Ostern
das Wort ist nach Wk. VI 9 allg. von Sü
d. nach
N. bis zur klevld., nberg.
Paschen-L.; im SNfrk u. NBerg
noch recht häufig
P. neben dem jüngern
O.; in Zs. ist
P. auch noch im Rip bezeugt (
s. Paschen); die Formen von
O. sind
ōšdərə bis zur
št/st-L. im Hunsr u. an der Saar; dann Mosfrk
ō:sdərn, ū:-; Rip
ū:stərə, aber auch wie im Berg, SNfrk
ō:- nach dem Nhd. [
ukstərn Malm-Emmels]; Berg
ō-, ō·ă.-, ū·ă.-; SNfrk
ū·ə.- Sg. t.
m. [LRip auch
n.; in Zeitbestimmung Rhfrk auch Pl. t.]: 1. wie
nhd. [
dat iərschte, tweide O. der erste, zweite O.tag Gummb;
ruden U. O.sonntag Trier-Langsur, Wittl-Neuerbg, Prüm];
U. fällt dit Johr fröh (spät) Rip, Allg.;
die U. (Pl. t.)
fohre ich fort;
de Bas sat, se härre dat Johr schlechte O. gehall, se ware all net recht em Schuss; an de O. zu O. Rhfrk;
de U. (op, zo U.); fröhliche O.! Ostergruss Rip, Allg.
U. fröh, U. spät, U. em Aprel nur bedingt richtige Zeitbestimmung Siebengeb., Aach.
Wenn et beiert (feierliches, rhythmisches Glockengeläute bei einseitigem Anschlagen),
ös et bal U.; wenn et U. ös, dann b. et doch dann folgt die bessere Zeit LRip.
Usterdag, do rauscht de Bach, do söngt den Her (der Pfarrer),
dat däht he ger; do höppt den Hos (Hahn),
do danzt de Wos (Base, alte Frau)
! dann ist das Frühjahr, die Zeit der Freude da WMosfrk, —
Bach, dann billt der Fuchs, dann heppt den Hos, dann danzt de Wos, dann singt den Här, dann däht en et ger! ebd., —
dan danzt de Wos, dan heppelt den Hos, da sprangen de Ranner (Rinder),
da sangen de Kanner (Kinder),
da kimmt den Her, dat seiht hen ger! Bitb-Bickend, —
Bach, da fuppt de Fräsch, da sengt den Her ... Bitb-Feilsd, —
Wos, da singt de Specht, da leit de Mad hinnerm Knecht! Wittl-OÖffl, —
Bach, do hecken die Has, do singt die Specht, do danzen alle Mäd on Knecht, do legt dat Hohn, do kalft die Koh, do hät die Fra em Haus ze dohn! Koch-Brohl, —
Spech, dann danzen alle Mäd on Knecht Aden-Siebenb, —
Bach, da brillt de Liev (Löwe),
da springt de Fuchs, da singe de Heren, dat Annekätt hirt et ger! Wittl-OKail, —
Bach, do höppt de Has, de Esel schlaht de Trumm, on wenn de Mädcher buckleg sein, da danze mer herüm (danzen hännerum, do soss et Kätzche of em Dach on hat sech bal zebarscht gelacht)! May, —
Bach, dann gihn all die Konner (Kinder)
on de Schull; ber en schewe Buckel hat, der gäht mot schewen, schaken Schohnen on de Schull! Aden-Virnebg.
O. em Gras, da huppelt der Has, da kleddert de Maus zum Fister eraus! Bernk. —
Wetter- u.
Bauernregeln. Freih O., fr. Freihjohr Merz-Nunk;
freh U., fr. Sumer Prüm-Waxw.
O. frühch, O. lat (spät),
O. brengt de Suəmer Kemp.
Grine Weihnachte (Krestdag, Krestmess), weisse O.; w. W., gr. O. Rhfrk, Allg.
W. (Krestdag) eam Schnee, O. eam Klee Merz, Allg.;
öm Lechmess (em) Schnie, U. (em) Kli Mosfrk, Rip, Berg.
Kresdag an der Dör (Türe),
O. öm et (henger dem) För (Feuer) Köln, Dür, Sieg-Scheiderhöhe, Ess-Schuir (
bi et F.).
Hängt am Kresdag Eis an de Wigge (Weiden),
ka mer de U. Palme schnigge (schneiden) Neuw-Unkel, Prüm-Ihren, Bernk-NEmmel.
