lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Koth

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
7 in 4 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
39
Verweise raus
30

Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Koth

Bd. 2, Sp. 1556
Koth 1. Alten Koth soll man nicht aufrühren. Lat.: Malum bene sopitum non est movendum. (Seybold, 296.) Ung.: Ne piszkáld a' ganajt, ha nem büdös. 2. Auss Koth wird nichts anders als Staub. – Lehmann, 510, 26. 3. Besser am Koth gewinnen, als am Weihrauch verlieren. Böhm.: Lépe vydĕlati na mlátĕ (blátĕ) nežli prodĕlati na zlatĕ. (Čelakovsky, 286.) 4. Der Koth hengt sich immerdar an die räder, dass man schwerlich kann fortkommen. – Lehmann, 386, 6. 5. Der muss viel Koth gesogen haben, der so viel Unflat austheilt. – Winckler, VI, 53. 6. Einer wirfft mit Koth, der ander mit Russ. – Lehmann, 699, 8. 7. Es ist immer Koth am Rande und Rost am Eisen. 8. Es tunget kein Koth so wohl, als welchen der Herr an seinen Schuen auf den Acker tragt. – Sutor, 396. Lat.: Oculus domini impinguat agrum. (Sutor, 396.) 9. Friss Koth und gib (scheiss) Gold, so ist dir alle Welt hold! 10. Im Koth spiegelt sich keine Sonne. 11. Im Koth verschwindet das goldene Gefäss. 12. In den Koth fallen ist keine Tugend, aber eine Schande ist's, darin liegen bleiben. – Altmann VI, 494. 13. Je mehr man im Kothe wühlt, je übler riecht er. – Gaal, 1037; Blum, 694. Engl.: A stink is still worse for the stirring. – The more you stir, the more it will stink. (Gaal, 1037.) Frz.: Plus on remue la merde (l'ordure), plus elle pue. (Gaal, 1037; Bohn I, 90; Kritzinger, 599b; Starschedel, 421.) Lat.: Res satis est nota, plus foetent stercora mota. (Sutor, 203 u. 566.) – Stercus motum vehementius foetet. (Gaal, 1037.) 14. Je mehr man in den Koth tritt, um so weiter fliesst (spritzt) er. – Gaal, 1037; Blum, 695. Anstössige Ereignisse muss man nicht zu genau untersuchen, nicht zu bekannt werden lassen, weil dadurch meist nur noch mehr Schaden angerichtet wird. Poln.: Czémé bardzij łajno depczesz, tém bardzièj śmierdzi. (Lompa, 8.) Span.: Quédese aquí, porque es peor menearlo. (Don. Quixote.) 15. Kein Koth so schlecht, er hilft das Feld düngen. – Altmann V, 120. 16. Koth hängt sich immer an die Räder, Rost ans Eysen. – Lehmann, 26, 28. 17. Koth kann man nicht vergolden. 18. Koth muss man unberührt lassen. 19. Koth und Unflat hängen gern zusammen. 20. Lieber Koth stinkt nicht; was man liebt, das lobt man. – Sailer, 177; Simrock, 5885. 21. Man muss den Koth nicht hinbringen, wohin er nicht gehört. In Aegypten sagt man: Mau muss nicht noch mehr Koth in die Mobella werfen. (Burckhardt, 724.) Man muss das Uebel nicht schlimmer machen, als es ohnehin schon ist. Mobella ist eine vermauerte Grube in welcher die ägyptischen Bauern ihren Flachs rösten. Sie muss sehr rein gehalten werden, weil sonst der Flachs verfault. Es ist also schon schlimm, wenn bereits Schlamm in der Grube ist. 22. Man muss nicht im Koth rühren. Frz.: Ne mue point la fange. (Bovill, III, 195.) Lat.: Quietum, ne moue lutum. (Bovill, III, 195.) 23. Mancher knetet den Koth mit den Händen vnd den Mehlteig mit den füssen. – Petri, II, 451; Henisch, 1324, 12. 24. Was man aus Koth macht, wird wieder Koth, und wenn man es noch so hoch hinaufstellt. Böhm.: Z bláta kniže – zas bläto. – Z bläta v hrabata – bože uchovej. (Čelakovsky, 100.) 25. Wenn der Koth zum Sumpf kommt, bleibt er an ihm kleben. (Russ.) 26. Wenn man einen mit Koth bewirft, so bleibt immer etwas hängen. (S. Kothball.) Lat.: Calumniare audacter, semper aliquid haeret. (Binder I, 153; II, 399; Seybold, 62.) 