Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch
Strohhalm
Strohhalm, m.
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ob aber ainer gerichtmessig wer, so mag in das landgericht dreimal erfordern, ... so ist man in schuldig zu antworten und mit dreien strohalbm zu pinden in den obern furt in den Grossbach, da stösst man ihn hinüber1495 OÖsterr./GrW. III 684 Faksimile
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sol der verkeüffer alle sin gerechttigkeit des gůtz dem meiger mit einem strohalmen jn sin handt übergeben vnd verzihen, noch dem soll dan der meiger dem keüffer alle gerechtigkeit des guotz mit dem übergebnen strohalmen jn sin handt geben15. Jh. Elsass/GrW. IV 204 Faksimile
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so dan der richter nach den drein schraien nit da wer, so mag man in [den schedlichn man] mit ainem strohalbm niderbindenAnf. 16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 43 Faksimile
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wolt aber der benant lantrichter sich aines solchen übelthäter nicht underwinden und man im doch ain gewiße potschaft gethan hiet, so soll der gegentrichter ainem solchen übelthäter mit ainem stroholbem anbinten laßen an ainem paumb16. Jh. Steiermark/ÖW. VI 54 Faksimile
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de maniere van moet-soen te doen sal syn, dat die geene, die den nederslagh gedaen heeft, ... met den blooten hoofde in de kercke moet kommen, hebbende een stroohalm in de handt, ende aldaer aen de kinder van den afflijvigen ... eenen voetval doen1619 GeldernLR. VI 9, 2 Faksimile (Abschnittsbeginn)
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nimpt er [praesident] ettliche strohalmer in die seinige hant, reicht sie denen, so in dem letzten gehaltenen hofgeding nicht höfer worden sein ... welche ... ein strohalm aus des praesidenten hand zihen musen und als balt sie in den register geschriben werden ... so vil strohalmer er aber zeugt, so vil weingarten hat er magt, von den anderen abzutheilen, auch so vil strohalmer er zeugt, so vil halber virtel weins mus er den hoferen verehren1637 RhW. I 1 S. 159 Faksimile
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[wir wollen den] mißbrauch, da man an etlichen orthen, wann man mit dem land-gericht strittig ist, die malefitz-persohnen mit einem faden oder strohalm anbindet, ... auffgehebt habenNÖLGO. 1656(CAustr.) 4 § 3 Faksimile
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[kombt der lantgerichtsverwahlter nicht,] so solle man den thetter mit einen strohhalmb binten und gehen laßen1717 NÖsterr./ÖW. XI 72 Faksimile
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[bey uebergabe von guͤtern] versah diese dienste auch der naͤchste strohhalm, der gebrochen, und wovon ein theil der urkunde beygelegt wurde1806 Cleß,KirchlLGWürt. I 164