Hoch, höher, höchste,
adj. u.
adv. 1) Über eine Oberfläche oder Ebene mehr oder weniger erhoben, und dadurch weiter vom Mittelpunkte der Erde entfernt; in Gegensatz von dem, was niedrig und tief ist. Ein hoher Berg. Ein hohes Gebirge. Ein hohes oder hoch gelegenes Land. Hoch springen, fliegen. Hoch steigen. Sprichw. Wer hoch steigt, fällt tief. Es ist mir zu hoch, ich kann es nicht erreichen. Den Kopf hoch tragen. Etwas hoch halten, in die Höhe. Der Thürme hoch geführte Lasten, Schiller;
d. h. hoch aufgeführte, in die Höhe gebauete. Das Pferd trabet hoch, wenn es im Trabe den Leib hoch aufhebet. Hoch auf! hoch in die Höhe. — erhebt es sich bald in die Lüfte Hoch auf! — Voß. Der hohe Himmel, der weit von der Erde entfernt und über derselben ist. Auf einem perlenhellen Wagen Wird der Monarch der Wasserwelt Hoch auf dem Saum der Flut getragen. Ramler. Oft druckt hoch eine größere Erhebung über der Oberfläche der Erde aus, als gewöhnlich. Hohes Wasser, wenn die Oberfläche desselben höher als gewöhnlich, die Masse desselben also auch vermehrt ist. Mit hohem Wasser in den Hafen einlaufen, mit der Flut. Das hohe Meer, die hohe See, das offene von den Küsten entfernte Meer, welches sich über den die Küste bespülenden Theil desselben zu erheben scheint. Die See geht hoch, sie flutet, auch, sie schlägt hohe Wellen. Hoch oder dicht beim Winde segeln, bei=
[] nahe gerade in die Gegend, aus welcher der Wind kömmt, segeln. I der Sprache der Seeleute ist hoch auch ein Ruf, womit man jemand ruft,
z. B. Bootsmann hoch! Auch ruft der wachhabende Offizier dem Schiffsvolke hoch zu, um zu erfahren, ob alles munter ist. Die Antwort darauf ist: alles wohl! Nicht höher! hingegen ist ein Befehl an die Steuerer, nicht dichter beim Winde zu halten, als man bereits segelt Röding. — So auch, eine hohe Stirn, die sich mehr über die Augen erhebt als gewöhnlich. Eine hohe Schulter, die mehr als die andere erhoben ist, und mehr als sie es sein soll. Das Kind hat einen hohen Leib, einen aufgetriebenen, einen Bauch der dicker ist, als er sein sollte. I Bergbaue ist das hohe Gebirge der höchste Theil eines Gebirges. Besonders häufig heißt hoch, eine mehr oder weniger große Ausdehnung über der Erde in gerader Linie habend. Ein hoher Baum, Berg, Thurm Ein hoher Tisch, der hohe Beine hat. S. Ellenhoch, Handhoch, Haushoch, Himmelhoch, Mannshoch Oft auch, eine größere Ausdehnung nach oben habend, als andere Dinge derselben Art. Hohe Absätze tragen. Ein hoher Hut. Der hohe Ofen, im Hüttenbaue, ein Schmelzofen der höher ist als andere, besonders die sogenannten krummen Öfen. Hohe Windschmelzöfen sind hohe Öfen auf der Höhe eines Berges gebauet, mit vier Röhren, die unten an denselben angebracht werden, welche den Windzug befördern, und in welche der Wind statt der Blasebälge bläset. Die hohe Kante ist bei den Maurern, Zimmerleuten und Tischlern jede Fläche, welche die Höhe einer Sache bestimmt, wenn nämlich die Länge und Breite dieser Sache mehr beträgt, als die Höhe. So ist die hohe Kante bei einem Mauersteine eine derjenigen Seiten desselben, welche seine Dicke ausmacht; so auch bei einem Brette und bei einem Balken. Der hohe Satz, in den Bergwerken, eine Pumpe, bei welcher der Satz höher ist als 28 Fuß, wenn die Höhe des Ortes, wo die Röhre sauget, bis 32 Fuß anwächst. Der hohe Strauch, bei den Vogelstellern, der Busch auf einem hohen Vogelherde, welcher mit zwei Wänden gestellt wird; in Gegensatz des niedrigen Strauches oder des Busches auf einem niedrigen Herde, wo nur eine Wand gebraucht wird. Uneigentliche mit hoch gebildete Redensarten sind: Es ist noch hoch am Tage, die Sonne steht noch hoch am Himmel, neigt sich noch lange