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Tod

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Tod

Bd. 4, Sp. 612
Der Tod, des -es, plur. inus. 1. Eigentlich, das Ende des natürlichen oder thierischen Lebens, der Zustand und der Zeitpunct der Trennung der Seele von dem Leibe, welcher in der Theologie der zeitliche, leibliche oder natürliche Tod genannt wird, um ihn von dem folgenden geistlichen und ewigen zu unterscheiden; im Gegensatze des Lebens. Sich vor dem Tode fürchten. Jemanden von dem Tode erretten. Jemandes Tod beweinen. Von dem Tode übereilt werden. Ein herrlicher Tod, nicht auf dem Rosenbette der weichlichen Muße, nicht gleichgültig dem Vaterlande, noch unberühmt bey den künftigen Enkeln. Der natürliche Tod, auch im Gegensatze eines gewaltsamen. Eines natürlichen Todes sterben, aus erschöpfter Lebenskraft. So auch eines gewaltsamen, schmähligen, schrecklichen, plötzlichen Todes sterben. Welche Wortfügung des Zeitwortes sterben mit der zweyten Endung dieses Hauptwortes alsdann richtig ist, wenn die Todesart ausgedruckt werden soll. Das biblische des Todes sterben aber, für sterben, oder den Tod leiden, ist ein Hebraismus. In der dichterischen Schreibart drückt man die Art und Weise auch mit der vierten Endung aus. Den Tod fürs Vaterland sterben. Den Tod der Helden, den Tod der Sünder sterben. Dem Tode unerschrocken entgegen gehen. Todes verbleichen, verfahren, im Oberdeutschen und in der feyerlichen Schreibart der Hochdeutschen, für sterben. Mit Tode abgehen, ehedem Todes halber abgehen, ist im Hochdeutschen für sterben völlig gangbar. Ich bin des Todes, ich möchte mich zu Tode erschrecken, verwundern, ärgern u. s. f. Ich wäre des Todes, wenn er es wüßte. Ich möchte vor Ärgerniß des Todes seyn. Noch bin ich des Todes für (vor) Schrecken, Zachar. Auf den Tod darnieder liegen, sterbenskrank, oder[] todtkrank seyn, auf den Tod liegen. Mit dem Tode ringen. Für jemand in den Tod gehen. Die Krankheit ist nicht zum Tode, nicht gefährlich. Der Tod sitzt ihm schon auf der Zunge, er ist dem Tode nahe. Sich zu Tode trinken, arbeiten, lachen, grämen u. s. f. Man möchte sich darüber zu Tode, oder todt lachen. Das ist mir bis in den Tod, oder in den Tod zuwider, im höchsten Grade. Es ist eine sehr alte und gewöhnliche Figur, den Tod als ein für sich bestehendes Wesen zu betrachten, welche so wohl im gemeinen Leben als in der höhern Schreibart sehr gewöhnlich ist. Der Tod läuft mir übers Grab, sagt man, z. B. wenn man einen plötzlichen Schauer empfindet, ohne dessen Ursache zu wissen. Das Wort Tod wird in allen diesen Fällen entweder überhaupt von dem Ende des thierischen Lebens, oder von diesem Zustande bey einzelnen Personen gebraucht. In dem letzten Falle sind von vornehmen Personen und in der feyerlichen Schreibart, Todesfall, Absterben, Ableben, tödtlicher Hintritt u. s. f. üblicher. Alle obige Arten des Ausdruckes sind von dem natürlichen Tode, und dem meisten Theile nach von diesem nur allein üblich. Auf einen gewaltsamen Tod beziehen sich folgende. Jemanden den Tod zuerkennen, ihn zum Tode verurtheilen, zur gewaltsamen Beraubung des Lebens. Jemanden zum Tode führen, begleiten, zur Hinrichtung. Den Tod leiden, erdulden, ausstehen. Jemanden den Tod anthun, wofür doch hinrichten üblicher ist. Sich selbst den Tod anthun, sich gewaltthätiger Weise um das Leben bringen. Jemanden vom Leben zum Tode bringen, nach Urtheil und Recht hinrichten. Auf den Tod gefangen sitzen, oder nur schlechthin, auf den Tod sitzen. Den Tod verdienet haben. 2) Figürlich ist in der Theologie der geistliche Tod, die Beraubung des geistlichen, und der ewige Tod, die Beraubung des ewigen Lebens. 3) Im gemeinen Leben, besonders Nieder-Deutschlandes wird der verdorrete Überrest der ehemahligen Blüthe an den Äpfeln und Birnen, der Tod genannt, welches Wort von dem Niedersächsischen doen, sterben und vertrocknen, abdoen, abdorren, abstammet. Anm. 1. Ungeachtet der Plural bey andern ähnlichen Wörtern, besonders von mehrern Arten, nicht ungewöhnlich ist, so klingt er hier doch allemahl vorzüglich fremd und widerwärtig, so oft er von einigen gewagt worden. Nicht deine brüllende Tode schrecken mich, Schlacht, Klopst. Alle Tode der Kinder Adams zu sehen, ebend. Luther machte ihn irrig Töde; ich wollte eher zehn Töde leiden. Anm. 2. Bey dem Ulphilas Dauths, im Isidor Dodh, bey dem Kero Tod, bey dem Ottfried Doth, im Nieders. Dood, im Angels. und Engl. Death, im Schwed. Död, im Isländ. Daud. Es stammet von dem im Hochdeutschen veralteten Zeitworte toen, toden, sterben her, welches noch im Nieders. und allen damit verwandten Sprachen gangbar ist; Nieders. doen, Dän. doe, bey dem Ottfried douen, im Angels. dydan, im Engl. die, bey dem Ulphilas gadauthnan; wovon noch unser Factitivum tödten, sterben machen, abstammet, dagegen das Griech. θυειν, und das Franz. tuer, gleichfalls eine thätige Bedeutung haben. In einigen Niederdeutschen Gegenden wird der Tod, so fern er als ein für sich bestehendes Wesen betrachtet wird, der Hel genannt. (S. Hölle,) daher ist daselbst Helheß, das dreybeinige Pferd, worauf der Tod bey Pestzeiten herum reiten soll.
4988 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tod