27. Wer ein andern mit koth bewirfft, der besudelt sich offt am meisten. – Lehmann, 701, 48; Reinsberg II, 33; Sprichwörtergarten, 437. Die Neger in Surinam: Die Kuh wollte des Gouverneurs Garten beschmuzen und hat nur ihren Schwanz beschmuzt. 28. Wer im Koth der Schuh schont, der besudelt den Rock. – Petri, II, 721. 29. Wer in koth fällt, je mehr er sich bemühet, herausszukommen, je mehr er sich besudelt. – Lehmann, 832, 48. 30. Wer in Koth schlägt, bespritzt sich und andere. Böhm.: Do řídkého bláta neházej kamenem. (Čelakovsky, 32.) 31. Wer Koth angreift, besudelt sich. Böhm.: V bláto sahati, ruce si mazati. (Čelakovsky, 40.) Engl.: From pollution and mire nothing but filth and stench can be expected. – He that wrestles with a turd is sure to be befouled, whether he fall over or under. (Gaal, 1239.) Frz.: Il n'y a ni honneur ni gain à qui se prend à uit vilain. – Qui couche avec les chiens se lève avec les pouces. 32. Wer Koth seet, der erndtet Mist. – Herberger, I, 194. 33. Wer mit Koth spielt, der bekommt beschmuzte Hände. 34. Wer mit Koth streitet, beschmuzt sich, er mag siegen oder erliegen. Die Russen: Wer Koth saugt, der kann auch nur Koth ausspeien. (Altmann VI, 465.) Lat.: Hoc scio pro certo, quod si cum stercore certo, vinco seu vincor, semper ego maculor. (Egeria, 93; Binder I, 664; II, 1312; Philippi, I, 179; Frob., 35 8; Seybold, 218.) 35. Wer mitten im Kothe geht, der fällt mitten hinein. 36. Wer nicht in den Koth will fallen, seh', eh' er reitet, nach den (Sattel-)Schnallen. 37. Wer sich mit Koth salbt, muss nicht in gute (reine) Gesellschaft gehen. n.: Hvo som vil gifte skarnet, maae føre det langt bort. (Prov. dan., 231.) 38. Wer sich mit Koth wäscht, wird nicht rein. Böhm.: Kdo se blátem umývá, zamaže se. (Čelakovsky, 66.) 39. Wer sich wie Koth ans Rad anhängt, der bleibt wie Koth am Rade hängen, bis ihn das Rad wie Koth wegwirft. – Sailer, 206; Körte, 3512a; Simrock, 5884. 40. Wer zu tief in den Koth tritt, beschmuzt sich das Gesicht. – Altmann VI, 425. 41. Wie sich der Koth an das Rad hängt, so hängt sich der Neid allweg ans Hohe. – Luther, 98. 42. Wo der Koth am tiefsten, ist's den Jungen (Knaben, Kindern) am liebsten. – Reinsberg VI, 60. 43. Zum Koth, der stinkt, braucht man keinen Dreck hinzuzuthun. Böhm.: Nepřilívej louže k blátu. (Čelakovsty, 185.) 44. Aus dem Koth in den Dreck (in die Pfütze) fallen. – Reinsberg IV, 126. 45. Den alten Koth rühren. – Herberger, Herzpostille, I, 340. 46. Der Koth ligt ihm nah beym Hertzen. – Sutor, 47. 47. Der Koth sitzt ihm zwei Finger dick am Leibe. Frz.: Il a deux doigts de crasse. (Kritzinger, 188b.) 48. Es ist mit Koth versiegelt und mit einer wächsernen Falle verriegelt. Verlass dich nicht darauf. 49. Koth mit Dreck abwaschen. – Körte, 3510; Braun, I, 1968. Das Uebel ärger machen. 50. Koth mit Koth abwaschen. Einen Unflat an die Stelle des andern setzen. 51. Sich mit Koth waschen. (S. Hefen 19.) – Fabricius, 85. Lat.: Ebur atramento candefacere. (Plautus.) (Binder I, 932; II, 927.) [Zusätze und Ergänzungen] 52. Bist du in den Koth gefallen, so wirst du nicht rein (trocken) aufstehen. – Frischbier, 4210. Lit.: Poles i Klana, sausas nekelsi. (Lepner, 116.) 53. Halt jhn wie die Köttel1 auf dem Spon2. – Schottel, 1118a. 1) Von Koth, stercus, excrementum, auch kötteln. 2) Schottel erklärt es durch assula, éclat de bois. 54. Koth im Mai, Aehren im August. – Volksbote, 1871, S. 65. 55. Wo Kat und Staub ist, muss man umb einen Besen schauen. – Arpagaus, 357.
6901 Zeichen · 241 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Koth