nicht, es bleibt also noch lange Tag. Es ist schon hoher Tag, die Sonne steht schon hoch am Himmel, es ist schon lange Tag. Hoch hinaus wollen, nach Dingen trachten, die weit über unserm Stande sind; wie auch, viel für eine Sache fodern. Х Sprichw. Man muß nicht höher fliegen wollen, als einem die Federn gewachsen sind, man muß nichts unternehmen, wozu die Kräfte nicht hinreichen. Sich hoch hinaufschwingen, zu großem Ansehen, zu großen Ehren gelangen. Hoch am Brette bei jemand stehen; oder, hoch bei ihm angeschrieben sein, in großem Ansehen bei ihm stehen. Hoch aufhorchen, die Ohren gleichsam in die Höhe richten, um desto besser zu hören; genau, mit Aufmerksamkeit horchen. Hoch schwanger sein, den höchsten Grad der Schwangerschaft erreicht haben, der Niederkunft nahe sein. Bei den Jägern geht ein Thier hoch beschlagen, wenn es trächtig ist; und der Hirsch gehet hoch oder ist hoch verecket, wenn das neue Geweih desselben die völlige Höhe hat. 2) Uneigentlich wird hoch sehr häufig zur Bezeichnung derjenigen Eigenschaft der Dinge gebraucht, da sie andere Dinge ihrer Art in irgend einem Stücke übertreffen, in welchem sie nicht vieler Zusätze oder auch gar keines Zusatzes mehr fähig sind; meist auch in Gegensatz von dem was niedrig oder tief ist. So nennt man (1) hohe Töne diejenigen, welche sich über die mittlern als die gewöhnlichen erheben, und welche durch eine größere Anstrengung und Verengerung der Kehle, oder auf dünnern, kürzern, oder stärker ausgespannten Saiten hervorgebracht werden. Eine Geige, einen Flügel höher stimmen, die Saiten darauf stärker ausspannen, damit sie einen höhern Ton von sich geben. Die Saiten zu hoch spannen,
[] oder, hohe Saiten aufspannen, uneigentlich, zu viel fodern, verlangen, es zu arg treiben. Ein hoch gespanntes Lob, ein übertriebenes. (2) Hohe Farben hingegen sind solche, welche stärker, besser ins Gesicht fallen als andere ihrer Art; in Gegensatz der blässern Ein hohes Roth, Gelb S. Hochroth, Hochgelb Zuweilen auch für, helle Farben; in Gegensatz der dunkeln. So werden Zinnober, Bergblau hohe Farben genannt. I den Blaufarbenwerken wird unter einer hohen Farbe Dunkelblau verstanden. (3) Von der Zeit wird es gebraucht, ein weites Vorrücken derselben zu bezeichnen. Es ist hohe Zeit, die Zeit ist schon weit vorgerückt, es ist nicht viele Zeit mehr übrig. Es ist hohe Zeit, daß du gehest. Es war die höchste Zeit, es war keine Zeit mehr übrig. Man sagt auch im gemeinen Leben, es ist hoch an der Zeit, für, die Zeit ist schon weit vorgerückt, und, es ist hoch am Tage, in derselben Bedeutung. Ein hohes Alter erreichen, ein Alter, welches über das gewöhnliche hinausgehet. Hieher gehört auch der Ausdruck, einen hoch leben lassen, ihm ein hohes,
d. h. ein langes und glückliches Leben wünschen (ein Vivat bringen, rufen), beim Gesundheittrinken, oder auch bei einer andern Gelegenheit, wenn
z. B. einem ein Ständchen gebracht wird. I dieser Bedeutung kömmt es auch als Grundwort vor. »Von den Studenten (Hochschülern) wurde Sr. Königl. Hoheit ein Hoch gebracht.« Hamb. Zeitung. Diesen sei ein Hoch gebracht. Göthe. S. auch, Lebehoch. Auch von einer vergangenen Zeit. Das hohe Alterthum, die frühesten, längst vergangenen Zeiten. I den Geschlechtsregistern höher hinaufsteigen, noch weiter darin zurückgehen. (4) Zuweilen wird auf eine uneigentlichere Art von Menschen, besonders von Soldaten, wenn sie in mehreren Reihen hinter einander stehen, gesagt, sie stehen so viele Mann hoch. Bei uns stehen die Soldaten gewöhnlich drei Mann hoch. (5) Ein hoher Preis, der eine größere Summe Geldes beträgt als gewöhnlich, der den Mittelpreis übersteigt; in Gegensatz des niedrigen oder geringen Preises. Der Preis davon ist mir zu hoch. Zu hohen Preisen verkaufen, theuer. Das kömmt mir hoch zu stehen, theuer. Etwas hoch anrechnen, anschlagen, zu hohem Preise, theuer. Der Anschlag ist zu hoch gemacht. »Es scheint, daß sie mir ihren Kummer sehr hoch anrechnen.