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moor

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DWB
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21 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

moor m.

Bd. 12, Sp. 2515
moor, m. und n. sumpfland, nasses torfland. das wort hat nicht die ihm eigentlich zukommende neuhochdeutsche form, die mur lauten müste, da es auf ahd. muor (in der bedeutung meer musp. 53), mhd. muor sumpfland, niederung zurückgeht; hôch gebirge und manec muor, des het er vil durchstrichen dar. Parz. 398, 26, was noch später lebt: limus, mur l. kat, muor Dief. 330c; das muor und kaat. Maaler 295b; dieweil kundbar ist, das solche mos, mur und pfützen faule dämpf erregen. Sebiz feldb. 8; wie bair. noch jetzt: das muer, morast, moor Schm. 1, 1642 Fromm.; tirol. muer, morast, moor, koth, schmutz Schöpf 446; [] niederl. moer, moerland, palus bituminosa et nigra, locus palustris et uliginosus. Kilian; auch mnd. mûr neben môr Schiller-Lübben 3, 117b. die letztere form, die auf der niederd. vocalstufe steht, und dem ags. môr sumpfland entspricht (im ablautverhältnisse zu meer, wie auch nd. mêr sumpf und seichtes wasser bedeutet, vergl. oben sp. 1839), tritt schon einmal im 15. jahrh. vereinzelt in einer mitteldeutschen rechtsquelle auf, die aber auf niederd. vorlage zurückgeht: ein bruch adir ein more lag bi eime wassir, das wassir waʒ groʒ und gar flutig, und brach, adir hub von dem more ein groʒ stucke, und do stunt vel groszis holzcis uffe. Ortloff rechtsqu. 1, 741; doch allgemein setzt sich die niederd. form erst im 17. jahrh. in der schriftsprache fest und wird von Stieler wie es scheint zuerst aufgeführt: der mor, coenum, terra atra, pulla et paludosa 1292; danach von Steinbach: mohr, locus paludosus 2, 74 mit der ausdrücklichen bemerkung 'vox saxonica'; offenbar meinte sie, da um diese zeit die alte oberdeutsche wortform im allgemeinen vergessen war, auch nur das niederdeutsche sumpfland, aus dem dort der torf entnommen wird; in welchem sinne quellen niederdeutscher heimat im 18. jh. das wort verwenden: wo torfmöhre sind, soll jeden untertahnen ihre quota zugemessen werden. pommersche holzordn. von 1719 bei Frisch 2, 377b; moor .., feuchter, sumpfiger, schwammiger erdboden, in welchem insgemein torf liegt. Jacobsson 3, 88a; gern bei Möser: genossen .. eines mohres. osn. gesch. 1, 19; wenn die mohrgenossen ein winklichtes mohr haben, müssen sie nothwendig sich einer gewissen linie vergleichen, damit einer den andern nicht absticht. 21; wo sich ein groszes mohr findet, ist der verkauf des torfes auszerhalb der mark nicht so leicht verboten. ebenda; die vortheile, welche haiden und mohre darbieten. patr. phant. 1, 101; vor sechzig jahren säete noch niemand buchwaizen ins moor, und jetzt wird er überall gesäet. 221; (ländereien) deren eigenthümer viele gemeine weide zur viehzucht, viele haide zum plaggenmatt, vieles moor zum brande für heuerleute hat. 2, 189; der meierhof ... mit allen dazu gehörigen gebäuden, gärten, kämpfen, äckern, wiesen, weiden, holzungen, heiden, möhren, brüchen und gewässern. 4, 335; wie man sieht, in. zwiefacher schreibung, im sing. neutralen geschlechts, aber der plur. möhre weist auf masculines, was auch schon Stieler gab. nachher verbreitet sich das wort allgemein in der schriftsprache, als neutrum und in der schreibung moor, plur. moore, nicht nur als name bestimmter gegenden: der rücken, welcher das Franzenbrunner moor von dem Egerthale scheidet. Göthe 51, 85; sondern auch als allgemeine bezeichnung eines sumpfigen geländes, wobei sein nutzen für die landwirtschaft und die torfgewinnung ganz auszer betracht gerät: in einem bodenlosen moore grund unter mir zu finden, mich jemahls heraus zu arbeiten. Wieland 27, 269 (von 1791); die kiefer im walde und der wacholder am moor. Freytag ahnen 4, 1; sie sprang sonst rasches leichtsinns über graben, trockne, wies kam, und vom moor getränkte. Klopstock 2, 34 (von 1781); berg auf, berg ab, durch sumpf und rohr, durch dick und dünn, über feld und moor trabt er. Wieland 18, 226 (von 1776); den neckischen mönch mit dem irrlicht, welcher die seenix unten am moore besucht. Voss Luise 1, 769; tief in dem fels, auf dem es (das kirchlein) hängt, ist eine grotte eingesprengt, vom thau des nahen moors befeuchtet. Schiller hist.-krit. ausg. 11, 279 (kampf mit d. drachen); zusammenstellungen mit sumpf: schlangenbrut aus sumpf und moor. Bürger 303b; durchrennt es (das pferd) sumpf und moor, geackert feld und hecken. Schiller pegasus im joche; mit schilf, geröhricht: ich sah ihn nicht zur nachtzeit an mooren und schilfreichen gestaden, oder wo sonst des menschen fusz selten erscheint, umherwandeln und mit den irrlichtern verkehr treiben. H. v. Kleist Käthchen v. Heilbr. 1, 1; sie rannte verzweifelnd von hinnen, mit blutigen füszen, durch distel und dorn, durch moor und geröhricht. Bürger 62a; o schaurig ists übers moor zu gehn, wenn das röhricht knistert im hauche! A. v. Droste-Hülshoff ged. 59; mit moder (vergl. sp. 2443): ich glaubte die kinder Israel zu sehen, denen durch moor und moder von engelshand ein trockner pfad bereitet wurde. Göthe 28, 148.
4936 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Moor

