trinkgeld,
n. ,
seit dem 14.
jh. bezeugtes wort. mnd. auch drinkelgelt Lasch-Borchling
mnd. hwb. 1, 1, 480;
schweiz. veraltet trinkengeld
schweiz. id. 2, 271.
das wort ist ins französische aufgenommen als tringuelte,
m. Sachs-Vilatte
20 2, 1563;
in schweizerfranzösische mundarten als trẽgelt, trẽdye,
m., trẽgeta,
f. u. ä., s. Tappolet
aleman. lehnwörter 2, 176;
aus dem fläm. auszerdem als dringuelle,
f. Sachs-Vilatte 1, 502.
s. auch trankgeld
und trunkgeld. 11) '
zeche, zechschuld': de debitis dictis trinkgeld. viro mortuo non potest pincerna obtinere juramento debitum dictum trinkgeld, super uxorem negantem, nisi fortasse uxor cum viro vivente debitum personaliter debiberit in taberna (
Brünner schöffenbuch, 14.
jh.)
deutsche rechtsdenkmäler aus Böhmen u. Mähren 2, 86
Röszler; wer czu chlagen hat auf den andern um hofczins und um lidlon oder um trinckgelt, der mag drei chlag tuen ... chain trinckgeld mag ein man behaben, den (
es sei denn) daz vortruncken ist in einem leithaus inderthalb der statmauer und nuer in dem gericht, da daz trinckgelt in vortruncken ist ... und der leitgeb, der trinckgelt behaben wil, der schol ein getreuer man sein, der sich wohl behalten hab und dem man pilleich schol geleuben (
schöffensatzung, 14.
jh.)
ebda 393; trynkgelt sol man gelten in dreyn tagen. wer trinkgelt auf den andern erstet (
schuldig bleibt), der schol ym das gelten in dreyn tagen, wann an dem virden tage hilfet der richter wol pfandes dorum (
schöffenspruch, vor 1416) Tomaschek
d. oberhof Iglau 82; wan ain leutgeb ainem zuespricht umb trinkgeld (
zeche einfordert. var.: verdrunken geld), dasz muesz der weiszen mit dem rechten (
vor 1483)
niederösterr. weist. 3, 818; (
landsknecht zum wirt) gut nacht geb ich euch mit der thür und sag euch vor der herberg danck. mein beutel ist mir doch so kranck, das ich kein trinckgeldt finden kan B. Krüger
spiel v. d. bäur. richtern 36
ndr. ähnlich, '
geld zum vertrinken, geld für das getränk',
von den belegen in abschnitt 3
insoferne unterschieden, als es sich nicht um eine entlohnung handelt: di losunger und di scheppfen sullen nymmer trinkpfennig aus der losung nemen, und sullen auch iren dineren nyemer von der stat trinkgelt geben; sundern wil ymand essen, trinken ..., das sol er tun auf sein aigen gelt (
altprager statutarrecht, 14.
jh.) Röszler
dtsch. rechtsdenkmäler aus Böhmen 1, 69; item is ist auch ir wisthum und gewonheit, daz ein iglicher dincksman 3 heller zu drinckgelt sal legen und mit einander drincken, und sollen das gericht darin frije halten (1491)
weistümer 4, 610; den wolt ich umb ein trinkgelt urten, das er uns allen must zahlen die urten
fastnachtspiele 215
Keller; als der gute alte Clemens sahe, dasz sie umb ein trinckgelt spielten, trug er einen stecken in seiner hand und schlug so hart als er mochte, auff die spielleut
buch der liebe (1587) 19
d.
