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Rand

as. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
24 in 18 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Rand

Bd. 3, Sp. 927
Der Rand, des -es, plur. die Ränder, Dimin. das Rändchen, Oberd. Rändlein, die äußerste Fläche eines Dinges, diejenige schmale Fläche, welche den äußersten Umfang eines Körpers ausmacht. 1) Eigentlich. Der Rand eines Grabens, eines Brunnens, einer Grube. Am Rande des Brunnens stehen. Der Rand eines Flusses; indessen ist von Flüssen und andern großen Wassern das Wort Ufer üblicher. Der Rand des Schiffes, wofür doch das Niederd. Bort eingeführet ist. Die Wiesenränder vermiethen. Der Rand eines Glases, Bechers, Topfes, Gefäßes u. s. f. Der Rand des Tisches. Der Rand eines Buches, die leer gelassene, lange und schmale Fläche an der äußersten Seite der Blätter. Ein Buch mit einem breiten Rande. Einen Rand brechen, einen Bug in das Papier machen, die Gränzen des Randes zu bezeichnen. Etwas auf den Rand schreiben. Das versteht sich am Rande, das verstehet sich von selbst, ist außer allem Zweifel; eine vermuthlich von den ehemahligen Randglossen entlehnte Figur. Am Rande des Abgrundes stehen, figürlich, in der äußersten Gefahr des Lebens und des Unterganges seyn. 2) Figürlich, das Ende eines Dinges oder einer Sache; doch nur[] noch in einigen R. A. wo das Wort nur im Singular allein üblich ist. Mit einer Sache zu Rande kommen, sie zu Ende bringen, ingleichen sich darein zu finden wissen. Mit jemanden zu Rande kommen, mit ihm aus einander kommen, mit ihm einig werden, wofür man in einigen Fällen auch sagt, mit ihm aufs Reine kommen. Eine Sache zu Rande bringen, oder auch, sie ins Reine bringen, sie in Ordnung bringen, ihr das rechte Geschick geben. Sie müssen mit ihrem Gewissen schon vortrefflich zu Rande seyn, daß es ihnen nicht gleich beyfällt, Less. Man könnte glauben, daß Rand in diesen Fällen aus rein entstanden sey, welches in eben diesem Verstande gebraucht wird. Allein es ist wahrscheinlicher, daß es eine aus der Schifffahrt entlehnte Figur ist, und daß zu Rande kommen, eigentlich, das Ufer erreichen, bedeutet. Opitz gebraucht diese R. A. mehrmahls im eigentlichen Verstande: Ich walle wie ein Schiff, das durch das wilde Meer Von Wellen umgejagt, nicht kann zu Rande finden. Und an einem andern Orte: Ein stiller Port der Noth, An dem der Kummer ruht und gibet sich zu Rande. Anm: Bey dem Stryker und seinen Zeitgenossen Rant, im Nieders. Schwed. und Engl. gleichfalls Rand, im Isländ. Raund und Rond. Rand, Rain, Ranft, Rahm, Reif, Braun in Augenbraune, und allem Ansehen nach auch Strand u. s. f. sind alle Wörter Eines Geschlechtes, welche eigentlich überhaupt eine jede Ausdehnung in die Länge ohne beträchtliche Breite und Dicke, und in engerer Bedeutung die äußerste Fläche eines Körpers von dieser Art bezeichnen, ob sie gleich durch den Gebrauch auf verschiedene Weise eingeschränket worden. Diese erste Bedeutung erhellet noch aus dem Schwedischen, wo Rand auch eine Linie bedeutet. Im Nieders. bedeutet daher noch anranden, eigentlich, an eine Sache reichen, und figürlich, sich an etwas machen, es angreifen, jemanden anfallen, ihn anreden, anrufen u. s. f. welches an Ottfrieds reinen, berühren, erinnert. S. Rain und Ranft. Einige Sprachlehrer behaupten, der Plural laute Rände, und Ränder sey eine Meißnische Provinzial-Form. Allein der letzte Plural ist doch wenigstens im Hochdeutschen allgemein, und Rände scheint vielmehr nur einigen Provinzen eigen zu seyn.
3326 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    randst. M. (a?)

