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Quack

nhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
14 in 8 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Quack m.

Bd. 5, Sp. 291
Quack m.: 1.a. 'die in Ginster, Laubwerk oder Blüten, seltener in Stroh gehüllte Gestalt, die am Pfingstmontag gabenheischend von Haus zu Haus geführt, bzw. in einem Handwägelchen gezogen wird oder auf einem Pferde reitet', vereinzelt auch vom Quackumzug oder dem Zweigwerk, das den Quack bedeckt, Quack (gwag) [mancherorts WPf SPf, vereinzelt VPf, Becker Vk. 315— 321 Christmann Vk. 20-31 Müller Dietschw 38 Schandein Ged. 246 u. Bav. IV,2 359 W. Kleinschmidt in: Jahrb. z. Gesch. v. Stadt u. Landkreis Kaiserslautern 10/11 1972/73 241-251 Vogelsgesang 13-15 Krämer Gal 169], Quaak (gwāg) [westl. WPf (Kr. WD, HB, IB)], Pl. (selten) Quacke [vereinzelt] ; das Wort lebt am gleichen Orte meist neben Pingschd(e)quack, -quaak, dessen Kurzform es darstellt; Zs. Papier-, Pfingsten-, Gänsequack. Die Verbreitung entspricht dem bei Pfingstenquack 1 angegebenen Gebiet, das anhand einer Befragung aus dem Jahre 1927 ermittelt wurde, auf deren Grundlage auch K. 25b des Pfalzatlasses beruht. Nach einer Erhebung aus dem Jahre 1984 zeigt sich insgesamt eine Ausdünnung der Belegorte und eine Regression der Nordostgrenze um etwa 10 km nach Südwesten. Q. reire (in der Gegend der Sickinger Höhe und in Teilen der Südwestpfalz kommt der Q. geritten, während er sonst zu Fuß kommt oder in einem Handwägelchen gezogen wird) [KL-Gerhbn PS-Gersb Heltbg Saalstdt Ingb]. Ankündigung des Quacks: Do kummt de Q. un hat nix im Sack [PS-Hengsbg]. Die Sitte, den Quack verborgen hinter Zweigen auf einem Handwägelchen zu ziehen (s. Abb. 19), von wo aus er mit einem Stock nach Umstehenden sticht oder spuckt, ist erst zu Beginn des Jahrhunderts aufgekommen und nach Kleinschmidt (s. o.) in einem Wechsel der Brauchträgerschaft von den jungen Burschen auf Schulkinder begründet, die körperlich nicht mehr in der Lage waren, die schwere Umhüllung von Zweigen zu tragen. Zum Heischen der Gaben ruft der Quack: Quack, Quack! [KU-Sand PS-Vinn] oder es werden Quackverse aufgesagt oder Quacklieder gesungen: Ri, ra, ro, / heit iwwers Johr / sin mer werer hie am Scheierdor. / Stab aus, stab aus, heb die blodde Vechel aus, / die blodde wie die blinne, de Quack soll's gewinne [PS-Saalstdt]. Quack, Quack owwenaus, / heb die blodde Rabbe (Raben) aus, / die blodde wie die blinne, / de Quack, den wolle mer schinne [BZ-Böllbn]. Quack, Quack, Quack, / siwe Eier sin geback, / siwe sin gesore (gesotten), / der Quack soll gut gerore (geraten) [PS-Schopp, ähnl. ZW-Schmitshs]. Quaak, Quaak, / drei eier gebackt, / siwwe gesott (gesotten), / Budder gebrot (gebraten). / Kommt die liewe Pingschde bei, / han mer nix se koche / als das bißche Katzeflääsch / un die derre Knoche. / Drei Eier orrer e Stick Speck, / sunscht gehn mer selebdaa nimmi vor de Hausdeer eweg [HB-Nd'bexb]. Quack, Quack, Quack, / Sechs