in besonderer fester ausbildung ist trinkgeld
in der schweiz eine geldsumme, die bei einem kaufhandel zu dem eigentlichen kaufschilling hinzugeschlagen wurde, ursprünglich ein betrag, der zur bekräftigung des kaufabschluszes vertruncken wurde. es ist somit gleichbedeutend mit dem sog. weinkauf (
s. d. und trinken,
sp. 580),
an dessen stelle es nach seinem verbot getreten ist, um allerdings selbst wieder verboten zu werden, s. schweiz. id. 3, 169:
in einem kaufbrief behält sich die verkaufende über den kaufpreis hinaus vor 4 stäb von guetem löntschem (
lundischem) tuech umb myn trinkgeld (1533)
schweiz. id. 2, 271;
in einem kauf um eine mühle werden festgesetzt 10
pfd. ze drinkgeld (1566)
ebda; hie von soll abgehen, was der verkäufer dem käufer ... schuldig ist, der rest in bar bezahlt werden samt 2 dublonen trinkgeld und 5 gl. für den weinkauf (1665)
Aargauer urk. 2, 110
Merz; (
N. N.) verkaufen nach der statt Bern ... (
güter) um 12200 gl. samt 12 dublonen in specie trinkgeld (1686)
ebda 122; als solle ... der kaufschilling schlechterdings durch einen kaufschilling ohne trinkgeld ausgedrückt werden (1757)
schweiz. id. 3, 169; an die animierweine bei steigerungen erinnern sodann die alten leit- oder weinkäufe ... oder das an seine statt getretene trinkgält, das tessenbergische treinguelte Friedli
Bärndütsch 5, 478. 22) '
tranksteuer', '
getränkesteuer': die zum hausbrauch drinckwein haben und brauchen, die sollen das aufgesetzte gewohnliche trinkgeld davon zu geben schuldig seyn
bei Fischer
schwäb. 2, 386. 33) trinkgeld
als belohnung. 3@aa)
kleinere geldsumme für auszer der regel geleistete dienstverrichtungen, oder bei sonstigen besonderen anläszen, ursprünglich zum vertrinken, bibale; auch biergeld
genannt, vgl.: wie kompts, dasz ein gemeiner mann umb trinckgelt pflegt zu bitten? auff essegelt begehrts er nichts. es sind noch teutsche sitten de Memel
lust. gesellsch. (1656) 475.
belegt seit dem 14.
jh.: (
der totengräber soll alle begraben) sie seyen paurleute oder geste umbsonst, one lon, one alles trinkgelte und one alle gabe und miet (1344)
württ. geschichtsqu. 4, 395; item 1 guldin haben wir geben dan prunnenmaister drinckgelt, do der prunnen dez ersten uff gienge (
Augsb. 1416)
städtechron. 5, 144; so sol er (
der probst, für das fahren auf der Donau) den knechten ir phrunt geben und ain trinkchgelt nach genaden (14.
jh.)
österr. weistümer 7, 965; item wer dat bestadeampt zo verwaren hait, der en sall geyn ... drynckgelt nemen (1426)
verfass. u. verwalt. Kölns 2, 233
Stein; von dem drynckgelde, dat etzlige lude den dienern up den rentkameren gegeven haint, wanne dat sij yre rente ... untfangen haint, is verdragen, dat man des nyet me geven noch neymen en sall (1435)
ebda 273; daszgleychen soll auch praut und preutigam das erstmal, so sie der heyrat halben auszen essen, nit mer geben zu trinckgelt oder kuchengeld (
geld für die keller- und küchenbedienung) dann 15 pfenning (15.
jh.) Baader
Nürnb. polizeiordn. 77; mehr hab ich auszgeben 1 stüber zu trinckgeldt, das man mich ein taffel hat sehen lassen Dürer
tagebuch 55
Leitschuh; herr schryber, nempt das trinckgellt an! ir hapt mit uns ouch arbeit ghan
schweiz. schausp. d. 16. jh. 1, 152
Bächtold; desz fürsten verheiszen (
belohnung für die entdeckung eines diebes) ... wurd allenthalben ... auszgebreitet, darumb jederman gern das trinckgeld verdienet hette Kirchhof
wendunmuth 1, 161
lit. ver.; diese vermeinte weinkäuffer (
verkleidete soldaten) erlangten mit einem trinckgelt, dasz die pfort (
der belagerten stadt) desz morgens auffgethan ward
E. v. Meteren hist. beschr. d. niderl. krieges (1614) 194
b; dem kerl ... gab ich an statt der bezahlung vor den hasen ein trinckgeld zu zwey kannen bier Grimmelshausen 1, 521
lit. ver.; dem meister gebühret der lohn, dem gesellen ein trinckgelt Lehman
florileg. polit. (1662) 1, 394; wer lein säen lässet, soll dem säemann trinckgeld geben, sonst verdirbt der flachs Schmidt
rockenphil. (1706) 1, 147; (
der schützenkönig hat) schützenschreiber, zihler und musikanten 1 mähr. thl. zum trinkgeld zu geben (1716)
sudetendtsch. zeitschr. f. volkskunde 8 (1935) 58; euch bedienten ... rathe ich, wenn ihr trinckgeld machen wollet, dasz ihr ...
