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tot

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
30 in 20 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

tot Adj.

Bd. 2, Sp. 366
tot Adj.: 1. 'gestorben'. a. präd., dot, dut, dout, daut, s. F. [allg.]. Der isch schun lang dot [PS-Erfw, allg.]. 's Kind isch dout uf die Welt kumme [LA-Gommh, verbr.]. Er is halb dot vor Hunger [KU-Adb, verbr.]. RA.: Er esch dout, soll'm sei Ruch (Ruhe) sei, vom Verstorbenen [LA-Nd'hochstdt]. Dot orrer lewendich, er muß mit uf die Wacht, saat der Hauptmann vun Landau, wie der Soldat gestorb war [Hebel 50]. Liewer dot als wie e Knecht; mer wolle nix als unser Recht [Münch Weltgesch. 119]. SprW.: Wammer emol dut es, es alles aus (auch: alles rum) [RO-Odh, allg.], hot de Arsch Feierowend [RO-Sippf]. Wann de Himmel runnerfallt (auch: eiⁿfallt, eiⁿsterzt), sin alle Spatze dot 'Ein großes Unglück verschont keinen' [GH-Schwegh, verbr.]. Die dumme Leit sin noch net all dot [Penns]. Morjens rotowends dot [FR-Bockh]; auch: Oweds rautmorcheds daut [GH-Leimh]. VR.: Sei luschdich, du Schode! Was bappelscht vun Not? Du lebscht jo so korz, un so lang bischde dot! [Pal. Nr. 30/1933]. Steigerung: maustot; scherzh. mausdreckel-, mausracke(r)-, mausratzekahltot. — b. attr.; e dot Kind 'totgeborenes Kind' [KU-Bedb, allg.]. RA.: Dem gehn die Hänn wie eem dod'ne Lamm der Schwanz [verbr. Don Gal Buch]. Ein Kind, das Fleisch oder Wurst vom Schwein ißt, neckt man: Eeksch, der (das) eßt vun're dore Sau! [KU-Schmittw/O]. Do is de Rhein acht Stunne lang mit dote Gail un Leiche gang [Münch Weltgesch. 67]. SprW.: E doreʳ Hund beißt net [ebd.]. — Verszeile aus dem VR. bei bim-bam: 's liecht en doureʳ Mann im Schank. Volksgl.: Streich en Schußbloder 'Augengeschwür' mit're dode Hand [Fogel Beliefs Penns Nr. 1580]; ähnliches s. Birmelin Penns Gezw. 69. — 2. 'regungslos, kraftlos, matt'. a. präd. Jetzt ins Bett un dout! 'schnell eingeschlafen!' [GH-Bellh.]. Die Aue am Rosestock sein noch ganz dot [KU-Schmittw/O]. — b. attr. dode Auwe [Kus]; e dot Feier [KU-Bedb]; im dore Feld, von einem mit Lesesteinen bedeckten Feld [IB-Alschb]; e dot Gläis 'stillgelegtes Bahngleis' [KU-Schmittw/O, allg.]; dore Kiel 'die umgeworfenen Kegel' [KU-Schmittw/O]; daudi Sengnessel 'Taubnessel' [Wilde 242], vgl. Totnessel; die dot Hand, von Gütern, die in kirchlichen Besitz übergegangen sind [FR-Bockh.]