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Keule

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Adelung
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Keule

Bd. 2, Sp. 1564
Die Keule, plur. die -n, ein Werkzeug, besonders zum Schlagen und Stoßen, welches sich nach unten zu verdicket, und sich daselbst in einen rundlichen kugelförmigen Körper endiget. 1. Eigentlich. Jemand mit einer Keule todt schlagen. Jeder Schäfer lobt seine Keule. Die Mörserkeule, Reibkeule, Treibkeule. In andern Fällen sind dafür Kolbe, Stämpel, Stößel u. s. f. üblich, welche in der Gestalt einer Keule sehr ähnlich sind. Vermuthlich gehören hierher auch die Keulen an den Fließgarnen auf dem Rheine, welche Stücken Holz sind, an welche in der Mitte ein Mauerstein befestiget ist, und vermittelst deren das Garn fortgezogen wird. 2. Figürlich. 1) Wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt führet das hintere Dickbein an lebendigen und geschlachteten Thieren, das hintere Viertel, den Nahmen der Keule, welches man an andern Orten auch wohl einen Schlägel nennet. Eine Kalbskeule, Schöpskeule, Rehkeule, Froschkeule. Die Keule von einem Huhne, von einer[] Gans. Im Nieders. so wohl Kule, als Bolten, Bolzen, im mittlern Lat. Celha. Im gemeinen Leben auch das menschliche Dickbein. 2) In den niedrigen Sprecharten ist eine grobe Keule ein grober Mensch, und besonders ein grobes Weibesbild. Anm. Bey den Schwäbischen Dichtern ist Kale der Glockenschwängel, welches aber auch von kallen, schallen, herstammen kann. Im Nieders. Kule, Kuse, Kutze, im Dän. Kolle. Im Böhmischen ist Kul ein Pfahl, Stecken. Entweder von keilen, schlagen, S. Keil und Keilen, oder welches noch wahrscheinlicher ist, von der runden kugeligen Gestalt einer Keule, indem in den gemeinen Sprecharten Kaul für Kugel und kaulig für kugelig noch häufig vorkommen, S. Kaulbars. Eine Keule ist eigentlich doch nichts anders als eine Kugel an einem Stiele. Um dieser Abstammung willen ist auch die Schreibart Käule zu vertheidigen, obgleich Keule die gewöhnlichste ist. S. auch Kolbe, welches genau damit verwandt, und in vielen Fällen gewöhnlicher ist.
1937 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Keule

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Keule , plur. die -n, ein Werkzeug, besonders zum Schlagen und Stoßen, welches sich nach unten zu verdicket, und sic…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Keule

    Goethe-Wörterbuch

    Keule auch apokopiert 1 Schlagwaffe mit einem verdickten Ende; mehrfach als Kampfgerät antiker Heldengestalten, insbeson…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Keule

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Keule , älteste Hieb- und Wurfwaffe aller Völker, speziell der Germanen, als Caja (s. d.) bis ins 15. Jahrh. im Gebrauch…

  4. modern
    Dialekt
    Keulef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Keule f. : nach dem Schd., in: Hammels-, Kalbs-, Rehkeule. Südhess. III 1276 ; Rhein. IV 448 ff.

  5. Sprichwörter
    Keule

    Wander (Sprichwörter)

    Keule 1. Eine Keule ohne Hand (die niemand schwingt) ist nicht gefährlich. 2. Grosse Keulen, grosse Schläge; grosse Schl…

  6. Spezial
    Keule

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Keu|le f. (-,-n) 1 (Schlagwaffe) drembl (-i) m. , maza (mazes) f. 2 (Schenkel beim größeren Geflügel und kleinerem Schla…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit keule

25 Bildungen · 16 Erstglied · 8 Zweitglied · 1 Ableitungen

keule‑ als Erstglied (16 von 16)

keulenartig

GWB

keulen·artig

keulenartig einmal subst in Form, Aussehen einer Keule ähnlich; von einem Glaskörper in der Fügung ‘kolben- oder keulenartig’ [ Gemmenabdruc…

Keulenkürbiß

Campe

keulen·kuerbiss

Der Keulenkürbiß , des — sses, Mz. die — sse , eine keulenförmige Art Kürbisse. S. Herkuleskeule 1).

keulenlahm

DWB

keulen·lahm

keulenlahm , adj. lahm in der keule (3), lendenlahm, von thieren. Adelung.

keulenschlag

DWB

keulen·schlag

keulenschlag , m. schlag mit der keule, mhd. kiulenslac Haupt 5, 445 ( münches nôt 431), dän. kölleslag: gegen einen mit celtischen keulensc…

keulenschwamm

DWB

keulen·schwamm

keulenschwamm , m. auch keulschwamm ( Adelung ), eine art schwämme, clavaria. auch keulscher. Nemnich.

keulenschwinger

DWB

keulen·schwinger

keulenschwinger , m. : den Menesthios, jenes beherrschers Areïthoos sohn, den der keulenschwinger in Arne Areïthoos zeugt'. Voss Il. 7, 9 . …

keulenstreich

DWB

keulen·streich

keulenstreich , m. hieb mit der keule: ja gute derbe keulenstreich, wenn man darmit bezalet euch, die het ir verdient all zugleich. Schades …

keulenwurm

DWB

keulen·wurm

keulenwurm , m. ein nackter keulenförmiger wurm in der Ostsee, clava parasitica. Nemnich.

keulenwurz

DWB

keulen·wurz

keulenwurz , f. die weisze seeblume, nymphaea alba. auch keulwurz, kolbwurz. Nemnich.

keule als Zweitglied (8 von 8)

Feuerkeule

Adelung

feuer·keule

Die Feuerkeule , plur. die -n, in der Lustfeuerwerkerey, eine hölzerne Keule, deren hohler Kopf mit Brandsatze angefüllet, von außen aber mi…

klopfkeule

DWB

klopf·keule

klopfkeule , f. 1) bei den böttichern, klopfholz, hölzerner schlegel. Frisch 1, 524 c . Adelung. vergl. kimmkeule. 2) auch gleich kaulfrosch…

plumpkeule

DWB

plump·keule

plumpkeule , f. , mnd. plumpkûle, nd. plumpküle, plumpeküle, was plumpstange, figürlich grobe worte Schiller-Lübben 3, 355 a . Richey 188 . …

Pumpkeule

Adelung

pump·keule

Die Pumpkeule , plur. die -n, bey den Weißgärbern, hölzerne Keulen, womit die Felle gewalket werden; gleichfalls von dem Laute, welchen sie …

scheibenkeule

DWB

scheiben·keule

scheibenkeule , f. durch das rohr geblasene glaskugel, welche zur rundscheibe zusammengepreszt wird. Jacobsson 3, 568 a .

Schöpsenkeule

Wander

schoeps·en·keule

Schöpsenkeule Eine Schöpsenkeule in der Nähe ist besser als ein fetter Hammel in der Ferne.

stockeule

DWB

stock·eule

stockeule , f. syrnium aluco ( Naumann 1, 466 ; Brehm 5, 156 Pechuel-Lösche ) oder ulula aluco ( vgl. Suolahti 324 ) der gewöhnliche waldkau…

Ableitungen von keule (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „keule". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/keule/adelung
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Cotta, Marcel. „keule". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/keule/adelung. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „keule". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/keule/adelung.
BibTeX
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