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Ostern

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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23 in 18 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Ostern

Bd. 15, Sp. 173
Ostern (Osterfest), das Fest der Auferstehung Jesu, hat wahrscheinlich seine deutsche Benennung von dem Feste der altsächsischen Frühlingsgöttin Ostara. Mit dem Kultus, der ihr vor Einführung des Christentums gewidmet wurde, hängen die Namen der Osterwälder, Osterberge und die Gebräuche des Osterfeuers, der Ostereier etc. (s. Ostergebräuche) zusammen. Der Ursprung des Festes dagegen ist jüdisch (s. Feste und Passah). Die kleinasiatischen Gemeinden hielten sich an den 14. Nisan des jüdischen Kalenders, während die römische und andre an sie sich anschließende Gemeinden davon ausgingen, daß vor allem die Jahresfeier der Auferstehung an dem unbeweglichen Sonntag nach dem Frühlingsvollmond begangen werde, wobei sie zur Erinnerung an das Leiden und den Tod Jesu den vorhergehenden Freitag ausersahen. Seit Mitte des 2. Jahrh. wurde diese Verschiedenheit der Feier Gegenstand des Streites (Passahstreit) zwischen den verschiedenen Kirchen, und das Nicänische Konzil (325) entschied sich im wesentlichen für die römische Sitte, indem es die Feier des seitdem vorzugsweise der Auferstehung geltenden Osterfestes auf den Sonntag nach dem 14. Nisan (Frühlingsvollmond) festsetzte. Die Anhänger der abweichenden Osterfeier bezeichnete man mit dem Ketzernamen »Quartodezimaner«. Auch gegenwärtig wird das Osterfest noch am Sonntag nach Frühlingsvollmond oder, wenn dieser selbst auf einen Sonntag fällt, am nächstfolgenden gefeiert. Der Frühlingsvollmond (die Ostergrenze, terminus paschalis) ist aber der, welcher entweder auf oder zunächst nach dem wegen dieser Osterberechnung auf 21. März festgelegten Frühlingsanfang fällt. Die sogen. Gaußsche Formel bietet eine leichte Methode, den jedesmaligen Ostertermin aus der Jahreszahl zu berechnen (s. Kalender, S. 458). Das jüdische Osterfest (s. Passah) fällt gewöhnlich in die Karwoche, jedoch nie vor den 26. März und nie hinter den 25. April gregorianischen Stils, während das christliche Osterfest zwischen 22. März und 25. April fallen muß. Der Feier des Auferstehungsfestes ging schon früh ein vorbereitendes Fasten (s. d.) voran. Das Fest selbst galt als die beliebteste Taufzeit, auch nahm die Kirche an ihm die reuigen Gefallenen (s. Lapsi) wieder auf. Die Bedeutung des Festes sowie der Umstand, daß nach ihm alle übrigen »beweglichen« Feste des Sommers berechnet wurden, bewirkte, daß man an vielen Orten mit dem Osterfest das Jahr begann. Ihm unmittelbar voraus ging die mit dem Palmsonntag (s. d.) beginnende Karwoche (s. d.), mit dem Gründonnerstag (s. d.) und dem Karfreitag (s. d.), dem sogen. Leidensostern (pascha staurosimon), das die griechische Kirche vom Auferstehungsostern (pascha anastasimon) unterschied. Der Ostersonnabend war in der alten Kirche ein allgemeiner, zur Vorbereitung auf die Taufe bestimmter Fasttag, an dessen Abend sich die Gemeinde zu einem feierlichen, bis zum Ostermorgen dauernden Nachtgottesdienst (Ostervigilie) versammelte. In Rom zeichnet sich jetzt der Ostersonnabend durch die Taufe und Konfirmation der Neubekehrten im Lateran und durch die große Messe in der Sixtinischen Kapelle aus. In der päpstlichen Kapelle werden das Feuer und die Osterkerze (cereus paschalis) geweiht; alle Familien lassen das Ostermahl segnen, das in einer Eiersuppe, einem Fladen und einem gerösteten Zicklein besteht; in der ganzen römischen Kirche werden die Ampeln in den Gotteshäusern mit frischem Öl versehen, alle Kerzen ausgelöscht und frisch angezündet (Lichtersabbat). Die Glocken schweigen vom Karfreitag bis zum Ostersonntagmorgen. Der Ostersonn- tag wurde schon in der alten Kirche als erstes Freudenfest begangen. Die Christen empfingen sich früh morgens mit dem Osterkuß und dem Zuruf: »Er ist auferstanden«, worauf der Begrüßte antwortete: »Er ist wahrhaftig auferstanden«. Ähnliches existiert heute fast nur noch in der griechischen Kirche. Eine mittelalterliche Sitte war das sogen. Ostergelächter (risus paschalis, s. Ostergebräuche). Die Feier dauerte in der alten Kirche die ganze Osterwoche, daher der nächste (sogen. weiße) Sonntag Osteroktave hieß; jetzt ist fast allgemein nur der Ostermontag noch ein kirchlicher Feiertag. Vgl. Piper, Geschichte des Osterfestes (Berl. 1845) und Karls d. Gr. Kalendarium und Ostertafel (das. 1858); Weitzel, Die christliche Passahfeier der ersten drei Jahrhunderte (Pforzh. 1848); Hilgenfeld, Der Paschastreit der alten Kirche (Halle 1860); Schürer, Die Passahstreitigkeiten des 2. Jahrhunderts (in der »Zeitschrift für die historische Theologie«, 1870); Freybe, Ostern in deutscher Sage, Sitte und Dichtung (Gütersl. 1893); J. Schmid, Die Osterfestfrage auf dem ersten allgemeinen Konzil von Nicäa (Wien 1905); Schwartz, Christliche und jüdische Ostertafeln (Berl. 1905) und Osterbetrachtungen (in der »Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft«, 1906).
4830 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ôsternswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    ôstern swf. dativ ( und zuweilen gen. ) plur. ahd. ôstarôn, ôstarônô ( neben gen. sg. ôstarûn) Graff 1,501. Gr. myth. 26…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ôstern

