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tod

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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Tod

Bd. 5, Sp. 489
Tod, ist der Act der Vernichtung od. der Zustand des Vernichtetseins irgend einer organischen Individualität. Durch den T. kehrt die Materie, welche sich im Zustande des Belebtseins bis auf einen gewissen Grad von der ausschließlichen Herrschaft der physikalischen und chemischen Gesetze befreit hat, wieder dahin zurück. Die Kennzeichen des T.es im einzelnen gegebenen Fall beruhen gerade auf dem Hervortreten von Anzeichen, die auf das ausnahmslose Walten der sog. physikalischen u. chemischen Kräfte schließen lassen; auf die Zerstörung der organischen Form ist es dabei stets abgesehen. Ist dieses Ziel erreicht u. damit die Möglichkeit der Aeußerung irgend welcher Lebensthätigkeit aufgehoben, so nennt man die Materie in solchem Zustande wohl auch „todte Materie.” Daß dieser Zustand stets nur ein vorübergehender ist, daß z.B. die Kohle — das Skelett eines getödteten Pflanzenorganismus — welche im Augenblick unser Zimmer erwärmt und bei dieser Gelegenheit als Kohlensäure durch den Schornstein entweicht, vielleicht in der nächsten Viertelstunde von irgend einem Pflanzenblatt als lustige Speise begierig angezogen wird, um in kurzer Zeit als integrirender Theil irgend einer Pflanzenzelle wieder aufzuleben u. nicht lange nachher im Magen irgend welchen Thieres als Pflanzenzelle nochmals zu sterben, damit daraus etwa ein Blutkörperchen werde, das seinerseits wiederum dem T.e verfallen ist, — dieses ist ein Gegenstand unsrer alltäglichen Erfahrung. Die Frage, wo u. wann die Materie aufhört todt zu sein u. anfängt zu leben, wird stets Gegenstand der Spekulation bleiben. Ob die Gesammtheit der irdischen Materie todt sein und damit auch wieder lebendig werden könne, muß vom Standpunkte der Erfahrung aus dahin beantwortet werden, daß noch nicht alle chemischen Elemente als Theile irgend eines Pflanzen- od. Thierorganismus aufgefunden worden sind, daß insbesondere die große Mehrzahl der Metalle noch nicht als integrirende Theile eines lebenden Wesens von der chemischen Analyse nachgewiesen werden konnten. Wenn man jedoch diesem gegenüber bedenkt, daß gerade diese metallischen Elemente, namentlich diejenigen derselben, welche noch nicht in Organismen nachgewiesen worden sind, nur einen höchst unbedeutenden Bruchtheil der Gesammtmasse des Erdballs bilden und daß die Wissenschaft selbst mancherlei Ursache hat, an ihrer elementaren Eigenschaft zu zweifeln, so hat die Wahrscheinlichkeit der Vermuthung, daß die irdische Materie in ihrer Totalität die Fähigkeit habe, diesen geheimnißvollen Kreislauf zu durchwandern, u. dies so gut wie die Schwerkraft als ihr unveräußerliches Attribut gelten müsse, viel für sich.
2640 Zeichen · 22 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tod

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Tod , des -es, plur. inus. 1. Eigentlich, das Ende des natürlichen oder thierischen Lebens, der Zustand und der Zeit…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tod

    Goethe-Wörterbuch

    Tod [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tod

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +5 Parallelbelege

    Tod , ist der Act der Vernichtung od. der Zustand des Vernichtetseins irgend einer organischen Individualität. Durch den…

  4. modern
    Dialekt
    Tod

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Tod Band 3, Spalte 3,1820–1824

  5. Sprichwörter
    Tod

    Wander (Sprichwörter)

    Tod 1. Allein der Todt zeigt an, woran man genug muss han. – Henisch, 1500, 24. 2. An den Tod denken, ist der Weg zur We…

  6. Spezial
    Tod

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Tod m. (-[e]s,-e) 1 mort f. 2 ‹fig› (Ende) fin (fins) f. , mort f. 3 (Todesstrafe) mort f. , pëna de mort f. ▬ dem Tod e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tod

1.497 Bildungen · 1.357 Erstglied · 140 Zweitglied · 0 Ableitungen

tod‑ als Erstglied (30 von 1.357)

todbleich

SHW

tod-bleich Band 1, Spalte 1553-1554

Todborden

SHW

Tod-borden Band 1, Spalte 1553-1554

Todfeind

SHW

Tod-feind Band 1, Spalte 1555-1556

todkrank

SHW

tod-krank Band 1, Spalte 1555-1556

todmüde

SHW

tod-müde Band 1, Spalte 1555-1556

todsicher

SHW

tod-sicher Band 1, Spalte 1555-1556

Todsünde

SHW

Tod-sünde Band 1, Spalte 1555-1556

Todvogel

SHW

Tod-vogel Band 1, Spalte 1555-1556

todabwehrend

DWB

todabwehrend , partic. den tod abwehrend: allen umhüllte die brust der todabwehrende koller. Pyrker Tunisias 3, 165 .

todähnlich

DWB

tod·aehnlich

todähnlich , adj. dem tode ähnlich: todähnlicher schlaf Hölderlin Hyp. 2, 61 , schwindel Schiller 2, 52 .

todängstlich

DWB

todangst·lich

todängstlich , adj. : ich bin ... todtängstlich, mehr als todt. Schottel lamentat.; eine todängstliche lage. Bechstein märchen 77 .

tôdāgen

MNWB

tod·agen

° tôdāgen , swv. : Versammlung abhalten, tagen, verhandeln, „ so hebbe wii so vor dat beste uns nw vor dat erste mit en to ener tiid togedag…

tō¹dāges

WWB

tō¹-dāges Adv. [Hal] vor einigen Tagen, neulich.

