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Piper

mnd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Piper

Bd. 15, Sp. 897
Piper L., Gattung der Piperazeen, Kräuter oder Bäume, meist Sträucher, häufig kletternd, mit einfachen, gestielten Blättern, ährigen, selten doldigen, endständigen Blütenständen, sitzenden oder in die verdickte Blütenstandsachse eingesenkten, meist eingeschlechtigen Blüten und sitzenden oder gestielten Beeren. Etwa 600 Arten in den Tropen der Alten und der Neuen Welt, besonders in Amerika und im indischen Monsungebiet, verhältnismäßig wenige in Afrika. P. angustifolium Ruiz. et Pav. (Artanthe elongata Miq.), ein Strauch in den feuchten Wäldern der Kordilleren von Peru, Brasilien, Panama, mit kurzgestielten, länglich-lanzettlichen, lang zugespitzten, fast lederigen, stumpf gekerbten, unterseits behaarten Blättern und dicht gedrängten, grünlichen Blüten, wird hier und da kultiviert und liefert, wie P. aduncum L., ein Strauch in Brasilien, Guayana, Neugranada, Panama, Mexiko und Westindien, mit größern, länglich elliptischen, sehr lang zugespitzten, ganzrandigen, unterseits fast kahlen Blättern, die Matikoblätter, die schwach aromatisch nach Kubeben oder Minze riechen, angenehm oder wenig scharf bitterlich und aromatisch schmecken und Harz und ätherisches Öl neben Gerbstoff enthalten. Sie wirken blutstillend und werden in Brasilien seit langer Zeit arzneilich benutzt; 1827 wurden sie in Amerika, 1839 durch Jeffreys in Europa bekannt, fanden aber erst in neuerer Zeit größere Verwendung gegen Schleimflüsse, Gonorrhöe. Man benutzt auch ein aus den Blättern gewonnenes gelbbraunes, ätherisches Öl, das Asaron und Methyleugenol enthält. Wurzeln und Blätter von P. aduncum werden in Brasilien als stimulierendes Mittel, die Früchte wie Kubeben (Thoho-Thoho) benutzt. Von P. heterophyllum Ruiz. et Pav., in Peru, werden die Blätter wie Betel gekaut und als magenstärkender Tee benutzt. P. Cubeba L. fil. (Cubeba officinalis Miq., Kubebenpfeffer), s. Tafel »Arzneipflanzen II«, Fig. 1, mit Text. P. guineense Schum., kletternd, mit langgestielten, eiförmigen, kahlen Blättern, kurzen Blütenähren und kugeligen, ziemlich langgestielten Beeren (Aschantipfeffer), in Westafrika. P. nigrum L. (schwarzer Pfeffer), s. Tafel »Gewürzpflanzen«, Fig. 10, mit Text. Die dünne Fruchthaut des Pfeffers schließt einen einzigen Samen ein, dessen Embryo wegen der frühzeitigen Ernte nicht entwickelt ist. Der Same selbst enthält in der dünnen, braunroten Samenschale ein glänzendes, außen grünlichgraues, hornartiges, im Innern weißes, mehliges Eiweiß. Der beißend scharfe Geschmack ist durch Harz bedingt; ein ätherisches Öl (1–2,3 Proz.), wesentlich aus Phellandren bestehend, besitzt mehr den Geruch als den Geschmack des Pfeffers, der außerdem 5 Proz. Mineralstoffe und etwa 2–8 Proz. Piperin enthält. Weißer Pfeffer wird von derselben Pflanze gewonnen, aber aus reisen Beeren bereitet, indem man diese nach mehrtägigem Liegen in Wasser zwischen den Händen reibt, bis die fleischige Schicht völlig entfernt ist. Die Straits Settlements liefern jährlich 1–1,25 Mill. kg weißen Pfeffer, der größtenteils nach China geht, während man in Europa den schärfern schwarzen Pfeffer vorzieht. Der beste Pfeffer ist der von Malabar, Mittelsorten sind die von Singapur, Pinang; die holländische Sorte, der Bataviapfeffer, hat den geringsten Wert. Die Produktion schätzt Scherzer auf 26 Mill. kg (davon Sumatra 14, die Inseln der Malakkastraße 1,8, die Malaiische Halbinsel 1,9. Borneo 1,8, Siam 4, Malabar 2,5 Mill.); Deutschland führte 1904: 35,040 dz schwarzen und 22,622 dz weißen Pfeffer ein. – Der Pfeffer ist eins der ältesten Gewürze der indischen Welt und hat sich von da aus bei allen Völkern unentbehrlich gemacht, zumal in den Reisländern. Der Sanskritname des langen Pfeffers (Pippali) geht, auf den schwarzen Pfeffer übertragen, durch fast alle Sprachen, nachdem die Perser das ihnen fehlende l durch r ersetzt haben. Theophrastos kannte schwarzen und langen, Dioskorides auch weißen Pfeffer, und die Römer besteuerten schwarzen und langen Pfeffer in Alexandria. Cosmas Indopleustes beschrieb 540 die Pflanze. Damals und noch viel später war Pfeffer als begehrtestes Gewürz das Symbol des ganzen Gewürzhandels, dem Genua und Venedig sowie die süddeutschen Handelsstädte einen großen Teil ihrer Reichtümer verdanken. Im Mittelalter wurden Zölle in Pfeffer entrichtet, und im 14. und 15. Jahrh. wurde er bei Geldnot als Zahlungsmittel gebraucht. Erst nach der Entdeckung des Seewegs nach Indien fiel der hohe Preis des Pfeffers sehr stark, indem sich zugleich seine Kultur nach den westlichen Inseln des Archipels verbreitete. Portugal machte den so höchst einträglichen Pfefferhandel bis zum 18. Jahrh. zum Kronmonopol. Auch jetzt noch nimmt der Pfeffer in der Handelswelt unter den Gewürzen unbedingt die erste Stelle ein. P. longum L., mit rundlich eiförmigen, am Grunde breit herzförmigen, oben zugespitzten Blättern und verkehrt-pyramidenförmigen, untereinander vereinigten Beeren, im ganzen indisch-malaiischen Gebiet, liefert den aus unreifen Fruchtständen bestehenden langen Pfeffer (P. longum), der aber auch von P. officinarum DC. auf den Sundainseln stammt. Dieses Gewürz scheint als Peperi makron schon den alten Griechen bekannt gewesen zu sein und behielt seinen Wert auch im Mittelalter neben dem schwarzen Pfeffer, obwohl es viel weniger scharf schmeckt; gegenwärtig wird es in Europa nur noch selten benutzt. P. Betle L. (Chavica Betle Miq., Betelpfeffer, Kaupfeffer), ein kletternder Strauch mit starren, rundlich-eiförmigen Blättern und kurzen Ähren, im ganzen indisch-malaiischen Gebiet, kultiviert auch auf Madagaskar, Bourbon und in Westindien, liefert in seinen brennend gewürzhaft schmeckenden Blättern das Material, das mit der Arekanuß gekaut wird. P. methysticum Forst. (Macropiper methysticum Miq., Rauschpfeffer, Kawa-, Awapfeffer), ein 2 m hoher Strauch mit langgestielten, rundlich-eiförmigen Blättern, auf den Gesellschafts-, Freundschafts-, Sandwich- und Fidschiinseln, wird wegen seiner Wurzel kultiviert, die medizinisch, namentlich aber zur Bereitung eines für das soziale und religiöse Leben der Südseeinsulaner sehr wichtigen Getränks, der Kawa (s. d.), benutzt wird. P. germanicum, s. Daphne.
6172 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    piper

