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Tod

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Tod Der

Bd. 4, Sp. 833a
Der Tod, — es, Mz. △ — e, das Aufhören des thierischen Lebens, das gänzliche Aufhören aller Lebensverrichtungen und Bewegungen des thierischen Körpers; in Gegensatz von Leben. Den Tod nicht fürchten, dem Tode standhaft entgegengehen, den Tod ruhig erwarten. Vom Tode übereilt werden. Einen vom Tode erretten. An Eines Tode Schuld sein. Einem den Tod geben, ihn tödten oder tödten lassen. Einer geliebten Person Tod beweinen. Den Tod erdulden. Mit dem Tode ringen, kämpfen, im Sterben liegen, und nicht gleich sterben können, indem die Lebenskraft gleichsam Widerstand leistet, wofür man auch sagt, einen schweren Tod haben, in Gegensatz von einem leichten Tode, da den Sterbenden das Leben schnell und leicht verläßt. Ein natürlicher Tod, da man aus natürlichen Ursachen stirbt, als vor Alter, durch Krankheit; in Gegensatz des gewaltsamen Todes, durch Ermordung, durch unglückliche Zufälle, z. B. durch Ertrinken, Ersticken, durch den Blitz  Bei den ältern Gottesgelehrten wird der Ausdruck natürlicher Tod überhaupt für Tod gebraucht, und man sagt dafür auch der leibliche, zeitliche Tod; zum Unterschiede von dem geistlichen und ewigen. Der Tod auf dem Schlachtfelde. Der Tod durch Henkers Hand. Der Tod fürs Vaterland. »Ih wollte eher zehen Töde (Tode) leiden.« Luther. Ach, wer bin ich, daß Gott den fürchterlichsten der Tode Anzukünden mich sendet? — — — Klopstock. Wer ermannte dein Herz, den Tod des ersten der Menschen Und mit ihm alle Tode der Kinder Adams zu sehen? Ders. Zehntausend Tode laßt ihr, schnell zu siegen, Aus Feuerschlünden auf die Brüder fliegen. Kleist. — — — und so viele der Wellen Kommen, so viel' auch scheinen hereinzubrechen der Tode. Voß. * Des Todes sterben, für, den Tod leiden, sterben, kömmt in der Bibel häufig vor. Eines natürlichen, gewaltsamen schrecklichen, plötzlichen  Todes sterben. Auch mit dem vierten Falle und mit Nennung der Art des Todes. Den Tod fürs Vaterland, den Tod der Ehren, den Tod des Helden, den Tod der Sünder sterben. Des Todes verbleichen, verfahren, im O. D. sterben. Mit Tode abgehen, sterben. Auf den Tod danieder liegen, todkrank sein, so daß keine Genesung zu hoffen ist; auch bloß: auf den Tod liegen. Eine Krankheit ist nicht zum Tode, wenn sie nicht gefährlich ist, nicht den Tod zur Folge hat. Des Todes sein, den Tod von etwas haben, von etwas sterben. Ih bin des Todes, wenn er das erfährt. Ih war vor Angst fast des Todes. »Noch bin ich des Todes für (vor) Schrecken.« Zachariä. Х Der Tod sitzt ihm schon auf der Zunge, er ist dem Tode nahe. Sich zu Tode ärgern, sich so ärgern, daß man von dem Ärger den Tod hat. Man möchte sich über ihn zu Tode lachen. Sich zu Tode arbeiten, trinken  Einen zu Tode Schlagen, wie man sagt, zu Schanden schlagen  ihn so lange schlagen, bis er stirbt, kann man unterscheiden von todt schlagen, welches durch einen einzigen Schlag geschehen kann. S. Schlagen IV) 1) 2). Zu Tod wurde ehemahls auch gebraucht den höchsten Grad zu bezeichnen. »Als wären sie zu Tod Narren.« Luther. Das ist mir bis in den Tod, oder in den Tod zuwider, durchaus, im höchsten Grade. I der feierlichen Schreibart und von vornehmen Personen hat man die Ausdrücke Absterben, Ableben, Hintritt  Wenn man vom Tode schlechthin spricht, so ist immer von dem natürlichen Tode die Rode. Doch wird in einzelnen Fällen unter Tod allein auch gewaltsamer Tod verstanden. Einem den Tod zuerkennen, ihn zum Tode verurtheilen. Einen zum Tode führen, zur Hinrichtung, auf den Richtplatz. Einen vom Leben zum Tode bringen, ihn hinrichten; so auch, einem den Tod anthun. Sich den Tod anthun, sich ums Leben bringen. Auf den Tod gefangen sitzen. Den Tod verdient haben. Uneigentlich gebraucht man Tod 1) ein Wesen zu bezeichnen, zu welchem man den Tod verpersönlichet, und welches man als ein Geripp mit einer Sense und einer Sanduhr, als Sinnbildern des Wegmähens von der Erde und der abgelaufenen Lebenszeit vorstellet; auch Klapperbein, Freund Hein, im N. D. der Hel  Lieblicher bildeten ihn die Alten als einen Flügelknaben, welcher die Lebensfackel umkehret und auslöscht, der Todesengel (Genius des Todes). Ein Kind des Todes sein, sterben müssen. Х Gut nach dem Tode zu schicken sein, nach etwas geschickt lange ausbleiben. Х Der Tod läuft ihm übers Grab, sagt man von einem, wenn ihn plötzlich ein Schauer überläuft, ohne etwas Schauerliches zu sehen oder zu denken. Blaß wie der Tod, leichenblaß. 2) Bei den ältern Gottesgelehrten, der geistliche Tod, der ewige Tod, die Beraubung des geistlichen und ewigen Lebens. 3) I manchen Gegenden, besonders N. D. der verdorrte Überrest der vertrockneten Blüte an den Äpfeln und Birnen, der Stern. 4) I der Naturbeschreibung, ein Name (1) der Holzspinne oder des Weberknechtes (Phalangium opilio L.). (2) Des Brandes im Weizen; auch der Brenner.
4787 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tod

