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Sack

ahd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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24 in 21 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Sack m.

Bd. 5, Sp. 687
Sack m.: 1.a. 'länglicher, größerer Behälter aus Stoff zur Aufbewahrung oder zum Transport von körnigen oder kleinstückigen Gütern', Sack (sag, sg) [allg., Lambert Penns 129 Krämer Gal 179], Pl. Säck (seg, sęg) [allg., Mang 88 Schneckenburger 21]; Dim. Sg. Säckche, Säckje [mancherorts WPf NOPf, Lambert Penns 148], Säckelche, Säckelje [mancherorts WPf MPf, Mang 92], Säckel [verbr. VPf], Pl. Säckcheʳ [WPf], Säckelcheʳ [mittl. WPf östl. VPf], Säcklich [mancherorts SOPf], Säckle [mancherorts SOPf]. Zs.: Papier-, Bauern-, Bettel- 1, Bohnen-, Post-, Brech-, Pispert-, Bücher-, Büchsen-, Tabak-, Deisem-, Dreck- 2 a, Dung-, Dünger-, Frucht-, Gras-, Grundbirnen-, Guano-, Hafer-, Hutzel-, Juden-, Jute-, Kamillen-, Kartoffel-, se-, Klammer-, Kleesamen-, Kleien-, Klicker- 1, Knochenmehl-, Kohlen-, Krabbel-, Kunstdung-, Laub-, Leinwand-, Lumpen- 1, Lupf-, Mahl-, Malter- 1, Mehl-, Mund-, Netz-, Quetschen-, Ruck-, Saat-, Salz-, Sam-, Sä-, Sauerkalk-, Schlacken-, Schlackenmehl-, Schnapp-, Schnitzen-, Schullehrer-, Stinker-, Stinkert-, Stinkzeug-, Wecksack, -säckchen; e S. voll Korn (Gras, Kohle, Geld) [Kaislt, verbr.]. De Belzenickel hot e S. fer die beese Buwe, in den sie angeblich gesteckt werden sollen [LU-Alsh, mancherorts]. Vergleiche u. RA.: mit S. un Pack [mancherorts, Lambert Penns 129 Krämer Gal 178]; dunkel (finschder) wie imme S. [ZW-Gr'bundb, mancherorts]; do leie (falle, hiⁿplotze, schlofe) wie e (nasser) S. [ZW-Gr'bundb, mancherorts]; so dick wie e ausgestoppter S. [Westrich Kalender 1957 103]. Ein Kleidungsstück is weit wie e S. [KU-Obw/Tiefb, mancherorts], hängt an em wie e S. [KB-Kriegsf, mancherorts]. Er steht drin (im Anzug) wie im S. [LU-Alsh, mancherorts]. Das is de reinscht S., von einem zu weiten Kleidungsstück [ZW-Gr'bundb]. Er wehrt sich wie e Katz em S. [KB-Bennhs, FR-Bockh]. Der strääbt (sträubt) sich mit Hänn un Fieß wie e Katz, wo in de S. soll [KU-A'glan]. Er kaaft die (keeⁿ) Katz im S. 'Er kauft (übernimmt) etwas (nichts) unbesehen' [KL-Alsbn, verbr.]. Der hot die Katz aus em S. geloß 'Er hat seine Meinung gesagt, einen bisher unbekannten Sachverhalt kundgetan' [KU-Schmittw/O, mancherorts]. In dem S. fangen hunnert Katze keeⁿ Maus, von einem löcherigen Sack [NW-Frankeck, mancherorts Gal]. Die bringt mer in keⁿ S., von lebhaften, tempera- mentvollen, verrückten Menschen [KU-Bedb, verbr.]. Er geht (paßt) in kääⁿ S., dass. [KU-Schmittw/O, Thielen So rerre mer 106]. Meiⁿ Hoor sin in keⁿ S. se bringe, von widerspenstigen Haaren [RO-Alsbr]. S war grad, als wann de Deiwel seiⁿ Sack ausgeleert hätt [PfMus. 