schmutzig gelegentl -uzig 1
unsauber a
mit Unreinlichkeit(en) behaftet, bedeckt, erfüllt, voller Schmutz; auch iSv verwahrlost, heruntergekommen, ungepflegt, unreinlich; vereinzelt subst Neutr In seiner Werkstatt Sonntags früh|Steht unser theurer Meister hie,|Sein
s. Schurzfell abgelegt,|Einen saubern Feierwamms er trägt GWB16,123 HSachsPoetSdg 3 dieser [
Honigtau] war immer gelblich helle, da die Tropfen..sich mit etwas schwarzgrau S-em vermischt zeigten GWBN6,197,15 VerstäubgVerdunstgVertropfg [Verf?] [
Phorkyas zu einer der Choretiden:] Harpyen wähn' ich fütterten dich schmuzig [ im Unflat GWB15
1,189 Vs 8819] auf GWB15
2,92 Faust II Var [
Unbekannter zu Wilhelm:] Gesetzt, das Schicksal hätte einen zu einem großen Mahler bestimmt, und dem Zufall beliebte es, seine Jugend in s-e Hütten, Ställe und Scheunen zu verstoßen, glauben Sie, daß ein solcher Mann sich jemals zur Reinlichkeit, zum Adel, zur Freiheit der Seele erheben werde? GWB21,193,14 Lj II 9 [
Schlesien- u Polenreise] Nun sind wir wieder hier in dem lärmenden, s-en, stinkenden Breslau, aus dem ich bald erlöst zu sein wünsche GWBB9,224,6 JG u CHerder 11.9.90 GWB45,89,19 RamNeffe GWB32,30,18 ItR GWB46,198,23 Hackert TgbKnight Syrakus GWB33,127,17 Camp
uö im (vergleichenden) Bild [
Tasso zu Antonio:] Mich dünkt, hier ist die Hoheit erst an ihrem Platz,|Der Seele Hoheit..|Nur Kleinheit sollte hier sich ängstlich fühlen,|Der Neid, der sich zu seiner Schande zeigt:|Wie keiner Spinne s-es Gewebe|An diesen Marmorwänden haften soll GWB10,159 Tasso 1360 mein Roman gleicht indessen einem Strickstrumpf der bey langsamer Arbeit
s. wird GWBB10,357,12 Schiller [30.12.95] GWBGespr(He2,164) Riemer Nov 06
uö(selten) ―
speziell von Druckwerken iSv voll fehlerhafter Streifen [
betr Goethes ‘Schriften’, 1787-1790] Leider sind die Vignetten des sechsten Bandes wenigstens in den Exemplaren die ich erhalten habe, sehr übel und
s. gedruckt GWBB30,47,11 Göschen 3.3.90
uö(selten) b
Schmutz verursachend, auch: mit Schmutz einhergehend die andere [
Freundin Lottes] möchte..in dem schmuzigen Wetter nicht gerne ausgehen GWB19,419 Werth Var Vier..französische Soldaten wateten..neben unseren Wagen her..und wußten so gut hin und her zu treten, daß ihr Fußwerk nur bis an die Knorren von der s-en Wallfahrt zeugte, welche die guten Leute bestanden GWB33,132,13 Camp [
betr ChFNicolais ‘Freuden des jungen Werthers..’, 1775] als der wüste Mensch sich zum tödtlichen Schritte vorbereitet, weiß der einsichtige psychische Arzt seinem Patienten eine mit Hühnerblut geladene Pistole unterzuschieben, woraus denn ein s-er Spectakel, aber glücklicherweise kein Unheil hervorgeht GWB28,229,16 DuW 13 [
betr mit Kot u Unrat besudelte Bauten Andrea Palladios in Vicenza] man..sieht, wie sie schon durch das enge s-e Bedürfniß der Menschen entstellt sind GWB30,78,10 ItR GWB50,209 HermDor III 20 GWBB13,245,14 Kirms 9.8.98
uö 2
als Farbton od -qualität a
iSv (unbestimmt) bräunlichgrau (wie die Farbe von Schmutz); einmal subst ‘etw S-es’ Sobald man verschränkte Vermischungen,
z.B. Purpur und Grün, Blauroth und Gelb, Gelbroth und
blau vermischt, entstehen alsobald s-e Farben GWBN1,141,4 FlD 26 GWBN2,101,15 FlP 167
uö b
einen grauen Schleier aufweisend, unrein u somit ohne Leuchtkraft1); gelegentl iGz ‘lebhaft’ bleierne Rinnen..mit einer