. — c. adv. Das Licht brennt dout 'schwach' [PS-Hintwdth, NW-Elmst]. — 3. 'ungültig, außer Kraft gesetzt'. a. 1319: vnde waz darumme vormals ist geret (geredet) vnde brieve geben, die sollent danne dot sind vnde creftelos [OttbgUrkb. 325]. a. 1507: vnd soll die irrung (Streit), so sich zwischen vnsern herrn von Otterburg vnd der gemeint bißher deß bronnens halb... gehalten haben, ab vnd dot sein [PfWeist. I 24/25 (RO-Alsbr)]. — F.: Der Vokal ist im Hauptgebiet geschlossenes o (ō); vgl. Altenhofer 20, Christmann Kaulb 18, Mang 123, Müller Dietschw 23, Schneckenburger 26, Heeger Südostpf. 26 (hier neben -ou-).- ist sporadisch in allen Teilen der Pf vertreten, bes. in der mittl. VPf, vgl. Bertram 68/69; für RO-Odh u. Rehbn gilt Hebung zu -ū-. Die Verbr. der diphthongierten F. doud (neben seltenerem daud) für 1960 zeigt K. 92. Wie sonst für mhd ō und o bei Längung (vgl. Brot, Kohle) tritt auch hier der Raum um Landau als Hauptverbreitungsgebiet stark in Erscheinung. Daß die Diphthongierung in älterer Zeit in weiten Teilen der Pf. gegolten haben mag, zeigen die beiden Kleingebiete im S der WPf sowie Einstreuungen bes. in der nördl. u. mittl. VPf. (FR-Bobh LU-Altr Lu'haf NW-Deidh Niedkch Königsb Esth) und mancherorts in der WPf u. NPf (KU-W'-mohr RO-Finkb KL-Wörsb Lind). Es darf vermutet werden, daß das pfälzische ou-Gebiet mit dem an den Rhein heranreichenden südhessischodenwäldischen Diphthonggebiet ehedem verbunden war; vgl. hierzu Christmann SprBew. 26 (Abb. 7). Die Ablösung von doud durch dōd hat sich von 1887 bis 1960, wie der Vergleich der DSA-Archivkarte tot mit K. 92. zeigt, bes. im Raume von Neustdt bemerkbar gemacht. Für FR-Colgst gibt PfId. 141 die Form towd an. Der intervokalische Dentallaut in den zweisilbigen Formen des attr. Gebrauches ist überwiegend -r-, seltener -d-; in KU-Bedb LU-Altr. -l-. Die erweiterte attr. Form dōdənər ist selten und nur bei Auslandspfälzern belegt. — Südhess. I 1598 ff.; Rhein. VIII 1247 ff.; Saarbr. 48; Lothr. 97; Els. II 727; Bad. I 514.
4251 Zeichen · 127 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TÔT