1887 87]. Der is so gelenkich wie e Sack voll Gääßeherner, von einem Ungelenkigen [LU-Friesh, NW-Kallstdt]. Die sieht aus wie e S. voll Kochleffel (Gääßeherner), von einer Mageren [LU-Friesh, Hebel 13]. Er is gewerfelt (schlau) wie e S. voll Gääßeherner [Hebel 16, LU-Böhl]. Er is so hell uf de Platt wie e S. voll Klammere, nämlich dumm [RO-Winnw]. Dem sei S. hott kää Borrem, von einem Unersättlichen [RO-Odh]. Er hat Dreck im S. 'Er hat ein schlechtes Gewissen' [Kaislt], 'ist ein verschlagener Bursche' [KU-Roßb]. Er hat käⁿ Zeit im S. 'Er hat keine Zeit' [Kaislt]. Er haut in de S. 'Er verläßt seine Arbeit, gibt auf' [HB-Kirrbg, vereinzelt]. Der steckt seiⁿ Maul net in de S. 'Er schweigt nicht still' [KU-Schmittw/O]. Er wääß net, wie er seine S. hinke (hängen) soll 'Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll' [KU-Kollw]. Dem han ich gesaat, wie mer de Sack hängt 'Ich habe ihn mit Worten (Schlägen) zurechtgewiesen' [KL-Wörsb]. Mach mer kääⁿ Raach (Rauch) in de S.! 'Erzähle keine Märchen, beschwindele mich nicht!' [Kaislt Pirmas]. Er horre (hat einen) S. voll gar nix 'Er hat gar nichts' [ZW-Gr'bundb]. Wenn eine Speise nicht ausreicht, so macht man e Quascht an de S., bildl. vom nicht gefüllten Sack mit großem Zipfel [RO-O'mosch (Eid 90)]. Ich huns im Sack un hun ne aach zugebunn 'Das Geschäft ist perfekt' [Thielen So rerre mer 106]. Wenn jemand die Tür nicht schließt, sagt man zu ihm: Gell, ehr han dehaam e Sack (Säck) vor de Dier [KB-Kriegsf, verbr.]. Er hat ne im S. 'Er hat ihn in seiner Gewalt' [KU-Hundh, verbr.]. Denn steck ich in de S. 'Dem bin ich überlegen' [KU-Schmittw/O, mancherorts]. Der steckt den zehⁿmol in sei S. 'der ist ihm haushoch überlegen' [KL-Alsbn]. Von Personen, insbes. Kindern, die nach dem Weinen bald wieder lachen, sagt man Der hat aa es Lache un es Greine (Heile) in ääm Säckelche [Pirmas, verbr., auch Auslandspfälzer]. Er lacht un heilt (kreischt) in (aus) eem Säckelche (Sack) [KU-Diedk, Kollw Thielen So rerre mer 106 Don-St. Andreas]. Bei Nichtigkeiten, nutzlosen Streitereien, sagt man: Do is der S. de Bendel net wert [Trifels 20/1928]; des esch de S. de Bennel net wert [SOPf (Heeger Nachl.)]; 's esch Sacks Binnel net wert [BZ-Dierb, NW-Haßl Spey]; dar es (Das ist) Sacke Bennel net wert [KU-Kaulb]; vgl. auch Sackbändel. Flüche (aus Sackerment, Sakrament umgebildet): S. Zement! [LU-Friesh, vereinzelt]. Herrgott, S. uf am Bännel! [PS-Saalstdt]; weitere Flüche mit S. s. Himmel 3 a. SprW.: Zuveel (Allseveel, Was zuviel is) verreißt de S. [KU-Schmittw/O, mancherorts, auch Don Gal Buch]. Wann de S. voll is, sell mer'n zubinne [LA-Impfl, verbr., auch Don Gal Buch]. E leerer S. bleibt nit stehe (steht nit, fallt um), d. h. 'Ohne Essen im Magen, kann man nichts leisten' [GH-Neubg, verbr.]. In e Quack geht soviel wie in e S., d. h. 'kleine Menschen essen so viel wie große' [mancherorts Don Gal Buch]. De bescht S. kriet emol e Loch [KU-Schmittw/O]. Der de S. hält, esch so gut wie der neiⁿschitt 'Der Helfer ist ebenso beteiligt wie der Täter' [BZ-Dierb]. Uff de S. kloppt mer, unn de Essel maant mer [PfMHk. 