Tölpels baurenmoral (1752) 71; wenn sie kein geld zum trinkgelde annehmen wolte, küssete er sie und steckte ihr einen halben gulden in den busen
Leipz. avant. (1756) 1, 115; wie gefällt es euch in euerm neuen dienste ... habt ihr viel trinkgelder Cramer
nord. aufseher (1758) 1, 129; sie drängten sich auf der brücke, einige liesz der feldwebel gegen ein trinkgeld durch Lichtenberg
verm. schr. (1800) 1, 381; ich zahle dem postillon einen ganzen thaler trinkgeld E. Th. A. Hoffmann 1, 217
Gr.; dies vergnügen der reisenden, sich schlösser durch den zauberspruch eines trinkgeldes zu öffnen Gutzkow (1872) 11, 53.
schönrednerisch für bestechungsgeld,
s. auch Meyers lex.6 19, 723
b: er pflegte seine beziehungen in den untern stellen durch übermäszige trinkgelder Bismarck
ged. u. erinn. 1, 240.
mit attributen: ein ehrlich trinkgelt
Wilwolt von Schaumburg 99
lit. ver.; stattlich B. Krüger
Hans Clawert 11
ndr.; hübsch 38; grosz B. Waldis
Esopus 1, 241
Kurz; ansehnlich Kretschmann (1784) 3, 162; scharf A. v. Haller
tagebücher 105
Hirzel; reichlich Knigge
umgang mit menschen (1796) 2, 243; schwer Spielhagen 1, 292;
vornehmlich aber gutes trinkgeld H. Sachs 5, 215
lit. ver.; N. Manuel
v. papst 210
Bächtold u. oft bis heute. sprichwörtliches und redensarten: is heest immer: wurst wider wurst, und der moit a trinckgeld Bomolcke
sprüchw. (1734) b 7
b (
dass. als kapitelüberschrift bei Grimmelshausen 2, 508
lit. ver.); das trinckgelt verdienen
colophonum addere rei Dentzler (1716) 290
b; erst das kind sehen, ehe man der hebeamme trinkgeld gibt Düringsfeld
sprichw. (1875) 1, 160
b; wenn der fuchs die gäns lehrt, ist der kragen ihr trinkgeld Fischer
schwäb. 2, 386. 3@bb)
die bedeutung von trinkgeld
wird uneigentlich, wie '
belohnung',
wenn es für gaben gebraucht wird, die nicht geld sind: nach verrichteter sache aber hatt die frau Holla dem arbeiter ... befohlen, die späne auffzuraffen und zum trinckgelde mitzunehmen Prätorius
saturnalia (1663) 405; kann der prinz einem secretair eine tonne perlen trinkgeld geben, was werde ich erst für die geleistete hülfe bekommen? Petrasch
lustsp. (1765) 1, 94.
scherzhaft: besagter bott schiebt solches gebrattene trinckgelt (
ein braten als botenlohn) in den sack und eylet schleunigst wider nach hausz Abr. a
s. Clara
Judas (1686) 1, 683. 3@cc) trinkgeld
wird in verächtlichem sinne oder doch abschätzig gebraucht für eine kleine summe, für ein entgelt, dessen geringfügigkeit im widerspruch steht zu der höhe oder dem wert der gegenleistung: und ein glücklicher soldat, herr von einer seltnen schlägt den gröszte diamanth beute, um ein trinkgeld von der hand Weichmann
poesie d. Niedersachsen 4, 357; Gellert, der für seine fabeln ein und dreyszig gulden zum trinkgeld von Wendlern empfing Gleim
briefw. 1, 173
Körte; bald darauf sah ich mich genöthigt, meine sammlungen einem trödler für ein trinkgeld zu verkaufen G. Keller (1889) 2, 59; durch liebenswürdigkeiten und wirtschaftliche trinkgelder für befreundete mächte werden wir den gefahren, die im schosze der zukunft liegen, nicht vorbeugen Bismarck
ged. u. erinn. 1, 293;
vgl. 3, 156; Graf Clauzel, der französische gesandte in Österreich, bot ein trinkgeld von 150 millionen für die preisgabe der zollunion
dtsch. allg. ztg. v. 9. 7. 1931;
mundartlich: dat is n bloszet drinkjeld
der preis ist unverhältnismäszig niedrig Brendicke
Berl. wortschatz 100; es ist nur es trinkgeld
eine geringe summe schweiz. id. 2, 272. 3@dd)
verhüllend, für '
letztes entgegenkommen', '
liebesbeweis': (
mädchen zum geliebten) dnetter (
nur) ains macht már iebl (
manchmal), i sag dárs, völli angst, dást nöt öbbá (
etwa) ámol gách á trinkgeld volangst Stelzhamer 2, 322
Rosegger. 44)
mit trinkgeld
werden noch verschiedene geldleistungen anderer art bezeichnet. ein geregelter zuschlag zur eigentlichen lohnsumme: die becken mochten mit dem vorgeschrieben lon nicht wol zuchomen; do kom man in zu hilf mit aim trinkgelt ... wann die herrn des ratz verliszen, daz man meniglichen seiner müe und arbeit ungelonet mit lies (
Nürnberg, 15.
