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Fastnacht

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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16 in 15 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Fastnacht f.

Bd. 2, Sp. 1058
Fast-Nacht f.: 1.a. = Fastnachtsdienstag, im weiteren Sinne 'Zeit zwischen Dreikönigstag und Fastenzeit', Faßnacht (fasnaxd, -nḁxd, -nāxd, -nxd, vgl. Nacht), [nördl. u. mittl. VPf bis zur Linie NW-Elmst — SP-Berghs mancherorts übrige Pfalz], Fassena(a)cht (fasenaxd, -nḁxd, -nāxd, -nxd) [NPf WPf bis etwa zur Linie Hombg — PS-Schmalbg mancherorts übrige Pfalz], Faasna(a)cht (fās-, fsnaxd, -nḁxd, -nāxd, -nxd) [PS-Süd PS-Ost LA-Nord mancherorts übrige südl. WPf u. VPf], Faasena(a)cht (fāsə-, fsə-) [südl. WPf u. südl. VPf (südl. der für Faßnacht und Fassenacht angegebenen Linie)], vgl. K. 121 bei Fastnachtsnarr. Manche Gewährspersonen schreiben Fastnacht, auch in den Zs. (Fastnachtsgesicht, -narr usw.); vgl. Fase2, Faset 1. Auslandspfälzer: Faas(e)nacht [Lambert Penns 54], Faaschtnacht [Danner Penns 29], Faschenacht [Don-Tscherwk], Faßnacht [verbr. Gal Buch]. Zs. Altweiber-, Bettel-, Pfaffen-, Herren-, Weiberfastnacht. Ach, du mei liewi Faßnacht! Kummscht net heit, kummschde morje, awwer kumme kummschde [Gal-Brunnd]. Bis Dienschdaach isch Faßnaacht [LA-Gommh]. RA.: Ich gei (geige) d'r die Fassenaacht aⁿ!, Androhung von Schlägen [PS-W'fischb]. Ich schlag der uf die Ohre, daß de määnscht, Pingschde un Fassenaacht fallen uf än Daag [LU-Maud]. Sie hat mehʳ se duⁿ wie die Pann uf Fassenacht, von einer vielbeschäftigten Frau [KU-Bedb, verbr., auch Don Gal Buch]. Er glänzt wie die Pann uf Faßnacht [Gal-Dornf]. (Du) träämscht ... vun de heilisch Faßenacht [Feierowend Nr. 30/1965 S. 4]. Volksgl.: Waschen an F. bedeutet Tod [KU-Herschw/Petth ZW-Battw]. Gibt's an de Faßnacht viel Stern, legen aa die Hihner gern [LU-Alsh]. Uf die Fasenacht kehrt mer die Scheier aus [Fogel Beliefs Penns Nr. 1323]. Der Stall wird an F. nicht gemistet, sonst schleift man im Laufe des Jahres ein totes Stück Vieh aus dem Stall [ZW-Battw]. Was man an F. strickt, fressen die Motten [ebd.]; vgl. Fastnachtsabend. VR.: Faßnacht, die Pann kracht, schlacht meiⁿ Mudder e Bock; un wann meiⁿ Mudder kääⁿ Bock schlacht, pfeif ich uf die F. [NW-Hardbg, Gal-Bagbg]; vgl. Becker Vk. 297 u. die Var. bei pfeifen (I 807 Z. 41 ff.). Ach, du liewi Faasnacht, bischde dann schun wirre do? Vorichsjohr hämmer ken Kichle g'hat, desjohr geht's uns wirre so. Meiⁿ Mudder backt Kichle, sie backt se zu hart. Sie schließt se ins Schänkel un gibt uns net satt. Sie gibt uns drei Brocke, fär 's Hinkel zu locke: Komm, Bibibibi! [NW-Gönnh]; vgl. die Var. aus Hombg bei Bib 1. Brauchtum: An F. werden allenthalben Fastnachtsküchelchen gebacken. Dazu der VR.: Bas Bärwel, Bas Bärwel, lang 's Wäljerholz her (zum Auswalken des Kuchenteiges): Es deucht mich, es deucht mich, daß's