42/1925 177]. Liewer en S. voll Fleh hiere (hüten) wie e Mädel (Weibsbild), (wu heirade will) [NW-Kallstdt, mancherorts, auch Gal Buch]. E Spatz em S. es besser als e Amschel en de Horebach [WD-Niedkch]. BR.: Wann die Sunn in de S. schluppt (beim Untergehen in einer Wolke verschwindet), gibts Reen [ZW-Gr'bundb]. Rätsel: Weller S. is am schwerschde se traan? (der Bettelsack) [KL-Reichb]. VR.: Neujahrsspruch: Pros Neijohr, e Säckel voll Minz (Münzen) / do bin ich reich wie e Prinz [BZ-Schweig]. Derbe Abwandlung eines Neujahsspruchs (s. Geißenhaar): Ich winsche eich e S. voll Gäßehoor un e Arsch voll Grind, / daß ehr nimmi scheiße kinnt [Thielen So rerre mer 106]. Ich wollt, ich hätt e S. voll Gold, / do dät ich awer nimmi laafe, / do dät ich mer Gail un e Schesel kaafe [PfL v. 15. 9. 1934]. Weitere VR. s. Anna-Maria, Pfanne 1 a, Fuchs 2 b, Heinrich 1 a, Kristkind, Kuchen 1 b, Lauer3, Leberwurst, Müller 1, Mutter 1 a, Oberland 1, Quack 1. 16. Jh.: dem soll der muller ein sack leihen vnd das korn darein fassen [PfWeist. 682 (KB-Göllh)]. — b. 'Maß für Getreide, Mehl' [mancherorts]; Pl. wie Sg.; Angaben zur Maßrelation: ein Doppelzentner [mancherorts gesamte Pf], 8 Simmern [LA-Mörzh]; Zs.: Anderthalbzentner-, halbmalter-, Zweizentnersack; e S. Korn [RO-Dielkch]; drei Sack Hawwer [Krämer Gal 179]. RA.: scherzhafte Maßangabe: finfezwanzich un e S. voll [LA-Altd]. — c. in Funktion, Form oder Material einem Sack vergleichbare Gegenstände in den Zs.: Aufwäsch-, Aufwisch-, Bast-, Plump- 3, Brief- 2, Putz-, Trompeten-, Geigen-, Dudel-, Feder-, Kindsstroh-, Klarinetten-, Netz-, Spreu-, Stroh-, Wasser-, Windsack. — 2.a. 'Tasche in Kleidungsstücken' [verbr.]; vgl. Säckel 1 a; häufig differenzierend in den Zs.: Arsch-, Pfaffen- 1, Brief- 1, Brieftaschen-, Brot- 1, Brust-, Brustlappen-, Brusttuch-, Busen-, Buxen-, Diebs-, Hamster- 1 b, Hosen-, Innen-, Joppen-, Kittel-, Kleider-, Leibels-, Neben-, Meter-, Rock-, Säckchen-, Schillee-, Schnapp-, Schub-, Schurzen-, Uhren-, Wams-, Westen-, Zwerchsack, -säckel; die Hänn im S. han [KU-Körbn, mancherorts]; vgl. Hand-im-Sack. Er fahrt in de S. 'Er fährt mit den Händen in die Hosentaschen' [KU-Diedk]. De Kiddel franselt schun an de Säck aus [LU-Alsh]. Der eßt aus'm S. 'Er ißt nebenbei, bei der Arbeit aus der Tasche' [KL-Hütschhs]. Do kammer doch die Händ net in de S. stecke 'Da kann man nicht tatenlos zusehen' [GH-Schwegh]. De Sepp hat mäi Säck gefisselt 'Der Sepp hat meine Taschen durchsucht' [IB-Ommh]. Ob er die Bicher hot rette wolle, orre ob er sich die Säck voll Ziga stecke wollt, des waß ich net [PfRSch v. 29. 10. 1933]. RA.: e Fauscht im S. mache 'sich seine (ohnmächtige) Wut, sein Unbehagen nicht anmerken lassen' [KB-Dannfs, verbr.]. Dem esch 's Herz in de S. gefalle 'Er hat den Mut verloren' [LA-Wollmh]. Er hot immer e Stää im S. 'Er ist ein hinterhältiger Bursche' [Thielen So rerre mer 111]. Wann ich dich aⁿguck, geht mer 's Messer im S. uf [KU-Kaulb]. Wenn jemand ängstlich schaut, sagt man: Ich beiß dich nit - ich hab noch e Stick Brot im S. [Spey]. Kindern, die fortwährend ihre Hände in den Hosentaschen haben, droht man: Die Fleh (Mais) im S. beißen der die Nächel (Finger) ab! [ZW-Bechhf, KL-Hütschhs PS-O'simt]. SprW.: Rechter (Besser) e Stick Brot im S. als e Feder am Hut [Kus, Bergz (Kamm 87) Don]. VR. s. Pack 1, Messer1. a. 1545 (Abschr. 