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Tod , des -es, plur. inus. 1. Eigentlich, das Ende des natürlichen oder thierischen Lebens, der Zustand und der Zeit…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tod

    Goethe-Wörterbuch

    Tod [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tod

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +5 Parallelbelege

    Tod , in rechtlicher Beziehung. Mit ihm hört die Persönlichkeit des Menschen für das menschliche Rechtsgebiet auf. Eine …

  4. modern
    Dialekt
    Tod

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Tod Band 3, Spalte 3,1820–1824

  5. Sprichwörter
    Tod

    Wander (Sprichwörter)

    Tod 1. Allein der Todt zeigt an, woran man genug muss han. – Henisch, 1500, 24. 2. An den Tod denken, ist der Weg zur We…

  6. Spezial
    Tod

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Tod m. (-[e]s,-e) 1 mort f. 2 ‹fig› (Ende) fin (fins) f. , mort f. 3 (Todesstrafe) mort f. , pëna de mort f. ▬ dem Tod e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tod

1.399 Bildungen · 1.360 Erstglied · 39 Zweitglied · 0 Ableitungen

tod‑ als Erstglied (30 von 1.360)

todbleich

SHW

tod-bleich Band 1, Spalte 1553-1554

Todborden

SHW

Tod-borden Band 1, Spalte 1553-1554

Todfeind

SHW

Tod-feind Band 1, Spalte 1555-1556

todkrank

SHW

tod-krank Band 1, Spalte 1555-1556

todmüde

SHW

tod-müde Band 1, Spalte 1555-1556

todsicher

SHW

tod-sicher Band 1, Spalte 1555-1556

Todsünde

SHW

Tod-sünde Band 1, Spalte 1555-1556

Todvogel

SHW

Tod-vogel Band 1, Spalte 1555-1556

todabwehrend

DWB

todabwehrend , partic. den tod abwehrend: allen umhüllte die brust der todabwehrende koller. Pyrker Tunisias 3, 165 .

Tō¹dd

WWB

Tō¹-dad f. [Ravensb] 1. Zutat, besonders zum Essen ( Hfd Go ), Gewürz ( Det Is = PLATENAUWB). — 2. Hackfrucht als Viehfutter ( Hal Bh).

todähnlich

DWB

tod·aehnlich

todähnlich , adj. dem tode ähnlich: todähnlicher schlaf Hölderlin Hyp. 2, 61 , schwindel Schiller 2, 52 .

todängstlich

DWB

todangst·lich

todängstlich , adj. : ich bin ... todtängstlich, mehr als todt. Schottel lamentat.; eine todängstliche lage. Bechstein märchen 77 .

tôdāgen

MNWB

tod·agen

° tôdāgen , swv. : Versammlung abhalten, tagen, verhandeln, „ so hebbe wii so vor dat beste uns nw vor dat erste mit en to ener tiid togedag…

tō¹dāges

WWB

tō¹-dāges Adv. [Hal] vor einigen Tagen, neulich.

todahndend

DWB

todahndend , partic. den tod ahnend: todahndende träume. Willamov 19 . vgl. todesahnen .

