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Garstig

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Garstig

Bd. 2, Sp. 419
Garstig, -er, -ste, adj. et adv. welches nur in der vertraulichen Sprechart üblich ist. 1. Eigentlich, kothig, beschmutzt. Sich garstig machen, sich besudeln. Garstige Hände haben. Garstiges, unreines, trübes, Wasser. Eine garstige, schmutzige, Arbeit. Es ist garstiges Wetter, kothiges, schmutziges. 2. Figürlich. 1) Verdorben, von Fett und Fettwaaren, doch nur im Oberdeutschen; ranzig. Garstiger Speck, garstige Butter. Das Öhl riecht, schmeckt garstig. In dieser Bedeutung scheinet es beynahe aus dem Nieders. galstrig, ranzig, verderbt zu seyn, welches wiederum von geil abstammet. S. Geil. 2) Ungestaltet, häßlich, von widriger Bildung. Ein garstiges Gesicht. Sie ist nicht gar garstig, sie sieht erträglich aus. Pfuy, sagte man, das garstge Thier (der Esel)! Es brüllt, daß uns die Ohren klingen, Lichtw. 3) Schändlich, den guten Sitten im hohen Grade zuwider. Garstige Reden, Zoten. Garstige Bilder, garstige Bücher, ein garstiges Lied. So auch die Garstigkeit. Anm. Frisch leitet dieses Wort von dem Holländ. Kroos, Koth, andere von gären, und einem veralteten Hauptworte Garst, die Hefen, her. Allein es gehöret mit mehrerm Rechte zu dem veralteten Gor, Koth. S. 2 Gare und Hornung. Bey den Krainerischen Wenden heißt garstig gerd, die Niedersachsen aber gebrauchen dafür auch lelik, lelk, in Baiern leidlich, Franz. laid. Engl. lewd. Übrigens sprechen viele Hochdeutsche das st in diesem Worte irrig wie scht aus, welchen Laut es auch in Bürste, Durst, Wurst u. s. f. hat.
1493 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Garstig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Garstig , -er, -ste, adj. et adv. welches nur in der vertraulichen Sprechart üblich ist. 1. Eigentlich, kothig, beschmut…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    garstig

    Goethe-Wörterbuch

    garstig ‘allzugarstig’ 6,304 DivNachl ; knapp die Hälfte der ca 90 Belege in Jugendwerken u Br der 70er Jahre (gehäuft i…

  3. modern
    Dialekt
    garstigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    garstig Adj. : ' unfreundlich ', vom Wetter, gaʳschdich [ LA-Mörzh ]; 'bösartig', vom Menschen [KL-Lind Don ( Steinmetz …

  4. Sprichwörter
    Garstig

    Wander (Sprichwörter)

    Garstig 1. Das ist garstig, sagte die Eule, da sah sie ihre Jungen an. – Hoefer, 262. 2. Se äs garstig wä de Nôcht. ( Si…

  5. Spezial
    garstig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    gars|tig adj. 1 (abscheulich, hässlich) burt (burc, burta), detestabl (-i, -a) 2 (ungezogen, frech) impertinënt (-nc, -a…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit garstig

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von garstig

garst + -ig

garstig leitet sich vom Lemma garst ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von garstig 2 Komponenten

gar+stig

garstig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

garstig‑ als Erstglied (1 von 1)

garstigkeit

DWB

garstig·keit

garstigkeit , f. squalor, foeditas, auch garstigkeit im reden, verba proterva Stieler 610 , auch im 18. jh. noch bei Steinbach u. a.; zuglei…

Ableitungen von garstig (1 von 1)

Vergarstigen

Campe

Vergarstigen , v. I) ntr . mit sein , garstig werden. II) trs . garstig machen. »Das Wort Hofiren in seiner vergarstigten Bedeutung.« Gedike…