1601-1621): Kein schütz niemandts nichts abessen oder in seinen busen oder seckh fassen, dasselbig heim Zuo tragen [DirmstA-Weist.]. — b. 'Tasche für Geld, Geldbeutel' [verbr.]; vgl. Säckel 1 b; Zs.: Geldsack 1. Ich häb nor Klääⁿgeld im S. [BZ-Dernb]. Der dut aam (einem) 's Geld aus'm S. lockere (locken) [KU-Kaulb]. 's Finanzamt holt de Leit de letscht Knopp aus'm S. [ZW-Battw]. Er hat's aus seim S. bezahlt [KU-Gumbsw]. Mer muß gucke, wie mer zu seim Geld kommt, das in anner Leit Säck steckt [WD-Niedkch]. Der war a rejch, im S. war ebbes drin [Kraus Sellemols 41]. RA.: die Säck (de Sack) zuhawwe (zuhalde) 'knauserig, geizig sein' [BZ-Albw, mancherorts]; die Hand uf de S. halle, dass. [KU-Bedb, mancherorts]; met em Elleboo net en de S. komme 'nicht zahlen wollen oder können' [KU-Bedb, vereinzelt]; (dief) in de S. greife (lange, steie) '(viel) bezahlen müssen' [KB-Dannfs, verbr.]; 'm Vadder uf'm S. leie 'vom Vater finanziell abhängig sein' [KU-Kaulb, vereinzelt]; in sein S. schaffe 'zu seinem Vorteil, Nutzen arbeiten' [NW-Hardbg, mancherorts]; nore far in seine S. sarje (sorgen), dass. [KU-Kaulb]; sich in seine S. erre (schnerre, verrechele) 'sich zu seinen Gunsten verrechnen' [KU-Bedb, verbr.]. Der liegt in seiⁿ S. 'Der lügt zu seinem Vorteil' [BZ-Gossw]. Er is e Narr (is dumm) in seiⁿ S. 'Er stellt sich dumm zu seinem wirtschaftlichen Nutzen, weiß trotz anscheinender Beschränktheit seinen Vorteil zu wahren' [KU-Schmittw/O, mancherorts]. Er hot veel im Kopp un nix im S., von einem, der große Pläne, Ansprüche, aber keine Mittel hat [LA-Herxh]. Dem huppst 's Geld aus'm S., von einem Verschwender [ZW-Gr'bundb]. Der kriet aach de S. net voll genug, von einem Habgierigen [Krieger 57]. SprW.: Im letschde Klääd 'Im Totenhemd' hot mer kenn S. [NW-Kallstdt]. Volksgl.: Wann mer de Guckuck zum erschde Mol heert kreische un hot Geld im S. (un mer rappelt mit'm Geld im S.), hot mer 's ganze Johr [NW-Wachh, mancherorts]. Wann mer en Stern sieht schieße un hot Geld im S., hot mer 's ganz Johr [GH-Schwegh]. VR. s. Portmonnee, Frack 1 b, lustig 1. — 3.a. 'leichte, weite, kurze Jacke für Männer', Sack [KB-Mauchh LA-Edk (PfId. 118) Don-Gert], häufiger nur Dim.: Säckche [KU-Schmittw/O Wolfst RO-Alsbr Bistschd Duchr Obd Odh Schweisw KL-Wörsb KB-Bennhs Kerzh Kriegsf Weihf FR-Albsh Carlsbg Laumh LU-Alsh/Gr Altr Maud NW-Meckh SP-Harths], Säcksche [KB-Rüssing FR-Maxd LU-Hochd NW-Forst Friedh Gönnh Ungst Bertram § 319, 321 Thielen 95], Säckel [LU-Fußgh NW-Elmst Mußb Wachh Bertram § 319 Schandein Bav. IV,2 276]; Zs.: Sommersack; nähere Angaben: 'kurzer geschlossener Leinenrock des Mannes' [KL-Wörsb], 'leichtes Wams' [SP-Harths], 'Sommerjacke' [KB-Bennhs Kriegsf], 'der normale Kittel oder Rock' [FR-Carlsbg Laumh], 'Arbeitsrock' [Pirmas], 'Sackrock ohne Schöße' [KU-Schmittw/O RO-Obd]; e zeige (zeugenes) Säckche [KB-Kriegsf]. Zieg deiⁿ Säckche aaⁿ! [LU-Alsh]. RA.: Do weiß mer net, wie mer de S. aⁿhänke soll 'Da weiß man nicht, wie man sich verhalten soll' [GH-Schwegh]. Wie der Wind geht, so häng ich mein S., von einem wechselhaften Menschen [FR-Bockh]. — b. 