Sack m.: 1.a. 'länglicher, größerer Behälter aus Stoff zur Aufbewahrung oder zum Transport von körnigen oder kleinstückigen Gütern',
Sack (sag, sg) [allg., Lambert Penns 129 Krämer Gal 179], Pl.
Säck (seg, sęg) [allg., Mang 88 Schneckenburger 21];
Dim. Sg.
Säckche, Säckje [mancherorts WPf NOPf, Lambert Penns 148],
Säckelche, Säckelje [mancherorts WPf MPf, Mang 92],
Säckel [verbr. VPf], Pl.
Säckcheʳ [WPf],
Säckelcheʳ [mittl. WPf östl. VPf],
Säcklich [mancherorts SOPf],
Säckle [mancherorts SOPf]. Zs.:
Papier-,
Bauern-,
Bettel- 1,
Bohnen-,
Post-,
Brech-, Pispert-,
Bücher-,
Büchsen-, Tabak-,
Deisem-,
Dreck- 2 a,
Dung-,
Dünger-,
Frucht-,
Gras-,
Grundbirnen-,
Guano-,
Hafer-,
Hutzel-,
Juden-, Jute-, Kamillen-,
Kartoffel-,
Käse-, Klammer-, Kleesamen-,
Kleien-,
Klicker- 1,
Knochenmehl-,
Kohlen-,
Krabbel-, Kunstdung-,
Laub-,
Leinwand-,
Lumpen- 1,
Lupf-,
Mahl-,
Malter- 1,
Mehl-,
Mund-,
Netz-, Quetschen-,
Ruck-,
Saat-,
Salz-,
Sam-,
Sä-,
Sauerkalk-,
Schlacken-,
Schlackenmehl-,
Schnapp-,
Schnitzen-, Schullehrer-,
Stinker-,
Stinkert-,
Stinkzeug-,
Wecksack, -säckchen;
e S. voll Korn (Gras, Kohle, Geld) [Kaislt, verbr.].
De Belzenickel hot e S. fer die beese Buwe, in den sie angeblich gesteckt werden sollen [LU-Alsh, mancherorts]. Vergleiche u. RA.:
mit S. un Pack [mancherorts, Lambert Penns 129 Krämer Gal 178];
dunkel (finschder) wie imme S. [ZW-Gr'bundb, mancherorts];
do leie (falle, hiⁿplotze, schlofe) wie e (nasser) S. [ZW-Gr'bundb, mancherorts];
so dick wie e ausgestoppter S. [Westrich Kalender 1957 103]. Ein Kleidungsstück
is weit wie e S. [KU-Obw/Tiefb, mancherorts],
hängt an em wie e S. [KB-Kriegsf, mancherorts].
Er steht drin (im Anzug)
wie im S. [LU-Alsh, mancherorts].
Das is de reinscht S., von einem zu weiten Kleidungsstück [ZW-Gr'bundb].
Er wehrt sich wie e Katz em S. [KB-Bennhs, FR-Bockh].
Der strääbt (sträubt)
sich mit Hänn un Fieß wie e Katz, wo in de S. soll [KU-A'glan].
Er kaaft die (keeⁿ) Katz im S. 'Er kauft (übernimmt) etwas (nichts) unbesehen' [KL-Alsbn, verbr.].
Der hot die Katz aus em S. geloß 'Er hat seine Meinung gesagt, einen bisher unbekannten Sachverhalt kundgetan' [KU-Schmittw/O, mancherorts].
In dem S. fangen hunnert Katze keeⁿ Maus, von einem löcherigen Sack [NW-Frankeck, mancherorts Gal].
Die bringt mer in keⁿ S., von lebhaften, tempera- mentvollen, verrückten Menschen [KU-Bedb, verbr.].
Er geht (paßt) in kääⁿ S., dass. [KU-Schmittw/O, Thielen So rerre mer 106].
Meiⁿ Hoor sin in keⁿ S. se bringe, von widerspenstigen Haaren [RO-Alsbr].
S war grad, als wann de Deiwel seiⁿ Sack ausgeleert hätt [PfMus. 1887 87].
Der is so gelenkich wie e Sack voll Gääßeherner, von einem Ungelenkigen [LU-Friesh, NW-Kallstdt].
Die sieht aus wie e S. voll Kochleffel (Gääßeherner), von einer Mageren [LU-Friesh, Hebel 13].
Er is gewerfelt (schlau) wie e S. voll Gääßeherner [Hebel 16, LU-Böhl].
Er is so hell uf de Platt wie e S. voll Klammere, nämlich dumm [RO-Winnw].