Os et U.morgen gereift udder gefroər, dann schaden all de Maifräst (-fröste)
nicks Koch-Laub.
U. hell a (und)
klor, get en gut Johr; Lichtmess am (im)
Schni, U. am Kli get no(ch) mih Prüm-Dahnen.
Wenn op U.dag de Sonn hell scheint, der Bauer bei sengem Kor op dem Speicher setzt on weint (kreischt); as U.dag gleich der Nacht, en an (in)
die Feist (Fäuste)
lacht WEif.
Wo O.mondig der Wengk (Wind)
steht, do st. e drei Vierdel Johr Dür, Aach-Merkst.
Wo am U. der Rauch hingäht, do kummen det Johr de Gewirrer her Altb-NFischb.
Wenn et U. rent (regnet),
dann vergeht et drette Kidd (Korn)
en de Jəhr (Ähre) Eusk-Friesh.
Wenn et O.dag de Schoppsspur (Spur eines Schafes)
voll rennt, es de dredde Spier Koəre verloəre Erk-Bellinghv Gevenich (
et drette Spitt).
Wann et op den iərschten O.dag rent, wüərd de Erd den ganzen Sommer nit nat (nass) Sol, MGladb.
Rent et U. enen Tron (Träne),
semmer alle Maifros ohn Sieg-ODollend, —
da vergeht et Kor bas (bis)
an (in)
de Sechel WEif (o. O.).
Git et O. enen Droppen, kann mer kenen Ishellige foppen Sülzt.
Wenn et of Pälmendag rent un of U.dag net, da gäht dat Kor zereck bes an de Schnett bleibt es im Wachsen zurück Trier-Clüsserath.
Ren (Regen)
am Karfreidig, ken R. em Johr; R. am O.sonndig, R. an den Sonndigen en der O.zeit Daun-Jünkerath.
En Dimer (Gewitter)
op U.dag as de Beien (Bienen)
ihre jingsten Dag Bitb-NWeis.
Krestdag han de Äppel selwere, U. han se gelle (goldene)
Still Bernk-Elzerath.
Em U. muss mer en Ei om Koren verberge kennen on em Pengsten e Flad (flachen Kuchen) Prüm-Ihren, —
en Has Malm-Emmels.
Röbe no Kresdag, Äppel no U., Mädche no dressig Joəhr han de Geschmack verlore Bergh, Allg.
Zwischen O. un Pingsten hat der Bauer am wingsten Hunsr.
Krestemess backt jedermann, O., wer kann, Pengsten kömmt nicks dovan Düss-Mündelh. — RA.: Wann geschieht das? Ausweichende Antw.:
Summer U., wenn de Beck (Böcke)
lammen Daun-Tettschd, Neuw-Datzeroth;
zwesche Newwel on U. Zell-Senh;
wenn U. op Karfreidag fällt Düss-Rating;
wenn O. op Neujohr fällt Mörs-Veen;
wann U. on Pingste op äne Dag falle Siegld, Rip, Berg, Ruhr, MGladb.
De wart, bis O. un P. op einen Dag falle Köln.
Eich han em än gehau, dat er gemänt hat, O. on Pingschte feilen of änen Dag Merz, Allg., —
U. on P. fiel of Aschermettwoch Neuw.
Wenn du dich gutt schickscht, krischte O. e Häring un an Pingschte e O.ei! Saarbr-Völkl.
Ech on duə, mir zwei esse O. e Poschei (O.ei) wir halten zusammen Dür-Langerwehe.
Bei dennen (denen)
es U. op de Stross on Karfridag om Desch zu Hause haben sie nicht viel zu essen, nach aussen treiben sie Staat Mülh-Rh-Heumar.
De gehscht ach (auch)
an O. met langes de Heiser! Antw. auf die Frage:
wat krein ich dann lovor? Saarl. — Im
Kinderreim. Drei Woche vor O., do ging de Schnee weg, do heirat mei Schätzel, dat war mer net recht Wend-Baltersw.