    Köbler As. Wörterbuch

    rand , st. M. (a?) nhd. Rand, Schildbuckel ne. edge (N.), umbo (N.) ÜG.: lat. umbo GlP Vw.: s. -bôg* Hw.: vgl. ahd. rant…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    rand(-)

    Althochdeutsches Wörterbuch

    rand ( - ) s. rant.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rand(Part. Prät.=)Adj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    rand , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. ge- Hw.: s. rennen W.: nhd. DW- L.: Hennig (rand)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rand

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Rand , des -es, plur. die Ränder, Dimin. das Rändchen, Oberd. Rändlein, die äußerste Fläche eines Dinges, diejenige …

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rand

    Goethe-Wörterbuch

    Rand 1 Grenze einer gegenständlichen Fläche bzw des flächig erscheinenden, wahrgenommenen Teils eines Gegenstands a äuße…

  6. modern
    Dialekt
    Rand

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Rand [Rànt Dü. Mutzig ] wie hochd. In der Rda. Er is t us R. un d Bande n sehr ausgelassen. — Vgl. DWB. 8, 87 (wohl aus …

  7. Sprichwörter
    Rand

    Wander (Sprichwörter)

    Rand 1. Auf dem Rande des Glases tanzen böse Geister. 2. Aus Rand und Band in Schand'. Wer in keiner Sache Mass hält, ko…

  8. Spezial
    Rand

    Dt.-Russ. phil. Termini · +5 Parallelbelege

    Rand- маргинальный , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rand

348 Bildungen · 201 Erstglied · 142 Zweitglied · 5 Ableitungen

rand‑ als Erstglied (30 von 201)

rand 1 und häufiger

KöblerAfries

rand 1 und häufiger , st. M. (a) nhd. Rand ne. edge (N.) Vw.: s. râd- Hw.: vgl. got. *randa, an. rǫnd, ae. rand (1), as. rand, ahd. rant E.:…

Rand I

Idiotikon

Rand I Band 6, Spalte 1022 Rand I 6,1022

Rand II

Idiotikon

Rand II Band 6, Spalte 1023 Rand II 6,1023

Randel

SHW

Rand-el Band 4, Spalte 1207-1208

randeln I

SHW

rand-eln I Band 4, Spalte 1207-1208

Randkamel

SHW

Rand-kamel Band 4, Spalte 1209-1210

Randlinie

SHW

Rand-linie Band 4, Spalte 1209-1210

randscheln

SHW

rand-scheln Band 4, Spalte 1209-1210

Randstein

SHW

Rand-stein Band 4, Spalte 1209-1210

Randstück

SHW

Rand-stück Band 4, Spalte 1209-1210

randal

DWB

ran·dal

randal , m. lärm, s. das vorige a. e.

randalieren

Pfeifer_etym

randal·ieren

randalieren Vb. ‘lärmenden Unfug treiben, Krach machen’ (2. Hälfte 18. Jh.), aus der Studentensprache, eigentlich ‘Randal treiben’, zu länge…

Randalierer(in)

LDWB2

randaliere·rin

Ran|da|lie|rer(-in) m./f. 1 scraiun(-iona) m.(f.) , tlanchernadura m.(f.) , chirvera m.(f.) , mënavera m.(f.) 2 röch (röc) m. , videl (vidí)…

randaliereⁿ

Idiotikon

randaliereⁿ Band 6, Spalte 1023 randaliereⁿ 6,1023

Randall

Meyers

rand·all

Randall , Samuel Jackson , nordamerikan. Staatsmann, geb. 10. Okt. 1828 in Philadelphia, gest. im April 1890 in Washington, erhielt akademis…

Randanmerker

Campe

randa·n·merker

◎ Der Randanmerker , — s, Mz gl. der etwas an den Rand anmerket, der Schreiber einer Randanmerkung (Glossator ); auch Randbemerker und Rande…

Randanmerkung

Campe

randa·n·merkung

◎ Die Randanmerkung , Mz. — en , eine an den Rand geschriebene Anmerkung (Glosse, Marginalie ); auch Randbemerkung und Randerklärung . C. Ra…

Randarabeske

GWB

rand·arabeske

Randarabeske für: neben u um den Drucktext einer Seite herum plazierte, ornamentale Elemente enthaltende Zeichnung von einem Schüler [ des P…

Randazzo

Meyers

Randazzo , Stadt in der ital. Provinz Catania (Sizilien), Kreis Acireale, am nördlichen Abhang des Ätna, am Fluß Alcantara und an der Eisenb…

Randbemeªrkunge

WWB

rand·bemearkunge

Rand-be-meªrkunge f. „wenn jmd. den Tellerrand volllegt von aus der Speise gesuchten Sachen, die ihm nicht schmecken“ (scherzh.) ( Bek Al).

randbemerkung

DWB

rand·bemerkung

randbemerkung , f. bemerkung die an den rand eines buches oder einer schrift geschrieben wird.