Dem sei S. hott kää Borrem, von einem Unersättlichen [RO-Odh].
Er hat Dreck im S. 'Er hat ein schlechtes Gewissen' [Kaislt], 'ist ein verschlagener Bursche' [KU-Roßb].
Er hat käⁿ Zeit im S. 'Er hat keine Zeit' [Kaislt].
Er haut in de S. 'Er verläßt seine Arbeit, gibt auf' [HB-Kirrbg, vereinzelt].
Der steckt seiⁿ Maul net in de S. 'Er schweigt nicht still' [KU-Schmittw/O].
Er wääß net, wie er seine S. hinke (hängen)
soll 'Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll' [KU-Kollw].
Dem han ich gesaat, wie mer de Sack hängt 'Ich habe ihn mit Worten (Schlägen) zurechtgewiesen' [KL-Wörsb].
Mach mer kääⁿ Raach (Rauch)
in de S.! 'Erzähle keine Märchen, beschwindele mich nicht!' [Kaislt Pirmas].
Er horre (hat einen)
S. voll gar nix 'Er hat gar nichts' [ZW-Gr'bundb]. Wenn eine Speise nicht ausreicht, so macht man
e Quascht an de S., bildl. vom nicht gefüllten Sack mit großem Zipfel [RO-O'mosch (Eid 90)].
Ich huns im Sack un hun ne aach zugebunn 'Das Geschäft ist perfekt' [Thielen So rerre mer 106]. Wenn jemand die Tür nicht schließt, sagt man zu ihm:
Gell, ehr han dehaam e Sack (Säck) vor de Dier [KB-Kriegsf, verbr.].
Er hat ne im S. 'Er hat ihn in seiner Gewalt' [KU-Hundh, verbr.].
Denn steck ich in de S. 'Dem bin ich überlegen' [KU-Schmittw/O, mancherorts].
Der steckt den zehⁿmol in sei S. 'der ist ihm haushoch überlegen' [KL-Alsbn]. Von Personen, insbes. Kindern, die nach dem Weinen bald wieder lachen, sagt man
Der hat aa es Lache un es Greine (Heile) in ääm Säckelche [Pirmas, verbr.,
auch Auslandspfälzer].
Er lacht un heilt (kreischt) in (aus) eem Säckelche (Sack) [KU-Diedk, Kollw Thielen So rerre mer 106 Don-St. Andreas]. Bei Nichtigkeiten, nutzlosen Streitereien, sagt man:
Do is der S. de Bendel net wert [Trifels 20/1928];
des esch de S. de Bennel net wert [SOPf (Heeger Nachl.)];
's esch Sacks Binnel net wert [BZ-Dierb, NW-Haßl Spey];
dar es (Das ist)
Sacke Bennel net wert [KU-Kaulb];
vgl. auch
Sackbändel. Flüche (aus Sackerment, Sakrament umgebildet):
S. Zement! [LU-Friesh, vereinzelt].
Herrgott, S. uf am Bännel! [PS-Saalstdt]; weitere Flüche mit S.
s. Himmel 3 a. SprW.:
Zuveel (Allseveel, Was zuviel is) verreißt de S. [KU-Schmittw/O, mancherorts, auch Don Gal Buch].
Wann de S. voll is, sell mer'n zubinne [LA-Impfl, verbr., auch Don Gal Buch].
E leerer S. bleibt nit stehe (steht nit, fallt um), d. h. 'Ohne Essen im Magen, kann man nichts leisten' [GH-Neubg, verbr.].
In e Quack geht soviel wie in e S., d. h. 'kleine Menschen essen so viel wie große' [mancherorts Don Gal Buch].
De bescht S. kriet emol e Loch [KU-Schmittw/O].
Der de S. hält, esch so gut wie der neiⁿschitt 'Der Helfer ist ebenso beteiligt wie der Täter' [BZ-Dierb].
Uff de S. kloppt mer, unn de Essel maant mer [PfMHk. 42/1925 177].
Liewer en S. voll Fleh hiere (hüten)
wie e Mädel (Weibsbild), (wu heirade will) [NW-Kallstdt, mancherorts, auch Gal Buch].
