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Schub

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
18 in 15 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schub Der

Bd. 4, Sp. 283b
1. Der Schub, — es, Mz. Schübe. 1) Die Handlung überhaupt, da man schiebet, als auch eine einzelne Ausübung dieser Handlung. Den Schub verstehen, zu schieben verstehen. Der Schub des Brotes, in den Ofen. Einen Schub thun, einmahl schieben, besonders beim Kegelspiele. Mit oder in Einem Schube alle neun Kegel werfen. Einem einen Schub geben, ihn von der Stelle stoßen. S. Schupp, welches das Verstärkungswort davon ist. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung (1) sofern schieben, schnell vor sich hingehend eilen bedeutet, ein solches plötzliches Eilen. Mit oder in Einem Schube hinaussein. Er war in Einem Schube bei uns vorbei. (2) Von schieben, schicken, fortschicken, die Fortschickung, Fortschaffung; im O. D. besonders im Österreichschen. Der Schub des Getreides, der Körnerschub. Besonders von der Fortschaffung umherstreichender Leute und liederlichen Gesindels von einem Orte zum andern, bis nach ihrer Heimath. Den Schub vornehmen. (3) † I O. D. besonders im Österreichschen, die Anrufung eines höhern Gerichtes (Appellation). Daher das Schubamt, ein solches Gericht; der Schubschreiber, der Schreiber bei einem solchen Gerichte. (4) * Der Aufschub. Logau gebrauchte auch Beischub, für Beistand, Vorschub. 2) Der Zustand, da etwas schiebet. (1) Sofern in die Höhe schieben auch gebraucht wird, für schnell in die Höhe wachsen, so ist Schub ein schnelles Aufwachsen. Auf ähnliche Art wird es von den Pferden gebraucht, welche schieben, wenn sie neue Zähne bekommen, wo es dann das Zahnen, das Bekommen neuer Zähne bedeutet. (2) Sofern schieben auch für, sich krümmen, aus seiner geraden Richtung kommen, bedeutet, versteht man im Schiffbaue unter Schub die Krümmung der ersten Reihen Bretter der äußern Verkleidung vom Kiele herauf bis über die Bauchstücke. 3) Dasjenige, was geschoben wird. So nennt man die oben offenen Kasten in einem Schranke, einer Lade , welche mit Griffen versehen sind, an welchen man sie herausziehen und hineinschieben kann, Schübe, auch Schubfächer, besonders wenn sie klein sind. Eine Lade mit drei Schüben. 4) So viel als auf Ein Mahl geschoben wird. Ein Schub Brot, Semmeln  bei den Beckern, so viel davon als auf Ein Mahl in den Ofen geschoben wird. Dann auch, was und wie viel zum Schube oder zum Schieben gebraucht wird. So versteht man unter einem Schube Kegel, ein Spiel Kegel, oder 9 Kegel, als so viel zum Kegelschieben gehören. I Kegelschub bedeutet es 5) auch den Ort, wo Kegel geschoben werden. I N. D. lautet es Schuf.
2485 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schûb

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    schûb prät. s. schaben ( Pass. 279,65 ).

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Schub

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. * Der Schub , des -es, plur. die -e, ein jetzt völlig veraltetes Wort, welches aber ehedem für Augenschein, Besichtig…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schub

    Goethe-Wörterbuch

    Schub nur sg 1 plötzliche, ruckartig-schiebende Bewegung (gegen jdn/etw), kurzer (gezielter) Anprall; auch iSv Stoß [ Ne…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schub

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schub , die polizeiliche Fortschaffung nicht legitimirter od. verdächtiger Subjecte in ihre Heimath.

  5. modern
    Dialekt
    Schub

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    Schub Band 8, Spalte 82 Schub 8,82

  6. Sprichwörter
    Schub

    Wander (Sprichwörter)

    Schub 1. Wenn der Schub (Raub) da ist, hoffen die Gezeugen nicht. – Eiselein, 555; Simrock, 9211. 2. Auf den Schub fort …

  7. Spezial
    Schub

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schub m. (-[e]s, Schübe) 1 (Stoß) sbürla (-les) f. , sbürlada (-des) f. 2 colp (-s) m. 3 (Ofeneinschub) infornada (-des)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schub

292 Bildungen · 274 Erstglied · 14 Zweitglied · 4 Ableitungen

schub‑ als Erstglied (30 von 274)

Schubbesem

SHW

Schub-besem Band 5, Spalte 781-782

Schubkarch

SHW

Schub-karch Band 5, Spalte 783-784

Schublade

SHW

Schub-lade Band 5, Spalte 783-784

Schubochse

SHW

Schub-ochse Band 5, Spalte 783-784

Schubsack

SHW

Schub-sack Band 5, Spalte 783-784

schubamt

DWB

schub·amt

schubamt , n. appellationsgericht, in oberdeutschen gegenden Adelung, quelle von 1747 bei Schm. 2 2, 360. vgl. schub 1, a, γ , doch wol auch…

Schubart

Meyers

schu·bart

Schubart , 1) Johann Christian, Edler von Kleefeld , Landwirt, geb. 24. Febr. 1734 in Zeitz, gest. 23. April 1787, war zuerst Leinweber, dan…