'blusenartiges Frauenkleidungsstück', nur Dim.: Säckche [KU-Friedhs Kaulb Reichsth RO-Gundw Odh Rehbn KL-Wörsb PS-Schmalbg LU-Limbghf NW-Dürkh Gönnh Müller Luscht un Lewe 5], Säckel [PS-Fehrb Lembg LU-Böhl Opp NW-Frankeck Neidfs Wachh LA-Impfl Venn BZ-Billh]; Zs.: Lüstersäckchen; an mehreren Orten um 1930 als veraltet gemeldet oder nur noch von älteren Frauen getragen; nähere Angaben: 'Hängebluse' [NW-Neidfs], 'lose Frauenjacke' [RO-Gundw NW-Bönnh], 'gewöhnliche Bluse der Frau' [KU-Reichsth], 'vorn zugeknöpftes, blusenartiges Frauenkleidungsstück von einfachem Zuschnitt, ohne Verzierung' [KU-Kaulb], 'Bluse, die vorn im Rock getragen wird und hinten über den Rock hängt' [LU-Böhl]. Fritzejakobbs Maad / Die laaft ganz fligg im Fulladichel (s. Fulardtuch), / Im blumig Säckche macht se Staat [Kühn Palz 32]. Einen VR. s. Landkummissär. — 4.a. 'Hocensack bei Menschen und Tieren', Sack [verbr.], auch nur Dim. Säckelche [KU-Bedb]; vgl. Säckel 2; Zs.: Hodel-, Hoden-, Klicker- 2, Samensack. Drohung (derb): Ich trere (trete) der an (uf) de S.! [RO-Odh, mancherorts]. — b. '(dicker, hängender) Bauch', meist von Tieren [mancherorts, Mang 79]; Zs.: Freß- 2, Hängsack. — c. 'Gebärmutter'. Se hot de S. voll 'Sie ist schwanger' [KU-Kaulb]; vgl. Tragsack 2. — d. 'Nachgeburt beim Schwein', Dim. Säckel [LA-Böbing]; vgl. Kälbersack. — e. Sackartiges an Tieren oder Pflanzen in den Zs.: Bodem-, Preß-, Tränen-, Dreck- 2 b, Kehl-, Leder-, Seelsack. — 5. Schimpfwort für dicke, träge, sonderbare oder lästige Menschen, Sack [KU-Schmittw/O, vereinzelt]; vgl. Säckel 3; häufiger in Zs.: Bampel-, Päpper-, Papp-, Baster-, Bettel- 2, Pfaffen- 3, Pflaster-, Piep-, Plärr-, Plauder-, Plump- 1, Pott-, Pröpel-, Brumm-, Brummel-, Buttermilch-, Täumel-, Tapp-, Deisem- 2, Dick-, Dreck- 1, Trester-, Dudel- 2, Turmel-, Erbsen-, Fett-, Freß- 1, Gammer-, Geiz-, Geld- 2, Gift-, Gnaster-, Gnuster-, Grammel-, Kohlen- 2, Gold-, Grieß-, Grind-, Grundbirnen- 2, Hafer- 2, Hamster- 2, Hunger-, Knärbel-, Knick-, Knicker-, Knotter-, Knurr-, Krangel-, Lahm-, Lämpel-, Leier-, Lotter-, Lumpen- 2, Meimel-, Mist-, Nage-, Nänger-, Näsel-, Natzel-, Neid-, Nessel-, Nörgel-, Nötel-, Nulles-, Orgel-, Quack-, Quäl-, Qualster-, Quanster- 1, Quassel-, Quaster- 1-4, Rüben-, Sau-, Schlapp-, Stopf-, Stotter-, Streitsack, -säcke. — 6. FlN, amtl. Am Sack [PS-Salzwg], Im Sack [LU-Assh]; wohl Benennung nach sackähnlichen Vertiefungen, vgl. Pfeifen-, Knapp-, Quak-, Wassersack. — 7. vgl. Plump- 2, Blutt-, Molken-, Nachtsack. - Südhess. V 11 ff.; Rhein. VII 668 ff.; Lothr. 425; Els. II 341.
14966 Zeichen · 326 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    sack

