Gattung Rund 100 Belege, davon etwa zwei Drittel im Rahmen best Fachterminologien (1). Im natwiss Bereich (1 a) erscheint der Gattungsbegriff in seiner Relativität innerhalb eines hierarch Systems: einerseits als Träger typushafter Merkmale gegenüber der Mannigfaltigkeit der Arten, als konstantes Element, das die Gesetzmäßigkeit der Entwicklung gewährleistet, andererseits als Repräsentant des Mannigfaltigen gegenüber einem umfassenderen Ganzen. In der ersten Funktion findet der Begriff auch Eingang in G-s klassizist Kunsttheorie: zur Überwindung der einfachen Naturnachahmung wird der Künstler zur Darstellung gattungstyp Merkmale aufgefordert (sa Gattungsbegriff). Als poetolog Terminus (1 b α
) spielt der Begriff insbes im Briefw mit Schiller, in der (aufgrund gemeinsamer Besprechungen von Schiller entworfenen) ‘Dramatischen Preisaufgabe’ u in Übs von Mme de Staëls ‘Essai sur les fictions’ eine Rolle. In G-s wichtigsten Schriften zur Gattungspoetik, dem Aufsatz ‘Üb epische u dramat Dichtung’, den einschlägigen Kapiteln in DivNot, den Aufsätzen üb die ‘Ballade’ u das ‘Lehrgedicht’ fällt der Ausdruck nicht. Goethe spricht hier vielmehr von ‘Dicht(ungs)arten’ od ‘Dicht(ungs)weisen’(sd), mBez auf die übergeordnete Gattungstrias — Epos, Lyrik, Drama — von ‘Naturformen der Dichtung’, den ‘drei Hauptelementen’, den ‘inneren nothwendigen Uranfängen’ od ‘Grundarten der Poesie’, die er als über die Gattungsgrenzen hinaus wirksame Formkräfte versteht. Damit überwindet er das starre Fächerwerk überkommener poetolog Theorien, gegenüber den Vermischungstendenzen der zeitgenöss Lit plädiert er allerdings für eine klare Trennung der Gattungen. kollektiver Begriff für Gegenstände, Phänomene, Lebewesen mit gemeinsamen (dominierenden) Merkmalen 1
im Rahmen best Fachterminologien a
natwiss: mehrere Arten umfassende Kategorie des Tier-, Pflanzen- od Mineralreichs1),
Genus; iUz ‘Individuum, Art, Varietät’ u den übergeordneten Kategorien ‘Familie, Ordnung, Klasse’ Durch ein genaues Betrachten der Äußerlichkeiten organischer Wesen hat die Naturgeschichte .. gränzenlos gewonnen .. Dieser glückliche Erfolg wäre aber nicht möglich gewesen, wenn die Naturforscher sich nicht bemüht hätten die äußeren Kennzeichen reihenweis aufzustellen, welche den organischen Körpern, nach ihren verschiedenen Classen und Ordnungen, G-en und Arten, irgend zukommen mö
gen. So hat Linné die botanische Terminologie musterhaft ausgearbeitet GWBN8,63,14 Vortr VglAnatomie 1 Es gibt keine Individuen. Alle Individuen sind auch genera: nämlich dieses Individuum oder jenes, welches du willst, ist Repräsentant einer ganzen G. Gespr(He2,166) Riemer [Dez 06] Hat man aber die Idee von diesem [
anatom] Typus gefaßt, so wird man erst recht einsehen, wie unmöglich es sei eine einzelne G. als Kanon aufzustellen. Das Einzelne kann kein Muster vom Ganzen sein, und so dürfen wir das Muster für alle nicht im Einzelnen suchen. Die Classen, G-en, Arten und Individuen verhalten sich wie die Fälle zum Gesetz; sie sind darin enthalten, aber sie enthalten und geben es nicht GWBN8,73,12u15 Vortr VglAnatomie 2 GWB34
1,145,18 KuARheinMain GWBN8,266,21 VersGestaltTiere [
für: espèce] GWBN7,159,28 Pflanzenbildg Decandolle GWBN1,249,11 FlD 626
uö [
weitere Belege s v Art]
im Plädoyer einer überindividuellen, das Typushafte einer Tiergattung berücksichtigenden bildl Darstellung [
Ich:] Nehmen Sie an .. daß er [
