Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Trinkgeld
Trinkgeld
trinken Vb. ‘Flüssigkeit zu sich nehmen’, ahd. trinkan (8. Jh.), mhd. trinken, asächs. drinkan, mnd. drinken, auch ‘ertrinken’, mnl. nl. drinken, afries. drinka, aengl. drincan, engl. to drink, anord. drekka, schwed. dricka, got. drigkan, germ. *drenkan. Gesicherte außergerm. Anknüpfungen fehlen. Zweifelhaft ist daher auch der Versuch, das gemeingerm. starke Verb als nasalierte Form mit aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ zu verbinden und auf eine Wurzel ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, ausgehend von einer Bedeutung ‘mit dem Mund ziehen, einen Zug machen’, zurückzuführen. Handelt es sich (nach Nl. 137) um ein Substratwort? – Trinker m. ‘wer trinkt’, besonders ‘wer regelmäßig und zuviel Alkohol trinkt’, ahd. trinkāri (11. Jh.), mhd. trinkære, trinker ‘Trinker, Säufer’, Nomen agentis zum Verb. Trinkgeld n. ‘Geldsumme, die als Dank für erwiesene Dienste oder über den verlangten Preis hinaus (eigentlich zum Vertrinken) gegeben wird’, mhd. trincgelt ‘Zeche für Getränke, Zechschuld, Geld zum Vertrinken als Belohnung’; auch (seit 1. Hälfte 18. Jh.) ‘Entgelt, dessen Geringfügigkeit im Widerspruch zum geleisteten Dienst steht’. Trinkspruch m. ‘bei festlichem Anlaß vorgetragener Spruch bzw. kurze Rede, die mit einem gemeinsamen Schluck Alkohol bekräftigt wird’ (um 1800). betrinken Vb. reflexiv ‘sich durch Genuß von Alkohol berauschen’ (16. Jh.), mhd. betrinken ‘aus etw. trinken’; betrunken Part.adj. ‘stark berauscht’ (1. Hälfte 17. Jh.), älteres trunken (s. d.) ablösend. ertrinken Vb. ‘im Wasser umkommen’, ahd. irtrinkan (9. Jh.), mhd. ertrinken, auch ‘austrinken, trinken’.