« Weiße. Einem etwas hoch anrechnen, uneigentlich, es als eine große, wichtige Sache betrachten, und sich derselben gemäß gegen ihn betragen. Hoch spielen, um einen hohen Preis, um vieles Geld. H. Sachs gebraucht auch hoch gelten uneigentlich für, viel gelten, sehr geachtet sein. Ih aber gilt bey jm nit hoch. R. (6) Sehr häufig bezeichnet hoch eine größere Wichtigkeit, größeren Werth, größere Würde vor andern Dingen seiner Art, wofür in der edlern Schreibart oft erhaben gesetzt werden kann; in Gegensatz von nieder. Die höhern Wissenschaften. Die höhere Rechnungskunst. Hohe Schulen, auf welchen die höhern Wissenschaften gelehrt werden; in Gegensatz der niedern Schulen. S. Hochschule. »Von hohen Dingen sprechen.« Hagedorn. Hoch reden, heißt im gemeinen Leben, gelehrt, unverständlich reden, im
N. D. aber das sogenannte Hochdeutsch reden; in Gegensatz von platt reden. Das ist mir zu hoch, zu gelehrt, das begreife, verstehe ich nicht. »Weisheit ist dem Narren zu hoch.« Sprichw. 27, 8. Ein hoher Geist, eine hohe Denkart, die sich über das Gemeine erheben; zuweilen auch, ein stolzer Geist Eine hohe Miene, eine erhabene; zuweilen auch, eine stolze. »— ein herrlicher Beweis des hohen Ursprungs unserer Seele.« Gellert. — — hörtest du die hohe Juno. Pyra. »Hohe Augen«, welcher Ausdruck
z. B. Ps. 18, 28. Sprichw. 6, 17 für stolze Personen vorkömmt, ist ungewöhnlich und verwerflich. Das höchste Gut, das vortrefflichste Gut, Eigenthum des Menschen. S. das Gut. Hohe Worte, erhabene. I der Bibel wird es besonders häufig für erhaben gebraucht. »Der Herr ist hoch.« Ps. 99, 2. »Des Herrn Name ist hoch.« Ps. 148, 13. Daher wird
[] Gott auch häufig der Höchste und Allerhöchste genannt. Das Hohe, das Erhabene. O diese Zeit hat fürchterliche Zeichen; Das Niedre schwillt; das Hohe senkt sich nieder. Göthe. Oft ist damit auch der Begriff der Feierlichkeit oder einer größern Feierlichkeit verbunden. Ein hohes Fest, welches mit vorzüglicher Feierlichkeit gefeiert wird. Ein hoher Tag, ein feierlicher. Schatz Niederd. Sprachen. R. So werden die Tage in der Leidenswoche oder Karwoche hohe Tage, und diese Woche selbst die hohe Woche genannt. Die hohe Messe, das hohe Amt, in der Römischen Kirche, die große feierliche Messe an Sonn= und Festtagen. Der hohe Altar. H. Hochaltar. Das hohe Lied oder Hohelied Salomo's, die Benennung einer der Schriften des alten Bundes, welche dem Salomo zugeschrieben wird, und eigentlich ein Liebegedicht ist, daher es noch in dem 1483 zu Augsburg gedruckten Buche der Natur das Minnebuch genannt wird. Unrichtig wird hohe Lied in Ein Wort zusammengezogen als ein zusammengesetztes Wort betrachtet. »Das hohe Lied vom braven Manne.« Bürger. »Sein hohes Loblied.« Klopstock. Die höhere Schreibart, welche sich in ihren Ausdrücken und Bildern über die gewöhnliche und in engerem Sinne auch über die edle erhebt, indem in ihr auch Feierlichkeit herrscht; die erhabene Schreibart. I den Rechten sind hohe Gerichte solche, welche über Leben und Tod erkennen, die Obergerichte; in Gegensatz der niedern Gerichte oder Untergerichte. Hohe Verbrechen, welche Leibes= und Lebensstrafe nach sich ziehen. Hohe Metalle werden zuweilen die edlen Metalle, Gold und Silber genannt. I Jagdwesen versteht man unter hohem Wildbret oder Hochwildbret gewöhnlich Hirsche, wilde Schweine, Bären, Luchse, Trappen, Auerhühner, Birkhühner, Haselhühner, Fasanen, Schwäne, Kraniche ; in Gegensatz des niedern Wildbrets. Die hohe Jagd, die Jagd auf hohes Wildbret; in Gegensatz der niedern. Hohe oder schwere Tücher, heißt bei den Jägern das vornehmste Jagdzeug von Leinwand, womit ein Platz zur Jagd umstellet wird. Ein solches Tuch ist gewöhnlich fünf Ellen hoch und 150 Schritte lang. — Besonders wird das Wort hoch in der bürgerlichen Gesellschaft von bürgerlichen Verhältnissen gebraucht, einen Vorzug an Geburt, Stand zu bezeichnen, und dasjenige, was darin gegrünist; in Gegensatz des nieder. Ein hoher Stand, ein hoher Rang, eine hohe Würde, welche über andere erhaben sind. Die höchste Würde bekleiden. Zu hohen Ehren gelangen. Der hohe Adel, der vornehmste Adel, wozu Fürsten, Grafen und Herren gerechnet werden; in Gegensatz des niedern, geringern Adels. Die hohen Kronbedienten. Die hohe und höchste Obrigkeit. Die hohe und niedere Geistlichkeit. Der hohe Priester,
s. Hochpriester. Ein hohes Stift,
s. Hochstift. Sich an einen höhern Richter wenden. Eine hohe Person, eine vornehme. Х Seine hohe Person, zuweilen im Scherz und verächtlich, seine Wenigkeit. »Die hohe Dame,« die vornehme, auch wol die stolz ist. Zachariä. »Das bescheidene Verdienst öffnet sich den Zutritt bei den Hohen und Niedrigen zugleich,« bei vornehmen und geringen Personen. Gellert. Ein hohes Haus, ein vornehmes Geschlecht. Etwas von hoher Hand haben, von einer vornehmen Person. Eine hohe Gnade genießen, eine große, von einer vornehmen Person. Nach hohen Dingen trachten, nach vornehmem Stande, Ehrenstellen An oder auf einem hohen Platze stehen, eine hohe Ehrenstelle bekleiden. Das Glück hat dich hoch über Andere gestellt. Auf einem hohen Fuße leben, oder hoch leben, auf einem vornehmen, so leben wie die Vornehmen, Reichen. I der Bibel wird dafür 5 Mos. 32, 13 »hoch herfahren auf Erden« gebraucht. Es gehet bei ihm hoch her oder zu,
d. h. vornehm, prächtig. Hieher gehört der Gebrauch der Wörter hoch, höchst und allerhöchst in den Kanzeleien, wo sie besonders Grundwörtern, die eine Beziehung auf die hohen Personen, welche man anredet oder mit welchen man spricht, haben, vorgesetzt wer=
[] den, und wo nach der angenommenen Rangordnung allerhöchst von kaiserlichen und königlichen, höchst von kurfürstlichen und fürstlichen, hoch hingegen von geringern in Verhältniß mit den Sprechenden oder Schreibenden aber vornehmen Personen gebraucht wird oder gebraucht wurde. Auch Beilegungswörtern, Fürwörtern und Umstandwörtern, welche sich auf diese vornehmen Personen beziehen, werden diese Wörter vorgesetzt;
z. B. Hochdieselben, Höchstdieselben, Höchstwelche, Hochdero, Höchstdero It ein Schreiben an königliche, fürstliche und geringere vornehme Personen zugleich gerichtet, oder wird von denselben in einem Schreiben zugleich gesprochen, so werden alle drei Wörter mit einander verbunden. Allerhöchst=, Höchst= und Hochdieselben geruhen Die anwesenden höchsten und hohen Herrschaften. Auf ähnliche Art sagt man auch hochfürstlich, hochgräflich, hochfreiherrlich, hochadelig für fürstlich, gräflich, freiherrlich, adelig schlechthin. S. diese und auch Hochedel, Hochedelgeboren, Hochgeboren, Hochehrwürden, Hochwürden (7) I weitesten Verstande bezeichnet hoch denjenigen Grad der innern Stärke, welcher weniger oder auch keiner Zusätze mehr fähig ist. I hohem Grade stolz sein, sehr stolz sein. I einem höhern Grade strafbar sein. I höchsten Grade verliebt, so verliebt, daß man es nicht mehr sein kann. I der Sprachlehre zeigt der höhere Grad (Comparativus gradus) ein Mehr an, als beim einfachen oder Untergrade Statt findet, der höchste Grad (Superlativus gradus) aber, daß nichts mehr darüber gehet, nichts mehr hinzugesetzt werden kann. S. Grad. Wenn es hoch kömmt, wenn es einen der höchsten letzten Grade erreicht. Etwas hoch empfinden, es sehr übel nehmen. Etwas hoch aufnehmen, es mit großem Wohlgefallen und großer Erkenntlichkeit bemerken. Er hat hohe Ursache dazu, sehr große, dringende. Etwas hoch angeloben, feierlich. Hoch und theuer schwören. Sich hoch und theuer vermessen. Einen hohen Verstand besitzen. Auf einer hohen Stufe der Bildung stehen. »Eine hohe Schönheit.