todait

KöblerMnd

todait , F. Vw.: s. tōdāt

tō¹dāle

WWB

tod·ale

tō¹-dāle Adv. [Münsterl SWestf] nieder, herunter; bergab. — Ra.: Op un tedāle ( Dor Wl || mehrf.): Hä krǟich se op un tedāle er bekam schwer…

tôdammen

MNWB

tod·ammen

tôdammen , -demmen , swv. : 1. zudämmen, (Gräben, Gruben) zuschütten, „ de planken umme de stat worden dale broken unde de graven wurden tod…

tôdamminge

MNWB

° tôdamminge , f. : Zudämmung, Zuschüttung eines Wasserlaufs, „ Were ock sake, dat jenichman an düssen Slußen vnd watheringe thostoppinge ef…

tō¹-²dan

WWB

tō¹-²dan Adv. [verstr.] weg. Heu gink ’r teodenne lief vor Angst weg ( Det Is ). Dann tügen se meistens todenn un kaimen nich wuier ( Hal Bk…

todangst

DWB

tod·angst

todangst , f. die angst beim sterben, vergl. todesangst 2: sende deine heilige engel mich zu trosten in meiner letzten todangst. herzmaner 1…

tôdânich

MNWB

tod·anich

tôdânich , *° -dênich (Nic. Gryse Spegel Nn 1 r ), adj. (flekt. -g- ): 1. zugetan, zugewandt, geneigt, „ vnd de Moͤnnekerye ys so hochgesteg…

tôdânichêⁱt

MNWB

todanich·eit

° tôdânichêⁱt , tôgedênichê(i)t , f. : Geneigtheit , Zugeneigtsein, „[Wir bekennen], dat wy myt vnsem vryem willen ... myt toedanycheit vnd …

todarm

DWB

tod·arm

todarm , adj. arm an tod, an gelegenheit zum tode: ich kan nicht todt-arm sein. verschonen mich die flammen, so schlägt disz thränen-meer do…

tôdât

MNWB

tôdât ( todait ), f. ( Dat. Sg. -dât, [selten:] -dâde ): 1. Hilfe, Zutun, Mitwirkung, „ Des keisers votknechte mit den Brabendern wunnen mid…

tod als Zweitglied (30 von 39)

Freitod

RDWB1

Freitod m (kein Bezug zu "свободный") добровольная смерть in den Freitod gehen - добровольно уйти из жизни устойч.

biertod

DWB

bier·tod

biertod , m. crapula, wie weintod, quando quis vino sepultus jacet. Stieler 2290 .

Bockstod

Wander

bocks·tod

Bockstod Durch Bockstod trink! D.i. des Teufels Tod.

Gänsetod

BWB

Gänsetod Band 3, Spalte 3,1825

Hoffaufden-Tod

Wander

Hoff-auf-den-Tod Hôp-up-den-dôd kan ôk enmol starwen. – Schambach, II, 236. Wer auf den Tod eines andern hofft, stirbt nicht selten eher als…

Hoffetod

Wander

hoffe·tod

Hoffetod 1. Hapedöd lêvt am längsten. ( Ostfries. ) – Frommann., V, 429, 513; Eichwald, 327; Bueren, 580; Hauskalender, III. 2. Hoapedäut st…

hundstod

DWB

hunds·tod

hundstod , m. aconitum lycoctonum, gelber sturmhut, eine pflanze; auch arnica montana, fallkraut, Lucianskraut.

hungertod

DWB

hunger·tod

hungertod , m. tod durch verhungern: den hungertod sterben; die wenigen terzinen, in welche Dante den hungertod Ugolinos und seiner kinder e…

Märtertod

Adelung

marter·tod

Der Märtertod , des -es, plur. car. eben daselbst, der Tod eines Märterers, d. i. eines Bekenners der christlichen Religion, und in weiterer…

meotod

KöblerAe

meotod , st. M. (a) Vw.: s. metod

метод

RDWB2

метод метод проб и ошибок идиом. - try and error (der deutsche Ausdruck "Versuch und Irrtum" wird seltener gebraucht als sein englisches Äqu…

mordtôd

AWB

mord·tod

mordtôd st. m. ; as. morthdôth; vgl. mlat. mortaudus, mordtotus, morđdotus. — Graff II,856. mortode: dat. sg. S 145,21. 147,13 ( BB ). Tötun…

Nottod

DRW

not·tod

Nottod, m. gewaltsamer Tod vnsere behmischen herrn heissen allein das mordt, so einer vom andern ermordt wirt vnd nicht solche nottode, wu e…

sautod

DWB

sau·tod

sautod , m. name zweier arten des gänsefuszes, chenopodium hybridum und rubrum, auch schweinemelde und mistmelde; für schweine ein tödliches…

Schelmentod

DRW

schelmen·tod

Schelmentod, m. I wie ¹Schelm (I) jâchant ... sichert den menschen vor dem gemainen schelmentôd und vor vergift und vor slangen 1348/50 K.v.…

selbsttod

DWB

selbst·tod

selbsttod , m. , in älterer sprache vereinzelt für selbstmord: mnd. de ... sulffes dodes gestorven sin. quelle bei Schiller-Lübben 4, 465 a …

soldatentod

DWB

soldaten·tod

soldatentod , m. tod vor dem feinde, auf dem schlachtfelde: und schlägt unser stündlein im schlachtenrot, willkommen dann sel'ger soldatento…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „tod". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tod/campe
MLA
Cotta, Marcel. „tod". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tod/campe. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „tod". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tod/campe.
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