der Künstler] sich nach mehr Individuen, nach Varietäten, nach Arten, nach G-en umthäte, dergestalt daß zuletzt nicht mehr das Geschöpf, sondern der Begriff des Geschöpfs vor ihm stünde GWB47,171,1 Samml 6 b
im künstlerischen Bereich α
als poetolog Terminus; fast ausschließl bezogen auf (inhaltl od formal definierte) Subgattungen wie Roman, Fabel, Märchen, Tragödie, Komödie, Charakter- od Intrigenstück, Schäferspiel, ‘malende’, beschreibende Dichtkunst, Allegorie uä, selten für eine der drei Hauptgattungen (Epos, Drama, Lyrik) ist er [
der Deutsche] durch eine gewisse Mittelgattung von Dramen gewöhnt worden, das Heitere neben dem Tristen zu sehen .. Was uns betrifft, so wünschen wir .. daß wir .. mehr Stücke von rein gesonderten G-en erhalten mögen, weil die wahre Kunst nur auf diese Weise gefördert werden kann GWB40,83,13 WeimHoftheat das Vortreffliche in dieser G. [
Tragödie] veraltet nie, da die Leidenschaften auf der unbeweglichen Base der menschlichen Natur gegründet und folglich weit beständiger sind als die Sitten GWB40,69,16 DramatPreisaufg [G/Schiller] Man unterscheidet aber auch in der rein komischen G. noch Charakterstücke und Intriguenstücke .. In dem Intriguenstücke sind die Charaktere bloß für die Begebenheiten, in dem Charakterstücke sind die Begebenheiten für die Charaktere erfunden. Das Genie wird das Vorzügliche beider G-en auf eine glückliche Art zu vereinigen wissen GWB40,70,15 u 71,7 ebd Sollte dieses Erforderniß des Retardirens, welches durch die beyden Homerischen Gedichte überschwenglich erfüllt wird, und welches auch in dem Plan des meinigen [
HermDor] lag, wirklich wesentlich .. seyn, so würden alle Plane, die grade hin nach dem Ende zu schreiten, völlig zu verwerfen oder als eine subordinirte historische G. anzusehen seyn GWBB12,91,19 Schiller 19.4.97 GWB22,177,6 Lj V 7 GWBB13,83,25 Schiller 28.2.98 Gespr Eckerm 30.3.24 Gespr(He1,694) Morgenstern 30.4.98
uö für die Dichtkunst insgesamt Leider werden wir Neuern wohl auch gelegentlich als Dichter geboren und wir plagen uns in der ganzen G. herum ohne recht zu wissen woran wir eigentlich sind, denn die specifischen Bestimmungen sollten .. eigentlich von außen kommen GWBB12,386,11 Schiller 27.12.97 β
in der bildKunst bezogen auf (gegenstandsgebundene od techn definierte) Einzeldisziplinen wie Landschafts-, Porträt- od Miniaturmalerei daß er [
Le Sueur] den Künstler beredete, sich vorzüglich .. der Landschaftsmahlerei zu widmen .. Dieser durch einen glücklichen Zufall ertheilte Rath bestimmte Hackerten für diese G., und schenkte der Welt einen der besten Meister in derselben GWB46,113,13 Hackert GWB47,141,9 Samml 3 Gespr Eckerm 26.2.24
uö(selten) γ
für versch musikal-theatral Werk- od Darstellungskategorien (Oper, Opera buffa, Rezitativ, schauspielerisches Rollenfach uä); auch in Gegenüberstellung dichterischer u musikal Werkgattungen Der Vorschlag, Schauspiel und Oper zu trennen, hat daher den Hauptzweck, beide G-en auf sich selbst zu weisen, um jede separat zu ihrer Pflicht anhalten zu können GWB53,270,5 Votum 9.12.08 GWBB6,317,20 Kayser 28.6.84 [
für: genre] GWB45,204,16 RamNeffe Anm GWB52,181,18 ThS V 13
uö 2
als Kategorie einer individuellen Systematik Meine Absicht ist: alle Erfahrungen in diesem Fache [
Optik] zu sammeln, alle Versuche selbst anzustellen und sie durch ihre größte Mannichfaltigkeit durchzuführen .. Sodann die Sätze, in welchen sich die Erfahrungen von der höheren G.
