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Trinkgeld

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Trinkgeld

Bd. 19, Sp. 723
Trinkgeld, Extravergütung für Dienstleistungen, die an Kellner, Dienstboten, Kutscher etc. gezahlt wird. Schon zu Ende des Mittelalters erhob der Meister für seine Gesellen, auch für seine Frau ein T., und die Beamten waren teilweise auf T. angewiesen. Ursprünglich wohl zu einem dem Wortsinn entsprechenden Zweck gegeben, hat das T. heute vielfach die Bedeutung einer vollständigen Bezahlung für die Dienstleistung angenommen. Infolgedessen entrichten sogar Leute, die T. empfangen, wie die Zahlkellner, Hausknechte, Portiers großer Hotels etc., für ihre Stellen eine Art Pacht. Rechtlich ist der Gast nicht verpflichtet, ein T. zu geben, nur für außerordentliche Leistungen, wie Besorgungen außerhalb des Hauses, wiederholtes Reinigen der Schuhe oder Kleider an einem Tage etc., hat das Personal einen Rechtsanspruch auf eine angemessene Vergütung. Mit übler Nebenbedeutung wird das Wort T. auch für Zahlungen an einflußreiche Personen, Zeitungen etc. zur Erreichung bestimmter Zwecke durch deren Mitwirkung angewendet, um nicht geradezu die Ausdrücke Bestechung und Käuflichkeit zu gebrauchen. Das deutsche Wort T. hat sich auch in der französischen Sprache eingebürgert. In neuerer Zeit wurde mehrfach durch Schriften und Vereine gegen das sich immer weiter verbreitende Trinkgelderunwesen angekämpft. In den sogen. Reformhotels und insonderheit in den christlichen Hospizen ist das T. völlig abgeschafft. Vgl. Albrecht, Unser Standpunkt zur Trinkgeldfrage (Frankf. a. M. 1883); »Zweite Flugschrift der Vereinigung zur Bekämpfung des Trinkgelderwesens« (Karlsr. 1885); »Das T., ein Krebsschaden der Gastwirtschaftsindustrie und seine Beseitigung« (Bresl. 1888); Ihering, Das T. (5. Aufl., Braunschw. 1903); Josef in der Zeitschrift »Das Recht«, 1905, S. 366, und 1907, S. 116.
1783 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trinkgêld

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Das Trinkgêld , des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, ein kleines Geschenk, welches man geringen Personen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trinkgeld

    Goethe-Wörterbuch

    Trinkgeld [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trinkgeld

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Trinkgeld , Extravergütung für Dienstleistungen, die an Kellner, Dienstboten, Kutscher etc. gezahlt wird. Schon zu Ende …

  4. modern
    Dialekt
    Trinkgeldn.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Trink-geld n. : 1. wie schd., Trinkgeld (driŋgęld) [fast allg.], Trenk- (dreŋ-) [ KU-Albess Wahnwg Schellw Langb Herchw …

  5. Sprichwörter
    Trinkgeld

    Wander (Sprichwörter)

    Trinkgeld 1. Das Trinkgeld 1 ist verdient. 1 ) Das kleine Geschenk, das Dienstboten, Arbeitsleuten u.s.w. gegeben wird. …

  6. Spezial
    Trinkgeld

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Trink|geld n. (-es,-er) bonaman f. , spënora f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trinkgeld

7 Bildungen · 6 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von trinkgeld 2 Komponenten

trink+geld

trinkgeld setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trinkgeld‑ als Erstglied (6 von 6)

trinkgelderpolitik

DWB

trinkgeld·er·politik

trinkgelderpolitik , f. , politik durch gewährung kleiner vorteile, s. trinkgeld 3 c: es war die von Bismarck bitter verspottete 'trinkgelde…

trinkgelderunwesen

DWB

trinkgeld·er·unwesen

trinkgelderunwesen , n. : zu welchen auswüchsen das trinkgelderunwesen in gasthöfen führen kann tägl. rundsch. (1907) nr. 474. ebda (1901) n…

trinkgeldhand

DWB

trinkgeld·hand

trinkgeldhand , f. : zuerst halt die gekrümmte hohle hand, die trinkgeldhand, dem lieben schicksal hin, dasz sie mit gold gefüllt wird bis z…

trinkgeldlein

DWB

trink·geldlein

trinkgeldlein , n. , deminutiv von trinkgeld: daszhalben mir ihnen dasselbige trinckgeltlin und gewinlin durch mein warnung abzustricken ein…

trinkgeldschaf

DWB

trinkgeld·schaf

trinkgeldschaf , n. , schaf, das statt eines trinkgeldes gegeben wird: von den schaffen gitt man ze Meyen 66 schaaf ... den zwölffen (dasz s…

trinkgeld als Zweitglied (1 von 1)

Stifttrinkgeld

DRW

stift·trinkgeld

Stifttrinkgeld, n. Geldabgabe als Ersatzleistung für den Stiftwein (II) was dann söllheuser sein, die von alters her dergleichen stiffttrinc…