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mohr

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mohr m.

Bd. 12, Sp. 2472
mohr, m. Maurus, Aethiops. 11) ahd. môr, plur. môrî, eigentlich nur von den schwarzbraunen bewohnern Mauritaniens, lat. Mauri, aber auch auf die dunkelfarbigen bewohner Nordafricas überhaupt übertragen: Aethyops, gens sub occasu, moori chunni incagan sunnun sedale. Steinmeyer-Sievers 1, 30, 24 f.; Aethyopia, moori 27 (beide mal plur. für volk und land); mhd. môr, niederl. engl. moor, auch franz. maure, more, ital. span. moro; im mhd. und später geht neben der unumgelauteten die umgelautete form, neben der starken auch schwache declination: Ethiops, ein More, MOere Dief. 211c; Maurus, Mor, ein More 352a; More, Ethiops, Maurus, Maritanus, Mauritanus. voc. inc. theut. o 2a; nhd. hat sich schwache declination ergeben, mit vereinzelten ausnahmen, die die starke festhalten: die weisen aus dem morgenlande, Melchior, Caspar und Balthasar mit cameelen und lebendigen möhren. J. Gotthelf schuldenb. 127; der dörrt nur salz aus schnee und wäschet einen mohr. Günther 653. als bezeichnung für den angehörigen eines bestimmten volkes gewöhnlich der Aethiopier: es zoch aber wider sie aus Serah der More mit einer heerskraft (Ζαρὲ Αἰθίοψ septuag.). 2 chron. 14, 9; die Moren fielen, das jr keiner lebendig bleib. 13; die Moren und Libier. 16, 8; den geist der Philister und Araber die neben den Moren liegen. 21, 16; von India an bis an die Moren. Esth. 8, 9; Philister und Tyrer sampt den Moren. ps. 87, 4; das concilium zu Costanz, welches von allen nationen Europæ, auch von den Indianern, Moren und vilen asiatischen, libischen und scitischen volkern besucht ward. Zimm. chron. 1, 234, 21; wider die Turken, Moren und andere ungleubigen. 3, 305, 6; dasz der Juppiter oft .. mit gutwilligem gemüt zu den malzeiten der Moren sich geladen habe. Schuppius 773; die Môren dâ von Indiâ und daʒ volk von Sîriâ. ges. abent. 1, 463, 289; ungewöhnlich von den spanischen Mauren: es sollen, laut eines schreibens aus Paris, die Mohren von Spanien her bereits bis Montpellier vorgedrungen .. sein. Fr. Müller 3, 31; dann in verallgemeinerter bedeutung, ein zur schwarzen rasse gehöriger mensch, dessen hautfarbe hervorgehoben und der in gegensatz zu einem weiszen gestellt wird: also schreibet s. Hieronymus von jm selbs, das er sein leib also zugericht hat, das er worden war wie ein moher. Luther 2, 335a; kan auch ein mohr seine haut wandeln, oder ein parder seine flecken? Jer. 13, 23; so er den moren badet und weisz macht. S. Frank mor. encom. 2a; es ist kein wunder wenn ein mohr schwarz ist. Lehmann floril. 1, 114; nun wäre diesz (die menschen vernünftig machen) ungefähr so viel, als wenn einer unternehmen wollte mohren zu bleichen, oder schnee an der sonne zu trocknen. Wieland 8, 117; einen mohren kann man nicht weisz waschen. Simrock sprichw. 379; ein mohr schwärzt den andern nicht. 380; welcher man ein frauenschender ist, den sol man schwerzen als ainn morn und schol in beschern als ainn torn. fastn. sp. 705, 24; wer ihn will machen gescheid, will wiederbringen vergangne zeit, oder schneeweisz waschen den mohren, der hat müh und arbeit verloren. Rost teufelsepistel, neue Berl. monatschr. 13 (1805), 37; er kannte das geschlecht, man wäscht ja keinen mohren. Kotzebue dram. sp. 2, 177; ihn preisen längst als arzt die weisen und die mohren. Schiller hist.-krit. ausg. 11, 300; [] du hast ein menschliches gesicht, zu dir, wie zu dem weiszen unter mohren, wende ich mich. H. v. Kleist fam. Schroffenstein 1, 1; mohr mit Bengale oder neger wechselnd: ein mohr und weiszer zankten sich, der weisze sprach zu dem Bengalen, wär ich, wie du, ich liesze mich zeit meines lebens niemals malen. Lichtwer fabeln 1, 15; mehr als Bagdad, mehr als tausend städte gilt der fliegende rappe; darfst du aber diesen sklaven bis zum thron erheben, aller schätze holden schatz, Amine, deine tochter, einem neger opfern? .. nur ein blendwerk ist vielleicht des mohren zauberpferd. Platen 322; mohren als wild und riesen geschildert: zwölf mohren, riesen gleich, stehn mit gezücktem eisen die unberechtigten vom eingang abzuweisen. Wieland 22, 208 (Oberon 5, 31); ich sag euch doch, ein pferd, wien wilder mohr. Tieck Octavian. s. 223; der plur. für das land der mohren, Aethiopien: ich habe Egypten, Moren (Αἴγυπτον καὶ Αἰθιοπίαν septuag.) und Seba an deine stat zur versünung gegeben. Jes. 43, 3. 22) mohr, in mannigfacher weise übertragen. 2@aa) auf menschen von schwärzlicher hautfarbe: man nannte sie (knaben in Jena, die bestellungen u. dergl. besorgten) mohren, wahrscheinlich weil sie von der sonne verbrannt, sich durch eine dunklere gesichtsfarbe auszeichneten. Göthe 31, 178. 2@bb) in der alten sprache auch auf den teufel: der hellemôr. Walther 33, 7; dîn (Christi) âten verlüste genuoc schuof dem hellemôre, daʒ er in ze tôde sluoc mit dem süeʒen trôre. K. v. Würzburg 374, 84 Bartsch. 2@cc) auf ein schwarzes pferd; hier wol abhängig von dem franz. adj. moreau, altfranz. cheval morel: (er) fand seinen Brilliador (so hiesz sein ritterlich pferd, ein schöner getiegerter mohr). Wieland 4, 187 (n. Amaais 8, 22). vgl. dazu mohrenkopf. 2@dd) auf einen schmetterling, papilio antiopa. Adelung. 2@ee) auf eine schwarze oder schwarzbraune spindelschnecke, murex morio. Campe. 2@ff) mohr, verschiedene feine, pulverichte bereitungen in der pharmacie, die eine sehr schwarze farbe haben: eisenmohr, quecksilbermohr, auch mineralischer mohr genannt; spieszglasmohr; vegetabilischer mohr, aus der kohle der meereiche. Jacobsson 6, 579a. 2@gg) weisze mohren, die albinos oder kakerlaken. Adelung.
5551 Zeichen · 119 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Mohr