E Spatz em S. es besser als e Amschel en de Horebach [WD-Niedkch]. BR.:
Wann die Sunn in de S. schluppt (beim Untergehen in einer Wolke verschwindet),
gibts Reen [ZW-Gr'bundb]. Rätsel:
Weller S. is am schwerschde se traan? (der Bettelsack) [KL-Reichb]. VR.: Neujahrsspruch:
Pros Neijohr, e Säckel voll Minz (Münzen)
/ do bin ich reich wie e Prinz [BZ-Schweig]. Derbe Abwandlung eines Neujahsspruchs (
s. Geißenhaar):
Ich winsche eich e S. voll Gäßehoor un e Arsch voll Grind, / daß ehr nimmi scheiße kinnt [Thielen So rerre mer 106].
Ich wollt, ich hätt e S. voll Gold, / do dät ich awer nimmi laafe, / do dät ich mer Gail un e Schesel kaafe [PfL v. 15. 9. 1934]. Weitere VR.
s. Anna-Maria,
Pfanne 1 a,
Fuchs 2 b,
Heinrich 1 a,
Kristkind,
Kuchen 1 b, Lauer
3,
Leberwurst,
Müller 1,
Mutter 1 a,
Oberland 1,
Quack 1. 16.
Jh.:
dem soll der muller ein sack leihen vnd das korn darein fassen [PfWeist. 682 (KB-Göllh)]. — b. 'Maß für Getreide, Mehl' [mancherorts]; Pl. wie Sg.; Angaben zur Maßrelation: ein Doppelzentner [mancherorts gesamte Pf], 8 Simmern [LA-Mörzh]; Zs.:
Anderthalbzentner-, halbmalter-,
Zweizentnersack;
e S. Korn [RO-Dielkch];
drei Sack Hawwer [Krämer Gal 179]. RA.: scherzhafte Maßangabe:
finfezwanzich un e S. voll [LA-Altd]. — c. in Funktion, Form oder Material einem Sack vergleichbare Gegenstände in den Zs.:
Aufwäsch-,
Aufwisch-,
Bast-,
Plump- 3,
Brief- 2,
Putz-,
Trompeten-,
Geigen-,
Dudel-,
Feder-, Kindsstroh-,
Klarinetten-,
Netz-,
Spreu-,
Stroh-,
Wasser-,
Windsack. — 2.a. 'Tasche in Kleidungsstücken' [verbr.];
vgl. Säckel 1 a; häufig differenzierend in den Zs.:
Arsch-,
Pfaffen- 1,
Brief- 1,
Brieftaschen-,
Brot- 1,
Brust-,
Brustlappen-, Brusttuch-, Busen-, Buxen-,
Diebs-,
Hamster- 1 b, Hosen-, Innen-, Joppen-, Kittel-, Kleider-, Leibels-, Neben-, Meter-, Rock-, Säckchen-, Schillee-,
Schnapp-,
Schub-,
Schurzen-,
Uhren-,
Wams-,
Westen-,
Zwerchsack, -säckel;
die Hänn im S. han [KU-Körbn, mancherorts];
vgl. Hand-im-Sack.
Er fahrt in de S. 'Er fährt mit den Händen in die Hosentaschen' [KU-Diedk].
De Kiddel franselt schun an de Säck aus [LU-Alsh].
Der eßt aus'm S. 'Er ißt nebenbei, bei der Arbeit aus der Tasche' [KL-Hütschhs].
Do kammer doch die Händ net in de S. stecke 'Da kann man nicht tatenlos zusehen' [GH-Schwegh].
De Sepp hat mäi Säck gefisselt 'Der Sepp hat meine Taschen durchsucht' [IB-Ommh].
Ob er die Bicher hot rette wolle, orre ob er sich die Säck voll Ziga stecke wollt, des waß ich net [PfRSch v. 29. 10. 1933]. RA.:
e Fauscht im S. mache 'sich seine (ohnmächtige) Wut, sein Unbehagen nicht anmerken lassen' [KB-Dannfs, verbr.].
Dem esch 's Herz in de S. gefalle 'Er hat den Mut verloren' [LA-Wollmh].
Er hot immer e Stää im S. 'Er ist ein hinterhältiger Bursche' [Thielen So rerre mer 111].
Wann ich dich aⁿguck, geht mer 's Messer im S. uf [KU-Kaulb]. Wenn jemand ängstlich schaut, sagt man:
Ich beiß dich nit - ich hab noch e Stick Brot im S. [Spey]. Kindern, die fortwährend ihre Hände in den Hosentaschen haben, droht man:
Die Fleh (Mais) im S. beißen der die Nächel (Finger) ab! [ZW-Bechhf, KL-Hütschhs PS-O'simt]. SprW.:
Rechter (Besser) e Stick Brot im S. als e Feder am Hut [Kus, Bergz (Kamm 87) Don]. VR.
s. Pack 1,
Messer1. a. 1545 (Abschr. 1601-1621):
Kein schütz niemandts nichts abessen oder in seinen busen oder seckh fassen, dasselbig heim Zuo tragen [DirmstA-Weist.]. — b. 'Tasche für Geld, Geldbeutel' [verbr.];
vgl. Säckel 1 b; Zs.:
Geldsack 1.
