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mehl

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DWB
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16 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mehl

Bd. 12, Sp. 1864
mehl , n. farina. 11) ein altes gemeingermanisches wort, wie das zu ihm gehörige verbum mahlen (sp. 1454) der wurzel mal, von der es eine bildung mit passiver bedeutung ist: zwar goth. nicht nachgewiesen (da die stellen des neuen testaments Matth. 13, 33. Luc. 13, 21, die das wort bringen, im gothischen in die lücken fallen), aber altnord. miöl, dat. miölvi, schwed. mjöl, n. meel; ags. melo, gen. melewes, engl. meal; fries. mel; alts. altnfr. melu, gen. melas, dat. mela, niederl. niederd. meel; ahd. melu, gen. melawes, melewes, mhd. mel, gen. melwes; das innere w des wortes verhärtet sich hier später in b, und tritt bei rückgang der dativform zunächst hier, später auch im nom. acc. wol in den auslaut, doch ist solche verhärtung auf oberdeutsche quellen bis 16. jahrh. eingeschränkt (vgl. auch die ableitungsformen melbicht unten unter mehlicht und melber): auʒ girsteinem melb. Megenberg 349, 16 (gegen: das kümt von dem melw des korns. 403, 2); als nun der krieg etlich zeit gewert het und .. etlich niemer korn hin wolten geben, do fur der rat zu und gab melb hin, wann sie hetten etwe vil melbs fürgemalen auf fürsorg. man gab daʒ melb den becken. d. städtechr. 2, 306, 25 (aber: so lieszen sie ander korn malen und daʒ meel wieder aufschüten. 307, 21); da machten sie brot aus dem melb. heiligen leben (Augsb. 1472) 170a; so soltu nemmen .. gerstein melb. Ortlof arzneipuch 36b; und ich sah einen traum, das ich het drei masz melbs auf meim haubt. bibel von 1483 24a (1 Mos. 40, 16); ich hab kein brot, nur ein melb in eim vaszlin als ein hande mag begreifen. 166b (3n. 17, 12); mit einem steublein melbs. kuchenmeisterei a 6a; besee die hand mit melb. b 3a; ain muller, der mit melb ist bestoben. Keller schwänke nr. 45; welchen (sauerteig) ein weib vermenget selb unter drei scheffel semelmelb. H. Sachs 4, 1, 76d; Keisersberg braucht noch die gutmhd. form mel, melwes: do knüpften sie die mentel zuosamen, und truogen do in mit in das mel von Egipten, des selben melwes generten sie sich in der wüste, und also lang sie des selben melwes von Egipten hetten, also lang gab inen gott kein himelbrot ... aber do sy kein mel me hetten, do gab ynen got erst das süsz lustlich und wolsmacken himelbrot. bilg. 43b; Luther schreibt mit dehnungszeichen melh, in den später herausgekommenen biblischen büchern aber mehl. 22) mehl im frühesten sinne das aus getreidekörnern und hülsenfrüchten durch mahlen gewonnene: mehl von korn, weizen, gerste, haber, erbsen, bohnen; mäl von groszer gersten, polenum. Maaler 280d; gebeüttet oder geräden mäl, cribro decussa farina. ebd.; ungesondert mehl, farina gregalis, schwarz mehl, furfur, farina cibaria, secundaria, weisz mehl, flos siliginis Stieler 1304; das feur fur aus dem fels, und verzeret das fleisch und ungeseuert melh. richt. 6, 21; das weib ... nam melh und knetets, und buchs ungeseurt. 1 Sam. 28, 24; die brachten brot auf eselen, kameln, meulern und rindern zu essen, mehl, feigen, rosin, wein, öle. 1 chron. 13, 40; nim die müle und male mehl. Jes. 47, 2; ir saat sol nicht aufkomen, und jr gewechs kein mehl geben. Hosea 8, 7; der mensch darf zu seinem leben wasser, fewr, eisen, salz, mehl, honig, milch, wein, öle und kleider. Sir. 39, 31; sawerteig .. den ein weib nam, und vermenget jn unter drei scheffel melhs, bis das es ganz durchsewrt ward. Matth. 13, 33; das menschlich herz sei wie ein mühlstein auf einer mühlen, wann man korn drauf schütte, so laufe er herumb, zerreibe, zermalme es, und mache es zu meel. Zinkgref apophth. 