Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
fasten
fasten
fasten Vb. ‘aus religiösen Gründen (später auch aus Gründen der Diät) zeitweilig auf Nahrung bzw. bestimmte Speisen verzichten’, ahd. fastēn (9. Jh.), mhd. vasten, aengl. fæstan, engl. to fast, mnd. mnl. nl. vasten, anord. (aus dem Mnd.?) fasta, schwed. fasta, got. fastan sind abgeleitet von dem unter fest (s. d.) behandelten Adjektiv. Das läßt auf eine Entwicklung schließen, die in der ostgotischen Kirche beginnt. Die im Got. noch bezeugte allgemeine Bedeutung ‘halten, festhalten, beobachten’ wird weitgehend auf das Einhalten des Fastengebots eingeschränkt. Im Ahd. ist die Bedeutung ‘sich aus religiösen Gründen der Nahrungsaufnahme enthalten’ allein herrschend, während das Aengl. und das Mnl. auch Verwendungen aufweisen wie ‘festmachen, begründen, bekräftigen, bestätigen’, aengl. auch ‘anvertrauen’. Bereits früh (9. Jh.) ist die Substantivierung ahd. fastēn n. ‘Enthaltsamkeit, das Fasten’ bezeugt. Ein Substantiv ahd. fasta f. (wohl schon seit dem 8. Jh.), mhd. vaste ‘Enthaltung von Speise und Trank, das Fasten, Fastenzeit’ lebt vor allem in den Mundarten und landschaftlich in pluralischem Gebrauch die Fasten weiter; häufiger dafür Fastenzeit f. (17. Jh.).