Ich häb nor Klääⁿgeld im S. [BZ-Dernb].
Der dut aam (einem)
's Geld aus'm S. lockere (locken) [KU-Kaulb].
's Finanzamt holt de Leit de letscht Knopp aus'm S. [ZW-Battw].
Er hat's aus seim S. bezahlt [KU-Gumbsw].
Mer muß gucke, wie mer zu seim Geld kommt, das in anner Leit Säck steckt [WD-Niedkch].
Der war a rejch, im S. war ebbes drin [Kraus Sellemols 41]. RA.:
die Säck (de Sack) zuhawwe (zuhalde) 'knauserig, geizig sein' [BZ-Albw, mancherorts];
die Hand uf de S. halle, dass. [KU-Bedb, mancherorts];
met em Elleboo net en de S. komme 'nicht zahlen wollen oder können' [KU-Bedb, vereinzelt];
(dief) in de S. greife (lange, steie) '(viel) bezahlen müssen' [KB-Dannfs, verbr.];
'm Vadder uf'm S. leie 'vom Vater finanziell abhängig sein' [KU-Kaulb, vereinzelt];
in sein S. schaffe 'zu seinem Vorteil, Nutzen arbeiten' [NW-Hardbg, mancherorts];
nore far in seine S. sarje (sorgen), dass. [KU-Kaulb];
sich in seine S. erre (schnerre, verrechele) 'sich zu seinen Gunsten verrechnen' [KU-Bedb, verbr.].
Der liegt in seiⁿ S. 'Der lügt zu seinem Vorteil' [BZ-Gossw].
Er is e Narr (is dumm) in seiⁿ S. 'Er stellt sich dumm zu seinem wirtschaftlichen Nutzen, weiß trotz anscheinender Beschränktheit seinen Vorteil zu wahren' [KU-Schmittw/O, mancherorts].
Er hot veel im Kopp un nix im S., von einem, der große Pläne, Ansprüche, aber keine Mittel hat [LA-Herxh].
Dem huppst 's Geld aus'm S., von einem Verschwender [ZW-Gr'bundb].
Der kriet aach de S. net voll genug, von einem Habgierigen [Krieger 57]. SprW.:
Im letschde Klääd 'Im Totenhemd'
hot mer kenn S. [NW-Kallstdt]. Volksgl.:
Wann mer de Guckuck zum erschde Mol heert kreische un hot Geld im S. (un mer rappelt mit'm Geld im S.), hot mer 's ganze Johr [NW-Wachh, mancherorts].
Wann mer en Stern sieht schieße un hot Geld im S., hot mer 's ganz Johr [GH-Schwegh]. VR.
s. Portmonnee,
Frack 1 b,
lustig 1. — 3.a. 'leichte, weite, kurze Jacke für Männer',
Sack [KB-Mauchh LA-Edk (PfId. 118) Don-Gert], häufiger nur
Dim.:
Säckche [KU-Schmittw/O Wolfst RO-Alsbr Bistschd Duchr Obd Odh Schweisw KL-Wörsb KB-Bennhs Kerzh Kriegsf Weihf FR-Albsh Carlsbg Laumh LU-Alsh/Gr Altr Maud NW-Meckh SP-Harths],
Säcksche [KB-Rüssing FR-Maxd LU-Hochd NW-Forst Friedh Gönnh Ungst Bertram § 319, 321 Thielen 95],
Säckel [LU-Fußgh NW-Elmst Mußb Wachh Bertram § 319 Schandein Bav. IV,2 276]; Zs.:
Sommersack; nähere Angaben: 'kurzer geschlossener Leinenrock des Mannes' [KL-Wörsb], 'leichtes Wams' [SP-Harths], 'Sommerjacke' [KB-Bennhs Kriegsf], 'der normale Kittel oder Rock' [FR-Carlsbg Laumh], 'Arbeitsrock' [Pirmas], 'Sackrock ohne Schöße' [KU-Schmittw/O RO-Obd];
e zeige (zeugenes)
Säckche [KB-Kriegsf].
Zieg deiⁿ Säckche aaⁿ! [LU-Alsh]. RA.:
Do weiß mer net, wie mer de S. aⁿhänke soll 'Da weiß man nicht, wie man sich verhalten soll' [GH-Schwegh].
