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keilen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

keilen

Bd. 11, Sp. 449
keilen , von keil. 11) cuneo firmare. voc. th. 1482 q 2a, mnd. kylen Dief. 162b. genauer fest keilen, einkeilen, verkeilen (ankeilen), sowol mit keilen fest machen (nd. bekilen br. wb.), als den keil oder wie einen keil einschlagen; auch zusammen, in oder aus einander keilen. n. kile, schwed. norw. kila. 1@aa) eigentlich: die ihr den sonntag nicht heiliget, sondern (da) .. hoblet und failet, bauet und keilet (und so reimend weiter). Conlin (1711) bei Birlinger Augsb. wb. 273b; seine (satanische) majestät soll mich, wenn ihr mir ein recht aufweisen könnt, in den mittelpunkt der glühenden kugel keilen lassen, den sie besagtem mönch (der das pulver erfunden) zum .. aufenthalt anzuweisen geruhte. Klinger 3, 41. 1@bb) bildlich in mehrfacher verwendung: den (gegner) cheilt er und verzwicket (d. i. verkeilt) sein vreud in laides chlemme. Suchenwirt 9, 88, gleich 'keilt ein'; nicht vorwärts konnten sie (Maxens reiter), auch nicht zurück, gekeilt in drangvoll fürchterliche enge. Schiller 394a, daher enggekeilt (s. d.), dichtgedrängt in Körners Zriny 2, 4; und sieh, doch ists nur éine lebenskraft, die graue moose heiszt am boden kleben ... den kaktus keilt in starre felsenkluft. A. Grün schutt 143, wie einen keil eintreibt; dasz ein richtig geleiteter feindlicher heereszug das land aus einander keilt. Jahn merke 152. 1@cc) für angestrengt arbeiten: so keilen und treiben wir fleiszig an diesem artikel. Luther 46, 343 (Erl. ausg.). n. kile paa .. ist tüchtig arbeiten, sich beeilen. vgl. kilen. 22) den pflug keilen, eigentlich das sech, das während des pflügens öfter neu befestigt oder anders gestellt werden muszte bei der alten art der pflüge, das geschah mit dem pflugkeil, stellpflock, durch keilen (daher ein name Keilpflug, Keilenpflug). 2@aa) eigentlich: und wenn er 10 jahr auf dem unverstande (der universität) wehre, ich glaubte nicht dasz er lernete einen pflug recht keilen. Schoch studentenleben F 5b; die bauern keulen schon an ihren ehd (egge) und pflügen. friedens weheklage, vgl. keul sp. 448 unten; wo man den flegel schwingt und wo man pflüge keilt. Wiedemann nov. 39. 2@bb) das ward vielfach bildlich gebraucht: (sol jeder) von seinem pflug erhalten sich, denselben keilen, schmücken, ehrn. Ringwaldt laut. w. 192, seinem beruf mit ganzem sinn nachgehn, pflug gebraucht wie mhd., von stand, beruf, geschäft; die pfaffen ... han genug, noch (dennoch) keilen sie immer ihren pflug. das. 323, streben immer noch nach mehr gewinn oder geltung; und besae nicht ein frömbden acker, du hast an deim zu bauen gnug, und zu keilen dein eigen pflug. Ad. Schubarth Sieman F 4b, wie vor deiner thür zu kehren. 2@cc) aber einem den pflug keilen heiszt ihm zusetzen, auf den leib rücken, den kopf zurecht setzen: hat dieser bawer nicht herrlich gnug verdienet, das man im den pflug wol keilete? Luther 3, 56b; der einem solchen rülzen solt (würde) den pflug wol gekeilet haben. 3, 64b; also soll man den bawern den pflug keilen. tischr. 332b; so musz man den bawren den pflug keilen. Lehmann 96. Gryphius verl. gespenst 111, 7. eigentlich wol von dem bauer, der an dem knechte findet dasz er den pflug nicht 'wol' gekeilt hat, und es nun selbst thut mit schmähungen und mit keilen in der bedeutung 4. 33) mit einem keile spalten. Stieler 909, nd. kîlen Dähnert: balt keil du mir das holz zu scheiten. Ayrer 438a; grobe klötze musz man keilen. Picander 3, 476, zugleich zu 4, b. 44) übertragen auf andres schlagen, hauptsächlich in bezug auf die gewalt mit der wiederholt auf den keil geschlagen wird. so 4@aa) als volksmäsziges kraftwort für schlagen: einen pfahl in den boden keilen u. a., auf etwas los keilen; o du barbarisch herz! du mensch von erz, auf einem ambosz keilend ausgeprägt. H. v. Kleist Amphitryon 3, 8; dolche, gekeilt aus schmuckgeräten bei des heerdes flammen. Penthesilea sc. 15; ein gott hat in der erzgekeilten brust das herz in liebe plötzlich ihm geschmelzt. 8; der Trojer flucht, die wetternd auf uns ein gleich einem anfall keilt (stöszt). 1. 4@bb) prügeln, vgl. schon Picander vorhin, schon Ringwald l. w. 84 (75) spricht von spielern, die manchmal einander auch die haut zukeiln (zerkeilen): meine gestalt ist verfallen von püffen und ist braun und blau worden, denn ich allenthalben gekeilt werde. satire von 1620, Opel u. Cohn dreiszigj. krieg 31; einen keilen, abkeilen Frisch 1, 508b (noch nicht bei Stieler, Steinbach). der ausdruck gilt im nördlichen und mittlen Deutschland allgemein unterm volke, auch in der gaunersprache. nd. kîlen, schon bei Lauremberg, selbst schon bildlich: ick hebbe wol ehr in beiden stylen mit latin mit könt herummer kilen (in disputationen). 4, 60; se kielden ehm so sehr mit kannen in der schnuten. Lappenbergs Lauremberg s. 139; un darmit schloch he to un kield em in der flabben, dat he na frischer lucht begünnede to schnabben. das., tokilen zerkeilen s. 117; vgl. brem. wb. 2, 770. ûtkîlen von pferden, ausschlagen Schambach 252a. 4@cc) dazu ein volksmäsziges plurale tantum keile, schläge, aus dem verbum entnommen wie die plurale wamse, prügel u. a. aus wamsen, prügeln; es ist ein md. und nordd. beliebtes kraftwort er hat seine keile weg; wás willst du? keile kannst du besehen; da hats gehörige, die schönsten keile gesetzt. 4@dd) eigen einen floh keilen, knacken, bei Günther: wer weisz was er mit ihr für einen floh gekeilt. 974 (obscön). 55) im bergbau, der gang keilet den berg oder der gang keilt sich aus, cuneatione finem suum indicat vena metallica. Frisch 1, 508b. s. keil 5, auskeilen, keilberg. ähnlich nd. he kîlt derdür, geht hindurch wie ein keil. Strodtmann 102. 66) nach Campe landsch. für stark, begierig essen, gut keilen können, ein stück brot nach dem andern hineinkeilen; vgl. nd. kîlen so Strodtmann 102, und keil brot sp. 447. 77) studentisch kaufen, verkeilen verkaufen u. s. w.; auch einen keilen, für eine verbindung gewinnen zum eintritt.
5971 Zeichen · 134 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Keilen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Keilen , verb. reg. act. et neutr. und zwar letzteres mit dem Hülfsworte haben. 1) Mit Keilen spalten, oder befestigen. …