2) aussprechen lassen, aufzustellen und abzuwarten, inwiefern sich auch diese unter ein höheres Princip rangiren GWBN11,36,27 VersVermittlObjSubj Die vortheilhaftesten Gegenstände [
der bildKunst] sind die, welche sich durch ihr sinnliches Dasein selbst bestimmen. Die erste G. derselben ist die natürliche .. Die zweite G. ist die idealische selbst GWB47,91,12u19 ÜbGegenstände bild Kunst GWB47,95,17 ebd GWB32,309,6 ItR [Moritz]
uö 3
allg im Rahmen versch (mehr od minder konventioneller) Einteilungen od Typologien a
für eine best Sorte od Kategorie von Gegenständen (Waren) Fahrzeuge [
Schiffe] von allen G-en GWB46,120,12 Hackert GWB31,266,15 ItR
uö b
für einen best Menschentypus (unter berufsständischen, charakterolog od psycholog Aspekten), im Unterschied zum Individuum; auch für einen best Künstler- od poet Figurentypus Jede G. Menschen, die Uniform trägt, imponirt dem großen Haufen und weiß sich ihres Vorzugs meistens sehr gut zu bedienen GWB51,188,5 ThS III 1 Man hat .. schon eingesehen, daß er [
Shakespeare] nicht sowohl zu den Dichtern der neuern Welt, welche man die romantischen genannt hat, sondern vielmehr zu jenen der naiven G. gehöre, da sein Werth eigentlich auf der Gegenwart ruht GWB41
1,58,5 Shakesp u kein Ende Charakterstücke stellen uns entweder Gattungen (die Molierische Komödie) oder Individuen (die englische Komödie) dar GWB40,70,19 DramatPreisaufg [G/Schiller] GWBB5,147,8 Lavater 22.6.81 GWB28,255,21 DuW 14
uö für das Geschlecht der Menschen überhaupt, mehrf in grundsätzl Wesensbestimmung da ich .. den Glauben nicht verlieren darf, daß der Mensch einer Besserung, Ausbildung und Vollendung fähig sey und daß der größte Vorzug seiner G. darin bestehe, daß er sich zur Selbstbeherrschung erheben könne GWBB28,202,8 Hitzig 29.7.17 K Der Stil erhebt das Individuum zum höchsten Punct, den die G. zu erreichen fähig ist, deßwegen nähern sich alle großen Künstler einander in ihren besten Werken GWB45,310,25 Diderot, Malerei Anm Gespr Kanzl Müller 8.6.21
uö personifizierend bezogen auf dichterische Phantasiegebilde die luftigen Gestalten, die sie [
die Einbildungskraft im Märchen] erschafft, sind uns als Wesen einer eigenen G. sehr willkommen; verbunden mit der Wahrheit bringt sie meist nur Ungeheuer hervor GWB18,223,23 Unterhaltungen
→ GWB
Baumgattung GWB
Elengattung GWB
Hauptgattung GWB
Hirschgattung GWB
Kalkspatgattung GWB
Kunstgattung GWB
Menschen- GWB
Mittel- GWB
Pflanzen- GWB
Tier- Syn zu 1 a
GWB
Genus GWB
Geschlecht zu 1 b
GWB
Fach GWB
Form GWB
Genre zu 2 u 3
GWB
Art GWB
Klasse zu 2
GWB
Kategorie zu 3
GWB
Espece GWB
Sorte GWB
Spezies 1) Das Linnésche System, dem G im biol Bereich weitgehend folgt, umfaßt auch das Mineralreich. Hier wurde es aber sehr bald durch andere mineralog Systeme abgelöst; vgl EF Glocker, Hb der Mineralogie, 1831,316ff 2) sonst in dem Aufsatz ‘Erfahrungen der (von einer) höher(e)n Art’ genannt GWBN11,33,16fu20 u 35,4u11fu23Gertrude Harlass G. Ha.