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +3 Parallelbelege

    piper, Pfeifer, überh. Spielmann.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    PiperDer

    Campe (1807–1813)

    Der Piper , — s, Mz . gl. 1) Einer der pipet in allen Bedeutungen dieses Wortes. 2) S. Campe Piphuhn .

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    piper

    Goethe-Wörterbuch

    piper zool, Artbezeichnung s Rhamphastus Robert Charlier R.C.

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Piper

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Piper , lat., Pfeffer; P. itae , Pfeffergewächse; s. Pfeffer.

  5. modern
    Dialekt
    Piperm.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Wossidia MeckWBN Piper m. Pfeifer 1. Musikant: 'Raslaf, piper' (Ro um 1350) UB. 5, XXII; (Ro 1388) 21, 199; 'nein Spelem…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit piper

51 Bildungen · 35 Erstglied · 16 Zweitglied · 0 Ableitungen

piper‑ als Erstglied (30 von 35)

piper 1 und häufiger

KöblerAfries

piper 1 und häufiger , st. M. (a?) nhd. Pfeffer ne. pepper Hw.: vgl. an. pipari, ae. pipor, as. *piper?, ahd. pfeffar* E.: germ. *piper, M.,…

Piperazeen

Meyers

Piperazeen ( Pfeffergewächse ), dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Piperinen, mit Ölzellen versehene Kräuter oder Sträucher mit kn…

Piperazīn

Meyers

pipera·zin

Piperazīn ( Diäthylendiamin, Äthylenimin, Hexahydropyrazin ) C 4 H 10 N 2 oder @24@float , entsteht bei Einwirkung von Ammoniak auf Äthylenc…

pîperbank

MNWB

piper·bank

° pîperbank , f. : Gestühl, Sitzbank für Spielleute (Stieda-Mettig 592 u. ö.).

pîperbôde

MNWB

piper·bode

° pîperbôde , f. ( Pl. -n ) : Haus, Bude städtischer Spielleute? (Reval KR 1, 523 u. ö.).

Pīperek

WWB

pipe·rek

Pīperek m. 1. Sperling (Frbg.) ( Kr. Brilon Bri Kr. Brilon@Assinghausen Ah ). — 2. Schreihals ( Kr. Brilon Bri Ob).

pipergari

AWB

pipergari Gl 1,116,23 ( Pa ) s. bi- bergan.

pîperhûs

MNWB

piper·hus

° pîperhûs , n. : Haus städtischer Spielleute (Nd. Jb. 43, 79: Braunschweig 1499).