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Koth , des -es, plur. die -e, oder die Kothe, plur. die -n, überhaupt ein geringes, schlechtes Haus; am häufigsten i…

  2. Sprichwörter
    Koth

    Wander (Sprichwörter)

    Koth 1. Alten Koth soll man nicht aufrühren. Lat. : Malum bene sopitum non est movendum. ( Seybold, 296. ) Ung. : Ne pis…

Verweisungsnetz

1833 Knoten, 4045 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Hub 9 Kompositum 1817 Sackgasse 2

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit koth

91 Bildungen · 78 Erstglied · 12 Zweitglied · 1 Ableitungen

koth‑ als Erstglied (30 von 78)

Kothabzucht

Campe

koth·abzucht

Die Kothabzucht , Mz. die — en , eine Abzucht, durch welche der Koth ab= und weggeleitet wird (Cloac ); auch der Kothschlund . S. Kothleitun…

Kothahn

PfWB

koth·ahn

Kot-hahn m. : 1. 'Wiedehopf (Upupa epops)', Kothahn (ˈkōdhān), -hahⁿ , -hohn, -hohⁿ , s. Hahn [KU-Blaub Herschw/Petth O'alb Obw/Tiefb Schmit…

Kothakke

WWB

kot·hakke

Kot-hakke f. a) Kuh, die an den Hinterschenkeln viel angetrockneten Kot hängen hat, schlecht gepflegtes Tier. — b) unsaubere Person ( Det Is…

kothardi

KöblerAn

kot·hardi

kothardi , N. nhd. Kappe, Mantel I.: Lw. afrz. cotte hardie E.: s. afrz. cotte hardie L.: Vr 327b

Kothaufen

GWB

koth·aufen

Kothaufen -th- Ansammlung von Unrat, Kehricht 31,146,2 ItR Syn Kehrichthaufen Michael Schilar M.S.

Kothball

Wander

koth·ball

Kothball Wenn du einen Kothball an die Wand wirfst, bleibt er nicht kleben, so lässt er doch einen Fleck zurück. – Burckhardt, 255. Von den …

kothbatze

DWB

koth·batze

kothbatze , m. kothklump: wie der glanz wider in die sonnen und alle wasser in das mör, aber der kothbatz und der erdklotz wider in sein muo…

kothbauch

DWB

koth·bauch

kothbauch , m. schlemmer: daʒ seind die grosz kotbeüch, deren bauch ir got ist. Keisersberg siben schaiden ( granatapfel ) k 5 a . vgl. kosz…

kothbaum

DWB

koth·baum

kothbaum , m. ein ostindischer baum, sterculia, stinkbaum, dreckbaum.

kothbild

DWB

koth·bild

kothbild , n. schmuziges, gemeines bild: der elende ... als gotteslästerungen und kothbilder in seine gebete krochen. J. Paul Tit. 2, 138 .

kothblatter

DWB

koth·blatter

kothblatter , f. kaatplateren, ein kleiner eisz ( geschwür ) der bald rifel und auszgaat, furunculus, pustulae. Maaler 239 a , kaatblateren …

kothblech

DWB

koth·blech

kothblech , n. blech an der nabe des rades, sie vor dem koth zu schützen. Frisch 1, 540 a .

kothbuckel

DWB

koth·buckel

kothbuckel , m. eine schlechte art cyprinus, in pfützen lebend. Schmeller 2, 344 . vgl. kothfisch.