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Tod , des -es, plur. inus. 1. Eigentlich, das Ende des natürlichen oder thierischen Lebens, der Zustand und der Zeit…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tod

    Goethe-Wörterbuch

    Tod [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tod

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +5 Parallelbelege

    Tod , in rechtlicher Beziehung. Mit ihm hört die Persönlichkeit des Menschen für das menschliche Rechtsgebiet auf. Eine …

  4. modern
    Dialekt
    Tod

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Tod Band 3, Spalte 3,1820–1824

  5. Sprichwörter
    Tod

    Wander (Sprichwörter)

    Tod 1. Allein der Todt zeigt an, woran man genug muss han. – Henisch, 1500, 24. 2. An den Tod denken, ist der Weg zur We…

  6. Spezial
    Tod

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Tod m. (-[e]s,-e) 1 mort f. 2 ‹fig› (Ende) fin (fins) f. , mort f. 3 (Todesstrafe) mort f. , pëna de mort f. ▬ dem Tod e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tod

1.399 Bildungen · 1.360 Erstglied · 39 Zweitglied · 0 Ableitungen

tod‑ als Erstglied (30 von 1.360)

todbleich

SHW

tod-bleich Band 1, Spalte 1553-1554

Todborden

SHW

Tod-borden Band 1, Spalte 1553-1554

Todfeind

SHW

Tod-feind Band 1, Spalte 1555-1556

todkrank

SHW

tod-krank Band 1, Spalte 1555-1556

todmüde

SHW

tod-müde Band 1, Spalte 1555-1556

todsicher

SHW

tod-sicher Band 1, Spalte 1555-1556

Todsünde

SHW

Tod-sünde Band 1, Spalte 1555-1556

Todvogel

SHW

Tod-vogel Band 1, Spalte 1555-1556

todabwehrend

DWB

todabwehrend , partic. den tod abwehrend: allen umhüllte die brust der todabwehrende koller. Pyrker Tunisias 3, 165 .

Tō¹dd

WWB

Tō¹-dad f. [Ravensb] 1. Zutat, besonders zum Essen ( Hfd Go ), Gewürz ( Det Is = PLATENAUWB). — 2. Hackfrucht als Viehfutter ( Hal Bh).

todähnlich

DWB

tod·aehnlich

todähnlich , adj. dem tode ähnlich: todähnlicher schlaf Hölderlin Hyp. 2, 61 , schwindel Schiller 2, 52 .

todängstlich

DWB

todangst·lich

todängstlich , adj. : ich bin ... todtängstlich, mehr als todt. Schottel lamentat.; eine todängstliche lage. Bechstein märchen 77 .

tôdāgen

MNWB

tod·agen

° tôdāgen , swv. : Versammlung abhalten, tagen, verhandeln, „ so hebbe wii so vor dat beste uns nw vor dat erste mit en to ener tiid togedag…

tō¹dāges

WWB

tō¹-dāges Adv. [Hal] vor einigen Tagen, neulich.

todahndend

DWB

todahndend , partic. den tod ahnend: todahndende träume. Willamov 19 . vgl. todesahnen .