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +1 Parallelbeleg

    sackariAWB m. ja-St., in Gl. ab Beginn des 9. Jh.s: ‚Scheiterhaufen; pyra, rogus‘.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sackM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    sack , M. Vw.: s. sak

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sack

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Sack , des -es, plur. die -Säcke, Diminut. das Säckchen, Oberd. Säcklein. 1. Im weitesten Verstande, ein jeder hohle…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sack

    Goethe-Wörterbuch

    Sack 1 aus meist (grobem) Stoff gefertigtes, an einer Seite offenes Behältnis a als Aufbewahrungs- od Transportverpackun…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sack

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Sack , Aug. Friedr. Wilh., protest. Theolog, geb. 1703 zu Harzgerode im Bernburgischen, gest. 1786 als Oberhofprediger u…

  6. modern
    Dialekt
    Sack

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Sack [Sàk allg.; Pl. Sèk; Demin. Sèklə Liebsd. M. , Saklə O.; Sakl K. Z. Han. ; Sækl Str. ] m. 1. Sack für Getreide, Kar…

  7. Sprichwörter
    Sack

    Wander (Sprichwörter)

    Sack 1. Alte Säcke brauchen viel Flecke. – Winckler, IX, 57. 2. Alte Säcke näht man nicht mit Seide. – Eiselein, 538. 3.…

  8. Spezial
    Sack

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sack m. (-[e]s, Säcke) 1 (Behältnis) sach (sac) m. 2 (Sackvoll) sach (sac) m. 3 (Tasche am Kleid) gofa (gofes) f. 4 (Beu…

Verweisungsnetz

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Anchor 12 Hub 22 Wurzel 1 Kompositum 1684 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sack

799 Bildungen · 434 Erstglied · 355 Zweitglied · 10 Ableitungen

sack‑ als Erstglied (30 von 434)