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    1. Der Mohr , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, ein Nahme eines gewissen derben und di…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ¹Mohr

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Mohr A dunkelhäutiger Mensch unterschiedlicher geogr Herkunft 1 Schwarzafrikaner a allg, bes in (auf Sömmerrings These…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mohr

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +5 Parallelbelege

    Mohr , aus Maure entstanden, gleichbedeutend mit Neger.

  4. modern
    Dialekt
    Mohrf.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Mohr [môr, mór; Pl. mórə, mórè fast allg.; Demin. mérəl Bi. in Dreckmerel kleines, schmutziges Mädchen ] f. 1. Zuchtsau;…

  5. Sprichwörter
    Mohr

    Wander (Sprichwörter)

    Mohr 1. Den Mohr kann man nicht waschen weiss, den Schnee nicht blasen heiss. ( Sauerland. ) 2. Der Mohr hat seine Schul…

  6. Spezial
    Mohr

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mohr m. (-[e]s,-en) (Mensch mit dunkler Hautfarbe) moro (mori) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mohr

128 Bildungen · 105 Erstglied · 21 Zweitglied · 2 Ableitungen

mohr‑ als Erstglied (30 von 105)

Mohrrübe

SHW

Mohr-rübe Band 4, Spalte 727-728

mohrband

DWB

mohr·band

mohrband , n. eine art glatten seidenen bandes mit einer wolkigen wässerung. Adelung.

mohren

ElsWB

mo h re n [mórə Steinbr. Ruf. Obhergh. Hlkr. ; môrə Lohr ] suchend im Schmutz herumwühlen, im Kot arbeiten Obhergh. Lohr ; beständig im Feld…

Mohrenkopf

SHW

Mohren-kopf Band 4, Spalte 727-728

Mohrenballett

GWB

mohr·en·ballett

Mohrenballett seit der Renaissance populäres (höfisches) Ballettgenre („Moresca”), später auch beliebtes Opern-Intermezzo; hier mBez auf sei…

Mohrenbande

GWB

mohr·en·bande

Mohrenbande zu ‘ 1 Mohr’ A1c [ aus Karlsbad ] am Tepelstrande, von der großen Bruck,|Wo die M. schaut Sanct Nepomuck GWB 4,236 Nicht am Susq…

mohrenbauch

DWB

mohr·en·bauch

mohrenbauch , m. name einer kleinen stumpfen porzellanschnecke, cypraea caput serpentis.

Mohrenbrunz

ElsWB

mohr·en·brunz

Mo h re n brunz m. Zickzacklinie (von der Harnspur eines Schweines). Si e het e M. im Rock Lobs.

mohrenbund

DWB

mohr·en·bund

mohrenbund , m. bund, art kopfbedeckung eines mohren; nach der ähnlichkeit name des echinus cidaris, einer art seeäpfel.

Mohrenditzchen

RhWB

Mohren-ditzchen mō-, mū- Kobl n.: Mohn, papaver somniferum, bes. die Samenkapsel.