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    TÔT s. ich TÖUWE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    totPräp.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    tot , Präp. Vw.: s. tōte* (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    totadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +4 Parallelbelege

    todt , tot , adj. mortuus, gegensatz zu lebend, lebendig. goth. dauþs, ahd. tôt dôt dôd, mhd. tôt, md. dôt, nhd. tot tod…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    tot

    Goethe-Wörterbuch

    tot [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tot

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Tot , im Bergbauwesen soviel wie unnutzbar, z. B. totes Feld , ein unbauwürdiges Grubenfeld; dann aber auch soviel wie v…

  6. modern
    Dialekt
    tot

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    tot Band 4, Spalte 4,32-35

  7. Spezial
    tot

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +3 Parallelbelege

    tot [tǫt] m. (toc) Pate m., Gote m., Gevatter m. ◆ tot da bato Taufpate m.; tot da confermé Firmpate m. ▬ fá da tot (inc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tot

996 Bildungen · 957 Erstglied · 30 Zweitglied · 9 Ableitungen

tot‑ als Erstglied (30 von 957)

tot 3

KöblerAfries

tot 3 , Präp. nhd. zu ne. to Hw.: s. to (1) Q.: W, S E.: s. to (1) L.: Hh 114a, Rh 1087b

totbabbeln

SHW

tot-babbeln Band 1, Spalte 1601-1602

totbeten

SHW

tot-beten Band 1, Spalte 1601-1602

totbluten

SHW

tot-bluten Band 1, Spalte 1601-1602

totdaumeln

SHW

tot-daumeln Band 1, Spalte 1601-1602

totdrücken

SHW

tot-drücken Band 1, Spalte 1601-1602

totfahren

SHW

tot-fahren Band 1, Spalte 1605-1606

totfallen

SHW

tot-fallen Band 1, Spalte 1605-1606

totflennen

SHW

tot-flennen Band 1, Spalte 1605-1606

totführen

SHW

tot-führen Band 1, Spalte 1605-1606

totgrämen

SHW

tot-grämen Band 1, Spalte 1605-1606

tothauen

SHW

tot-hauen Band 1, Spalte 1605-1606

totkehlen

SHW

tot-kehlen Band 1, Spalte 1605-1606

totketzern

SHW

tot-ketzern Band 1, Spalte 1605-1606

totknäcken

SHW

tot-knäcken Band 1, Spalte 1607-1608

totkochen

SHW

tot-kochen Band 1, Spalte 1607-1608

totkriegen

SHW

tot-kriegen Band 1, Spalte 1607-1608

totkurieren

SHW

tot-kurieren Band 1, Spalte 1607-1608

totlachen

SHW

tot-lachen Band 1, Spalte 1607-1608

totlebig

SHW

tot-lebig Band 1, Spalte 1607-1608

totmachen

SHW

tot-machen Band 1, Spalte 1607-1608

totplaudern

SHW

tot-plaudern Band 1, Spalte 1607-1608

totrennen

SHW

tot-rennen Band 1, Spalte 1607-1608

totsagen

SHW

tot-sagen Band 1, Spalte 1607-1608

totsaufen

SHW

tot-saufen Band 1, Spalte 1607-1608

totschaffen

SHW

tot-schaffen Band 1, Spalte 1607-1608

tot als Zweitglied (30 von 30)

Schlagetot

RDWB1

Schlagetot m (kein Bezug zu "мёртвый") громила, хулиган, драчун, забияка, дебошир

abtot

DRW

abtot aus ab und tot abtödt vnd kraftlos 1447 Indersdorf I 298 (nr. 738) Faksimile twe myner deyner affgewundet unde twe aff doet geworpen 1…

afstôt

MNWB

afstôt , āvestôt , (Lederbereiter, Tuchbereiter) die auf dem Streichbaum abgestoßenen Haare; Wollabfall.

anstôt

MNWB

ans·tot

anstôt , m. , Anstoß, im wirklichen und bildlichen Sinne; heftiger Anfall (eine Krankheit, böse Laune u. dgl.); Angriff; Erschütterung, Vers…

bestot

KöblerMnd

bes·tot

bestot , Sb. nhd. Mangel (M.), Hinderung E.: s. bestöten? L.: MndHwb 1, 252 (bestot)

getot

KöblerAe

getot , N. nhd. Pracht, Eitelkeit E.: s. ge-, *tot (2) L.: Hh 351

halbtôt

AWB

halb·tot

halbtôt adj. , mhd. halptôt, nhd. halbtot; mnd. halfdôt , mnl. halfdoot; ae. healfdéad; an. hálfdauðr. — Graff V,342. halp-toten: acc. sg. m…

kleinegestot

KöblerMnd

kleinegestot , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. klēnegestot

klēnegestot

KöblerMnd

klēnegestot , (Part. Prät.=)Adj. nhd. kleingestoßen E.: s. klēn (1), stoten L.: MndHwb 2, 575 (klê[i]negesēvet/klê[i]ngestot)

mausetot

Pfeifer_etym

mause·tot

mausetot Adj. ‘ganz und gar, völlig tot’, im 17. Jh. aus nd. mūsdōd, eigentlich mursdōd, morsdōd ‘ganz tot’, vgl. nd. murs, mors ‘plötzlich,…

mundtot

Pfeifer_etym

mund·tot

mundtot Adj., seit dem 19. Jh. in der Wendung mundtot machen ‘zum Schweigen bringen, nicht zu Worte kommen lassen’ geläufig und als zu 1Mund…

ôrstôt

MNWB

ors·tot

* ôrstôt (oer- , ohrstoͤt) , m. : Ohrfeige, Backenschlag; — Belege erst 17. Jh.

