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Geschlecht

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Adelung
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23 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Geschlecht

Bd. 2, Sp. 610
Das Geschlecht, des -es, plur. die -er. 1. Überhaupt, die Ähnlichkeit der verschiedenen Gattungen und Arten der Dinge, so wohl in Abstracto, als auch, und zwar am häufigsten, in Concreto, diese Gattungen und Arten mit ihren Individuis selbst, als ein Ganzes betrachtet. So ist der Ausdruck Körper die Bezeichnung eines Geschlechtes, worunter alle sichtbare Dinge nach ihren Gattungen, Arten und einzelnen Dingen geordnet werden können. Das ganze Geschlecht der Thiere. Das Geschlecht der Hunde. Art, Gattung und Geschlecht werden oft mit einander verwechselt; doch wird das letztere am beständigsten von der Ähnlichkeit der Gattungen, Gattung von der Ähnlichkeit der Arten, Art aber von der Ähnlichkeit einzelner Dinge gebraucht. Ehedem gebrauchte man Schlacht und Geschlecht häufig für Art, von der Ähnlichkeit einzelner Dinge; aller slagt, für allerley, manniger schlachte erredom, allerley Arten von Irrthümern. Und so heißt es auch noch Apost. Gesch. 17, 29: so wir denn göttliches Geschlechtes sind, wegen der in der Schöpfung erhaltenen Ähnlichkeit mit Gott; welche Bedeutung auch in den folgenden zum Grunde lieget. 2. In einigen besondern Fällen. 1) Die Ähnlichkeit der zur Fortpflanzung bestimmten Theile und alle einander hierin ähnlichen Individua, als ein Ganzes betrachtet. Das männliche Geschlecht. Das weibliche Geschlecht, welches bey Menschen auch das schöne Geschlecht, das schwächere Geschlecht und das andere Geschlecht genannt wird. Einen Erben männlichen Geschlechtes bekommen. In den Morgenländern leben beyde Geschlechter sehr abgesondert von einander. Auch unter den Pflanzen hat man in den neuern Zeiten zweyerley Geschlechter entdecket, und in der Sprachkunst gibt es dreyerley Geschlechter der Nennwörter, indem einige männlichen, andere weiblichen und noch andere ungewissen Geschlechtes, oder geschlechtlos sind. 2) Die Gleichheit des Herkommens, so wohl im Abstracto, als auch die von einem gemeinschaftlichen Stammvater entsprossenen Personen selbst, als ein Ganzes betrachtet, in Concreto; eine Familie. Das menschliche Geschlecht, alle Menschen, so fern sie von Adam, ihrem gemeinschaftlichen Stammvater, abstammen. Ein gräfliches, ein adeliges, ein bürgerliches Geschlecht. Eigentlich gehören zu einem Geschlechte nur diejenigen Personen, welche erweislich von einem gemeinschaftlichen Stammvater entsprungen sind, ob man gleich auch zuweilen die Verwandten weiblicher Seite mit dahin zu rechnen pfleget. Er ist von einem guten, aus einem[] berühmten Geschlechte. Das Geschlecht ist ausgestorben, abgegangen. Zu nahe in das Geschlecht heirathen, in die Verwandtschaft. In engerm Verstande verstehet man in einigen Reichsstädten unter dem Worte Geschlecht nur ein rathsfähiges, ein patricisches Geschlecht; S. Geschlechter. Nach einer andern Einschränkung ist Geschlecht oft so viel als Generation, die Folge der einzelnen Glieder eines Geschlechtes auf einander in absteigender Linie, und die gewöhnliche Zeitdauer eines solchen Gliedes, ein Menschenalter, S. Geschlechtsalter. Anm. Bey dem Ottfried und Notker Slahta, Slahto, Gislaht, so wohl in der weitern Bedeutung der Art, als auch in der engern einer Familie, im Niedersächsischen und Oberdeutschen Schlacht, Schlecht, im Schwed. Slag, Slågt. Im Nieders. ist Slag und im Hochdeutschen Schlag die Art, und im Wendischen Slahta Verwandtschaft. S. die Neutra Schlagen und Schlachten. Der Plural lautet im Oberdeutschen häufig Geschlechte, in welcher Gestalt er mehrmahls in der Deutschen Bibel angetroffen wird. In der letzten Bedeutung des Wortes Geschlecht war ehedem auch Chunne, (S. Kind,) und Hiuuiske üblich.
3601 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geschlecht