1, 3; dasz andere doctores von ihme zu sagen pflegten, wann er seinen patienten nur das verbrandte meel vom brod schabe, so hätten sie einen bessern glauben dran, als wann sie die quintam essentiam anbrächten. Simpl. 1, 361 Kurz; brodt, mehl oder kleyen feil zu haben oder zu verkaufen. d. stadt Leipzig ordn. (1701) 446; ein scheffel, eine metze mehl, ein centner, ein pfund mehl; nudeln von feinem mehl und teig. Hebel 3, 117; ich (der esel) will ihm gern sein korn und mehl auf meinem rücken tragen. Mildheimisches liederb. nr. 31, 7; ich (spricht der müller) verwandle korn in mehl, dasz es nicht am brode fehl. 441, 3; als opfer: den sturmwind stellt sich das volk vor als ein gefräsziges, hungriges wesen und sucht ihn durch in die luft geschüttetes mehl zu beschwichtigen. J. Grimm mythol. 602, vgl. dazu Germ. 6, 217 fg.; nach fremder weise: ein wenig salz und mehl ist alle mein gewinn, hingegen jenes heerd wird fett vom opferblute. Lichtwer fab. 2, 8 (die zween Jupiter); man streut das mehl. das opfer ist bereitet. Schiller hist.-krit. ausg. 6, 353. 33) in sprichwörtern und redensarten: alles mehl hat kleien. es gibt mehl wie korn. ohne mehl und wasser ist übel backen. Simrock sprichw. 371; narrheit ists, das mehl gegen den wind beuteln. 372; der muosz vil mel haben, der alle meuler wil verkleiben. S. Frank sprichw. 1, 85a; der muosz mäl han, vil me dann vil wer yedems mul verstopfen wil. Brant narrensch. 41, 27; tune maht nicht follen munt haben melues unde doh blâsen. Müllenhoff u. Scherer 27, 1, 8; blâsen und mel an dem munt hân, daʒ mag nit wol bî ander gestân. Wackernagel leseb. 1 (1873) 1166, 11; mehl blasen, einem einen schmitz anhängen, ihn verklagen, verläumden: herr apt, sagt, was get euch das an? ich bin ân euren schaden da gewesen. ir kunt mel plasen und feder lesen. fastn. sp. 201, 14; mancher durch lyegen würt ein herr, dann er den kutzen strichen kan und mit dem falben hengst umb gan; zuo blosen mäl, ist er geschwind, den mantel henken gen dem wind. Brant narrensch. 101, 15; mehl im maule behalten, nicht gerade heraus sprechen: welche, ob sie wol von der lehre des evangelij gefraget, zu antworten, doch bekenneten sie nichts frei, behielten immerzu meel im maul, ir antwort were, nun, nun. Luther tischr. 278b; und gehet schalk und gewalt oft für recht, darum das man mehel im maul behelt. Mathes. Syrach 1, 21a; éines mehls sein, einer art: aber dise brut und art der menschen ist on zweifel gar unsers melbs, die sich erfreuen ab den erlogenen miraculen. S. Frank mor. encom. 35a; des melbs sind auch dise, die mit bücherschreiben jagen nach einem untödtlichen geruch und namen. 46a; christen seind allweg und ye der welt ketzer gewesen, solt ich sy zun bäpsten gesetzet haben, so weren sy als jr gesellen jrs mels und hars geacht worden. chron. (1531) 334b; dies ist nachahmung lateinischen sprachgebrauchs: sin tu, cum fueris nostrae paulo ante farinae, pelliculam veterem retines. Persius sat. 5, 115; der auch franz. dauert: de même farine, de même nature. Littré 1, 1621a. 44) mehl, von den mehlartigen feinen körnern im innern stärkehaltiger pflanzen, vgl. kartoffelmehl, stärkemehl; und dann auch von jedem wie mehl erscheinenden, fein zerriebenen gegenstand, vgl. bergmehl, bohrmehl, sägemehl, wurmmehl, ziegelmehl; salpeter .. in mehl brechen (zu staub verwandeln). Jacobsson 6, 545b; gelöschter kalk: was kalks man also ausz der hutten verkauft, den soll ein paumeister alleweg vor ab lassen leschen und den melbsweisz verkaufen nach dem mesz das darzu gehoret. Tucher baumeisterb. 93, 34; mehl der puder: aber die jugendgespielin Amalia löste die nadel ihrem kastanienhaar, das voll in glänzenden ringen über die schulter sich gosz, unentstellt vom staube des mehles. Voss Luise 3, 1, 186.
7346 Zeichen · 153 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mêhl

