lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

ranft

ahd. bis sprichw. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
18 in 18 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
56
Verweise raus
46

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ranft m.

Bd. 14, Sp. 90
ranft, m. crustum; margo, ora. die ahd. form des nur hochdeutschen wortes rampht, ramft, labra, cantus (d. i. κανθός) Schm. 2, 100, mhd. ramft neben ranft zeigen seine engen beziehungen zu rampf (sp. 81) und zu dem verbum rimpfen, s. d., und lassen die ursprüngliche bedeutung der einziehung, runzelung, schrumpfung hervorblicken; und da diese an der auszenfläche der gegenstände besonders auftritt, so ist auch der übergang in die allgemeine bedeutung des randes verständlich. ranft hat im oberdeutschen denselben begriff entfaltet, wie das erst in jüngerer zeit allgemeiner gewordene rand (vgl. sp. 83), ohne mit ihm etymologisch verwandt zu sein. ranft bedeutet 11) rinde von einem gebäck, von brot oder kuchen: crusta, ranft Dief. 160a; ranft, ränft. nov. gloss. 121b; ranfft, crusta panis. voc. inc. theut. r 2a; ein rinden oder ranft, crusta Calepin. 352; auch in der form ranff. Dief. a. a. o.; ranffachtig, das vil ranffs hat, crustosus Maaler 325a neben der ranft oder rinden, crusta. ebenda; ein ranft von haberbrôte der wart in dar gewunnen, unde ein trunc eins brunnen. Gregor. 2720; ich arbeit hart und lieg nicht sanft (sagt ein bauer). von grobem brot isz ich ein ranft. H. Sachs fastn. sp. 1, 118, 93; er (der bauer) hat heut schon suppen gessn, ein brei und kalte milch gefressn, auch ein ranft brods mit jm genommen. 3, 124, 5; vgl. dazu die imperativische bildung nagenranft th. 7, 274. heute noch in ober- und mitteldeutschen mundarten: bair. der rampf, rampft, ramft, die rinde, besonders vom brot, und der auf der dem schnitt entgegengesetzten seite seine rinde behaltende erste abschnitt oder letzte rest eines laibes. Schm. 2, 100 Fromm.; tirol. rampf, rinde, besonders vom brot Schöpf 531; schweiz. rauft für ramft, brotrinde, kruste am brot. Stalder 2, 263. Seiler 236a. Hunziker 201; rhein. ranft, brotrand Kehrein 322; oberhess. ranft Vilmar 315; obersächs. ranft und ramft, anschnitt und ende eines brotes. Albrecht 190; ranft, der aufschnitt und der obere theil eines ganzen brotes, der oben zum ersten mal davon abgeschnitten wird. öcon. lex. 1975; schles. ramft, rand, ecke des brotes Weinhold 76a; ranft, das ende eines brotes Fromm. 4, 181; vielfach auch in den verkleinerungsformen ränftchen, ränftlein, s. d. in Schwaben hat sich für ranft die bedeutung geizhals ergeben. Schmid 424. 22) ranft, die kruste, die sich auf einem acker in folge anhaltenden regens bildet: man hat zweifelsohne daher von der rinde (des brotes) gelegenheit genommen, dasz man von einem zur saat zugerichteten acker, wenn dieser oben durch starken anhaltenden regen wasserhart geworden, zu sagen pflegt: er hat einen ranft bekommen. öcon. lex. 1975; erdrinde im allgemeinen: lasz sein, dasz die natur der erde ranft versteinet, genug, der pflug geht durch, und deine saat errinnt. Haller schweiz. ged. 23 (später geändert). 33) ranft, kruste, schorf einer wunde: so erwäsch den schaden (am habicht) mit warmem wein: das solt du also lang thuon, bisz dasz die wunden ein ranft oder veste bekomm, und ganz zuheile oder beschlossen werd. Heuszlin vogelb. 134b; den brandigen ranft oder rumpf. Thurneiszer erdgewächse 61. 44) ranft, in die allgemeine bedeutung einer umfassung übergegangen, im begriffe rand gleich geworden: mhd. bereits schildes ranft. Lexer handwb. 2, 341; sonst von gewässern (vgl.rand 3), landstrichen (rand 7): uof grüner auen ranfte. Melissus psalm. J 5a; lämmlein ist so fromm und sanft, nährt sich von des grases blüthen spielend an des baches ranft. Schiller hist.-krit. ausg. 11, 402; am ranft kühler flut. Rückert 231; und bei gegenständen, wie rand 9: an des geschirrs obren ranft warent spiegel. Keisersberg dreieck. spiegel Aa 11a; ist .. mit willen hinder sich zu ruck in brunnen gefallen und alle die auf dem ranft des brunnens gestanden, mit im in kasten geworfen. S. Frank germ. chron. (1538) 288a; so wünsch ich das dises bechers ranft von meinen lefzen gebordiert wer. Garg. 250a; ihr gäste habt .. hüet mit breiten ränften, damit euwer schandt zu bedecken. Zinkgref apophth. 2, 17; das honig ... damit man den kindern den ranft an einem geschirr bestreicht, auf dasz man ihnen den bittern trank vor die würm dardurch desto füglicher beibringen könne. Simpl. 4, 187 Kurz; der ranft (des papiers) war allenthalben mit vilen blumen von gold und silber gar trefflich gezieret. Crasset ausführl. geschicht der japonesischen kirch deutsch (Augsburg 1738) 1, 497; des schifs ranft. Weckherlin 250; ehmals hingen schleierwolken um dich her mit goldnem ranfte. Platen 52; die augen (des haliaetus) sind in der mitten roth, in dem äuszern ranft goldgelb. abentheur von allerhand mineralien (1656) 807; du saszest allein, um das aug neidgelben ranft, kalt, in theilnahmsloser bosheit. Platen 132; der ranft, lymbus astrolabii Maaler 325a, der metallrand darum, auf dem die grade und minuten angegeben sind.
4912 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ranft(-)