Eier geback, / Siewe gerore, / Acht gebrore, / Neun en de Pann, / Zehn willemer hann. / Gebt uns e Dutzend Eier und e Stück Speck, / Sonscht gehn mer net vor eirer Hausder eweck [KU-Konk (Vogelsgesang 15)]. Quack, quack, quack, / siewe Eier in de Sack, / Eier orrer Speck, / ehnder geh mer net vun de Hausdeer eweg [HB-Einöd]. Quack, quack, quack, / siwwe Aajer in de Sack; / die wolln mer dann brode. / 's werd alles gut gerode, / in Haus, in Stall un Feld. / Schenken uns kee Geld, / awwer e Schdickelche Schbeck, / dann gehn mer widder weg. / Quack, quack, quack, / siwwe Aajer in de Sack [Krämer Gal 169]. Weitere Texte von Quackliedern, -versen s. Pfingstenquack, tellerweich und A. Becker Pfälzer Frühlingsfeiern, Kaiserslautern 1908 47f. Carl Pfalz im Jahr 194-202 Vogelsgesang 14f. Schandein Bav. IV,2 359f. Wilde 72. Ein Quacklied mit Melodie s. Heeger-Wüst Pfälzische Volkslieder, Neubearbeitung v. J. Müller-Blattau 1963, S. 196. Volksgl.: »Das Haus, das keinen Ginsterzweig des Quacks in seinen Mauern birgt, hat Unglück, gewöhnlich brennt es im selben Jahr noch ab« [Vogelsgesang 14]. — b. 'Kind, das am Pfingstmontag zuletzt aus dem Bett aufsteht', Quack [KU-Krottb (Vogelsgesang 14) BZ-Wernbg]; vgl. Pfingstenknuttel 1, -knüttel, -lümmel 3, -quack 2, -schisser, Pfingstlämmchen 1. In BZ-Wernbg wurde ihm ein Quackenkranz um die Schultern gehängt und es wurde das ganze Jahr als Quack verspottet, in KU-Krottb wurde ihm ein Ginsterzweig in das Bett gesteckt und es erhielt ebenfalls für ein Jahr den Namen Quack. — 2.a. 'jüngster, schwächster Vogel im Nest', Quäkelche [Schandein Ged. 246]; vgl. Nestquack 1a. — b. 'jüngstes, verwöhntes Kind' [BZ-Dernb]; Zs.: Äscher-, Nestquack 1b. — c. 'schwächliches Kind' [PfId. 110 Heeger Tiere II 5 Journ. 4/1787 215]. — d. 'kleiner, dicker Kerl' [KL-Hirschhn, vereinzelt Don Gal (Krämer Gal 169) Buch], Dim. Quackche, [Schandein Sprachsch. 40]; Zs. Hosenquack. Das gebt grad so e Q. wie seiⁿ Modder [KL-Hirschhn]. SprW.: In e Q. geht soviel wie in e Sack, d. h. 'kleine Menschen essen so viel wie große' [mancherorts Don Gal Buch]. — 3.a. 'blühender Ginster', wegen seiner Verwendung im Quackumzug (s. Bed. 1a) [PS-Windsbg, Wilde 71], Quoke, Pl. [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]; vgl. Quackblume; Syn. s. Brimme 1. — b. Pl. Quacke 'verkümmerte oder in der Entwicklung begriffene Kirschen' [HB-Höch]. — Das in Bed. 1 angegebene Brauchtum hat wohl seinen Ursprung in einem Rügebrauch der Hirten, die Pfingsten erstmalig zur Weide ausfuhren; (vgl. Pfingstenquack). Es finden sich sachliche Paralellen in nord- und mitteldeutschen Gebieten (W. Kleinschmidt in: Jahrb. z. Gesch. von Stadt und Landkreis Kaiserslautern 10/11 1972/73 241— 243). — Südhess. IV 1121; Rhein. VI 1260; Els. II 210.
5560 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    quackadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    quack , adj. , s. queck .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Quack