jh.)
städtechron. 2, 306; eodem anno war so ein groszer sterben, dasz die thotentreger ein drinckgelt zum lon forderten
Imlinsche familienchron., in: Alsatia 10, 427; zum ersten, dasz ein yeder hamermaister keinem hertschmid ... nicht mer geben soll von einem yeden pfundt schynn, dann sechs und sechzig pfening, und ein jare zu der mynn (
gütlich) vierzehen pfund pfening, fünff grosch zu trinckgelte und ein paar hosen (1464)
bei Lori
baier. bergrecht 79; kaplaken ... (
bedeutet) jetzt das trinkgeld, das dem schiffer über den bedungenen lohn hinaus von jeder schiffslast gegeben wird Sallmann
neue beitr. z. dtsch. ma. in Estland 33.
ähnlich das trinkgeld
für die bedienung in gaststätten, das heute fester bestandteil der gasthausrechnung geworden ist, seither allerdings gewählter bedienungsgeld
genannt. in natura: und über disz (
den gewöhnlichen lohn) dieselben (
die sogenannten '
störtzer'
im salzwerk) einen zober (
sole) zum trinckgelde in zerbrochenen wocken auff ieden tag nehmen Hondorff
saltzwerk zu Halle (1670) 10.
ein zuschlag zur kaufsumme bei ablieferung oder abrechnung aufgetragener arbeiten, gern im namen weiblicher angehöriger gefordert: da beger ich (
bei ablieferung einer handarbeit) von euweren fürstlichen gnaden miner tochter ein trinckgelt, wan ich nit mit dem lon wol zükummen mag (1466)
bei Steinhausen
privatbriefe 1, 82; (
bei übersendung eines bestellten bildes) mein hausfrau läszt euch bitten um ein trinkgeld, das steht zu euch Dürer
nachlasz 58; den 13. juny ist mit dem maister Palsen abgerechnet und den uberrest auf das gething mitsambt ainen thrinkhgelt verraicht und geben worden 13 sch (
schock) und ain sextl khorn (1611)
waldheimat 9, 13
b. '
für spenden, die dem lehrer zu neujahr und weihnachten zuflossen, werden in den schulordnungen des 15.-18.
jh. vielfach auch die ausdrücke opfergeld
und trinkgeld (
lat. bibales)
verwendet' Nyström
schulterminol. 165.
vereinzelt fast wie lohn: dem gab man zu eszen aus der kuchen und gab im die wochen zu trinckgelt 8 oder 10 dn. (
Nürnberg, 15.
jh.)