  2. modern
    Dialekt
    keilentr. v.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    keilen tr. v. D. Si. mit einem Keil versehen.

  3. Spezial
    keilen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    keilen umg. устраивать потасовку, драться, возиться, ссориться (не имеет отношения к "клину") Kaum ist das Scheinwerferl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit keilen

8 Bildungen · 0 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von keilen 2 Komponenten

kei+len

keilen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

keilen als Zweitglied (5 von 5)

auskeilen

DWB

aus·keilen

auskeilen , cuneis firmare, cuneare. steht sowol gleichbedeutig mit einkeilen, als ihm entgegengesetzt für eingekeiltes auskeilen. bergmänni…

bekeilen

DWB

beke·ilen

bekeilen , cuneis instruere. bekeilt heiszt auch betrunken.

einkeilen

DWB

ein·keilen

einkeilen , cuneare, schw. inkila, dän. indkile: eintreiben und einkeilen. Luther 6, 154 ( s. vorhin einkauen); hier war fülle ineinander ge…

verkeilen

DWB

verk·eilen

verkeilen , verb. 1 1) mittels eines keiles befestigen, mhd. verkîlen. nhd. einen balcken verkeilen, cuneis adactis trabem firmare. Steinbac…

zukeilen

DWB

zukeilen , v. , mit einem keil verschlieszen: es ist auch gut, wenn man die mäuselöcher mit holtz zukeilet allg. haushalt. lex. 2, 283 b ; d…

Ableitungen von keilen (3 von 3)

bekeilen

DWB

bekeilen , cuneis instruere. bekeilt heiszt auch betrunken.

verkeilen

DWB

verkeilen , verb. 1 1) mittels eines keiles befestigen, mhd. verkîlen. nhd. einen balcken verkeilen, cuneis adactis trabem firmare. Steinbac…

zerkeilen

DWB

zerkeilen , verb. , durch einen eingetriebenen keil zertheilen; cuneis findere, in diversas partes dissolvere Stieler 909 ; frei einen strah…

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Cotta, M. (2026). „keilen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/keilen/dwb
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Cotta, Marcel. „keilen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/keilen/dwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „keilen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/keilen/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_keilen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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