kothei

DWB

kot·hei

kothei , n. unbefruchtetes ei, das zur brut nicht taugt, östr. Höfer 2, 157 , windei, sein inhalt wol als koth (II, 2, c ) bezeichnet.

kothfang

DWB

koth·fang

kothfang , m. ein scheltwort: der leib, dieser wilde kothfang, dieser garstige lackentrescher ( pfützentreter, s. unter kothlache und koth 4…

kothfarben

DWB

koth·farben

kothfarben , kothfarbig: kothfarbene sackleinwand. Wieland 8, 52 , schmuzig graue.

kothfasz

DWB

kothfasz , n. sterquilinium, katvasz, quatvasz. Dief. 552 a : und haisz in wol auszlern sein kotfasz. fastn. sp. 697, 9 .

kothfliege

DWB

koth·fliege

kothfliege , f. musca stercoraria, dungfliege; auch hemerobius lutarius, stinkfliege. Nemnich.

kothgrube

DWB

koth·grube

kothgrube , f. mistgrube, düngergrube. Adelung. schundloch, mering. Rädlein 560 a .

kothgut

DWB

koth·gut

kothgut , n. köterei, kothof: vom kottgute eine kuhe ( als bestehaupt ). weisth. 4, 672, unterschieden vom meiergute.

kothhahn

DWB

koth·hahn

kothhahn , m. der widehopf, auch dreckhahn, stinkhahn. Adelung. Gotthelf 19, 259 . kaathan Maaler 239 a .

kothhauer

DWB

koth·hauer

kothhauer ? also sinds auswendig hübsch, inwendig kothauer und contrafeiet ölgötzen. Paracelsus 2, 9 .

kothhaufe

DWB

koth·haufe

kothhaufe , m. dreckhaufe: so viel ändächtige und anständige menschen durch eine allee von feuchten kothhaufen durchbeten und durchprunken z…

kothhaus

DWB

koth·haus

kothhaus , kothaus , n. norddeutsch wie kot, kote. Schambach 110 b . in der stadt Göttingen von allen häusern, die nicht brauhäuser sind, br…

koth als Zweitglied (12 von 12)

bärenkoth

DWB

baeren·koth

bärenkoth , m. stercus ursi, bärendreck. in den berghütten, das unreine, beim schmelzen oben schwimmende.

erbkoth

DWB

erb·koth

erbkoth , m. sordes infantium recentium a partu, erster auswurf neugeborner kinder, kindspech, mutterpech, heidendreck, sp. pez, gr. μηκώνιο…

gassenkoth

DWB

gassen·koth

gassenkoth , m. gleich gassendreck, z. b.: gassenkoth .. ist eine vortreffliche gartendüngung. öcon. lex. 777; die düngung ( für wiesen ) be…

Hundskoth

Adelung

hunds·koth

Der Hundskoth , des -es, plur. inus. 1) Eigentlich, der Koth eines Hundes. 2) Eine Art des Rasches, welche im vorigen Jahrhunderte häufig ve…

mäusekoth

DWB

mause·koth

mäusekoth , m. koth einer maus: wann kind über xi j wochen fast hert im leib seind, mag man on sorg meuszkat ingeben in milch zetriben, dami…

Markkoth

Adelung

mark·koth

Das Markkoth , des -es, plur. die -e, eine im Osnabrückischen übliche Art der Kothe, deren Besitzer Markköther genannt und den Erbköthern en…

Schweinkoth

Campe

schwein·koth

Der Schweinkoth , — es , o. Mz . der Koth von Schweinen, im N. D. Schweinköthel , wo man mit diesem Namen auch angenetztes Schießpulver in G…

Ziegenkoth

Wander

ziegen·koth

Ziegenkoth Wenn der Ziegenkoth auch längst rollt', wird's doch dem Besen zugeschrieben. Die Neger in Surinam: Wer im Rufe ist, dem wird alle…

Ableitungen von koth (1 von 1)

kothe

DWB

kothe , köthe , s. kote , köte .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „koth". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/koth/wander
MLA
Cotta, Marcel. „koth". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/koth/wander. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „koth". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/koth/wander.
BibTeX
@misc{lautwandel_koth_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„koth"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/koth/wander},
  urldate      = {2026-05-10},
}