Wie der Wind geht, so häng ich mein S., von einem wechselhaften Menschen [FR-Bockh]. — b. 'blusenartiges Frauenkleidungsstück', nur
Dim.:
Säckche [KU-Friedhs Kaulb Reichsth RO-Gundw Odh Rehbn KL-Wörsb PS-Schmalbg LU-Limbghf NW-Dürkh Gönnh Müller Luscht un Lewe 5],
Säckel [PS-Fehrb Lembg LU-Böhl Opp NW-Frankeck Neidfs Wachh LA-Impfl Venn BZ-Billh]; Zs.:
Lüstersäckchen; an mehreren Orten um 1930 als veraltet gemeldet oder nur noch von älteren Frauen getragen; nähere Angaben: 'Hängebluse' [NW-Neidfs], 'lose Frauenjacke' [RO-Gundw NW-Bönnh], 'gewöhnliche Bluse der Frau' [KU-Reichsth], 'vorn zugeknöpftes, blusenartiges Frauenkleidungsstück von einfachem Zuschnitt, ohne Verzierung' [KU-Kaulb], 'Bluse, die vorn im Rock getragen wird und hinten über den Rock hängt' [LU-Böhl].
Fritzejakobbs Maad / Die laaft ganz fligg im Fulladichel (
s. Fulardtuch),
/ Im blumig Säckche macht se Staat [Kühn Palz 32]. Einen VR.
s. Landkummissär. — 4.a. 'Hocensack bei Menschen und Tieren',
Sack [verbr.], auch nur
Dim. Säckelche [KU-Bedb];
vgl. Säckel 2; Zs.:
Hodel-,
Hoden-,
Klicker- 2,
Samensack. Drohung (derb):
Ich trere (trete)
der an (uf) de S.! [RO-Odh, mancherorts]. — b. '(dicker, hängender) Bauch', meist von Tieren [mancherorts, Mang 79]; Zs.:
Freß- 2,
Hängsack. — c. 'Gebärmutter'.
Se hot de S. voll 'Sie ist schwanger' [KU-Kaulb];
vgl. Tragsack 2. —
d. 'Nachgeburt beim Schwein',
Dim. Säckel [LA-Böbing];
vgl. Kälbersack. — e. Sackartiges an Tieren oder Pflanzen in den Zs.:
Bodem-,
Preß-,
Tränen-,
Dreck- 2 b,
Kehl-,
Leder-,
Seelsack. — 5. Schimpfwort für dicke, träge, sonderbare oder lästige Menschen,
Sack [KU-Schmittw/O, vereinzelt];
vgl. Säckel 3; häufiger in Zs.:
Bampel-,
Päpper-,
Papp-,
Baster-,
Bettel- 2,
Pfaffen- 3,
Pflaster-,
Piep-,
Plärr-,
Plauder-,
Plump- 1,
Pott-,
Pröpel-,
Brumm-,
Brummel-,
Buttermilch-,
Täumel-,
Tapp-,
Deisem- 2,
Dick-,
Dreck- 1,
Trester-,
Dudel- 2,
Turmel-, Erbsen-,
Fett-,
Freß- 1,
Gammer-,
Geiz-,
Geld- 2,
Gift-,
Gnaster-,
Gnuster-,
Grammel-,
Kohlen- 2,
Gold-, Grieß-,
Grind-,
Grundbirnen- 2,
Hafer- 2,
Hamster- 2,
Hunger-,
Knärbel-,
Knick-,
Knicker-,
Knotter-,
Knurr-,
Krangel-,
Lahm-,
Lämpel-,
Leier-,
Lotter-,
Lumpen- 2,
Meimel-,
Mist-,
Nage-,
Nänger-,
Näsel-,
Natzel-,
Neid-,
Nessel-,
Nörgel-,
Nötel-,
Nulles-,
Orgel-,
Quack-,
Quäl-,
Qualster-,
Quanster- 1,
Quassel-,
Quaster- 1-4, Rüben-,
Sau-,
Schlapp-,
Stopf-,
Stotter-,
Streitsack, -säcke. — 6. FlN, amtl.
Am Sack [PS-Salzwg],
Im Sack [LU-Assh]; wohl Benennung nach sackähnlichen Vertiefungen,
vgl. Pfeifen-,
Knapp-,
Quak-,
Wassersack. — 7.
vgl. Plump- 2,
Blutt-,
Molken-,
Nachtsack. - Südhess. V 11 ff.;
Rhein. VII 668 ff.;
Lothr. 425;
Els. II 341.