todahndend

DWB

todahndend , partic. den tod ahnend: todahndende träume. Willamov 19 . vgl. DWB todesahnen .

todait

KöblerMnd

todait , F. Vw.: s. tōdāt

tō¹dāle

WWB

tod·ale

tō¹-dāle Adv. [Münsterl SWestf] nieder, herunter; bergab. — Ra.: Op un tedāle ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor die k…

todamminge

KöblerMnd

todamminge , F. Vw.: s. tōdamminge

tō¹-²dan

WWB

tō¹-²dan Adv. [verstr.] weg. Heu gink ’r teodenne lief vor Angst weg ( Kr. Detmold Det Kr. Detmold@Istrup Is ). Dann tügen se meistens toden…

todangst

DWB

tod·angst

todangst , f. die angst beim sterben, vergl. todesangst 2: sende deine heilige engel mich zu trosten in meiner letzten todangst. herzmaner 1…

todarm

DWB

tod·arm

todarm , adj. arm an tod, an gelegenheit zum tode: ich kan nicht todt-arm sein. verschonen mich die flammen, so schlägt disz thränen-meer do…

tôdât

MNWB

tôdât ( todait ), f. ( Dat. Sg. -dât, [selten:] -dâde ): 1. Hilfe, Zutun, Mitwirkung, „ Des keisers votknechte mit den Brabendern wunnen mid…

todathmend

DWB

todathmend , partic. , s. DWB athmen 2: indessen .. kommt der tag heran, der auch des stärksten lebens kraft todathmend bricht. Immermann sc…

tod als Zweitglied (30 von 140)

Freitod

RDWB1

Freitod m (kein Bezug zu "свободный") добровольная смерть in den Freitod gehen - добровольно уйти из жизни устойч.

Ɉammertod

Campe

Jammer·tod

△ Der Ɉammertod , des — es , d. Mz . ungew. ein jämmerlicher Tod. Stieler. Einen Jammertod sterben.

alterstod

DWB

alters·tod

alterstod , m. mors senecta aetate contingens: alterstod erreichen wenige.

Atomtod

LDWB2

atom·tod

Atom|tod m. (-[e]s) mort da raiaziuns atomiches f.

Badetod

GWB

bade·tod

Badetod mBez auf die Enthauptung der Hl Cäcilia in ihrer Badekammer Bade todt [ als Randbem in JJVolkmann, Hist-krit Nachrichten von Ital, 2…

biertod

DWB

bier·tod

biertod , m. crapula, wie weintod, quando quis vino sepultus jacet. Stieler 2290 .

Bockstod

Wander

bocks·tod

Bockstod Durch Bockstod trink! D.i. des Teufels Tod.

Bürgerlicher Tod

Herder

bürgerlich·er·tod

Bürgerlicher Tod , Verlust aller bürgerlichen Rechte auf Lebenszeit, so daß selbst die Ehe als getrennt gilt und das Vermögen den Erben zufä…

choleratod

DWB2

cholera·tod

choleratod m .: 1831 Grillparzer br. u. tgb. 2,97 G./S. 2011 frankf. allg. ztg. (4.6.)35 f . Meyer-Hinrichs

christentod

DWB

christen·tod

christentod , m. bei Logau 3, 1, 54 überschrift der verse: unser tod der ist ein tod nicht des lebens, nur der noth.

donnertod

DWB

donner·tod

donnertod , m. durch den wetterstral. das hohe gefühl der alten, die den donnertod für keine verdammnis, sondern für eine vergötterung hielt…

dursttod

DWB2

durst·tod

dursttod m. : 1906 Frenssen Moor ( 1907 ) 172. 1958 Klatt schlittenreise 171.

erschießungstod

DWB2

erschiessung·s·tod

erschießungstod m. : 1892 häftlinge .. hoffen, dafür kriegsgerichtlich zum erschießungstode verurtheilt zu werden n. zeit 10,1,338. Rahnenfü…

erstickungstod

DWB2

erstickung·s·tod

erstickungstod m. : 1823 Schallgruber gerichtsarzneykde. 105. 1963 Andres mann 333. Albrand/Peperkorn/Arbeitsstelle

feuertod

DWB

feuer·tod

feuertod , m. vivicombustio, feuerstrafe: sag ihr, dasz ich den heilgen schwur der treue zu halten, den ich schwor, den feuertod nicht scheu…

flammentod

DWB

flammen·tod

flammentod , m. das lebendge will ich preisen, das nach flammentod sich sehnet. Göthe 5, 26 .

freiheitstod

DWB

freiheit·s·tod

freiheitstod , m. 1 1) mors pro libertate: einer ihrer väter wünschte sich schönen, blutigen freiheitstod. Stolberg 1, 92 . 2 2) interitus l…

Freitod

Pfeifer_etym

frei·tod

frei Adj. ‘unabhängig, unbeschränkt’, ahd. frī (um 800), mhd. mnd. mnl. vrī, nl. vrij, asächs. frī- in frīlīk ‘frei’, aengl. frēo, engl. fre…

freudentod

DWB

freude·n·tod

freudentod , m. jeder will gern den freudentod für den andern sterben. J. P. herbstbl. 3, 153; Karl sprach wahnsinnige worte der liebe und w…

Gähtod

RhWB

gaeh·tod

Gäh-tod jī·ə.dū·ə.t Heinsb , Köln m.: 1. plötzlicher T. — 2. du G.! Schimpfw.

gänsetod

DWB

ganse·tod

gänsetod , m. landsch. name des junis, weil er der jungen brut der gänse meist verderblich ist, zum tode wird. Krünitz 16, 51 ( vgl. u. gans…

gegentod

DWB

gegen·tod

gegentod , m. alexipharmacum Stieler 2291 , gegengift.