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Geschlecht , des -es, plur. die -er. 1. Überhaupt, die Ähnlichkeit der verschiedenen Gattungen und Arten der Dinge, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geschlecht

    Goethe-Wörterbuch

    Geschlecht NomSg auch -e, DatPl -en (im Reim) 6,5 Div Hegire 8 , vereinzelt Kleinschr 1 durch gemeinsame Abstammung verb…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geschlecht

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Geschlecht (genus) , der Inbegriff lebendiger in ihrer Bildung übereinstimmender Wesen, z.B. Menschen-G., Thier-G., Pfla…

  4. modern
    Dialekt
    Geschlëcht

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    G e schlëcht [Klǽχt Str. ; Kláχt K. Z. ; Pl. –ər] n. Geschlecht. — Bayer. 2, 500.

  5. Sprichwörter
    Geschlecht

    Wander (Sprichwörter)

    Geschlecht 1. Besser der erste des Geschlechts als der letzte. Frz. : Il vaut mieux être le premier de sa race que le de…

  6. Spezial
    Geschlecht, natürlichesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +8 Parallelbelege

    Geschlecht , n , natürliches род , м , естественный → FiloSlov Sexus, m

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geschlecht

161 Bildungen · 143 Erstglied · 14 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von geschlecht

ge- + schlecht

geschlecht leitet sich vom Lemma schlecht ab mit Präfix ge-.

geschlecht‑ als Erstglied (30 von 143)

Geschlechtabteilung

GWB

geschlecht·abteilung

Geschlechtabteilung Abteilung einer botan Gattung [ betr Cottas Schrift ‘Die Dendrolithen in Beziehung auf ihren inneren Bau’ ] bemerke ich,…

geschlechtart

DWB

geschlecht·art

geschlechtart , f. wie geschlecht 6: die Egypter ehrten vor einen gott alle geschlecht-arten der thiere und pflantzen. Comenius orbis pict. …

geschlechten

DWB

geschlechten , verb. nacharten: geslechten, parentare Dief. 413 a , wie nd. slachten, slechten brem. wb. 4, 796. Firmenich 1, 103, 8. 469, 4…

geschlechtepheu

DWB

geschlecht·epheu

geschlechtepheu , m. die um sich greifende geschlechtliche sinnlichkeit unter dem bilde des alles überwuchernden epheus: die schmarotzerpfla…

geschlechter

DWB

geschlechter , m. 1 1) geschlechtsgenosse: geschlechter, von einem hausz und geschlecht, völcker ( leute ) eines geschlechts, gentilis, qui …

geschlechterin

DWB

geschlecht·erin

geschlechterin , fem. zu geschlechter 2, patricierin Stieler 1803 : ein geschlechterin zu Augspurg, Franckfort am Main, Nürnberg. J. Amman f…

geschlechterstaat

DWB

geschlechter·staat

geschlechterstaat , m. staat, in welchem die staatlichen aufgaben noch nicht vom staate, sondern von der familie oder dem geschlecht erledig…

geschlechterstamm

DWB

geschlechter·stamm

geschlechterstamm , m. tribus per gentes distinctae, geschlechterstämme ( φυλαὶ γενικαί ) Niebuhr 1, 340 u. ö.

geschlechterstube

DWB

geschlechter·stube

geschlechterstube , f. gesellschaftshaus der patricier, in den meisten ehemaligen oberd. reichsstädten Schmid schwäb. wörterb. 465 .