Randbesem

RhWB

rand·besem

Rand-besem Merz-NLosh m.: verächtl. wild umherlaufendes Mädchen; zum Klatschen hin- u. hergehende Frau.

rand als Zweitglied (30 von 142)

berand

KöblerAs

*berand , (Part. Präs.=)st. M. (nd) nhd. Träger ne. bearer (M.) Vw.: s. helm-*, wāpan-* Hw.: vgl. ahd. *berant? (st. M. (nt?, a?, i?)) E.: s…

brand

BWB

-brand Band 3, Spalte 3,58

Straßenrand

RDWB1

Straßenrand m обочина (а не "край улицы")

Tellerrand

RDWB1

Tellerrand m über den ~ hinausschauen idiom. - смотреть в будущее, заглядывать в будущее über den ~ nicht hinausschauen - не видеть дальше с…

abbrand

DWB

abbrand , m. ponderis metalli per purificationem deminutio, in der schmelzhütte, was vom erz beim brennen und ausschmieden am gewicht abgega…

Ach(e)rand

Idiotikon

Ach(e)rand Band 1, Spalte 70 Ach(e)rand 1,70

Aufbrand

DRW

auf·brand

Aufbrand des Waldes zur Rodung 1634 BeitrNRh. 9 (1895) 156

Chirsibrand

Idiotikon

Chirsibrand Band 5, Spalte 678 Chirsibrand 5,678 M.

Der(r)brand

Idiotikon

Der(r)brand Band 5, Spalte 681 Der(r)brand 5,681

Eisenbrand

Adelung

eisen·brand

Der Eisenbrand , des -es, plur. die -brände, ein Nahme, der von einigen dem Magnet gegeben werden soll, weil er das Eisen an sich ziehet. Ma…

erdbrand

DWB

erd·brand

erdbrand , m. incendium subterraneum: fein silber, das dem silber im erdbrand abgangen ist. Mathes. 50 b . bildlich, er wollt es durchaus vo…

farand

KöblerAfries

far·and

farand , Part. Präs.=Adj. nhd. treibend ne. driving (Adj.) Vw.: s. feld- Hw.: s. Rūmfaranda Q.: R, E E.: s. fara (1) L.: Hh 24b, Hh 88b, Rh …

feuerbrand

DWB

feuer·brand

feuerbrand , m. torris: ich Paris, weil ich war ein richter, gast, fewrbrand, durch gailheit, lust und wut, gehaizet blind, bethörer. Weckhe…

Fërse(n)brand

Idiotikon

Fërse(n)brand Band 5, Spalte 679 Fërse(n)brand 5,679

Fǖrbrand

Idiotikon

Fǖrbrand Band 5, Spalte 679 Fǖrbrand 5,679

gafolrand

AWB

[ ? gafolrand ae. st.m. , aus air. gabolrind. — Graff II,531. Nur im Nom. Sing. belegt. cabol-rind: Gl 1,590,48 ( S. Paul XXV d/82, 9./10. J…

Ableitungen von rand (5 von 5)

berande

KöblerAfries

berande , Part. Präs. subst.=M. nhd. „Tragender“, Bürge ne. bail (M.) Q.: AA 203 E.: s. bera* (2) L.: Hh 136a, AA 203

beranden

DWB

beranden , marginare: münzen beranden; kleider verbrämet, gesaumet, berandet, beleistet. Garg. 122 a ; Luther hat das new testament mit ketz…

gerand

KöblerMhd

gerand , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. gerant

rande

DWB

rande , f. beta vulgaris, römischer kohl. schweizerisch. Pritzel und Jessen 58 b . vergl. rahne , range .

Unrand

MeckWB

Unrand m. Schelte für ein ungezogenes Kind Wa; Ha Red .