« Ewald. (R.) Etwas hoch halten, ihm einen hohen Werth beilegen. So auch, hoch achten, hoch schätzen. S. Hochachten, Hochschätzen. Ih kenn' eine Farbe, der bin ich so hold, Ih schätze sie höher als Silber und Gold. Sophie Brentano. Etwas in hohen Ehren halten, in großen Ehren, es sehr ehren. I hohem Ansehen stehen, bei jemand hoch angesehen sein. Es ist bei hoher Strafe verboten, bei schwerer, strenger Strafe. Es in einer Kunst hoch bringen, aufs höchste bringen, darin so große Fortschritte machen, daß wenige oder keine mehr zu machen sind, — wenn dieses möglich wäre. Hoch erfreuet sein, sehr erfreuet. Einen hoch bitten, bedauern, beleidigen, beschimpfen, sich hoch beklagen, verwundern , sehr bitten , sich sehr beklagen ; gewöhnlicher höchlich bitten, bedauern † Hoch gedarrtes Malz, welches zu sehr gedarret ist. I höchster Eile, in größter. Das ist mein höchster Schwur. Aufs höchste will ich noch einen Thaler zulegen,
d. h. alles was ich thun kann, ist, daß ich noch einen Thaler zulege. Zwei, aufs höchste drei können hier sitzen. S. Höchstens. Das Höchste, was ich thun kann, ist Nach dem Höchsten streben. Das Höchste in einem Fache (das Non-plus-ultra). Hieher gehören auch viele Zusammensetzungen, einen hohen Grad zu bezeichnen, nämlich: hochachtbar, hochansehnlich, hochbeglückend, hochbelobt, hochentzückend, hocherfahren, hocherfreuend, hocherfreut, hochgelobt, hochgeneigt, hochgepriesen, hochgerühmt, hochheilig, hochschätzbar, hochvermögend, hochvernünftig, hochweise, hochwerth, hochwichtig , in hohem Grade oder sehr achtbar, ansehnlich Mehr andere Zusammensetzungen sehe man im Folgenden besonders. Auch gehören hieher diejenigen Beilegungsund Umstandwörter, welche man in Verbindung mit höchst gebraucht, doch ohne sie als Ein Wort und echte Zusammensetzungen zu betrachten, wenn man auch allenfalls die mit hoch zusammengesetzten Beilegungswörter dafür gelten läßt. Höchst arm, höchst unanständig,
[] höchst glücklich Grundwörter mit höchst zusammengesetzt sind ungewöhnlich. Nur wenige jener mit hoch zusammengesetzten Wörter werden gesteigert in der zweiten Vergleichungsstufe oder im zweiten, dem höhern Grade gebraucht,
z. B. hochgeehrt, hochmüthig, hochstämmig Hoch wird außer den angeführten Beilegungs= und Umstandwörtern auch mit Grund= und Aussagewörtern zusammengesetzt, und bezeichnet allemahl eine Vorzüglichkeit in seiner Art, einen vorzüglichern Grad innerer Stärke I der Umendung und Steigerung weicht hoch von der gewöhnlichen Regel ab, indem es sein ch, sobald es am Ende wächst, in ein h verwandelt. Ein hoher Baum. Ein hohes Haus. I höchsten oder im zweiten Steigerungsgrade behält es das ch. Der, die, das höchste. Doch wird in manchen Sprecharten in dem zweiten Steigerungsgrade auch für ch ein h gesetzt, »die höhesten Hügel,« Geßner; in andern aber auf eine härtere Art im untern und zweiten oder höhern Grade das ch beibehalten: ein hocher Thurm; dies ist höcher als jenes. I Zusammensetzungen bleibt in der Umendung hoch unverändert, ausgenommen in den unechten Zusammensetzungen Hohelied, Hoheofen, Hohepriester , wo das Wort hohe umgeendet wird, und als wahres Beilegungswort, welches bloß mit dem Grundworte zusammengezogen wurde, zu betrachten ist.