Paletot

Pfeifer_etym

pale·tot

Paletot m. ‘dreiviertellanger, doppelreihiger Herrenmantel, Überzieher’, Übernahme (um 1840) von frz. paletot, wie der um diese Zeit in Pari…

pērdestôt

MNWB

perde·stot

pērdestôt ( -stoidt ), f. ( Pl. -de ) : Freigehege, Koppel auf der Pferde gehalten werden, „equirrea” (Voc. Strals. ed. Damme); — Futterplat…

Ribbenstot

MeckWBN

ribben·stot

Wossidia Ribbenstot m. Rippenstoß, Stoß in die Rippen: 'n Ribbenstot gäben Wa.

scheintot

DWB

schein·tot

scheintot , adj. : so schafft, so klopft, man hörts mit beben, im sarge der scheintodte bang. J. Kerner lyr. ged. (1847) 370 .

schiertot

DRW

schier·tot

schiertot, adj. beinahe verstorben ein metzger [hat] den strick abgeschnitten und diesem schier-todten selbstmoͤrder wasser angespritzt, wov…

steintot

DWB

stein·tot

steintot , adj. , rigide mortuus maustodt, starrtodt, steintodt Stieler 2292 ; morto come pietra Kramer 2 (1702) 951 b ; vgl. engl. stone-de…

unbestot

MNWB

unbe·stot

unbestot , adj. : nicht mit Pfählen besetzt, „ so schal dat de helfte des vorsr. Stintfordes ... vnbestot vnd vnbeslaghen beligghende bliuen…

understôt

MNWB

under·stot

° understôt , m. : Unterbrechung, „ vnderstot : intercapedo vel begripinge. — interceptrale vnderstoet ” (Liljebäck Gl. 49).

ungestot

KöblerMnd

ung·e·stot

ungestot , (verneintes Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. ungestōtet*

untõstot

MNWB

° untõstot , adj. : unzerstoßen, nicht durch Stoß beschädigt, „ se schölen dem werde in dem schuttinge wedder aver andtwerden den tall der k…

untōstot

KöblerMnd

untōstot , (verneintes Part. Präs.=)Adj. Vw.: s. untōstotet*

upstôt

MNWB

upstôt , (selten:) op-, m. ( Pl. -stö̂te [ -stoͤte ]): 1. Zwiespalt, Zerwürfnis, „ Were ok dat jenich opstot eder tweyinghe under os worde, …

Windstot

MeckWBN

wind·stot

Wossidia Windstot m. Windstoß Müll. Reut. 165 a .

Ableitungen von tot (9 von 9)

ertôte

BMZ

ertôte swv. ersterbe. ertôten u. erbleichen tod. gehüg. 495.

ertôten

Lexer

er-tôten swv. BMZ tôt werden, sterben Erinn. Griesh. 2,94 ;

getot

KöblerAe

getot , N. nhd. Pracht, Eitelkeit E.: s. ge-, *tot (2) L.: Hh 351

Tote

Campe

† Die Tote , Mz. — n , die Dutte. Fulda.

untôt

Lexer

un-tôt s. untât.

untôtlich

Lexer

un-tôtlich , un-tœtlich adj. BMZ unsterblich Diem. Gen. Ms. ( H. 2,352 b ). Krol. Myst. (2. 355,34. Wack. pr. 33,15. 34. Hpt. 15. 429,73. Al…

Vertot

Herder

Vertot (Werto), Réné Aubert de, Historiograph des Johanniter-Ordens, geb. 1655 auf Benetot in der Normandie, Kapuziner, dann Prämonstratense…

vertôte

BMZ

vertôte swv. sterbe ab. sîn ougen begunden im rôten, sîn herze im vurtôten Herb. 1530.

vertôten

Lexer

ver-tôten swv. BMZ intr. absterben Herb. 1530.