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Mêhl , des -es, plur. inus. zarter, zu einem unfühlbaren Pulver gemahlener Staub, besonders der nahrhafte Staub dies…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mehl

    Goethe-Wörterbuch

    Mehl vereinzelt ‘Meel’ 1 gemahlenes Getreide zur Herstellung von Brot u anderen Back-, Teigwaren, einmal zur Zubereitung…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mehl

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Mehl , der bekannte, auf der Mühle zu Staub zermalmte und von den Bestandtheilen der Samenhüllen gereinigte Inhalt der G…

  4. modern
    Dialekt
    Mëhl

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Më h l [Mál fast allg., Mǽl Str. W. ] n. Mehl. Dis is t besser (m i r liewer Ingw. ) a l s eps vo n M. Ingenh. Ah, so ep…

  5. Sprichwörter
    Mehl

    Wander (Sprichwörter)

    Mehl 1. Alles Mehl hat Kleien. – Eiselein, 459; Simrock, 6928. It. : Ogni farina ha crusca. ( Eiselein, 459. ) 2. Aus ge…

  6. Spezial
    Mehl

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mehl n. (-[e]s,-e) (feines Mehl, Flaum) farina (-nes) f. ▬ eingebranntes Mehl arestí m. ; mit Mehl bestreuen sfariné ; M…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mehl

475 Bildungen · 411 Erstglied · 61 Zweitglied · 3 Ableitungen

mehl‑ als Erstglied (30 von 411)

Mehlaffe

SHW

Mehl-affe Band 4, Spalte 605-606

Mehlapfel

SHW

Mehl-apfel Band 4, Spalte 605-606

Mehlauge

SHW

Mehl-auge Band 4, Spalte 605-606

Mehlbaiaß

SHW

Mehl-baiaß Band 4, Spalte 605-606

Mehlbeere

SHW

Mehl-beere Band 4, Spalte 605-606

Mehlbeutel

SHW

Mehl-beutel Band 4, Spalte 605-606

Mehlbirne

SHW

Mehl-birne Band 4, Spalte 605-606

Mehlbrei

SHW

Mehl-brei Band 4, Spalte 605-606

Mehlbuche

SHW

Mehl-buche Band 4, Spalte 605-606

Mehlert

SHW

Mehl-ert Band 4, Spalte 605-606

Mehlfaß

SHW

Mehl-faß Band 4, Spalte 605-606

Mehlfrau

SHW

Mehl-frau Band 4, Spalte 605-606

Mehlfurz

SHW

Mehl-furz Band 4, Spalte 605-606

Mehlgasse

SHW

Mehl-gasse Band 4, Spalte 605-606

Mehlhafen

SHW

Mehl-hafen Band 4, Spalte 605-606

Mehljacke

SHW

Mehl-jacke Band 4, Spalte 605-606

Mehljude

SHW

Mehl-jude Band 4, Spalte 605-606

Mehlkammer

SHW

Mehl-kammer Band 4, Spalte 605-606

Mehlkasten

SHW

Mehl-kasten Band 4, Spalte 607-608

Mehlknopf

SHW

Mehl-knopf Band 4, Spalte 607-608

Mehlkorb

SHW

Mehl-korb Band 4, Spalte 607-608

Mehlkratze

SHW

Mehl-kratze Band 4, Spalte 607-608

Mehlkuchen

SHW

Mehl-kuchen Band 4, Spalte 607-608

Mehlkübel

SHW

Mehl-kübel Band 4, Spalte 607-608

mehl als Zweitglied (30 von 61)

Áfterkamēhl

Adelung

Das Áfterkamēhl , des -es, plur. die -e, der Nahme eines morgenländischen Thieres, welches dem Kamehle gleicht, aber einen ebenen Rücken und…

aftermehl

DWB

after·mehl

aftermehl , n. , aus dem zum dritten abgemalenen getraide: als Galla aftermehl in ihre haare streut. Günther 1039 .