Piperidīn

Meyers

Piperidīn ( Pentamethylenimid, Hexahydropyridin ) C 5 H 11 N oder @24@float findet sich an Piperinsäure gebunden im Pfeffer, entsteht aus Pi…

pîperîe

MNWB

pipe·rie

° pîperîe , f. , nom. pr.?: Bez. eines Anwesens, anderthalven ōrt hü̂re gift de p. dê S. B. brûkt (Pomm. Kirchenvis. 2, 87).

piperig

MeckWB

pipe·rig

Wossidia piperig empfindlich, weinerlich. — Dä. 350 b ; Me. 3, 1019.

Piperīn

Meyers

pipe·rin

Piperīn C 17 H 19 NO 2 , Alkaloid, findet sich in den verschiedenen Pfefferarten und kann synthetisch aus αAlkyl- und αPhenylpiperinsäuren m…

Piperinen

Meyers

piper·inen

Piperinen ( Piperales ), Pflanzenordnung der Julifloren, charakterisiert durch ungeteilte Blätter und kleine, in Ähren stehende Blüten mit f…

Piperjahn

MeckWB

piper·jahn

Wossidia Piperjahn m. Reimwort: Huurnfisch, du Piperjahn, Wist du Düwel nich nah Dierhagen gahn? Wo. V. 2, 1349 a; im Reiterlied: Sadel mi d…

pîperklêⁱdinge

MNWB

piper·kleidinge

° pîperklêⁱdinge , f. : Bekleidung der städtischen Spielleute, tômassche lāken tôr dênreun p. (Reval KR 1, 249).

Piperling

Campe

piper·ling

Der Piperling , — es, Mz. — e , einer der über etwas pipet, nichts vertragen kann; ein Zärtling.

piperln

BWB

piperln Band 2, Spalte 2,890

pîperlôn

MNWB

piper·lon

pîperlôn , m. , n. ( Gen. Sg. -s ) : Bezahlung für Spielleute.

pipermōs

KöblerAfries

piper·mōs

pipermōs , st. N. (a) nhd. „Pfeffermus“, Pfefferspeise, gepfefferte Speise ne. peppermeal Q.: E E.: s. piper, mōs L.: Hh 83a, Rh 978b

pipernellen

MeckWB

piper·nellen

Wossidia pipernellen verhüllend für stechen im Flohrätsel Ro Rostock@Groß Schwaß GSchwaß .

Pipérno

Meyers

Pipérno (ital.), ein nach seinem örtlichen Vorkommen benannter dunkelgeflammter hellgrauer Trachyt aus der Umgegend von Neapel.

Piperonāl

Meyers

Piperonāl ( Heliotropin ) C 8 H 6 O 3 , der Methylenäther des Protokatechualdehyds C 6 H 3 (CHO)(O 2 CH 2 ), entsteht beim Behandeln von Pip…

piper als Zweitglied (16 von 16)

hydropiper

GWB

hydropiper botan, Artbezeichnung s Polygonum Katherina Mittendorf K.M.

Keªlkoppīper

WWB

Keªl-kop-pīper m. [verstr.] 1. Kehlkopfpfeifen (Pferdekrankheit). — 2. Schimpfw. für Pferde (Frbg.).

Lungenpiper

MeckWB

lungen·piper

Wossidia Lungenpiper m. kränkliches, mageres Schaf Wi Wismar@Zurow Zur ; Schnaps (1885) Poel.

Rägenpiper

MeckWB

ragen·piper

Wossidia MeckWBN Rägenpiper m. Regenpfeifer, der buntschnäblige Strandpfeifer, segialitis hiaticula E. Boll Hs.; Arch. Landesk. 15, 163; vgl…

Sackpiper

MeckWB

sack·piper

Wossidia Sackpiper m. Sackpfeifer: ascaules, pithaules, utricularius 'Ein Sackpyper' Chytr. 290; 'ROemischer Sackpyper' Gry. Lb. 1, Ee 1 a .

Snurrpiper

MeckWB

Wossidia Snurrpiper m. Schnurrpfeifer, Umhertreiber Bri. 7, 15. Me. 4, 666.

Stadtpiper

MeckWB

stadt·piper

Wossidia Stadtpiper m. Stadtpfeifer, Stadtmusikant: Stadtpiper Kihrhahn in Wismar sin een Pauk Bri. 2, 113.

vlêderpîper

MNWB

vleder·piper

° vlêderpîper, m. : Mann der auf einem Saiteninstrument, einer Sambuca spielt, „ Vlederpyper dede myt der vlederpypen pypet effte singhet Sa…

Wegpiper

RhWB

weg·piper

Weg-piper -īb- Saarl-Bilsd m.: scherzh. Gerstenkorn am Auge.