Schubarth, Ernst Ludw

DWBQVZ

--- handbuch der technischen chemie u. chemischen technologie. Berlin 4 1851 . III. ---

schubband

DWB

schub·band

schubband , n. , bei den zimmerleuten eine verbindung, die bei hölzernen gebäuden, besonders an den ecken, oft mit ersparung eines senkrecht…

Schubbarsch

RhWB

schubb·arsch

Schubb-arsch MüEif , Bo-Volmershv m.: verächtl. einer, der sich bei Ungeziefer schubbt; ein unreinlicher Mensch, bei dem man Ungeziefer verm…

Schubbdi

MeckWB

Schubbdi Schüppen beim Kartenspiel (1887) Sta User .

schubbe

MNWB

schubbe , schuppe , f. , Schuppe des Fisches, * bildl. alse sch.n van den ôgen vallen (Hamb. N. Test. Ap. 9, 18) ; Panzerschuppe.

Schubbejack

Pfeifer_etym

schubbe·jack

Schubiack Schubbejack m. ‘Schuft, Lump, Bettler’ ist eine Entlehnung (18. Jh.) von gleichbed. nl. schobbejack, die sich vom Nordwesten aus i…

Schubbejak

WWB

schubbe·jak

Schubbe-jak m. [verstr.] 1.1. lumpig aussehende, unsaubere, ungepflegte Person [WMünsterl Stf]; sich→ ²schubben der Kerl ( Ahs St ). — 1.2. …

Schubbel

WWB

schub·bel

Schubbel f.m. [KSauerl Wal] Dienstperson (Magd, Knecht), der alle schwere Arbeit aufgelastet wird ( KkWb ); gutmütiger Allestuer ( Wal Ro).

schubbelen

WWB

schub·belen

schubbelen V. [ Stf Tek Hfd Mün Hal Bek Wie Bch Dor Sos MSauerl] (+ sik ) 1.1. sich bei Juckempfinden scheuern, kratzen, reiben. De Schwuine…

schubben

DWB

schub·ben

schubben , verb. reiben, kratzen, schaben, fricare, ital. fregare, grattare Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702) , 672 a , die md. und nd. en…

schub als Zweitglied (14 von 14)

Adrenalinschub

RDWB1

Adrenalinschub m выброс адреналина

anschub

DWB

anschub , m. protrusio. anschub der zähne; anschub der knospen; anschub, anschieben der kugel beim kegeln.

aufschub

DWB

auf·schub

aufschub , m. mora, dilatio, mhd. ûfschup. da machte ich keinen aufschub. apost. gesch. 25, 17 ; da nam er einen aufschub und frist, drei ta…

Ausschub

DRW

aus·schub

Ausschub Aussteuer der Tochter töchtern ... gehöret ... wan sie sich verehligen, einen freien ausschub an kisten und kistenwahren 1700 Seest…

einschub

DWB

ein·schub

einschub , m. quod immittitur, inseritur, interjicitur: 1 1) der einschub des brots in den ofen. 2 2) eines beamten in die reihe, mit unterb…

Fürschub

Idiotikon

Fürschub Band 8, Spalte 84 Fürschub 8,84

kegelschub

DWB

kegel·schub

kegelschub , m. dejectio conorum Steinbach 2, 484 , also gleich kegelschieben. gewöhnlich gleich kegelbahn: ein neuer kegelschub mit marmorb…

kurzschub

DWB

kurz·schub

kurzschub , m. » ein runder oder viereckter kegelschub oder kegelplatz, wo man von allen seiten aus einem gegebenen ziele nach den in der mi…

langschub

DWB

lang·schub

langschub , m. ein in die länge sich streckender kegelschub, gegensatz zum kurzschub theil 5, 2853. bildlich: wenn der fürst sich eine neue …

nachschub

DWB

nach·schub

nachschub , m. das nachschieben und nachgeschobene. a a) zur ergänzung einer entstandenen lücke, subsidium, adjumentum Stieler 1785 . Jansse…

verschub

DWB

ver·schub

verschub , m. , das verschieben, der aufschub, zu verschieben gebildet wie verzug zu verziehen: nach langem verschub, post longum intervallu…

vorschub

DWB

vor·schub

vorschub , m. , älter fürschub th. 4, 1, 1, sp. 803; mhd. vürschup Lexer 3, 608 ; aura meton. ein trost, vorschub, behelff Corvinus fons lat…

Ableitungen von schub (4 von 4)

schube

DWB

schube , f. 1 1) langes oberkleid, s. schaube oben th. 8, 2298. 2 2) hess. gleitbahn Vilmar 371 , vgl. schuben 1. 3 3) bei Oken heiszt eine …

verschub

DWB

verschub , m. , das verschieben, der aufschub, zu verschieben gebildet wie verzug zu verziehen: nach langem verschub, post longum intervallu…

verschuben

DWB

verschuben , verschuwen , verb. , niederd. für hochd. verschieben, mnd. vorschuwen, vorschoven, verstoszen, verdrängen. Schiller-Lübben 5, 4…

verschubung

DWB

verschubung , f. : am 29. may 1848 verfügt policeydirector baron Pechmann gegen 165 widerspenstige schuhmachergesellen die aufgreifung und '…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schub". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schub/campe
MLA
Cotta, Marcel. „schub". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schub/campe. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schub". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schub/campe.
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