Sack I

Idiotikon

Sack I Band 7, Spalte 604 Sack I 7,604

Sack II

Idiotikon

Sack II Band 7, Spalte 648 Sack II 7,648

sack(e)risch

Idiotikon

sack(e)risch Band 7, Spalte 660 sack(e)risch 7,660

sack(s)dick

Idiotikon

sack(s)dick Band 12, Spalte 1253 sack(s)dick 12,1253

Sackanzug

SHW

Sack-anzug Band 5, Spalte 15-16

Sackbauch

SHW

Sack-bauch Band 5, Spalte 15-16

Sackbär

SHW

Sack-bär Band 5, Spalte 15-16

Sackdiel

SHW

Sack-diel Band 5, Spalte 15-16

Sackgasse

SHW

Sack-gasse Band 5, Spalte 21-22

Sackgeld

SHW

Sack-geld Band 5, Spalte 21-22

Sackheber

SHW

Sack-heber Band 5, Spalte 21-22

Sackjacke

SHW

Sack-jacke Band 5, Spalte 21-22

Sackkarch

SHW

Sack-karch Band 5, Spalte 21-22

Sacklauf

SHW

Sack-lauf Band 5, Spalte 21-22

Sackmann

SHW

Sack-mann Band 5, Spalte 21-22

Sackmeß

SHW

Sack-meß Band 5, Spalte 21-22

sack als Zweitglied (30 von 355)

Kasack

RDWB1

Kasack m (nicht "казак") казакин устар. (длинная) рабочая блуза (напр., у помощниц врача во врачебной практике)

A(n)henksack

Idiotikon

A(n)henksack Band 7, Spalte 623 A(n)henksack 7,623

Aepfelsack

Wander

apfel·sack

Aepfelsack 1. Haben sie dich beim Äppelsack? 2. In den Äppelsack greifen. Etwas auf gut Glück beginnen, versuchen.

Amb(e)lasch(i)sack

Idiotikon

Amb(e)lasch(i)sack Band 7, Spalte 618 Amb(e)lasch(i)sack 7,618

Amballasch(i)sack

Idiotikon

Amballasch(i)sack Band 7, Spalte 618 Amballasch(i)sack 7,618

Bamelsack

Wander

Bamelsack Sie sind im Bamelsack. So sagt man in Strassburg von Frauenzimmern, die zwischen zwei Altern stehen. ( Wolff, Zeitschrift für deut…

bettelsack

DWB

bettel·sack

bettelsack , m. mendici pera: hoffart wont bî betelsecken. Renn. 495 ; dann der bettelsack sich uns ser gesellet ( wir gerathen in armut ). …

Bleysack

Adelung

bley·sack

Der Bleysack , des -es, plur. die -säcke, in den Schmelzhütten, die Unreinigkeit und das Bley, welches in Gestalt eines Sackes unten an dem …

bodensack

DWB

boden·sack

bodensack , m. intestinum caecum, blinddarm, der einen boden hat: den bodensack zuhalten, sich würgen. Schmeller 1, 156 .

brotsack

DWB

brot·sack

brotsack , m. pera panaria: das sacrament in den hals gestoszen als in einen brotsack. Luther 3, 398 ; der andere schleicht um den brotsack …

Brüesack

Idiotikon

Brüesack Band 7, Spalte 635 Brüesack 7,635

Bueseᵐsack

Idiotikon

Bueseᵐsack Band 7, Spalte 632 Bueseᵐsack 7,632

Ableitungen von sack (10 von 10)

besack

MNWB

besack- s. besakk-.

besacken

DWB

besacken , saccis onerare, quaestum facere, beladen, bepacken: sein bendel darvon bringen. Maaler 59 d ; mit vollen henden oder wol besackt …

Besackung

Idiotikon

Besackung Band 7, Spalte 652 Besackung 7,652

entsacken

DWB

entsacken , sarcinam tollere, absacken. Stieler 1659 .

Gesack

RhWBN

Ge-sack Siegld m.: S., worin das zum Brotbacken bestimmte Korn zur Mühle getragen wird; auch Backessack.

Gesacken

Adelung

Gesacken , S. Adelung Sacken .

sacke

Lexer

sack , sacke s. sac.

versacken

DWB

versacken , verb. in sackartiger form sich zusammenballen. gewitter versacken sich im thalkessel, finden keinen ausgang. technischer ausdruc…

Zersack

Idiotikon

Zersack Band 7, Spalte 648 Zersack 7,648