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Moor , des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden die Möre, ein sumpfiges, morastiges Land, von einem schwarzen Bode…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ¹Moor

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Moor auch mask a ständig durch Niederschläge u/od Grundwasser gesättigtes Feuchtgebiet; als unwegsames, für Mensch u T…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Moor

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +6 Parallelbelege

    Moor , in Oberdeutschland Moos , sumpfiges Grundstück; das Grün -M. ist mit hohen Gräsern bedeckt, das Torf -M. hat nur …

  4. modern
    Dialekt
    Moor

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia Moor Moort f., m. die Nachtmahre, das Alpdrücken; ausführlich Wo. Sag. 2, 404 bis 438; das Geschlecht wird entg…

  5. Sprichwörter
    Moor

    Wander (Sprichwörter)

    Moor Der Moor hat seine Schuldigkeit gethan. – Herbert, 244. Witzwort der in Marienbads Moorbädern Geheilten. Es heisst …

  6. Spezial
    Moor

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Moor n. (-[e]s,-e) parü (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit moor

170 Bildungen · 144 Erstglied · 23 Zweitglied · 3 Ableitungen

moor‑ als Erstglied (30 von 144)

Moorbodem

SHW

Moor-bodem Band 4, Spalte 747-748

Moorhof

SHW

Moor-hof Band 4, Spalte 747-748

Moorlache

SHW

Moor-lache Band 4, Spalte 747-748

Moorland

SHW

Moor-land Band 4, Spalte 747-748

Moorwiese

SHW

Moor-wiese Band 4, Spalte 747-748

mooraal

DWB

moor·aal

mooraal , m. im moorwasser lebender aal, gegensatz zum fluszaal. brem. wb. 3, 185.

Mooracker

DRW

moor·acker

Mooracker, m. Acker auf (ehemaligem) Moorland dat de natte moor-acker mede kome to water tucht, unde de lüde de dar uppe wonen, möghen seyhe…

Mooränte

Adelung

Die Mooränte , plur. die -n, eine kleine bunte Art wilder Änten, mit gelben Füßen und einem gelben ausgezackten Schnabel, welcher wie eine S…

mooraffe

DWB

moor·affe

mooraffe , m. : man finge wahrlich mit ihnen junge teufel, man brauchte sie nur in einem moraste auf das schilf zu binden, die garstigen sch…

mooranbauer

DWB

moor·anbauer

mooranbauer , m. anbauer in einem niederdeutschen moor. amtliche bekanntmachung im herzogth. Bremen 1853.

Moorauk

BWB

Moorauk Band 1, Spalte 1,761f.

Mooraukel

BWB

Mooraukel Band 1, Spalte 1,761f.

Moorausbrüche

Meyers

Moorausbrüche , seltene, hauptsächlich bei irischen Mooren beobachtete, an Schlammvulkane (s. d.) erinnernde Erscheinungen, bei denen die Mo…

Moorbach

PfWB

moor·bach

Moor-bach f. : FlN, Name eines Baches zum Glan, mda. Mooʳbach [KL-Landstl Ramst]; vgl. PfWB Morbach . —

Moorbad

LDWB2

moor·bad

Moor|bad n. (-[e]s, ...bäder) bagn de paltan m.