Iwermor (übermorgen)
as U.dag, da ginn de Kanner (Kinder)
spielen; eich moss bei der Weg (Wiege)
bleiwen; de W., de mächt e Jutschda-da; de Moder get mer neist ze essen, de Voder get mer e Schlap (Wisch)
Brei, stisst meich mat der Nos (Nase)
derbei! Bitb-Feilsd. —
Volksbr., Volksgl. Wenn me O. nom Bett geht, mott me de Flüəh an de Wangk tälle könne so früh, wenn es noch eben hell ist MGladb;
O. mott me suə fröhch nom't Bett gohn, dat me de Trieve (Streuen) (Balken an der Decke)
noch tällen kann Erk-Hückelhv, MGladb-Korschenbr. Wenn einer zu
O. nichts Neues zum Anziehen bekommt so
mosse de Offermann (Küster)
pöze huckepack tragen scherzh. gesagt Eusk —
der Köster p. Aach-Warden —
hackele Aach-Merkst. — Die Klapperjungen rufen zum Klappern schon in den Kartagen:
Dagglock, D., Bohneblatt, iwwermorge is O.dag! Saarbr-Blittersd.
Mettag, Hahne krach, iwermor os U.dag, dann hot de Knätschelbäcker noch ke Brut gebach! Daun-Strohn.
He, et leit Meddag, h., es is es U.dag! Simm-Buchholz, Trier-Kenn, May-Kollig. Um 5 Uhr morgens am O.sonntage:
Stiht op, U.dag es agebroch, Judas hat sech erhange, hat der et gehurt? Bitb-Biersd.
Ihr lef Leutcher, stoht of on heft dat heilig Kreuz of! Neuw-OHammerst.
Dir Leit, stiht op, et as U.dag, da rauscht de Bach usf. Daun-Salm, —
da walt (wallt)
de Bach, da grent (grünt)
de Wos (Wasen),
dan heppt den Hos, da singt den Her, dat here mer ger! Bitb-Fliessem. Sie gehn
O. an den Türen vorbei u. heischen Eier für ihr Klappern:
Ei heraus; Gleck im Haus, haut (heute)
un mor es O.dag! Saarl-Reisw.
Gleck an't Haus, U.eier eraus; Frächen (Frau),
get mer en Ächen (Ei),
drei leien am Nestchen, zwee sollt dir mer gewen, lang sollt dir lewen, gleckselig sollt dir sterwen, den Himmel sollt dir erwen! Bitb-Tarforst.
Ich het ger e Äche fir mei Fräche (Grossmutter)
o sechs Pennik fir mein Heərchen (Grossvater)
! Merz-Saarhölzb.
Möhn, dott mech e Ei of twei, twei sollt er geəve, lang sollt er leəve, hondert Joəhr un ene Dag; er wett joə, dat ech Eier mag! MGladb-Odenk.
Glöcksellig U.fes, ech här ger en Ei of sess (6)
! Heinsb. Die Messdiener bringen das Karsamstag gesegnete Weihwasser in die einzelnen Häuser u. erhalten dafür Gaben (Eier):
Dof an't Haus, Eier eraus, oder mer schecken de Wolf an't Haus! WMosfrk. Auf
O. zieht der Hausvater (Grossknecht) mit seinen Angehörigen zu den Feldern, wo er ein Palmsonntag geweihtes Palmzweiglein in den Boden steckt, sprechend:
Ek steken en Pälmken op O.dag, dat Gott ons för Bletz, Donnder on Hagel bewahren mag! Kemp, Mörs, Düss-NKassel. Die Mädchenversteigerung (Lehn) findet hier u. da O.montag statt, worauf die Burschen am folgenden Tage zu den ersteigerten Mädchen gehen, ihnen die Bescheinigung des Ersteigerns vorzeigen u. Eier einholen Rheinb-Kirchh Ollh Palmersh, Köln-GrKönigsd, O.dienstag Rheinb-Flamersh. Am O.morgen vor Sonnenaufgang zog man früher auf einen Berg, um von dort aus die drei Freudensprünge der Sonne oder das O.lämmchen, das in der Sonne sichtbar oder gar tanzen sollte, zu betrachten; dabei sang man O.lieder Altk, OBerg; von dem, der O.morgen zu spät aufsteht, sagt man:
der siht de Sonn net danze Goar-Dommershsn. Man zieht
O. nach
Emaus, macht einen Ausflug ins Freie Zell-Aldegund. Die Nachbarn besuchen sich gegenseitig u. wünschen sich ein