Alaunmêhl

Adelung

alaun·mehl

Das Alaunmêhl , des -es, plur. inusit. 1) Der Bodensatz, welcher nach dem Sieden der Alaunlauge, und nach der Anwendung des Niederschlages, …

amelmehl

DWB

amel·mehl

amelmehl , n. kraftmehl, ἄμυλον , ahd. amar ( Graff 1 , 253). nimm ammelmehl, zertreibs mit rosenwasser. Euch. Röszlins hebammenbüchl. Frank…

Billenmêhl

Adelung

billen·mehl

Das Billenmêhl , des -es, plur. inus. in einigen, besonders Niedersächsischen Gegenden, das gröbere Weitzenmehl vom zweyten Schlage.

bohrmehl

DWB

bohr·mehl

bohrmehl , n. ramenta, hammerschlag, gröber als scobis.

Brandmêhl

Adelung

brand·mehl

Das Brandmêhl , des -es, plur. car. Mehl von brandigem Getreide.

flugmehl

DWB

flug·mehl

flugmehl , n. in der müle flüchtiges, verstiebendes mehl.

gemehl

KöblerMhd

gemehl , st. N., st. M. Vw.: s. gemæhel

gerstenmehl

DWB

gersten·mehl

gerstenmehl , n. aus gerste gewonnenes mehl Stieler 1304 , ahd. girstîn mele, gerstmelo, altclev. garstenmele Teuthonista 100 a : so sol man…

giftmehl

DWB

gift·mehl

giftmehl , n. , gleichbedeutend mit hüttenrauch Minerophilus (1730) 294 ; bergmänn. wb. (1778) 227: gifftmehl von arsenico Lehmann hist. sch…

grandmehl

DWB

grand·mehl

grandmehl , n. : grandmeel ' grobes mehl mit kleyen ' brem.-nds. wb. 2 (1767) 535; grandmehl Campe 2 (1808) 441 a . —

Griesmêhl

Adelung

gries·mehl

Das Griesmêhl , des -es, plur. von mehrern Arten, die -e. 1) Dasjenige Mehl, welches aus dem ersten Griese auf den Mühlen gezogen wird und d…

Gypsmêhl

Adelung

gyps·mehl

Das Gypsmêhl , des -es, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, die -e, ein zu einem feinen Staube oder Mehle gemahlner Gyps. Gegrabenes Gy…

Hafermêhl

Adelung

hafer·mehl

Das Hafermêhl , des -es, plur. inus. das aus Hafer gemahlne Mehl.

Himmelsmêhl

Adelung

himmels·mehl

Das Himmelsmêhl , des -es, plur. inus. ein aufgelöseter oder verwitterter Gyps, welcher zuweilen gefunden, noch öfter aber von Überschwemmun…

2. Kamehl

Adelung

2. Das Kamehl , des -es, plur. die -e. 1) Ein vierfüßiges haariges Thier mit zwey Zehen, welches höher als ein Pferd ist, einen kleinen Kopf…

kernmehl

DWB

kern·mehl

kernmehl , n. mehl vom zweiten und dritten gange, das feinste. kernmeel, flos farinae Frisch 1, 511 b . s. kraftmehl .

kleienmehl

DWB

kleien·mehl

kleienmehl , n. kleienmel furfurium voc. th. 1482 q 7 b , doch unsicher ob nicht kleien mel gemeint mit dem adj. kleien.

kraftmehl

DWB

kraft·mehl

kraftmehl , n. das feinste weizenmehl, das die kraft des weizens enthält ( s. kraft 4, c ), daher auch stärkemehl, stärke genannt: amylum, k…

mittelmehl

DWB

mittel·mehl

mittelmehl , n. mehl, welches das mittel zwischen dem gröberen schrot- und dem feineren griesmehl hält. Jacobsson 3, 76 a .

Ableitungen von mehl (3 von 3)

Bemehlen

Campe

Х Bemehlen , v. trs. mit Mehl bestreuen. Sich bemehlen, Mehl an sich bringen, indem man demselben zu nahe kömmt. Dann, sich den Kopf mit Meh…

gemehl

KöblerMhd

gemehl , st. N., st. M. Vw.: s. gemæhel

gemehlen

KöblerMhd

gemehlen , sw. V. Vw.: s. gemahelen

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APA
Cotta, M. (2026). „mehl". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/mehl/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „mehl". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/mehl/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „mehl". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/mehl/dwb.
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