geschlechtertanz

DWB

geschlechter·tanz

geschlechtertanz , m. höfischer tanz der reichsstädtischen patricier, namentlich auf ihren hochzeiten, s. Böhme gesch. des tanzes 69 fg.: jh…

geschlechtig

DWB

geschlechtig , adj. sexualis: die dritte person des persönlichen geschlechtigen pronomens. oben theil 2, 1478; in zusammensetzungen, zweiges…

geschlechtlich

DWB

geschlecht·lich

geschlechtlich , adj. und adv. zum geschlecht gehörig, im geschlechte gegründet, dem geschlechte nach, generisch: der geschlechtliche name, …

geschlechtling

DWB

geschlecht·ling

geschlechtling , m. : die geschlechtlinge, die söhne des ältesten geschlechts im volk. Dahn urgeschichte 1, 158 .

geschlecht als Zweitglied (14 von 14)

Armengeschlecht

Wander

armen·geschlecht

Armengeschlecht Wer will in das Armengeschlechte, der maure, baue viel und – rechte. – Pistor., III, 15.

eulengeschlecht

DWB

eulen·geschlecht

eulengeschlecht , n. , eulenart: sie halten sich bei ihrer unwissenheit für glücklich, sie scheuen das licht der gelehrsamkeit. 'das eulenge…

katzengeschlecht

DWB

katzen·geschlecht

katzengeschlecht , n. genus felinum. Göthe 55, 309 : Robespierre wird nächstens beweisen, dasz die tiger zum katzengeschlechte gehören. Dahl…

Mannsgeschlecht

DRW

manns·geschlecht

Mannsgeschlecht, n. I von männlicher Art; häufig in der Wendung: j.s Erbe Mannsgeschlecht zur Bezeichnung der erbberechtigten männlichen Nac…

menschengeschlecht

DWB

menschen·geschlecht

menschengeschlecht , n. 1 1) geschlecht der menschen, die gesamten menschen: sieh, ich kann das menschengeschlecht nicht begreifen, das so w…

pfaffengeschlecht

DWB

pfaffen·geschlecht

pfaffengeschlecht , n. : er ist pfaffengeschlecht ( hat die gesinnung und handlungsweise eines pfaffen ). Frank sprichw. 2, 73 a ; es ist ei…

schwalbengeschlecht

DWB

schwalben·geschlecht

schwalbengeschlecht , n. art der schwalben: zu winterszeyt wychend alle schwalmengschlächt an warme ort. Gesner - Heuszlin vogelbuch 213 b ;…

Schäfergeschlecht

DRW

schäfer·geschlecht

Schäfergeschlecht, n. Abstammung aus einer Schäferfamilie vgl. Schäferssohn [zur Metzgerlehre zugelassen war, wer] nicht von schäffergeschle…

Ableitungen von geschlecht (4 von 4)

geschlechte

PfWB

ge-schlechte Adv. : ' gerade ', in der Verb. geschläächde voll 'gestrichen voll' [ ZW-Krähbg ] ; vgl. gehauft . — Zu mhd. sleht(e) (Adv.) 'g…

ungeschlecht

DWB

ungeschlecht , n. , für neutrum ( s. geschlecht II 4 h), gelegenheitsbildung A. G. Kästner 2, 150 . —

ungeschlechtlich

DWB

ungeschlechtlich , adj. adv. , gth. v. geschlechtlich: zwei ungeschlechtliche fortpflanzungen K. E. v. Baer red. u. aufs. 2, 445 ; L. Hoffma…

urgeschlecht

DWB

urgeschlecht , n. , geschlecht mit ur- C 4 c. zum plur. urgeschlechte graf. Stolberg 5, 21 s. geschlecht I 3. 1 1) uraltes, ursprüngliches g…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „geschlecht". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geschlecht/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „geschlecht". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geschlecht/adelung. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „geschlecht". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geschlecht/adelung.
BibTeX
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