todait

KöblerMnd

todait , F. Vw.: s. tōdāt

tō¹dāle

WWB

tod·ale

tō¹-dāle Adv. [Münsterl SWestf] nieder, herunter; bergab. — Ra.: Op un tedāle ( Dor Wl || mehrf.): Hä krǟich se op un tedāle er bekam schwer…

tôdammen

MNWB

tod·ammen

tôdammen , -demmen , swv. : 1. zudämmen, (Gräben, Gruben) zuschütten, „ de planken umme de stat worden dale broken unde de graven wurden tod…

tôdamminge

MNWB

° tôdamminge , f. : Zudämmung, Zuschüttung eines Wasserlaufs, „ Were ock sake, dat jenichman an düssen Slußen vnd watheringe thostoppinge ef…

tō¹-²dan

WWB

tō¹-²dan Adv. [verstr.] weg. Heu gink ’r teodenne lief vor Angst weg ( Det Is ). Dann tügen se meistens todenn un kaimen nich wuier ( Hal Bk…

todangst

DWB

tod·angst

todangst , f. die angst beim sterben, vergl. todesangst 2: sende deine heilige engel mich zu trosten in meiner letzten todangst. herzmaner 1…

tôdânich

MNWB

tod·anich

tôdânich , *° -dênich (Nic. Gryse Spegel Nn 1 r ), adj. (flekt. -g- ): 1. zugetan, zugewandt, geneigt, „ vnd de Moͤnnekerye ys so hochgesteg…

tôdânichêⁱt

MNWB

todanich·eit

° tôdânichêⁱt , tôgedênichê(i)t , f. : Geneigtheit , Zugeneigtsein, „[Wir bekennen], dat wy myt vnsem vryem willen ... myt toedanycheit vnd …

todarm

DWB

tod·arm

todarm , adj. arm an tod, an gelegenheit zum tode: ich kan nicht todt-arm sein. verschonen mich die flammen, so schlägt disz thränen-meer do…

tôdât

MNWB

tôdât ( todait ), f. ( Dat. Sg. -dât, [selten:] -dâde ): 1. Hilfe, Zutun, Mitwirkung, „ Des keisers votknechte mit den Brabendern wunnen mid…

tod als Zweitglied (30 von 39)

Freitod

RDWB1

Freitod m (kein Bezug zu "свободный") добровольная смерть in den Freitod gehen - добровольно уйти из жизни устойч.

biertod

DWB

bier·tod

biertod , m. crapula, wie weintod, quando quis vino sepultus jacet. Stieler 2290 .

Bockstod

Wander

bocks·tod

Bockstod Durch Bockstod trink! D.i. des Teufels Tod.

Gänsetod

BWB

Gänsetod Band 3, Spalte 3,1825

Hoffaufden-Tod

Wander

Hoff-auf-den-Tod Hôp-up-den-dôd kan ôk enmol starwen. – Schambach, II, 236. Wer auf den Tod eines andern hofft, stirbt nicht selten eher als…

Hoffetod

Wander

hoffe·tod

Hoffetod 1. Hapedöd lêvt am längsten. ( Ostfries. ) – Frommann., V, 429, 513; Eichwald, 327; Bueren, 580; Hauskalender, III. 2. Hoapedäut st…

hundstod

DWB

hunds·tod

hundstod , m. aconitum lycoctonum, gelber sturmhut, eine pflanze; auch arnica montana, fallkraut, Lucianskraut.

hungertod

DWB

hunger·tod

hungertod , m. tod durch verhungern: den hungertod sterben; die wenigen terzinen, in welche Dante den hungertod Ugolinos und seiner kinder e…

Märtertod

Adelung

marter·tod

Der Märtertod , des -es, plur. car. eben daselbst, der Tod eines Märterers, d. i. eines Bekenners der christlichen Religion, und in weiterer…

meotod

KöblerAe

meotod , st. M. (a) Vw.: s. metod

метод

RDWB2

метод метод проб и ошибок идиом. - try and error (der deutsche Ausdruck "Versuch und Irrtum" wird seltener gebraucht als sein englisches Äqu…

mordtôd

AWB

mord·tod

mordtôd st. m. ; as. morthdôth; vgl. mlat. mortaudus, mordtotus, morđdotus. — Graff II,856. mortode: dat. sg. S 145,21. 147,13 ( BB ). Tötun…

Nottod

DRW

not·tod

Nottod, m. gewaltsamer Tod vnsere behmischen herrn heissen allein das mordt, so einer vom andern ermordt wirt vnd nicht solche nottode, wu e…

sautod

DWB

sau·tod

sautod , m. name zweier arten des gänsefuszes, chenopodium hybridum und rubrum, auch schweinemelde und mistmelde; für schweine ein tödliches…

Schelmentod

DRW

schelmen·tod

Schelmentod, m. I wie ¹Schelm (I) jâchant ... sichert den menschen vor dem gemainen schelmentôd und vor vergift und vor slangen 1348/50 K.v.…

selbsttod

DWB

selbst·tod

selbsttod , m. , in älterer sprache vereinzelt für selbstmord: mnd. de ... sulffes dodes gestorven sin. quelle bei Schiller-Lübben 4, 465 a …

soldatentod

DWB

soldaten·tod

soldatentod , m. tod vor dem feinde, auf dem schlachtfelde: und schlägt unser stündlein im schlachtenrot, willkommen dann sel'ger soldatento…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „tod". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tod/adelung?formid=T00741
MLA
Cotta, Marcel. „tod". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tod/adelung?formid=T00741. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „tod". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tod/adelung?formid=T00741.
BibTeX
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