Fassenacht wär! [Schandein Bav. IV/2, 415]. Kinder maskieren sich mit einem Bozengesicht und ziehen vor die Häuser der Nachbarn und Verwandten und singen ihr Heischelied: Hinkel, Hinkele, Hahne, die Fassenacht die isch aane; die Pann kracht, die Pann kracht, die Kichele sin gebackt. Eraus mit, eraus mit, ich stecke se in mei Sack [Ecker 127]; ähnlich in KU-Reiffb Konk IB-Seelb KL-Bann Ottb RO-Winnw KB-Kriegsf NW-Neidfels Kallstdt Don-Tscherwk Gal-Schönth; s. auch die Var. bei Bettelfastnacht, Fastnachtsbube, Hahn. Mancherorts werden die Küchelchen von den Heischegängern auf einen hölzernen Spieß gesteckt. In LA-Rohrb zogen früher die Buben als Hirt und Schafe sammelnd durch den Ort. 1609 wird in einem Kirchenvisitationsbericht gerügt, daß während des Gottesdienstes in der Fastnacht Knaben herumliefen und Eier sammelten. In NW-Esth tanzten an F. die Butzemänner auf der Straße herum; vgl. Butzemann 1 a. In PS-Schmalbg verkleideten sich junge Burschen in Lumpen und zogen lärmend, um Geld und Fastnachtsküchelchen bettelnd, durchs Dorf. In RO-Winnw trieben die Burschen den Bauern die Schweine aus dem Stall und zwangen die Besitzer, die Tiere durch einen Geldbetrag einzulösen. In LU-Muttstdt hielten die Hirten an F. einen feierlichen Umzug im Dorf, an dem auch der Bürgermeister und die Flurschützen teilnahmen. — Vor 1539: von jedem huse ... zwey huner, eins zu ernn vnd eins zu fasenacht [Pf-Weist. I 327 (LA-Edk)]. a. 1744: In den beyden gemeinschaftl. Dörffern Wilgartswiesen und Rinnthal ist ein leydiges Herkommen von alten Zeiten eingeschlichen, daß die Dasige Weiber auf Faß- nacht in denen Wirts Häusser zusammenkommen, auf ungerechte Kosten zechen, und sich mit dem Trunk so übernehmen, daß sie sodann die paßanten auf der Land Straß angreifen und zu einer Abgabe zu ihrer heydnischen Lust nöthigen, auch sonsten allerhand Exceßen verüben [Zweibr. I, Fasz. 1394]; vgl. Fastnachtsbraten. Zum Brauchtum s. auch Becker Vk. 288, 297 ff., 309 und Christmann Vk. 13/14, 25 ff., 31 ff. — b. = Fastnachtsnarr, Fassenacht [NW-Haßl]. — 2. die alte F. a. 'Sonntag nach der F., Sonntag Invokavit'. RA.: Er kummt hinnenooch wie die alt Faßnacht, wer zu spät kommt [KB-O'wies, verbr., auch Penns Don Gal Buch]. Er zirrert (zittert) wie die alt F. [LU-Alsh]. — b.α. 'wer am Aschermittwoch zuletzt in die Schule kommt' [verbr.]; vgl. Tellerlecker, Frühspitz, Küchenschnauze. — β. 'ein geschmacklos und altmodisch gekleideter Mensch', alt Faasenacht [KL-Alsbn]; vgl. Fase2, Faset 2 b. — F.: Formen in alten Urkunden: a. 1349: Vaßnacht [VeldUrk. Nr. 246], ebenso a. 1460 [ZweibrUrkb. 62]; a. 1514: faßnacht [SpeyGg-HospR. 20]; vor 1539: fasenacht [PfWeist. I 327 (LA-Edk)]; a. 1602: fasznacht [PfWeist. I 64 (LU-Altr)]. — Südhess. II 369 ff.; Rhein. II 307/08; Saarbr. 61; Lothr. 134; Els. I 755; Bad. II 20/21.
5522 Zeichen · 141 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fastnacht

