
Marzell, a. a. O. 1, 858, Braune-Reiffenstein
2004: § 126 Anm. 3 u. a. ist die Folge -mVn-
zu -mVl- dissimiliert. Doch liegt es näher,
dass das Wort aus volkssprachlich beding-
tem lat. cimilum für ciminum/cuminum
übernommen ist (vgl. Stotz 1996–2004: 3,
§ 259). Seit Luther hat sich dann die ostmd.
Form Kümmel hochspr. durchgesetzt und alle
and. Varianten verdrängt (vgl. Osman 1992:
79). S. kumîn. – Ahd. Wb. 5, 467 ff.; Splett,
Ahd. Wb. 1, 493. 718; Köbler, Wb. d. ahd.
Spr. 686; Schützeichel7 185; Starck-Wells
351; Schützeichel, Glossenwortschatz 5, 371 f.