Moorbäder

Meyers

Moorbäder , die aus Mineralmoor (s. oben: Artikel »Moor«) bereiteten Bäder; s. Bad , S. 239.

moorbeere

DWB

moor·beere

moorbeere , f. vaccinium uliginosum, die grosze heidelbeere. auch arbutus uva ursi, die preiszelbeere, mehlbeere, heiszt so.

Moorbeet

Meyers

moor·beet

Moorbeet , ein Kulturbeet im Garten für Pflanzen, die im natürlichen Zustand meist auf Heide- und Moorboden oder überhaupt auf stark humosen…

moorboden

DWB

moor·boden

moorboden , m. boden der aus moorerde besteht: eine wiese mit moorboden.

moorbrand

DWB

moor·brand

moorbrand , m. abbrennung eines moores behufs anbau des buchweizens. in gegenden von Niederdeutschland.

moorbrenner

DWB

moor·brenner

moorbrenner , m. der das moor behufs anbau des buchweizens abbrennt. im Hannoverschen als redensart: so schwarz wie ein moorbrenner, von dem…

moor als Zweitglied (23 von 23)

dargmoor

DWB2

darg·moor

dargmoor m. , n.: 1720 Münnich deich-sachen 67. 1885 Krey moorkultur 29.

elsenmoor

DWB

elsen·moor

elsenmoor , n. erlensumpf: der kibitz heckt im elsenmoor. Schmidt von Wern. 72 .

flachmoor

DWB2

flach·moor

flachmoor n. (zu DWB2 5 ): 1909 Graebner pflanzenwelt 304. 1979 süddt. ztg. 152,3.

grünlandmoor

DWB

gruenland·moor

-landmoor , -landsmoor , n. : das wiesen- oder grünlandmoor, aus elastischen grasflächen mit wässerigem untergrunde bestehend Wimmer gesch. …

grünmoor

DWB

gruen·moor

-moor , n. , s. unter grünlandmoor, Thaer grundz. d. rat. landw. 3, 174 . —

hochmoor

DWB

hoch·moor

hochmoor , n. bei den torfgräbern in Ostfriesland der morast, wie ihn die natur geschaffen. Jacobsson 6, 89 b .

Legmoor

Campe

leg·moor

† Das Legmoor , — es, Mz. — e , ein niedriges Moorland; in Gesatz von einem Hochmoore .

quellmoor

DWB

quell·moor

quellmoor , n. quelliges, versumpftes moor Weber öcon. lex. 431 b .

roggenmoor

DWB

roggen·moor

roggenmoor , m. hoher moor, der gut gedüngt zum anbau des roggens oder anderer feldfrüchte gebraucht werden kann. Campe.

sumpfmoor

DWB

sumpf·moor

sumpfmoor , n., m. , zu sumpf 1 a, zum unterschied von torfmoor und hochmoor: Campe 4, 751 a ; das schmelzwasser des schnees breitete sich i…

torfmoor

DWB

torf·moor

torfmoor , n. u. m., ein moor, in dem brennerde gelagert ist Ludwig teutsch-engl. 1993 ; Adelung 4, 632 ; Campe 4, 852 ; Hilpert 2, 116 ; da…

tütvogelmoor

DWB

tuetvogel·moor

tütvogelmoor , n. , gelegenheitsbildung zu tütvogel ( s. dort ): auf dem tütvogelmoor, im wollgrasmeer arbeitet Peter Hans Christian Schmeer…

überwassermoor

DWB

ueberwasser·moor

überwassermoor , n. , hochmoor, über dem grundwasserspiegel gelegenes moor, s. handwb. d. staatswiss. 2 5, 858. b b) was jenseits des wasser…

waldmoor

DWB

wald·moor

waldmoor , n. : dasz der durch alluvionen gehemmte abflusz des wassers zuerst waldmoore bildete und dann, als die bäume zu grunde gingen, of…

wassermoor

DWB

wasser·moor

wassermoor , n. sumpf: under bergen wilde, in dem waʒʒermre, dar sunne nie gezilde. jüng. Titurel 3271, 1 . — wassermoos, n. 1) im wasser w…

weidenmoor

DWB

weiden·moor

weidenmoor , n. mit weiden bewachsenes moor. als masc. Campe 5, 639 a . ohne erkennbares genus, als stätte des elfentanzes Matthison 1 (1825…

Ableitungen von moor (3 von 3)

Entmooren

Meyers

Entmooren , s. Vermooren .

Moore

Herder

Moore (Muhr), Sir John, geb. 1761 zu Glasgow, engl. General, diente auf Corsica, in Westindien u. Aegypten mit Auszeichnung u. ward 1808 mit…

Vermooren

Meyers

Vermooren ( vertäuen, vermuren , holländ.), ein Schiff mit zwei Ankern verankern, so daß diese, vom Schiff aus, in entgegengesetzter Richtun…