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Fastnacht , plur. inus. 1) Eigentlich, die Nacht vor Aschermittwoch, als an welchem Tage sich die Fasten anfänget, u…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Fastnacht

    Goethe-Wörterbuch

    Fastnacht mehrf, bevorzugt in der Frühzeit, -ass(e)n, -aßn-; in der gen Konstruktion ‘der F. Spiel’ 1) (nach Versehen in…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fastnacht

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fastnacht , s. Carneval .

  4. modern
    Dialekt
    Fastnacht

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Fas t nacht [Fàsnàt Roppenzw. Heidw. ; Fâsnàt Hi. Banzenh. ; Fâsənàχt Pfast. Ensish. Ruf. Su. Hattst. Wh. ; Fâsənâχt L…

  5. Sprichwörter
    Fastnacht

    Wander (Sprichwörter)

    Fastnacht 1. An Fastnacht braucht jeder seine Pfanne selber. Frz. : A carême-prenant chacun a besoin de sa poële. ( Bohn…

  6. Spezial
    Fastnacht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fast|nacht f. (-) carlascé (-sciá) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fastnacht

160 Bildungen · 157 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von fastnacht 2 Komponenten

fast+nacht

fastnacht setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fastnacht‑ als Erstglied (30 von 157)

Fastnacht(s)umzug

Idiotikon

Fastnacht(s)umzug Band 17, Spalte 513 Fastnacht(s)umzug 17,513

fastnachtaufzug

DWB

fastnacht·aufzug

fastnachtaufzug , m. was will die trommel? gebet acht! 'was für ein fastnachtaufzug und was soll der hut?' Schiller 521 a , in der ersten au…

Fastnachtbuch

Wander

fastnacht·buch

Fastnachtbuch Sie wie ein Fastnachtbuch stellen. Zur Erklärung vgl. Sprichwörter von Sanders, 125.

fastnachtbutz

DWB

fastnacht·butz

fastnachtbutz , butze , m. larva, morio larvatus, vgl. 2, 588. Maaler 132 b setzt fasznachtböck und butz. Stieler 206, 264 . wan on zwifel, …

fastnachtbutzisch

DWB

fastnachtbutz·isch

fastnachtbutzisch , larvatus: mit solcher zucht man fasznacht helt, also behelt man das feld in der fasznachtbutzischen welt. Garg. 51 a .

Fastnachtdāge

WWB

Fast-nacht-dāge Pl. Fastnachtstage, Tage vor Aschermittwoch. — Bauernregel: Gudde Fastnachtsdage, gut Heuwiäder ( Sos Kö).

Fastnachtgek

WWB

fastnacht·gek

Fast-nacht-gek m. [verstr. Mark] jmd., der sich zu Fastnacht verkleidet und um Gaben bittend umherzieht.

fastnachtgesicht

DWB

fastnacht·gesicht

fastnachtgesicht , n. larva: man musz solches fasnachtgesichte unsern feinden abziehen und von den augen des gemeinen mannes die schuppen fä…

fastnachtheer

DWB

fastnacht·heer

fastnachtheer , n. das wütende heer, weil es zu fastnachten ausfahren soll: ich hab neben andern gehört von Johan Kennerer pfarher zu Mansfe…

fastnachthuhn

DWB

fastnacht·huhn

fastnachthuhn , n. wie pfingsthuhn, herbsthuhn: der rittmeister, dem solche scherze lieber waren als fastnachthühner. J. P. uns. loge 1, 117…

fastnachtig

PfWB

fast·n·achtig

fast-nachtig Adj. : sich faßnachdich aⁿzieh 'sich auffallend kleiden' [ GH-Kuhdt ].

fastnacht als Zweitglied (3 von 3)

Bauernfastnacht

Wander

bauern·fastnacht

Bauernfastnacht Wenn's a der Burefastnecht 1 de Bättlere g'rothet, so g'rothet im Sommer de Bure d' Ern. ( Solothurn. ) – Schild, 104, 43. 1…

herrenfastnacht

DWB

herren·fastnacht

herrenfastnacht , f. der dritte sonntag vor den fasten, oder der sonntag esto mihi; auch pfaffenfastnacht: uf sontag der herrenvasnacht, war…

pfaffenfastnacht

DWB

pfaffen·fastnacht

pfaffenfastnacht , f. was herrenfastnacht, spätmhd. pfaffenvasnacht Mone zeitschr. 6, 339 ( vom j. 1346): uff sonnentag der pfaffenfasznacht…