städtechron. 2, 306; der hat al tag gewart auff die schiff, ... das er die hulff auszleren, davon er dann sein trinckgelt hette, das er sich ernören kundt Schumann
nachtbüchlein 39
Bolte; webt (
weber) mir die schönsten bilder drein, macht mir darin kein neste, das trinkgeld sollt ihr haben fein, webt mirs aufs allerbeste Mittler
volkslieder 944. 55)
uneigentlicher gebrauch. 5@aa) '
lohn', '
dank',
ironisch oder mit dem klang der enttäuschung: der welt trinckgelt ist gallentranck welcher verbittert allen danck Fischart
flöhhaz, v. 311
Hauffen; ich hab an deiner stell ein langes stük geschrieben, worüber mir dan fast kein nagel ganz geblieben; da aber, weil du meinst, das dichten sei ein spasz, giebst mir zum schönen lohn ein deo gratias ... man krieget sonsten nur disz trinkgeld von den pfaffen Joh. Grob 183
lit. ver.; ein waldgeist läszt sich von einem Schneeberger als einen malzsack den berg hinantragen und wirft ihn dann zum trinkgeld in den bach (1699)
bei Müller-Fraureuth 1, 250; disz trinckgeld hab ich nun für meinen sauren schweisz, für mein vergosznes blut, für meinen groszen fleisz, ... dasz, da ich meinen leib im felde mitgenommen und mich für andrer nutz gleichwie ein licht verzehrt, statt der vergeltung mir solch unrecht wiederfährt J. Chr. Günther
ged. (1735) 987. 5@bb)
ohne den gefühlston wie im vorigen. '
erfolg', '
folge', '
wirkung': alle so umb die kranken wonen sollen, als artzet, scherer, pflegerin, wescherin und priester, bedörffend wol sorg zu haben, dasz sy nicht für trinkgelt schwäre krankheit erholen Georg Pictorius
von der pestilentz 51; wer den handel (
den umgang mit dem gewehr beim schieszen) nicht wohl verstehet, der lasse es lieber bleiben, sonst möchte das trinkgeld übel ausfallen Stahl
gewehrgerechter jäger (1762) 221. '
belohnung', '
anerkennung': und also muste nun Ansgarius der Schweden und Dänen apostel heiszen, der auch nachher zum trinckgeld der erste bischoff zu Hamburg wurde G. Arnold
kirchen- u. ketzerhist. (1699) 307
b. 5@cc) '
strafe', '
vergeltung': ich wills gewiszlich noch erleben, der henker wird dirs trinkgeld geben Joh. Klay
bei Gottsched
crit. hist. (1732) 7, 371; was wird aber der mund der warheit solchen käutzen für trinckgeld geben? heulen und zähnklappen
alamod. techn. interim (1675) 513; (
er wünschte) seinem herrn die pest zu einem trinckgeldt seinen unzeitigen ankommens auff den halsz Hörl v. Wätterstorff
Bacchusia (1677) 130; (
den man zu prügeln) darff des Riepel sein weil nicht probirn, er wurd ihr ein ander trinckgeld spendirn Stranitzky
reiszbeschr. 25
Wiener ndr.; solch schlechtes trinkgeld (
den galgen) bekamen diese (
vermummten räuber) für ihr erdachtes gespenstwerk (1721)
Alemannia 10, 80; wenn dir zum trinckgelde für deine kuppelei ein paar birkene kehrbürsten die flöhe von dem rücken stöbern werden J. Chr. Günther (1735) 1002; so, du hund, ... jetzt hast du ein trinkgeld für deinen verrat Ad. Pichler
gesch. aus Tirol (1901) 1, 223.
sprichwörtlich: einem das trinkgeld geben
sich an ihm rächen Fischer
schwäb. 2, 386; er hat ein hölzernes trinkgeld verdient Wander 4, 1326; er wird sein trinkgeld in der hölle kriegen
ebda. 5@dd)
hierher die redensart das trinkgeld mit jemandem teilen,
s. Kramer 2 (1702) 1144
b; Bomolcke
sprüchw. (1734) b 5
a (
schlesisch).
s. auch unter trankgeld.
der sinn ist ungefähr '
jemandes schicksalsgenosse sein', '
ein schicksal mit ihm teilen'.
nur in der verneinung: ich möchte mit dem Lykurgo nicht gerne das trinckgeld theilen, wann die Teutschen denselben ertappeten; welcher den Lacedaemoniern geboten, dasz sie die weinbeer derentwegen auszrotten solten, damit die leut hiedurch zur trunckenheit nicht angereitzt werden Abele
gerichtshändel (1655) 115; verschiedener ursachen halber möchte ich hier das trinckgeld nicht mit diesem manne (
einem theoretisch schlecht ausgebildeten musikus) theilen, woferne mancher theoreticus sein präzeptor wäre Heinichen
generalbasz (1728) 18; ich mögte das trinkgeld nicht mit ihnen theilen, dasz ihnen einige dieser herren (
organisten, nach der lektüre des '
critischen musicus') zudenken werden Leander
bei Scheibe
crit. mus. (1745) 500.
im schwäbischen: mit dem möcht i s trinkgeld au nit teile
nichts zu schaffen haben Fischer 2, 386.