    Goethe-Wörterbuch

    Quack ‘Abel Q.’: Figur in ‘Reineke Fuchs’ 50,21 ReinF II 158 Claudia Ristau C.R.

  3. modern
    Dialekt
    Quack

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Quack [Kwàk Hi. Steinb. Lohr ] m. 1. dicker, kleiner, untersetzter Mensch Steinb. 2. Tölpel Hi. 3. früher beim Eiersuche…

  4. Sprichwörter
    Quack

    Wander (Sprichwörter)

    Quack Es geht so viel in einen Quack als in einen Sack. – Schmitz, 190. Ein kleiner Mensch verzehrt so viel wie ein gros…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit quack

140 Bildungen · 134 Erstglied · 2 Zweitglied · 4 Ableitungen

quack‑ als Erstglied (30 von 134)

Quackel

SHW

Quack-el Band 4, Spalte 1121-1122

quackeln

SHW

quack-eln Band 4, Spalte 1121-1122

Quacksack

SHW

Quack-sack Band 4, Spalte 1123-1124

Quacksalber

SHW

Quack-salber Band 4, Spalte 1123-1124

Quackwurm

SHW

Quack-wurm Band 4, Spalte 1123-1124

Quackaal

RhWB

quack·aal

Quack-aal -:l Sieg-Mond , Sol-Leichl , Bergh-Thorr m.: 1. a. Aalraupe, lota vulg. — b. Kaulquappe. — 2. übertr. verächtl. dickes Weib Sol-L…

Quackarsch

RhWB

quack·arsch

Quack-arsch Saarl-Buprich , Simm-Laub , Goar-Pfalzf , Kobl-Bend , Ahrw-Holzw m.: 1. Nesthocker. — 2. verächtl. kleiner, im Wachstum zurückge…

Quackblume

PfWB

quack·blume

Quack-blume f. : 1. 'Pfingstrose (Paeonia officinalis und corallina)', Quackblumm [ IB-Rubh ]; vgl. Quackenblume 1, Quackrose ; Syn. s. Bato…

Quackboz

PfWB

quack·boz

Quack-boz m. : 'in blühenden Ginster eingehüllte Gestalt, die an Pfingsten gabenheischend von Haus zu Haus geführt wird', Quackboz (-bōds) […

Quackbuben

PfWB

quack·buben

Quack-buben Pl. : 'junge Burschen, die das Quackfeuer und den Umzug mit dem Quack 1a veranstalten', -buwe [ PS-Schopp ].

Quackdutz

RhWB

quack·dutz

Quack-dutz Simm-Laub m.: das letztgeborene schwächliche Kind oder Tierchen.

Quackedack

MeckWB

Quackedack f. die Egge im Rätsel Wo. V. 1, 12 a 5.

Quackeicherik

RhWB

Quack-eicherik = Eichhörnchen s. Kaweichelchen.

quackel

DWB

quackel , quakel , f. tetrao coturnix Nemnich 2, 1440 . Kilian 419 b . Dief. 154 b , mlat. quaquila, quacula 480 b , s. wachtel und Wackerna…

quackele

KöblerMnd

quack·ele

quackele , F. nhd. Wachtel Hw.: s. quattele; vgl. mnl. quackele E.: s. quattele?, quackelen? W.: s. nhd. (ält.) Quackel, F., Wachtel, DW 13,…

quackelei

DWB

quack·e·lei

quackelei , quakelei , f. , nd. quackelîe, quackelei, quakkelelee ( Schiller-Lübben 3, 394 a . Dähnert 366 b . Schambach 163 b . Schütze 3, …

quackelen

KöblerMnd

quack·elen

quackelen , sw. V. nhd. „quackeln“, schwatzen, krächzen, unnütz verbrauchen Vw.: s. vör- Hw.: s. quacken; vgl. mnl. quackelen E.: s. mnl. qu…

quack als Zweitglied (2 von 2)

Wuriquackquack

Idiotikon

Wuriquackquack Band 5, Spalte 1297 Wuriquackquack 5,1297

Ableitungen von quack (4 von 4)

erquacken

KöblerMnd

erquacken , sw. V. nhd. Leben zeigen E.: s. er (3), quacken? L.: Lü 103b (erquacken)

quacke

DWB

quacke , quack , f. ein kleines kind oder stück vieh Kehrein volksspr. in Nassau 1, 315 . Pfister nachträge 215 (' ein munteres thierchen, e…

verquacken

RhWB

ver-quacken: einen v., beim Lehrer (udgl.) antragen Rees-Elten .

zerquacken

RhWB

zer-quacken: 1. immerfort, zur Last anderer qu. Rip. — 2. etwas z., mit Geräusch zerbeissen Prüm-Wetteld (abseits).

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APA
Cotta, M. (2026). „quack". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/quack/pfwb?formid=Q00003
MLA
Cotta, Marcel. „quack". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/quack/pfwb?formid=Q00003. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „quack". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/quack/pfwb?formid=Q00003.
BibTeX
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