    Althochdeutsches Wörterbuch

    ranft ( - ) s. ramft.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    RANFTstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    RANFT stm. wohl zu rimpfen, s. Wackern. glossar 430. brotrinde. si gap im einen ramft Helbl. 1,971. ranft crusta voc. o.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ranft

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Ranft , des -es, plur. die Ränfte, Dimin. das Ränftchen, Oberd. das Ränftlein, zusammen gezogen Ränftle, der Rand ei…

  4. modern
    Dialekt
    Ranft

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Ranft , Ramft , Rämft(e) [Ràìft m. Olti. Fisl. Liebsd. Roppenzw. ; Raift m. Steinbr. ; Raiftə f. Hi. ; Rf f. M. ; Râpf…

  5. Sprichwörter
    Ranft

    Wander (Sprichwörter)

    Ranft Einem den Ranft mit Honig bestreichen. »Dass es bey den Einfältigen der Honig sey, damit man den Kindern den Ranff…

Verweisungsnetz

46 Knoten, 63 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 11 Kompositum 28 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ranft

18 Bildungen · 9 Erstglied · 9 Zweitglied · 0 Ableitungen

ranft‑ als Erstglied (9 von 9)

Ranftkuchen

SHW

Ranft-kuchen Band 4, Spalte 1209-1210

Ranftstück

SHW

Ranft-stück Band 4, Spalte 1209-1210

ranften

RhWB

ranften schw.: 1. ręnəfə einen Rand herstellen, den R. umbiegen Neuw-Datzeroth . — 2. gəran(ə)ft voll bis zum Rande angefüllt Altk-Bachenbg …

ranfteⁿ

Idiotikon

ranfteⁿ Band 6, Spalte 1053 ranfteⁿ 6,1053

ranftig

DWB

ranftig , ränftig , adj. ranft habend, mit ranft versehen: ränftige speisz, die man den kinden gibt, als simmelring, murren, mutschellen, cr…

ranftvoll

PfWB

ranft·voll

 ranft-voll Adj. : ' bis an den Rand gefüllt '. 's Dippe is ranftvoll [Gal-Sap ( Krämer Gal 171)].

ranft als Zweitglied (9 von 9)

Anke(n)ranft

Idiotikon

Anke(n)ranft Band 6, Spalte 1052 Anke(n)ranft 6,1052

Buebe(n)ranft

Idiotikon

Buebe(n)ranft Band 6, Spalte 1053 Buebe(n)ranft 6,1053

Chǟsranft

Idiotikon

Chǟsranft Band 6, Spalte 1052 Chǟsranft 6,1052

nagenranft

DWB

nagen·ranft

nagenranft , m. imperativische bildung nage den ranft, nage die brotrinde. 1 1) der hunger, der hungerleider: wo nagenranft uberhand gewint,…

Pastēte(n)ranft

Idiotikon

Pastēte(n)ranft Band 6, Spalte 1053 Pastēte(n)ranft 6,1053

Wǟjeⁿranft

Idiotikon

Wǟjeⁿranft Band 6, Spalte 1053 Wǟjeⁿranft 6,1053