glückselig O.fest; Erwachsene gehen zu ihrer Wirtschaft u. beglückwünschen den Wirt, der O.eier schenkt, die an Ort u. Stelle verzehrt werden; Handwerker besuchen ihre Kunden Dür-Gürzenich Lucherbg, während man in Dür-Stdt kein Wirtshaus besucht, da der Tag zu gut ist; ältere Leute enthalten sich zu
O. des Fleischgenusses, um keine Zahnschmerzen zu bekommen Dür-Stdt. Jeder Bursche geht
O. zu seinem Mädchen u. erhält von ihr O.eier, im Schaltjahr umgekehrt WEif; die Mädchen, die ihren Burschen
O. Eier geben, erhalten von diesen am ersten Sonntag im Mai (
Bretzelsonndig) Bretzeln Saarbg-Tetting. Patenkinder werden von ihren Paten beschenkt (bis zur Schulentlassung) mit Geld, Eiern, Kuchenkränzen WMosfrk. Als O.speise dient ein Ziegenlamm mit grünem Gemüse (Brennessel, Spinat) Westerw, Sieg; in Altk-Herkersd schlachten die Burschen ein Ziegenlamm u. braten es am Spiess; in Altk-Michelb kocht man gern weissen Kappes; man hat dann das ganze Jahr weisses Geld. Bei der O.mahlzeit taucht die Mutter einen geweihten Palmzweig in Weihwasser u. segnet damit die Hausbewohner u. das Essen Grevbr-Dyck. Das Mädchen schöpfte in der O.nacht das O.wasser (fliessendes W.) schweigend, u. hatte damit ein Schönheitswasser Gummb-Derschlag Hülsenbusch (vor 50—60 Jahren), MGladb-Korschenbr; man geht in der O.nacht an fliessendes Wasser u. schöpft um 12 Uhr zweimal in der Richtung des Wasserlaufs u. schüttet das Wasser jedesmal wieder aus; das W., das man beim dritten Male schöpft, hat die Kraft, Krankheiten zu heilen (bis etwa 1900) Koch, May, Altk; aus einer gegen Osten springenden Quelle Waldbr-Wildbg. Früher reinigten die Frauen u. Mädchen
O. nach der Auferstehungsfeier die Brunnen Bernk-Maring. Man legt in der O.nacht grünes Futter vor den Stall, Brot ans Fenster, damit es gesegnet wird Koch-Gamlen Wirfus. In der O.nacht werden alle Kräuter gesegnet, u. dieser Segen haftet daran, bis die Sonne erscheint, daher beeilen sich die Bauern vor Sonnenaufgang grünes Futter (junges Korn) für's Vieh zu holen, das nach dessen Genuss keinen ‘Wind mehr schnappt’, sich im ganzen Jahr ‘
net verpackt’ Koch, May, Aden. Den Hühnern streut man
O. Körner in Kreisform hin; sie tragen dann die Eier nicht fort Koch-Ulmen, Aden-Weibern. Man holt
O. den Kirchenschlüssel u. steckt den Bart des Schlüssels einem Kinde in den Mund, das keine Nahrung zu sich nehmen will Koch-Ulmen. Wer am O.morgen nüchtern u. still ein Stück Apfel verzehrt, wird das ganze Jahr von Fiebern frei bleiben MGladb-Korschenbr. Wer O.morgen fällt, muss in dem Jahr sterben Wippf-Pütz;
s. noch O.berg, –brötchen, –ei, –feuer, –fladen, –hase, –kerze, –kranz, –kringelchen, –küchelchen, –lämmchen, –plätzchen, –ram, –ritt, –stollen, –wasser, –weispel, –wiese, u. Wk. V 9, wo der Gesindewechseltermin zu Ostern für das Klevld eingezeichnet ist. — 2.a.
sein U. halen in der österlichen Zeit die Sakramente empfangen;
kän U. h. seine O.pflicht überhaupt nicht mehr erfüllen Mosfrk, Allg. RA.:
Sang U. halen mat de Milern (Müllern)
a Perdsdewen am allerletzten Tage der österlichen Zeit Bitb, Trier, Wittl, Daun, Köln-Stdt. — b.
klän U. weisser Sonntag Simm-Buch, Bernk, Zell, Koch, Goar (in diesen Kr. im Gegens. zu
gruss U.), Grevbr-Kapellen, Neuss-Kaarst, Geld-Holten;
weissen U. (im Gegens. zu
ruden U.) Wittl-Neuerbg.