s. grünen Farbe angestrichen GWB31,102,28 ItR die sogenannte Hahnreifarbe ist eigentlich nur ein s-es Gelb GWBN1,312,8 FlD 771 Sonderbarer Fall da am Döderleinischen Portrait der schwarze Samtrock beym Waschen blau wurde..Der Firnis..womit das Bild..gemahlt war, ward durch das Wasser trübe und nun erschien das allertiefste Schwarz, denn der Samt war sehr gut gemahlt, ein zwar s-es aber doch vollkommenes Blau GWBT2,71,19 v 30.5.97 Dagegen ist der rothe Rand und der gelbe Saum mit dem blauen Viereck heterogen; es wird also an dem Rande eine
s. rothe, und hereinwärts in das Viereck eine
s. grüne Farbe entstehen GWBN1,107,21f FlD 264 die beiden untern Ränder [
einer Tafel] sind grün; an dem rothen
s., lebhaft an dem gelben GWBN1,115,14 FlD 282 GWBN2,100,18 FlP 167 GWBN1,366,8 FlD Zugabe [Runge] GWBGespr(He1,271) Tischbein 14.9.79
uö in metasprachl Zshg; im Hinblick auf Übersetzungsfragen bei Benennung der Eigenschaft chromatischer Farben Nachdem die Lehre vom reinsten Trüben..wieder ans Tageslicht gefördert wurde, so mußten wir höchst schmerzlich empfinden wie vorzügliche Männer und werthe Freunde..trüb mit sordidus ja sordididissimus übersetzen. So fanden wir mit Schrecken die Kyanen [
Kornblumen]
s. blau gescholten, die Kyanen, welche der zart fühlende Grieche als Musterwort des rein und schön Blauen gegeben, deren Kränze..wahrlich nicht versudelt aussehen GWBN5
2,386,10 Fl Plp
uö(ebd) in polem Zshg mBez auf das durch Newton beim Versuch, aus den Spektralfarben reines Weiß zu erzeugen, erhaltene Hellgrau Mehr als einmal muß uns..jener berühmte theatralische Hetman der Kosacken [
Fakten u Zusammenhänge verdrehende Hauptfigur in Kotzebues Schauspiel ‘Graf Benjowsky’] einfallen, welcher sich ganz zum Newtonianer geschickt hätte. Denn ihn würde es vortrefflich kleiden, mit großer Behaglichkeit auszurufen: wenn ich Cirkel sage, so mein' ich eben, was nicht rund ist..und sag' ich weiß, so kann es fürwahr nichts anders heißen als
s. [ kothig
Var] GWBN2,107,27 FlP 178 c
iSv wie Schmutzablagerungen aussehend; mBez auf Marmorierung Knebeln bitte ich zu sagen: mir sey nur noch ein
s. grauer Marmor von Carrara bekannt den sie Bardiglio nennen. Eben solche graue Flecke hat der unreine weise Carrarische Marmor und der fleckigste scheint den Übergang in den Bardiglio zu machen GWBB8,171,11 CarlAug 3.2.87 3
übertr a
unanständig, unredlich, verwerflich; einmal subst ‘die S-en’; auch zugl Bed 1a evozierend [
betr die mit dem Verlagswechsel der ALZ begründete Übersiedlung der Professoren Schütz, Loder u Ersch nach Halle] Daß die Herren..in Jena auch mich in ihre s-e Sache ziehen möchten giebt mich nicht Wunder, da sie zu Deckung ihrer Schande nach allen Seiten herum greifen GWBB16,283,20 CarlAug 1.9.03 leider sind Worte dem Menschen gewöhnlich Surrogate, er denckt und weis es meistentheils besser als er sich ausspricht. Der Redliche schweigt zu letzt, weil er nicht auch mit schlechter Specerey ein schmuziges Gewerbe treiben mag GWB41
2,509,3 Üb:Danz,LehrbKirchengesch Moralische Schwätzer.|Wie sie mit ihrer reinen Moral uns, die S-en, quälen!|Freilich, der groben Natur dürfen sie gar nichts vertraun! GWB5
1,307 Tab vot 15(890) GWBB15,30,9 Kirms 25.2.00 GWBB36,111,18 Zelter 8.8.22
uö(selten) in Vbdg mit einem Schimpfwort iSv übel, gemein Da der s-e dumme Schurke [
Bandinelli] ..sah, daß die Herren nicht aufhörten zu lachen, fing er an, um dem Spott einigermaßen eine andere Richtung zu geben, sich wieder in eine neue Albernheit einzulassen GWB44,197,1 Cell IV 5 b
in der Vbdg ‘jdm geht es s.’ iSv mißlich, (finanziell) schlecht Müllern geht es sehr
s. ..Die Herren vom Rath haben einen großen Haß gegen Müllern GWBN9,403 Üb:JMüller [Riemer]
→ unfarbig-s. Syn zu 1a
GWB
dreckig zu 1a und 2a
GWB
kotig zu 2a
GWB
unfarbig,unfärbig 1) vgl DWb s v schmutzig 4 u Campe s v schmuzig Renata KwaśniakR.K.