Mohrendutten

ElsWB

Mo h re n dutte n , Mo h re n dütte n [Mórətotə Bf. ; Mûrətùtə Mutzig Bisch. Str. Betschd. ; –tetə Dunzenh. Ingenh. ] m. ( gew. Pl.) Di e M.…

mohrenfarben

DWB

mohr·en·farben

mohrenfarben , adj. : solche ( liebesflamme ) aber lässet sich mit der swarzen dinten so wenig ausmahlen, als das tageslicht mit der mohrenf…

mohrenflotte

DWB

mohr·en·flotte

mohrenflotte , f. flotte der spanischen Mauren, vergl. unter DWB mohr 1: es soll eine Mohrenflotte an der nördlichen küste von Frankreich zu…

mohrengesicht

DWB

mohr·en·gesicht

mohrengesicht , n. gesicht eines mohren und träger eines solchen: die ( fische ) lassen sich nicht dreimahl fragen, vermuthlich weil das moh…

Mohrengestalt

GWB

mohr·en·gestalt

Mohrengestalt scherzh für die dunkelfarbige Versteinerung eines Stückes Palmenstamm ein tüchtiger Block eines versteinten vegetabilischen We…

mohrengetränk

DWB

mohr·en·getraenk

mohrengetränk , n. getränk aus dem mohrenlande, kaffee: sie zwar kostete selten des hitzigen mohrengetränkes; doch heut nahm sie ein wenig. …

mohrengrau

DWB

mohr·en·grau

mohrengrau , adj. bei den färbern, grau ins schwarze fallend: mohrengraue farbe auf seide. Jacobsson 3, 81 b .

mohr als Zweitglied (21 von 21)

Dorfmohr

ElsWB

dorf·mohr

Dorfmo h r f. altes Weib. das in den Häusern herumgeht, um zu schwatzen Rädersd.

Drëckmohr

ElsWB

dreck·mohr

Drëckmo h r f. derbe Schelte für schmutzige Personen Obhergh. Bisch. Demin. Drëckmo h rle Horbg.

Dummohr

ElsWB

dumm·ohr

Dummo h r [Tùmûr Geud. ] n. Dummkopf. E rëchts D., e taubs D.

Eisenmohr

Adelung

eisen·mohr

Der Eisenmohr , des-es, plur. inus. in der Chymie, ein durch bloßes Wasser in sehr feine Theile verwandeltes Eisen, wegen seiner schwarzen F…

Hochmohr

Adelung

hoch·mohr

Das Hochmohr , des -es, plur. die -e, ein hoch gelegenes Mohr, in einigen Niedersächsischen Gegenden; im Gegensatze des Grünlandes oder Wies…

kammermohr

DWB

kammer·mohr

kammermohr , m. mohr als kammerdiener: der teufel folgte ihm als kammermohr anständig hinderdrein. J. Paul Hesp. 4, 162 ; ihre sünden und de…

Krummohr

PfWB

krum·mohr

Krumm-ohr n. : 'Hase', scherzh., Krummohʳ [ KL-Alsbn ]; vgl. PfWB Krummhaken 1. —

Metallmohr

Herder

metall·mohr

Metallmohr , soviel als Aethiops, auch ein anderer Name für Perlenmutterblech.

Rumohr

Herder

rum·ohr

Rumohr , Karl Friedr. Ludw. Felix von, geb. 1785 bei Dresden, gest. 1843 zu Dresden, Kunsthistoriker u. Kritiker, mittelmäßiger Romanen- und…

silbermohr

DWB

silber·mohr

silbermohr , m. gewässertes schweres seidenzeug mit silberfäden, auch silbermoor. vgl. DWB mohr , m. oben theil 6, 2473: es scheint, dasz di…

Spießglasmohr

Campe

spiessglas·mohr

Der Spießglasmohr , — es, Mz . u. in der Scheidekunst, ein Gemisch aus Quecksilberkalk, Spießglaskalk und Schwefel, welches als Arzeneimitte…

teufelsmohr

DWB

teufels·mohr

teufelsmohr , m. : basalt, der schwarze teufels-mohr aus tiefster hölle bricht hervor. Göthe 4, 383 .

Torfmohr

Adelung

torf·mohr

Das Torfmohr , des -es, plur. die -e, ein Mohr, in welchem Torf gegraben wird, oder gegraben werden kann.

Waldmohr

Meyers

wald·mohr

Waldmohr , Dorf im bayr. Regbez. Pfalz, Bezirksamt Homburg, an der Glan, mit Station W.-Jägersburg an der pfälzischen Eisenbahnlinie Bad Mün…

zuckermohr

DWB

zucker·mohr

zuckermohr , m. , ' verbindung des getöteten quecksilbers mit z. ' Jacobsson 8, 282 a , vgl. th. 6, 2473. —

Ableitungen von mohr (2 von 2)

Mohr(e)

ElsWB

Mo h r(e) [Mórə Heidw. Lutterb. ; Myor M. ; Mùwr Sulzern ; Mór Olti. Steinbr. Su. Obhergh. u. nö. davon allg.; Muər Wh. ; Demin. Mérlə O.; M…

vermohren

DWB

vermohren , verb. bei den stuhlmachern so viel als einlassen, die zapfen in ihre löcher einstecken und mit einander vereinigen. Heinsius 4, …