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ôstern s. ôsteren.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ōstern

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Die Ōstern , sing. car. das Fest der Auferstehung Christi, das Osterfest, und bey den Juden, das Fest, in welchem das An…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ostern

    Goethe-Wörterbuch

    Ostern erstarrter DatPl; Pl mit Artikel B41,2,3 ; vielfach auch mit temp Präp; überwiegend in Briefen u amtl Schriften a…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ostern

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ostern , Osterfest (von Ostârâ, dem Namen der altdeutschen Frühlingsgöttin), Fest der Feste , das Fest der Auferstehung …

  6. modern
    Dialekt
    Ostern

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Ostern Ostern 1. der ältere Name Paaschen, den die westfälischen Siedler aus der kölnischen Kirchenprovinz ins Land gebr…

  7. Sprichwörter
    Ostern

    Wander (Sprichwörter)

    Ostern 1. Âstern (Austern) is de Hâmel ernêrt. – Schambach, II, 618. Ostern ist der Hammel ernährt. Eine unbestimmte Sch…

  8. Spezial
    Ostern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Os|tern n. (-) Pasca f. ▬ Frohe Ostern! (Na) bona Pasca! ✒ grüne Weihnachten, weiße Ostern; Weihnachten im Klee, Ostern …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ostern

25 Bildungen · 18 Erstglied · 7 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von ostern 2 Komponenten

ost+ern

ostern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ostern‑ als Erstglied (18 von 18)

Ostern I

SHW

Ostern I Band 4, Spalte 1115-1116

Ostern II

SHW

Ostern II Band 4, Spalte 1117-1118

Osternstern

SHW

Ostern-stern Band 4, Spalte 1117-1118

Osterntag

SHW

Ostern-tag Band 4, Spalte 1117-1118

Osternzeit

SHW

Ostern-zeit Band 4, Spalte 1117-1118

osternacht

DWB

oster·nacht

osternacht , f. , mhd. ôsternaht, die nacht vor ostern: inn der osternacht bald nach mitnacht stehet ieder man uff gen metten ( s. ostermett…

Osternägelken

MeckWB

Osternägelken n. gelbe Narzisse, narcissus pseudonarcissus Pa Bel .

Osternburg

Meyers

ostern·burg

Osternburg , Gemeinde im oldenburg. Amt Oldenburg, an der Hunte und an der Staatsbahnlinie Oldenburg-Osnabrück, unmittelbar südöstlich bei O…

Osternest

PfWB

oster·nest

Oster-nest n. : = Osterhasennest , Oschdeʳ - nescht, Ouschdeʳ- [mancherorts]. Südhess. IV 1117 . —

osterneu

DWB

oster·neu

osterneu , n. wie ostermärlein: ihr alten habet euch zu erinnern, wie man vor alters am ostertage zur vesper pfleget von der cantzel ein ost…

Osternothafen

Meyers

oster·nothafen

Osternothafen , Kolonie im preuß. Regbez. Stettin, Kreis Usedom-Wollin, rechts an der Mündung der Swine in die Ostsee, bei Swinemünde, hat d…

ostern als Zweitglied (7 von 7)

postern

BWB

-postern Band 2, Spalte 2,1744

Maienostern

Wander

maien·ostern

Maienostern Auf Maienostern. Nie, da Ostern niemals im Mai fällt. (S. Nimmerstag.)